• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Freitag, 5. April 2019
    Wmdedgt 4/2019

    (Was das ist und die übrigen Beiträge dazu, wie immer, bei Frau Brüllen ).

    Weckerklingeln wie immer um 6. ich wache neuerdings immer mit einem schlechten Gefühl auf. So einem Gefühl von "Oh! Die Welt ist groß und gefährlich!!". Zweifellos zutreffend, aber kein zuträglicher Gedanke und auch nicht wirklich relevant, es ist halt wie es ist, also ignoriere ich ihn, bis ich ihn wenige Minuten später vergessen habe. Ich wecke also M auf, sie möchte aber noch eine halbe Stunde liegenbleiben, also habe ich erstmal das Bad für mich und mache Badezimmerdinge, wecke dann M erneut und bereite das Frühstück für uns vor (Tee und Porridge mit Apfel) und das Schulbrot für sie. Für mich heute kein Bürobrot, weil ich dort noch mindestens zwei Joghurts im Kühlschrank stehen habe und der Kühlschrank wird heute ausgeräumt und gereinigt, man muss also alles aufessen.

    Als M aus dem Haus ist, räume ich noch ein bisschen hin und her, stelle Herrn N den Wecker eine Stunde später und gehe dann auch. Ankunft im Büro um kurz nach 8 Uhr.

    Nach dem Lesen der über Nacht angekommenen E-Mails stehen 47 Punkte auf der Liste der Dinge, die ich heute erledigen will. Das ist natürlich komplett aussichtslos, nicht nur, weil zusätzlich noch eine ASA-Sitzung mit 1,5 Stunden angesetzt ist. Eine genaue Listenanalyse ergibt, dass aber exakt nur 5 Aufgaben wirklich absolut dringend heute erledigt werden müssen, damit nicht mir oder jemandem, der darauf wartet, Unbill droht. Also mache ich diese 5 zuerst.

    Danach mache ich zur Entspannung eine Runde Kisten. "Kisten machen" ist seit neuestem meine selbstauferlegte Beschäftigungstherapie. Es geht darum, dass wir seit bestehen des Büros Verwaltungsakten in ein Außenlager geschickt haben, aber nie zurückgeholt und entsorgt. Das ist mir ein Dorn im Auge, denn Akteneinlagerung kostet natürlich Geld und wozu soll ich Geld bezahlen für die Lagerung von Müll. "Jemand" muss also diese Akten kurz sichten und zu 99% entsorgen, dieser jemand bin ich, denn es handelt sich zu großen Teilen um Personalakten, Gehaltsakten und andere Buchhaltungsunterlagen. Alle paar Tage lasse ich mir also einen Wagen voll Akten liefern, dazu eine große Sicherheitstonne, dann blättere ich die Akten daumenkinoartig durch und werfe sie in die Sicherheitstonne. Dabei denke ich wahlweise an gar nichts (sehr entspannend), oder ich male mir aus, ich wäre ein gerissener Verbrecher und würde die Akten vernichten, damit mir niemand auf die Schliche kommt (sehr unterhaltsam), immer wieder hadere ich aber, dass diejenigen, die in den 90ern die Akten ins Archiv schickten, so furchtbar spaßbefreit waren und nicht einfach mal eine Flasche Wein oder einen Brief an die Nachwelt oder was weiß ich was, jedenfalls etwas Unterhaltsames, in eine Kiste gepackt haben.

    Nach "Kisten machen" drehe ich eine Runde durchs Büro, erledige noch ein paar weitere Listenpunkte, dann gibt es in der Kantine Lahmacun. Schwierig zu essen, wenn es nicht kompetent zusammengerollt ist, aber ich beschlabbere mich nicht!

    Anschließend ist die ASA-Sitzung und die ist sehr anstrengend, weil wir nicht nur die regulären Themen (Planung der Grippeimpfung und der G37, BEM) besprechen sondern auch einen Einzelfall, der mir viel Sorge bereitet. Danach brauche ich ein Stück Kuchen (Blaubeermuffin).

    Am Nachmittag sind 18 Punkte von der Liste erledigt und damit meine Energie aufgebrauchet. Um 17 Uhr komme ich zu Hause an und bespreche mit M beim Essen (Reste von Mittwoch, der Kochplan geht auf!) den weiteren Ablauf des Tages und den morgigen Vormittag: sie fährt später zum Training, von dort aus zu einer Freundin, bei der sie übernachtet, von dort aus morgen früh wieder zum Training wo ich sie morgen Mittag abhole.

    Dann erst einmal eine Runde Couch, aber nicht allzu lang, denn um 19:30 breche ich auf zum Chor. Heute ist Generalprobe, morgen Konzert. Ich hatte vergessen (oder nicht mitbekommen), dass wir heute stehen. Ich hasse Stehen ganz generell, schon immer, aber seit Bein v.2 noch viel mehr. Ich merke so gut wie keine Folgen mehr vom Kreuzbandriss, Laufen, Rennen, Sitzen, Knien alles top. Nur beim Stehen wird es nach einiger Zeit unangenehm, vielleicht fehlt auch die Übung, weil ich halt, wie gesagt, normal nicht stehe sondern immer herumlaufe oder zumindest zappele. Und weil ich nicht dran gedacht habe, trage ich auch falsche Schuhe (zum Stehen), was dazu führt, dass mir die Füße einschlafen und ich mir resigniert denke, naja, wenn ich umfalle ist immerhin das mit dem Stehen erledigt.

    Um 22:15 bin ich zu Hause und mache schnell noch den Kochplan und Einkaufszettel für die nächste Woche und überlege, welchen Kuchen ich am Sonntag zum Kaffeekränzchen backen will, damit ich morgen früh einkaufen kann, ohne nachzudenken.

    Jetzt ist Feierabend und ich machte gar nichts mehr.

     
    Was für ein befriedigender Tag!

    Das Kistenmachen würde ich auch als sehr befriedigend empfinden. Eine Frage: Was passiert anschließend mit den Akten in der Tonne?
     
    Das sind Metalltonnen, die von einem Unternehmen, das auf Aktenvernichtung spezialisiert sind, zur Verfügung gestellt wurde. Normal sind die verschlossen und haben so einen Einwurfschlitz wie ein Briefkasten. Wenn man kistenweise Zeug entsorgt ist das natürlich etwas aufwändig mit so einem Schlitz, deshalb wurde mir die Tonne vom Lieferanten aufgeschlossen. Wenn sie voll ist lasse ich das Schloss zuschnappen, dann wird die Tonne irgendwann abgeholt und der Inhalt vernichtet. Ich vermute geschreddert, vielleicht auch spektakulär verbrannt, das weiß ich nicht.
     
    Da ich eigentlich immer schlecht Träume, kenne ich das mit dem aufstehen und „Ohje die Welt ist schlecht und gefährlich“ denken.

    Wobei ich heute mal was gutes geträumt hatte, ich erinnerte mich noch kurz nach dem aufstehen.

    Ich träume seit dem ich mich erinnern kann, eher unangenehm schräge Sachen, man gewöhnt sich aber an alles.
     
    Ich wache normalerweise auf und denke "boah toll ein neuer Tag hurra!!" Im Moment halt nicht, vielleicht muss sich das auch im Leben mal ausgleichen.

    Immer schlecht träumen ist sehr anstrengend, ich hatte mal so eine Zeit und habe sie in schlechter Erinnerung. Oder sind Sie daran gewöhnt, wenn es schon immer so ist?
     
    Ich habe mich dran gewöhnt, ist halt so und es war schon im Kindesalter so.

    Kommentar beantworten

    November seit 4841 Tagen

    Letzter Regen: 24. Juni 2019, 23:09 Uhr