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    Sonntag, 7. April 2019

    Es ist verblüffend, wie mich immer erst relativ spät am Tag, nämlich zur Schlafenszeit, die Aufräumlust packt.

    Gerade war noch dringend das Auto umzuparken, nach langem innerlichen Jammern darüber raffte ich mich auf, dachte dann, nunja, wenn ich eh laufe, nehme ich die zwei Farbeimer noch aus dem Schlafzimmer mit und trage sie in den Keller. Und im Keller dachte ich mir, naja, wenn ich einmal hier bin, kann ich die Rohrzange suchen, und dabei stieß ich auf zwei Säcke mit Altkleidung, die dort wohl irgendwann mal zwischengelagert wurden und das trug diese schon einmal in den Kofferraum und fand noch einen Zollstock und trug Zollstock und Rohrzange hoch und dachte mir dann, mit dem Zollstock kann ich gleich die Sache mit dem Schreibtisch ausmessen und es schien zu passen, also trug ich den einen Schreibtischteil über drei Räume zum anderen Schreibtisch um zu sehen, ja, das passt, aber so, wie es jetzt ist, ist es schöner, also alles wieder Retour.

    Wenn also irgendwann mal gesagt wird, aus der Wohnung der Novemberregen dringen nachts immer merkwürdige Geräusche und dann werden mannshohe Säcke im Schutze der Dunkelheit ins Auto verladen, höchst verdächtig was mag da wohl drin sein - Sie wissen, es ist eigentlich alles ganz anders!

    (Aber Sie hat doch immer so nett gegrüßt!)

    Samstag, 6. April 2019

    Das war ein sehr schönes Konzert heute aber herrje, 1,5 Stunden still auf einer Stelle stehen ist nichts für mich. Und Bein v.2, das sich ja wirklich wieder ausgezeichnet benimmt, ich merke überhaupt nix mehr und sogar rennen kann ich wieder, ist tatsächlich von 1,5 Stunden stillstehen auch nicht sonderlich begeistert.

    Stehen habe ich aber auch immer schon gehasst. Das einzige Gute: wenn man danach spazieren geht, fühlt sich das Gehen an, als würden die Fußsohlen massiert.

    Freitag, 5. April 2019
    Wmdedgt 4/2019

    (Was das ist und die übrigen Beiträge dazu, wie immer, bei Frau Brüllen ).

    Weckerklingeln wie immer um 6. ich wache neuerdings immer mit einem schlechten Gefühl auf. So einem Gefühl von "Oh! Die Welt ist groß und gefährlich!!". Zweifellos zutreffend, aber kein zuträglicher Gedanke und auch nicht wirklich relevant, es ist halt wie es ist, also ignoriere ich ihn, bis ich ihn wenige Minuten später vergessen habe. Ich wecke also M auf, sie möchte aber noch eine halbe Stunde liegenbleiben, also habe ich erstmal das Bad für mich und mache Badezimmerdinge, wecke dann M erneut und bereite das Frühstück für uns vor (Tee und Porridge mit Apfel) und das Schulbrot für sie. Für mich heute kein Bürobrot, weil ich dort noch mindestens zwei Joghurts im Kühlschrank stehen habe und der Kühlschrank wird heute ausgeräumt und gereinigt, man muss also alles aufessen.

    Als M aus dem Haus ist, räume ich noch ein bisschen hin und her, stelle Herrn N den Wecker eine Stunde später und gehe dann auch. Ankunft im Büro um kurz nach 8 Uhr.

    Nach dem Lesen der über Nacht angekommenen E-Mails stehen 47 Punkte auf der Liste der Dinge, die ich heute erledigen will. Das ist natürlich komplett aussichtslos, nicht nur, weil zusätzlich noch eine ASA-Sitzung mit 1,5 Stunden angesetzt ist. Eine genaue Listenanalyse ergibt, dass aber exakt nur 5 Aufgaben wirklich absolut dringend heute erledigt werden müssen, damit nicht mir oder jemandem, der darauf wartet, Unbill droht. Also mache ich diese 5 zuerst.

    Danach mache ich zur Entspannung eine Runde Kisten. "Kisten machen" ist seit neuestem meine selbstauferlegte Beschäftigungstherapie. Es geht darum, dass wir seit bestehen des Büros Verwaltungsakten in ein Außenlager geschickt haben, aber nie zurückgeholt und entsorgt. Das ist mir ein Dorn im Auge, denn Akteneinlagerung kostet natürlich Geld und wozu soll ich Geld bezahlen für die Lagerung von Müll. "Jemand" muss also diese Akten kurz sichten und zu 99% entsorgen, dieser jemand bin ich, denn es handelt sich zu großen Teilen um Personalakten, Gehaltsakten und andere Buchhaltungsunterlagen. Alle paar Tage lasse ich mir also einen Wagen voll Akten liefern, dazu eine große Sicherheitstonne, dann blättere ich die Akten daumenkinoartig durch und werfe sie in die Sicherheitstonne. Dabei denke ich wahlweise an gar nichts (sehr entspannend), oder ich male mir aus, ich wäre ein gerissener Verbrecher und würde die Akten vernichten, damit mir niemand auf die Schliche kommt (sehr unterhaltsam), immer wieder hadere ich aber, dass diejenigen, die in den 90ern die Akten ins Archiv schickten, so furchtbar spaßbefreit waren und nicht einfach mal eine Flasche Wein oder einen Brief an die Nachwelt oder was weiß ich was, jedenfalls etwas Unterhaltsames, in eine Kiste gepackt haben.

    Nach "Kisten machen" drehe ich eine Runde durchs Büro, erledige noch ein paar weitere Listenpunkte, dann gibt es in der Kantine Lahmacun. Schwierig zu essen, wenn es nicht kompetent zusammengerollt ist, aber ich beschlabbere mich nicht!

    Anschließend ist die ASA-Sitzung und die ist sehr anstrengend, weil wir nicht nur die regulären Themen (Planung der Grippeimpfung und der G37, BEM) besprechen sondern auch einen Einzelfall, der mir viel Sorge bereitet. Danach brauche ich ein Stück Kuchen (Blaubeermuffin).

    Am Nachmittag sind 18 Punkte von der Liste erledigt und damit meine Energie aufgebrauchet. Um 17 Uhr komme ich zu Hause an und bespreche mit M beim Essen (Reste von Mittwoch, der Kochplan geht auf!) den weiteren Ablauf des Tages und den morgigen Vormittag: sie fährt später zum Training, von dort aus zu einer Freundin, bei der sie übernachtet, von dort aus morgen früh wieder zum Training wo ich sie morgen Mittag abhole.

    Dann erst einmal eine Runde Couch, aber nicht allzu lang, denn um 19:30 breche ich auf zum Chor. Heute ist Generalprobe, morgen Konzert. Ich hatte vergessen (oder nicht mitbekommen), dass wir heute stehen. Ich hasse Stehen ganz generell, schon immer, aber seit Bein v.2 noch viel mehr. Ich merke so gut wie keine Folgen mehr vom Kreuzbandriss, Laufen, Rennen, Sitzen, Knien alles top. Nur beim Stehen wird es nach einiger Zeit unangenehm, vielleicht fehlt auch die Übung, weil ich halt, wie gesagt, normal nicht stehe sondern immer herumlaufe oder zumindest zappele. Und weil ich nicht dran gedacht habe, trage ich auch falsche Schuhe (zum Stehen), was dazu führt, dass mir die Füße einschlafen und ich mir resigniert denke, naja, wenn ich umfalle ist immerhin das mit dem Stehen erledigt.

    Um 22:15 bin ich zu Hause und mache schnell noch den Kochplan und Einkaufszettel für die nächste Woche und überlege, welchen Kuchen ich am Sonntag zum Kaffeekränzchen backen will, damit ich morgen früh einkaufen kann, ohne nachzudenken.

    Jetzt ist Feierabend und ich machte gar nichts mehr.

    Donnerstag, 4. April 2019

    Mich heute etwas gegrämt, das niemand zum Fragen da ist. Mich dann aber erinnert, dass ich halt gar keinen fragen muss. Es ist noch sehr ungewohnt.

    Mittwoch, 3. April 2019

    Habe es geschafft, den Friseur dazu zu bewegen, ausreichend Haare abzuschneiden. Jetzt sehr froh!

    November seit 4841 Tagen

    Letzter Regen: 24. Juni 2019, 23:09 Uhr