Heute nacht von Klo putzen und Beine epilieren geträumt. Wie deutet man das?
(Nein, es ist nicht gerade höchste Zeit für beides!)
Die Nase und die Stirnhöhle fühlen sich genau so an, als würde ich eigentlich im Wohnzimmer auf der Couch liegen, immer ein bisschen hin- und herrutschen weil das Laken auf dem Leder nicht richtig hält, und die Sesamstraße gucken. Das Plümmo bis zur Nase hochgezogen weil der kalte Wind von Mamas Durchzuglüftung durch die Wohnung weht und aus dem Küchenradio dröhnt der Verkehrsfunk, später dann Carmen Thomas, aber dann ist die Sesamstraße natürlich schon aus. Im Mund rollt sich die Zunge um die Spitze des Fieberthermometers während die Schneidezähne gegen das Glas klacken und sich im Rachen der leicht pelizige "Meditusin"-Nachgeschmack (ich dachte immer, das hieße so) hält.
- Ich bin mit dieser Erkältung nicht einverstanden. Die ist sowieso mehr als nur merkwürdig: Gliederschmerzen gibt es grundsätzlich erst nach Ende der Arbeitszeit, Auge und Nase laufen um die Wette und ich hab ständig Durst auf Bier. Abgewiesen.
- Eltern, die ihre Kinder so völlig dogmatisch ökologisch-biologisch-politisch-alles-andere-korrekt erziehen, sollten sich auch mal Gedanken machen, wie diese Kinder sich dann "in freier Wildbahn" benehmen. "Verinnerlicht" ist diese überkorrekte Haltung jedenfalls nicht. Die futtern dann nämlich woanders erstmal die Schränke leer, quieken nach Saaaaft oder Limooooo, probieren alle möglichen Wörter aus, die sie zu Hause nicht sagen dürfen. Man muss dieses Besuchskind immer erstmal eine halbe Stunde herunterfahren, wenn es hier aufläuft.
- Kann mir jemand erklären, warum die Türöffnungssensoren in S-Bahnen in ca. 80% nicht auf meine Finger reagieren, auf die der anderen Mitreisenden jedoch schon? Wonach geht das - Wärme? Bewegung? Dreck an den Pfoten?? Mit dem Handgelenk kriege ich es aber hin. Werde bestimmt schon für eine dieser zwanghaften Personen gehalten, die einen Sauberkeitstick haben und keine öffentlichen Gegenstände mit der Hand berühren möchten.
Dafür kann ich, wenn ich nicht darüber nachdenke, mit der Fernbedienung des DVD-Players über die "Vorlauf"-Taste die Lautstärke am Fernseher verändern. Ätsch.
Ist Knoblauch eigentlich irgendwie umgezüchtet worden? Ich habe schon ewig keine "Knoblauchfahne" mehr erschnuppert.
Morgen im Büro wird sich dies zeigen, bzw. ob im Falle einer Umzüchtung der Pizzalieferant meines Vertrauens ebenfalls auf die neue Sorte zurückgegriffen hat.
Weitere Merkwürdigkeiten des Tages:
Kind heute morgen so: "Ich möchte Karottenraspel aufs Brot!!".
Ich: ?
Kind: "Das hab ich im Fernsehen gesehen!!".
Ich: ???? (Kind guckt kein Fernsehen, hat vor ca. 2 Wochen zum letzten mal ne Folge Petzi gesehen, aber da gab es Pfannkuchen und keine Karotten...).
Kind: "Heute nacht, im Traum!"
okaaaaaay....
Chef eben am Telefon so: "Das Meeting war super!! Wir können jetzt echt alle, die wir immer schon loswerden wollten, betriebsbedingt kündigen."
Ich: ???
Chef: "Machen Sie sich doch mal Gedanken, wen Sie nicht leiden können."
okaaaaaaay...
Ich zu so nem Gartenzwerg: "Übrigens haben Sie 10k Euro zu viel an Dingens gezahlt, weil Sie es einmal abbuchen lassen und einmal selbst überwiesen haben. Ich hab das für Sie zurückgeholt."
Gartenzwerg so: "Och. Ist mir gar nicht aufgefallen..."
okaaaaaaaay...
Dieser Tag ist mir suspekt.
Eben hat mich die Steuerberaterin vom Büro dann zum allerersten Mal sprachlos erlebt. Komplett. Nicht, weil die Sache im Ergebnis so schlimm wäre - das Gegenteil ist der Fall. Aber der Verstand weigert sich zu begreifen, dass so etwas möglich ist.
Auch ansonsten bereits ein Tag der Merkwürdigkeiten. Beim Bäcker verlor der Herr vor mir im Weggehen 20 Euro, als er die Geldbörse wieder einsteckte. Ich hob das Geld auf, wickelte meinen Einkauf noch eben ab und lief ihm dann hinterher. Sprach ihn damit an und bekam als Antwort: "Das ist aber eine billige Anmache." Die Retoure "Geht so, am Bahnhof kriegen Sie dafür sicher schon nen Blowjob", lag mir auf der Zunge, aber ich bin ja ein höflicher Mensch und ging statt dessen zurück zur Bäckerei und kaufte Muffins für die Kollegen. Karma ist alles.
Und das alles schon vor 9 Uhr.
Hier gestrandet,
tief gefallen und bruchgelandet,
in der Einsamkeit mitten im Meer.
Mein Verließ ist ein Inselparadies
Zum Träumen schön,
doch meine Augen seh'n aufs Meer hinaus...
Prinzessin Lillifee - Gestrandet
- Erste Gedanken zur demnächst stattfindenden Geburtstagsfeier ergeben, dass der überwiegende Teil der Gäste zum ersten Mal dabei sein wird. Sehr verwirrend. Habe ich im letzten Jahr tatsächlich so viele Leute kennengelernt?
- Immer wieder sollte man sich vor Augen halten, dass "Belastung" etwas sehr Subjektives ist. Ansonsten würde man manchen Leuten im Affekt Dinge kommunizieren, die der Gesamtstimmung unzuträglich wären.
- Faszinierend bleibt weiterhin, dass es im Kopf anscheinend irgendwo so einen Schalter gibt. Wir dieser betätigt, ist plötzlich alles anders. Also nicht faktisch, sondern in der Bewertung, wobei die Bewertung ja meist wesentlicher ist als die Faktenlage. Vermutlich ist das Prozedere ähnlich wie in der Pubertät.
Man sollte versuchen, an Tagen, an denen der Schalter anders steht als üblich, keine Entscheidungen zu treffen und auch so wenig wie möglich mit anderen Personen in Kontakt zu treten.
Mademoiselle lernt an solchen Tagen von mir immer viele neue Wörter, von denen ich mich später frage, wo sie das nur wieder her hat.
Hopfenprodukte wirken in diesen Phasen übrigens ausgleichend.
- Ich bin die selbsternannte Meisterin des Karamellpuddings. Auf die Gefahr hin, dass ich eines Tages vom Karamellbrennen Lungenkrebs bekomme.
Kind, so aus heiterem Himmel: "Mama, haben wir was von "Bübchen"?"
Frau N (wtf denkend und in der Pröbchenschublade wühlend): Äh... ja, Badeschaum.
Kind: "Dann will ich jetzt baden" (Anmerkung: Freiwilliges Baden ist ein maximal halbjährlich eintretendes Ereignis)
Frau N. angesichts der Gunst der Stunde, euphorisch: "Wir haben von Bübchen auch Shampoo!!"
Kind: "Eine Sache reicht mir. Das Shampoo schenk ich Dir."
Mal ganz im Ernst - hat jemand von Ihnen schonmal Schneckeneier probiert?
Man muss doch irgendwas schreiben jetzt. Herrje, man muss doch irgendwas schreiben. Ist doch November!! Hmp.
Den Lieblingskollegen heute deutlich vor Arbeitsbeginn im Büro angetroffen. Auf meine Nachfrage, was ihn so früh schon umtreibt sagte er, ich hätte ihn doch angewiesen "endlich und echt mal zackig" die Schränke in dem Büro zu entrümpeln, aus dem er im Frühsommer ausgezogen ist. Auf meine Bemerkung, das dies aber schon noch bis zur regulären Arbeitszeit hätte warten können, sagt er: "Ich konnte dabei aber kein Publikum gebrauchen."
Ich bin ja jetzt echt neugierig, was da drin war, aber sowas von...
Zeichnen Sie sich beim Kindergartenlaternenbastelabend nie!!! durch besondere Schnelligkeit mit akzeptabler Kompetenz aus. Es sei denn, Sie möchten wirklich mehr als ein Laternenexemplar herstellen.
"Bei dem Preis muss ich das Ding dann aber auch ordentlich tragen", hatte ich ja noch mit mir selbst gewitzelt als ich mich dann endlich entschlossen hatte, für bzw. gegen das Problem mit dem linken Handgelenk endlich so eine Schiene zu kaufen. Versuchen Sie mal, sowas von jetzt auf gleich zu bekommen, und zwar nicht in alte-Damenhaut-Farbe sondern in irgendwie erträglich. Zunächst einmal musste ich mich in der Apotheke belehren lassen, dass Funktion deutlich wichtiger als Farbe sei ("nehmense also das ommastrumpfhosenfarbige Ding!") und sehr hartnäckig bleiben, bis die Frau sich herabließ, im Computer zu schauen. Dort wurde dann etwas in magentaflieder oder so angeboten und ich wiederholte immer nur "blau? schwarz??" bis sich drei Apothekenfachkräfte um das Gerät versammelten und schließlich eine Bestellung aufgaben, die ich am nächsten vormittag abholen durfte. Das bestellte Objekt hatte war dann auch wieder in beige und ich verweigerte die Bezahlung, nahm aber kompromissbereit die ebenfalls falsch bestellten Nasentropfen für Kleinkinder mit, nun denn.
Letztendlich wurde ich im Sanitätsfachgeschäft fündig - man scheint in KBD langsam in ein Alter zu kommen, in dem man mit der Frequentierung solcher Läden beginnt. Nachdem hier zunächst mein Handgelenk vermessen und die passende Größe ermittelt wurde, war ich zu allem bereit, denn es handelte sich um Größe S! Ich besitze nun also nicht nur ein Kleidungsstück (naja, im weiteren Sinne) in Größe S, sondern es passt mir auch noch. Und, um zurück zum Punkt zu kommen: ich trage es regelmäßig!


