Zwischen einem 20-seitigen Persönlichkeitsprofil und den Kreditkartenabrechnungen aus 2004 lag dann auch das Rezept für den Spaghettisalat. 2 Wochen oder so zu spät gefunden. Egal, hat trotzdem gschmeckt.
(Rückfragen zum Persönlichkeitsprofil zwecklos, hab es weggeworfen.)
Ich glaub ich hab beim Sport noch nie so geschwitzt wie beim Sortieren der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienunterlagen. Dei Erschöpfung hinterher ist auch eine andere.
***genervt***
Wir werfen nur gut gekühlte Küchenabfälle weg.
Ich hab mich früher immer gefragt, warum meine Mutter sowas sagt. Mittlerweile ist mir einiges klarer.
Bei abendlicher Durchsicht des Panini-Albums am Kinderbett.
Mademoiselle: Wer ist denn das?
Frau N: David Odonkor
Mademoiselle: Und in welchem Land spielt der?
Frau N (ehrlich gesagt in Erwartung von Komplikationen): Deutschland.
(Kurzes Schweigen)
Mademoiselle: Ist ja klar. Dachte ich mir doch. Der hat ja genauso Haut wie der Gradie bei mir im Kindergarten, und der Kindergarten ist ja auch in Deutschland.
is noch immer so warm
...
glaub ich
(gut, im Büro eigentlich nich
hab aber auch gar keine Socken an)
Ein Gefühl, auf das ich nicht richtig den Finger legen kann. Ich bin selten im Wald, momentan. früher fuhr ich im Sommer täglich hindurch, mit dem Rad, auf dem Weg zum Badesee, und ging im Wald laufen. Noch davor, als Kind, wohnte meine Freundin direkt am Wald und wir spielten dort und machten immer weitere Streifzüge. Sonntags ging ich mit Papa im Wald spazieren, wenn wir eigentlich in der Kirche sein sollten.
Das Gefühl, wenn ich weit nach oben durch die Baumkronen in den Himmel schaue, war: Zukunft. Ohne feste Vorstellung, aber ein sehr konkretes Gefühl. Dass etwas vor mir liegt, das ich machen werde, wenn ich erwachsen bin. Ein Gefühl, dieses Fremde zu leben, ein Kribbeln im Bauch.
Heute fuhr ich durch den Wald und wollte es gerade spüren, aber die Zukunft war Gegenwart. Nicht dieses aufgeregt Fremde, kein Kribbeln sondern Realität.
Das ist wie Weihnachten. Man freut sich ewig drauf, dann ist es da, und dann auch schon vorbei.
Ist schon wieder so weit. Und ich hab das alles noch gar nicht gelesen. Jetzt aber schnell, denn heute um 22:00 Uhr ist Schluss mit Abstimmen.
Und hier isses auch bald so weit. Nach dem Spiel ist zwar vor dem Spiel, aber der geschicktere Zeitpunkt, noch mitzumachen, liegt irgendwo innerhalb der nächsten Woche.
Großes Bier, indischer Rum, Cuba libre, Jägermeister. Umringt von vielen kleinen jungen Männern. Vom Nachbarn Einladung zur Porno-Party im Sonnenstudio erhalten. "4cl Sperma 2 Euro" (oder umgekehrt?) steht darauf. Ehrlich gesagt musste ich bisher nie dafür bezahlen, aber man wird ja nicht jünger. Und das alles auf den hohen Schuhen und vor 22 Uhr.
isso warm...
Kind: Was kochst Du da?
Frau N: Tomatensoße für die Nudeln.
Kind: Kann ich probieren?
Frau N: Klar.
Kind: Schmeckt lecker. Will ich nicht.
Frau N: Kriegste Nudeln einfach so.
Kind: Aber Spaghetti!
Frau N: Die kannst Du doch so schlecht essen.
Kind: Aber ich will so gern Spaghettiiiiii!!!
Frau N: Ok, ok, Spaghetti.
Wenig später, am Tisch:
Frau N: Soll ich Dir die Spaghetti schneiden?
Kind: Nein, ich rolle die. Aber - ich brauch was drauf!
Frau N: Soße?
Kind: Ketchup.
Frau N. macht Ketchup drauf. Wenig später:
Kind: Mir schmeckt das mit Ketchup nicht. Kann ich Nudeln nur so haben?
Frau N, augenrollend: Jaaaa (tauscht Nudeln aus.)
Kind: Ich kann das nicht rollen. Fütterst Du mich?
Frau N: Neee! Ich will selbst essen. Wenn ichs Dir klein schneiden soll, hol ein Messer.
Kind holt Messer, Frau N. schneidet Nudeln klein.
Kind: Mama? Ich fürchte ich brauche Ketchup!
Frau N: Was??? Du hattest eben Ketchup!
Kind: Aber mach den nicht drauf!
Frau N: Was???
Kind: Ich will den selbst drauf machen.
Frau N: Na. Dann hol ihn Dir und mach ihn drauf.
Kind holt Ketchup, macht Ketchup auf Nudeln.
Kind: Mama? Kannst Du mir das umrühren?
Frau N rührt mit der Gabel um.
Kind: Mama, so richtig umrühren, mit Löffel und Gabel. Unterheben heißt das!
Frau N: Dann hol'n Löffel!
Kind: Immer muss ich aufstehen und irgendwas holen!
Frau N: Tja, Du willst ja auch dauernd was anderes haben!
Kind holt Löffel, Frau N. rührt Ketchup unter Nudeln.
Kind: So ist das lecker.
Frau N: Mh.
Kind: Mama? Ich hab aber gar keinen Hunger...
(...)
Feiertage zählen nicht als Urlaub.
Das Essen bei dem Thai schmeckt genauso lecker wie vor 4 Jahren und die Gerüchteküche in dem Laden kocht auch noch genauso gut. Das Ganze ist schon fast filmreif. Allerdings geht mir selbst momentan jeglicher Enthusiasmus verloren und ich habe so wenig Lust wie noch nie, am Montag wieder in den Rapunzelturm zu klettern.
Das Kind kann nun volle Stunden auf der Uhr erkennen, was gewissen Probleme mit sich bringt. Noch ist es aber nicht allzu schlimm - es reicht, bis 10 nach zu warten und dann eine neue unwahre Behauptung loszulassen.
Heute die Gelegenheit gehabt, zu einem Mann zu sagen "Hey, wir tragen den gleichen Rock". Ich habe sie verstreichen lassen.
Diese manchen Leute auf dem Spielplatz, die ihrem Kind fortwährend rhetorische Fragen über den Alltagsablauf stellen. Nicht, um ein Gespräch zu führen, sondern um die gesamte Menschheit an ihren Verhaltensweisen teilhaben zu lassen. Daher auch immer ein paar Dezibel lauter als nötig und immer mit Einschätzungen versetzt, deren Teilhaber man eigentlich lieber nicht geworden wäre.
Dabei sprechen diese Leute dann auch noch einen Tick zu zögerlich. Nicht einfach langsam, sondern unrhythmisch. So, als fließe ihnen die Sprache nicht in den Mund, sondern als müssten sie sie mühevoll zusammenpuzzlen - hier ein Teilchen, dort ein Teilchen.
Es ist ein gewisser Trost, dass sie allesamt keinerlei demagogische Talente besitzen.
Gleich nach der Kindergartenablieferung über den Wochenmarkt geschlendert und erstaunt festgestellt, dass noch gar nicht alle Lieferungen da waren. War ich tatsächlich noch nie so früh auf dem Wochenmarkt? Vermutlich. Der Wagen mit diesen Schweinereien (Oliven, eingelegte mediterrane Gemüsesorten, Käse-Käse-Käse) hatte aber schon geöffnet und war gut bestückt. Ja, was soll ich denn tun? Ich konnte doch gar nicht anders!!
Eigentlich wollte ich ja nur ein Löffelchen schwarze Oliven für den Salat kaufen. Und ein kleines Probierschälchen von der Sambal-Olek-Frischkäsecreme. "Eigentlich" ist auch so ein Wort, bei dem man schon verloren hat, denn es besagt, dass man sich nicht vor dem Schweinereienwagenmann die Finger in die Ohren und zwei Tampons in die Nase steckt und bei jedem seiner weiteren Worte laut "lalala laaaaaa!!!" brüllt. Naja. Knapp 20 Euro für eine Schippe Oliven, ein paar Döschen mit so Käsesachen wie "Schafskäse-pikant", "Südafrika", "Ruccola-Parmesan-Creme" und Pepperonisalat ist gar nicht soooo arg, wenn man bedenkt, dass ich nebenher ja befrühstückt wurde, mit frisch aufgebackenem Sesamring und allen-Käsesorten-einmal-quer-durch-den-Laden. Dass passiert auch alles nur, weil die Dattel-Schafskäsemischung aus war. Sonst hätte ich das alles gar nicht probieren müssen.
Weil der große Geldschein dann sowieso angebrochen war, zog es mich ich dann gleich weiter in den Riesensupermarkt, der nur per Auto erreichbar ist, denn ich erinnerte mich, dass letzends einer davon mitten in der Stadt eröffnet hatte. Es handelt sich dabei übrigens um ALDI. Ich mag ALDI ja. Habe den Laden aber über ein Jahrzehnt boykottiert, weil mich das mit Außerhalb und Parkplätzen davor so gernevt hat. Isch abe ja gar keine Auto. Letztendlich ist es aber, nunja. Der blau-weiße Raffinadezucker, der Eierlikör in dieser speziellen Flasche, der Duft nach Tandil... das ist so ein bisschen "zu Hause". Dass der Rest des großen Geldscheins für ALDI nicht reichte, mus sich nicht extra sagen. Dafür bin ich nun für den Feiertag ausgerüstet. Für alle noch kommenden Feiertage in diesem Jahr und noch länger. Tatsächlich sollte ich eine richtig große Party feiern.
Nachdem ich die diversen Taschen in die Wohnung gewuchtet hatte, befand ich auch, dass dies "eigentlich" genug Sport für heute morgen sei. Schon verloren, auf geht's...
