Nach einem lauten, lärmenden Wochenende: zusammengerollt, ganz friedlich, im Dunkeln, im Warmen, ganz bei mir. Selbstgenügsam, nur ich, wie in einem warmen Meer in einer mondlosen Nacht. Friedlich. Ich.
Morgens erinnere ich mich an das Gefühl, früher, wenn ich von einer längeren Reise zurück kam, allein. Alles auf Null gesetzt, aufgeräumt, geordnet. Ich stehe in der Küche und auf dem Tisch ein Kuchen und erwartungsvolle Gesichter, mir war als hätte immer die Sonne geschienen, an diesen Tagen, in meinem Zimmer alles an seinem Platz, kein Chaos auf dem Schreibtisch, nur ein ordentlicher Stapel Post, die ich noch nicht anfassen möchte, noch einen Moment in dem Nullzustand bleiben, dem sauberen, klaren, in dem der Kopf noch keine To-Do-Liste entwirft, in dem die Nachrichten und Nachfragen der anderen in meiner Welt noch nicht existieren, kein angefangenes Buch neben dem Bett, kein Rest Essen vom Vortag im Kühlschrank, keine angefangene Wasserflasche auf dem Tisch.
Ich fühle mich zu Hause und trotzdem fremd, anders, und eigentlich will ich kein Wort sagen, in diesem Moment, kein Wort, das dann wieder ein anderes ergibt und ein Gespräch und mich ins Hier und Jetzt hineinzieht, unwiderruflich, mir einen Teil dessen abschleift, was ich, während ich fort war, neu gefunden habe, es dem Alltag angleicht, einpasst, was notwendig ist, was in Ordnung ist, aber noch nicht gerade jetzt, einen Moment noch, nur einen kleinen Moment möchte ich noch das Fremde im Vertrauten fühlen, bestaunen, bewundern, bevor es ein Teil von mir, ganz, wird.
Reisen verändert.
Was ne Woche. Achso, ist erst Montag. Naja.
(legense los)
Das Versagen sämtlicher Strategien und Pläne und was übrig bleibt ist nur schrittweises Vorantasten per Bauchgefühl: was geht gerade, was geht gerade nicht, was fühlt sich gerade richtig an. Mit dem Erfolg, dass ich jetzt in das gestiefelt bin, was ich gestern per Gong zum out-of-limits erklärt hatte. Bravo.
Löffeln und schlucken und löffeln und schlucken und das Scheißding scheint ein Tischlein-deck-dich zu sein. Mit ganz speziellem Sahnehäubchen aus handgefertigter Eigenproduktion.
Und wofür das alles? Für - wirklich - nix.
nochn bischn corazón, damit die Frau V. schimpfen kann ;-)
- Tut mit leid, dass das so viel heute ist, aber irgendwo muss es ja hin!
- Nach ca. 2 Stunden relativer Ruhe geht das Ganze wieder von vorne los. Das ist wirklich absurd und ich fange nun an, mich selbst dabei zu langweilen. Immerhin schaue ich jetzt nicht mehr ständig aufs Blackberrydingens. Eine gute Regelung. Nein, gut ist anders. Aber es hilft.
- Beim Memory grandios verloren. Ich war nicht bei der Sache.
- Ich sprach letztens schon von einem meiner Ichs in einer dieser Parallelwelten, das Autofahrerin ist, mit so einem ordentlichen, sauberen Wagen und einem praktischen Klappkorb im Kofferraum. Dieses Ich ist kinderlos und kauft in großen Supermärkten mit riesigem Parkplatz ein, und zwar immer nur kleine Packungsgrößen. Ein weiteres Ich da draußen irgendwo kann dieses Dramontische so richtig gut. Sie hat pastellfarbene Bettwäsche und auch eine Tagesdecke, und wenn "was ist" (was oft ist) wirft sie sich theatralisch auf eben dieses Bett mit Tagesdecke und vielen Kissen und bricht in viele Tränen aus. Sie ist klein, brünett und zierlich. Oh, wie würde sie mir auf die Nerven gehen, wenn ich die kenne würde...
- Und ich kann überhaupt nicht genug betonen, wie sehr dieser verklemmte Hals mich nervt. Ich bin nah dran, den Kopf abzuhacken, was auch eindeutige weitere Vorteile hätte! Dieses Mistding!
- Heute Abend Sport. Danach Biolek-Imitation. Nur ohne Spucken.
- Langsam wird es wirklich Zeit, dass die Putzfrau wieder kommt. Aber die hat Grippe. Also die richtige. Wie mehrere im Büro übrigens auch. Das ist spannend, ich bin nämlich geimpft und wollte schon immer mal wissen, ob das was taugt. Wobei ich noch nie eine Grippe hatte, auch in ungeimpften Jahren nicht. Ich kann immer nur mit orthopädischem Gebrechenscontent aufwarten. Armselig. Gehe heute zum Sport.
- Das mit dem "schlapp lachen" war eine Fehleinschätzung. Morgen vielleicht.
- Grenze gefunden. Ah, hier also. Mal schauen, ob man die noch schieben kann. Morgen vielleicht.
- "Gang-Bang-Bag" nicht fotografiert, obwohl Kamera dabei. Keine Lust. Morgen vielleicht.
- Tsapp - wie das Magnet am Kühlschrank.
- Wenn ich schlau gewesen wäre, hätte ich die Knirscherschiene von heute Nacht gleich drin gelassen.
- Denke über Sprachwechsel nach.
- Ich glaube, in Wirklichkeit könnte ich mich schlapp lachen. Ich will nur noch nicht.
- Vielleicht wäre es gut, mich zu sammeln zwecks der Überlegung, welche der diversen Persönlichkeitsfraktionen das hier denn nun gerade schreiben soll. Allerdings haben die gerade Party und wie das dann immer so ist, keiner fühlt sich zuständig, alle sind besoffen, im Wohnzimmer wird getanzt, in der Küche philosophiert und im dunklen Flur geknutscht.
- Invertschwätzen ist, einen Punkt sehr klar zu machen, ohne ihn überhaupt zu erwähnen.
- Der Hals ist wieder unbeweglich, immerhin habe ich nun aber die Sicherheit, dass er sich mit Schmerztabletten oder Alkohol problemlos entkrampfen lässt. Überlege, ob es psychosomatische Punkte zu bedenken gäbe, sehe aber keine. (Wenn, dann liegen die also rechts von mir, dahin kann ich nämlich nicht gucken...).
- Wenn ich jetzt auf die Mail antworte, dann häng ich wieder drin.
- Vielleicht bin ich zu nett? Das war auch alles ganz anders geplant! Nämlich so, dass ich ein bisschen herumspiele, statt auch noch goldene Brücken zu bauen. Fühlte sich aber gerade passend an, nett zu sein.
- Und das mit dem Träumen, nachts, das ist auch nicht fair, wirklich nicht.
Der Januar ist nun tatsächlich rum und ich habe das Gefühl, dass das Stottern und Ruckeln und gelegentliche Absaufen des Motors sich damit auch gegeben hat. Fühle mich nun, als säße ich an- aber noch nicht überwärmt hinter dem Steuer, knackte mit den Knöcheln und überlegte mir gutgelaunt, wohin die Reise nun gehen soll. Auch der zu Jahresanfang furchterregend leere Kalender füllt sich, sogar schon bis zu dem Punkt, an dem es viel wird, an dem geschoben werden muss, an dem ich beginne, mich über Lücken zu freuen.
Nachdem die Flemm von meiner Wohnzimmercouch verschwunden, ist ein neuer Gast gekommen, der seinen genauen Namen nicht nennt, aber ganz offensichtlich zur selben Familie gehört mit Zufriedenheit, Gelassenheit und Glück. In manchen Momenten, in gar nicht mal so wenigen, sieht man ihm auch um die Augen herum an, dass Spaß und Flaps direkt blutsverwandt mit ihm sind. Eine angenehme Melange. Wie er nun heißt, ist mir ehrlich gesagt egal, ich muss nicht alles wissen. Er tut mir gut.
Dabei ist es gar nicht mal so, dass irgendetwas anders wäre als vorher. Aber wie das halt so ist: das meiste steht und fällt mit der Wahrnehmung und Bewertung, zwei Schlüsselbegriffe, immer wieder und immer wieder. Was mich vor kurzem piekste ist nicht mehr wichtig, oder vielleicht doch wichtig aber akzeptiert, oder vielleicht auch amüsant. Oder so eine Mischung. Oder ich habe vergessen, worum es überhaupt ging. Und freue mich einfach.
- Ich frage mich ja schon, ob das jetzt die äußerst subtile Einleitung zu einem gut aufgezogenen Plan ist. Zuzutrauen wäre es ihm, und ich wäre vor Bewunderung für das Konstrukt noch nichtmals ärgerlich. Warum das überhaupt nötig ist, ist mir allerdings schleierhaft. Gehört vielleicht dazu. Egal. Ich bin neugierig, was die Woche noch bringt.
- Gestern abend und heute morgen und immer wieder zwischendurch bemerkt, wie wohl ich mich mit dem "neuen" Layout fühle. Vielen Dank noch einmal, Frau Diagonale. Es passt, es passt einfach wunderbar, rundum.
- Gedacht, dass es eine Art von Traurigkeit gibt, die keine Spitzen hat und nichts von Verzweiflung, Wut oder Angst. Die einfach da ist, irgendwo, aber überhaupt nicht daran hindert, glücklich zu sein. Die dazugehört und, so an sich, "ok" ist.
- Meine Karnevalsabneigung schwächelt. Nach dem unglaublichen Glücksgefühl zu Jahresbeginn 2001, diesem rheinländischen Irrinn entronnen zu sein, erwäge ich nun, mir im nächsten Jahr für eine Heimreise Urlaub zu nehmen.
- Auch spaßig, dass die Kollegin "wusste", dass ich heute Kreppel (Krapfen, Berliner, Pfannkuchen) mitbringe. Denn ich wusste das selbst nicht, bis ich beim Bäcker stand, und habe das auch in den letzten Jahren nicht gemacht. Fand aber heute morgen einen Zettel auf meiner Tatstatur vor, auf dem steht: "Danke für die Kreppel, die Du Rosenmontag mitbringen wirst. Ich weiß das." Etwas irritierend, aber letztendlich funktioniert mein Kopf ja ganz genauso. Ich bin es nur nicht gewohnt, am "receiving end" zu sein. Jedenfalls traf sie gerade ein und nahm sich triumphierend gleich zwei.
Das mit der Hand geschah im Bus. Da waren wir flott eingestiegen gleich zu Beginn der Tageshälfte, die ich als ökologisch korrekte Übermutter verbringe, haben uns die Klappsitze gleich neben der Kinderwagenabstellbucht gesichert und sprachen über weiß-nicht-mehr-was-aber-sicher-pädagogisch-höchst-wertvolles, als der Busfahrer mal gerade, wohlbegründet, so richtig in die Eisen ging. Das war ein bisschen wir Karneval denn im Bus purzelte alles herum wie Kamelle und Konfetti zugleich, nicht, dass ich das so richtig mitbekommen hätte aber es war sehr bunt und sehr laut und trotz Schwerkraft flog ich vom Klappsitz, rutschte auf Knien einmal quer durch den Bus gen Osten (wirklich!), nur der eine Finger musste sich unbedingt an so einer Haltestange verkanten. Schlechtes Timing, hätte der sich ein paar Sekunden vorher verkantet, wäre das alles nicht passiert!
Das Kind fand ich eine halbe Buslänge vorn unter einer Sitzbank wieder, es machte auch durch reichlich Geschrei auf sich aufmerksam, also alles kein Problem. Sogar sehr gut gelöst, mit unter dem Sitz, denn da wo das Kind vorher war, war nun ein Rollstuhl mit einem mißgelaunten Senioren drunter und zwischen Rollstuhl und Buswand der Kinderbuggy, allerdings nun schrottreif. Die gesamte Szenerie war erheiternderweise mit Rosenblüten übersät. Als das alles und die übrigen gepurzelten Passagiere aus dem Weg geräumt waren, saß ich schon längst wieder souverän neben Mademoiselle auf dem Klappsitz und rieb mir die Knie, die doch etwas heiß geworden waren, Nylon auf Bus-PVC, autsch. Aber - und das ist ja das Wesentliche: keine Laufmasche!

ist nicht so wild wie es aussieht, aber langsam tippen liegt mir nicht... man kann den verband auch abmachen aber dann tuts hinterher doppelt weh (getestet). ist sicher morgen wieder ok; allerspaetestens :-)
Meine Tasche riecht unerklärlicherweise nach Pizza. Naja, unerklärlicherweise - wer weiß schon, worin ich die heute morgen in der Bahn abgestellt habe. Ich könnte mir heute Abend Pizza bestellen. Natürlich mit Pilzen (frisch!), Zwiebeln, Ananas, Pepperoni und Knoblauch. Kochen wird bei dem Programm heute sowieso nicht drin sein, und als Strohwitwe allein auf der Couch einen Rohkost- (ich hab jetzt dreimal hintereinander statt "Rohkost" "Rotwein" geschrieben, das kann doch nicht wahr sein...) Abend, ach, naja. Frage mich nur, ob man als Frau-allein-zu-Haus qua Situation (moralisch?) verpflichtet wäre, mit dem Lieferanten zu flirten. Sich am Ende vorher noch zurechtzumachen statt den wohlverdienten Schluffilook mit wirrem Haar zu kultivieren. Vermutlich nicht. Aber wieso gibt es eigentlich so gut wie keine Lieferantinnen? Das wäre vielleicht noch eine Marktlücke. Lieferdienst für Frauen. Die könnten dann statt der Flasche Billigwein eine Gurkenmaske mit auf die Pizza legen. Da würden dann bestimmt lauter Herren mit verstellter Stimme anrufen. Nicht wegen der Gurkenmaske.
Heute Nacht geträumt, ich hätte Himbeeren gegessen. Frisch vom Baum (sic!). Die waren fürchterlich lecker. Im Sommer im Wald.
Und kein bisschen an Würmer dabei gedacht, wie ich das sonst, wenn ich Himbeeren esse, immer tue.
Sonderbares Zeug, Träume.
Es wäre so unglaublich viel einfacher, wenn bei Belangen, die es zu kären gibt, einfach mal jeder sagt, was er will. Dieser unglaubliche Eiertanz am Telefon und per Mail und in diesem Meeting und jenem ist nicht nur nervenzehrend sondern auch schlichtweg ineffizient.
Wenn der eine sagt "ich will dies" und der andere "ich will das" und der eine dann "ich bin aber der Boss", dann ist der andere erstmal muksch. Gut. Aber ist doch wirklich gut und geht ja auch vorbei. Und allemal gesünder, als "ich würde vorschlagen" und "ich denke jedoch" und "möglich wäre auch" und "eventuell könnte man", so lange bis sich das Thema totgelaufen hat und unter dem Geröll der Konjunktive und Scheinhöflichkeiten sich irgendwo noch so gut wie unbemerkt ein Handlungströpfelchen seinen Weg in die Zukunft bahnt. Ein ewiges Gezerre ohne Schlusspunkt, ohne klare Absage aber auch ohne klare Ansage, ausgekauter Kaugummi. Näääääää.
Ausspucken. Weiter machen. Danke.

