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    Freitag, 7. Dezember 2007
    Muss auch mal gesagt werden:

    Ich mag Weihnachten und Einkaufen mag ich auch. So!

    Donnerstag, 6. Dezember 2007
    Außerirdisches

    Außerirdisches

    Mittwoch, 5. Dezember 2007
    Alles immer länger

    Aus unerklärlichen Gründen wird meine beste Bürohose bei jedem Tragen länger. Vor zwei Wochen ließ ich noch ein Stück zusätzlich umnähen und jetzt schlurt schon wieder der Saum über den Boden. Besonders irritierend, da mir Hosen sonst tendentiell zu kurz sind. Ist das jetzt in dem man (so rapide) zu schrumpfen beginnt?

    Die Putzfrau schreibt mir jedes Mal längere Notizen. Man kann diesmal vermutlich schon von einem Brief sprechen. Ich hatte ihr einen kleinen Zettel hinterlassen, auf dem ich mich bedanke, weil sie in der vereinbarten Zeit zusätzlich noch etwas macht, das gar nicht abgesprochen war. Sie antwortet mit einer halben Seite beginnend mit ihrer Freude über die Anstellung dann über das teure Leben im Allgemeinen und die Spritpreise im Besonderen sowie - unzusammenhängend - das Futter für Määäändy, um dann, eher weniger elegant, am Ende noch ein zerbrochendes Sektglas zu erwähnen. Gebietet die Höflichkeit jetzt einen ähnlich langen Antwortschrieb? Wobei ich sie dann länger kommen lassen muss, um die Schreibzeit wieder rauszuholen. Könnte ein perfider Plan sein. Sie hat auch eine größere Schrift als ich. Nicht ungeschickt. Aber ich könnte tippen. Überlege, ihr nur so zum Spaß einen mehrseitigen eng getippten Brief hinzulegen. Vielleicht aber auch nicht. Kann die Frau nicht einschätzen. Am Ende schreibt sie mir dann ein Buch. Wäre mir unangenehm. Es war übrigens ein Rotweinglas, kein Sektglas. Die Baunausin.

    Die Gespräche mit dem Gemüsemann werden auch immer länger. Besonders, wenn man bedenkt, dass er es vor einem Jahr kaum schaffte, zu grüßen. Irgendwann hatten wir das dann eingeübt, als ich ihn mit einer Freundin so nachhaltig verunsicherte, dass er die Lieferung etwa einen Monat lang in der Garage abstellte. Mittlerweile scheint er sich gefangen zu haben, heute lehnte er sich an die Wand im Treppenhaus und philosophierte über Mittagsschlaf während ich - anscheinend recht offensichtlich aus dem (Kinder-)bett geklingelt - versuchte, mit dem Fuß unauffällig die im Flur verstreuten Kleidungsstücke außer Sichtweite zu schubsen. Wenn der mit allen so lang quatscht wundert es mich auch nicht, warum er mittlerweile glatte fünf Stunden später liefert als früher. Die alte Theorie war aber auch nett. Muss ihn nochmal fragen. Auf die Gefahr hin, dass die Ware wieder in der Garage landet.

    Gesammeltes

    • Warum hier ständig jemand nach "Nacktanzug" sucht, muss ich nicht verstehen, oder? Was soll das denn bitte sein? So ein fleischfarbenes Gummidings?
    • Gestern wurde hier auch nach "Ilse Bilse Globuli" geforscht. Frau Ilse in homöopathischen Dosen? Bin unsicher, was ich davon halten soll.
    • Jeden Morgen wieder diese Adventskalenderspannung. Nicht, oho, was drin ist, sondern ob das entsprechende Türchen überhaupt vorhanden ist. Ich bin diesbezüglich traumatisiert, denn im Kleinkindalter bekam ich von meinen älteren Schwestern einen selbstgebastelten Kalender. Leider war deren Zahlenverständnis noch lückenhaft, so dass einige Türchen fehlten. Einer der schwärzesten Momente im Leben eines Kleinkindes ist es sicherlich, wenn das zu öffnende Türchen am Morgen schlichtweg nicht vorhanden ist.
    • Schlimm, aber nicht ganz so schlimm, war es auch, wenn die Schokolade sich mal wieder am Boden des Kalenders angesammelt hatte und hinter den oberen Türchen gar nichts war. Passiert das eigentlich heutzutage noch? Meine Güte, 64-jährige können nun Kinder bekommen, da sollte die Forschung es zumindest fertig gebracht haben, für eine beständig proportionale Verteilung der Schokolade im Adventskalender zu sorgen! Nunja, ich will nicht schimpfen, bevor ich dazu nähere Informationen habe.
    • Heute wildes Jonglieren mit Bällen in allen Farben im Rapunzelturm. Habe den dummen Verdacht, dass mir heute einer auf die Brille fallen wird. Dann geh ich aber petzen.

    Dienstag, 4. Dezember 2007

    Ich muss da mal wieder was schreiben, denke ich mir jetzt schon seit Tagen. Dann fallen mir immer tausend Sachen ein, aber meistens, wenn kein Computer in der Nähe ist, und so mit Stift und Papier, ach, naja.

    Hinzu kommt eine ausgewachsene Paranoia. Beispielsweise heute morgen, als ich den Lottoschein abgab, da drehte ich mich dann um und hinter mir stand eine Frau, die mich so giftig anschaute, als hätte sich mich und meine Zahlen schon komplett abgespeichert, um mich ausfindig zu machen und mich um die Ecke zu bringen, wenn ich morgen den Jackpot bekomme. Ich seh mich schon die Tür öffnen, schön zurecht gemacht weil ich ja schon recht sicher bin, dass die Lotto-Fee (wobei, das ist doch immer so ein Mann mit Anzug und Geldkoffer, oder?) bei mir klingeln wird, naja, und wenn nicht, kommt immerhin morgen der Gemüsemann, so viel steht fest. Und dann wird da statt einem der erwarteten Herren diese giftige Frau stehen und einen spitzen Gegenstand in mich stoßen, sodann meine Papiere (inklusive Lottoschein) an sich nehmen, sich in meinem kleinen frisch geputzten Altbaubad mein Gesicht auf ihres transplantieren und wenig später meine Millionen einkassieren. Was für ein Gemetzel!! Dabei hab ich gestern Abend noch mit Herrn N. besprochen, was wir denn mit dem Geld machen würden. Ich hatte schon einige Bekannte auf meiner Geschenkliste, als Herr N. das Wort "Spende" in den Raum stellte. "Klar, an blogger.de!", rief ich erfreut. Herr N. schaute dann fast so giftig, wie die Frau beim Lotto heute morgen.

    Dann war der November auch plötzlich um, weil sich die Ereignisse überschlugen. Ich erinnere mich, dass ich mir dies letztens sogar mal gewünscht habe, aber mit den Wünschen ist das ja immer so eine Sache. Zum Beispiel habe ich mir zum Jahreswechsel 2003/4 wünschte, meinen jetzigen Job zu bekommen oder schwanger zu werden. Na und da sehen Sie, was passiert ist. Was für ein Gehuddel das damals Anfang Januar war, nur weil jemand ein "oder" übersehen hatte! In diesem Gehuddelzusammenhang kam mir heute morgen auch der Gedanke, das es doch sicher ganz schön wäre, Kioskbesitzer zu sein. Ich kenne mich aus mit Kiosken, habe ich doch mehrere Jahre in einem Kioskhinterzimmer teilzeitgewohnt und kenne daher auch die dunklen Seiten wie die Gaspistole unter dem Tresen und - noch schauerlicher - den Großeinkauf in der Metro. Im Morgengrauen in einem gemütlich beheizten Kiosk zu sitzen und bei einem Morgenkaffee nach Lust und Laune alle Zeitungen durchsehen zu können, stelle ich mir jedoch sehr entspannend vor. Meine Lottoscheine könnte ich heimlich eingeben, entginge also den selbstproduzieren Splatterfilmen meines Gehirns. Der Gemüsemann könnte mich auch im Kiosk beliefern und DSL läge da natürlich auch.

    Achja, naja. Ist ja immer gut, einen Alternativplan zu haben. Bleibt aber wohl doch eher alles beim alten. Mit dem Gehuddel, und mit dem Lotto, und mit dem Blog.

    Donnerstag, 29. November 2007
    29. November - Die Metaebene schlägt zurück!!

    Manchmal ist das ja so, dass man seine eigenen Worte, kaum sind sie draußen, wieder in den Mund gestopft bekommt. Da schrieb ich unlängst locker und lässig, wie das so ist, wenn wer mitliest, den man so richtig kennt. Nämlich so-what und shit-happens und dass ich doch gar nicht anders kann als ganz oder gar nicht, und kam mir dabei zugegebenerweise außerordentlich gut sortiert und weltwissend-abgeklärt vor.

    Nun habe ich erstmal was zu Knabbern und Verdauen - geben Sie mir ein paar Tage, mit vollem Mund spricht man nicht, aber keine Sorge, ich bin ein eher hastiger Esser.

    In diesem Sinne: Herzlich Willkommen, Herr N.

    Dienstag, 27. November 2007
    27. November - Charmant!

    Frau N.: Machst Du mir auch Kerzen auf den Kuchen?
    Mademoiselle: So viele Kerzen wie Du alt bist gibt es auf der Welt doch gar nicht!

    Sonntag, 25. November 2007
    25. November v3 - Trip

    Eine komplette Tankfüllung Benzin gekauft, ich Luxusweib.

    Damit dann 2 Stunden durch die Waschstraße geheizt - achso, das war doch die Autobahn, aber das war wie Waschstraße, dicke rollenartige Wolken überall, ein ständiges Rauschen und Wummern und Sicht so gut wie nix durch Wasser von oben und LKW-Gischt von der Seite und aufgewirbelte Nässe von vorn. Die Scheibenwischer hätten mich mit ihrem ständigen Gefuchtele vor meinem Gesichtsfeld beinahe in den Wahnsinn getrieben. Ich kann sowas nicht ausblenden. Was nicht erstaunlich ist, denn ich kann ja nur sehr wenig ausblenden, mir fehlt so eine Filterfunktion im Kopf. Komplett abschalten ist kein Problem, aber ein Zwischending - nein, hab ich nicht. Ich kann nur ganz oder gar nicht.

    Das wäre dann auch die Antwort auf die Frage, ob das nicht komisch ist, wenn jemand, der einem persönlich recht gut bekannt ist oder möglicherweise sogar die Auflösung gewisser Kryptik darstellt, hier mitliest. Ich habe nochmal nachgedacht, aber eine andere Antwort habe ich nicht. Solange Themen, die tatsächlich andere angehen, auch auf dem entsprechenden Tisch landen, finde ich das in Ordnung.

    Am Elzer Berg ging mir dann langsam die Geduld aus und mir war danach, trotz der Blitzer und des Regens und überhaupt Vollgas zu geben. Durchzurauschen, an dem einen Hügel abzuheben und erst auf dem nächsten wieder aufzusetzen und das ganze Zeug. Fast unüberwindbar war der Drang - so wie damals, als ich immer da vorne stand und mir alle Leute zugehört haben und sich auch noch Notizen gemacht haben zu dem, was ich sage - Himmel! - da war mir immer so sehr danach, Kopfstand zu machen oder irgendwas merkwürdiges, nur um zu sehen, ob die das dann auch nachmachen. Hätten sie vermutlich. Erschreckend. Musste diesen Job aufgeben, das tat mir nicht gut.

    Dabei kam mir dann der Gedanke, dass ich wieder oder immer noch, nur in anderen Bereichen, die Nase voll habe von dieser Vorturnerei. Die Sache ins Rollen bringen und steuern und alles gut und schön, aber was ich wirklich will ist, dass jemand übernimmt, wenn mir die Puste ausgeht, statt betroffen-schaulustig am Rand die Nerven zu verlieren.

    Warum ich nicht einfach alles gegen die Wand fahren lasse, ist mir selbst oft genug ein Rätsel. Immer ich, immer ich, immer ich. Umso schwerer ist es, dann zurückzurudern, wenn ich bemerke, dass ich mich tatsächlich idiotisch verhalte. Auch das kommt nämlich vor.

    Aus vielen Gründen froh, wenn so eine Fahrt zu Ende ist.

    25. November v2 - Wochenendnachlese

    Queen Mandy

    Kekseee3

    Urmel und Bären

    Knusperhaus

    25. November - FREI!!

    Nach 8 Jahren, endlich!

    Diss

    Nicht meins, aber ich hatte zwischendurch immer mal wieder das Gefühl, als wäre es das.

    Weg und Druck und Hopp.

    Mittwoch, 21. November 2007
    21. November - Endlösung

    "Wir setzen auf einheitliche ethnische Nachbarschaften in Milieuhäusern," sagt der Herr Dilger der Nassauischen Heimstätte Wohnstadt laut der Welt Online, und meint damit, dass künftig nur noch Mieter aus ähnlichen Kulturkreisen in einem Wohnhaus zusammen leben sollten. "Eine 75-jährige deutsche Großmutter hat ein anderes Verständnis von Sauberkeit und Erziehung als eine junge Migrantenfamilie." Und 61% der abstimmenden Leserschaft finden das prima.

    Für mich ist da einiges unklar. Zum einen, warum meine Erziehungsvorstellungen mit denen einiger Migrantinnen meines Alters durchaus identisch sind, von denen meiner 75-jährigen Großmutter jedoch eklatant abweichen. Das könnte an mir liegen. Offen gesagt weicht meine Vorstellung von Sauberkeit schon von der meiner Mutter ab, und die ist gar nicht mal 75 und ich keine Migrantin. Naja, vielleicht bin ich ja ein Sonderfall. Kenne allerdings einige Leute, die ganz gerne mal Pizza liefern lassen. Geht das dann in so einem ethnisch sauberen einheitlichen Mietshaus, das nun gerade nicht italienisch ist, eigentlich noch? Es könnte sich jemand durch den Geruch belästigt fühlen. Was ist, wenn Freunde von mir zu Besuch kämen? Geht das, oder stört die Hautfarbe oder der charmente Akzent möglicherweise jemanden im Treppenhaus? Ich fürchte, ich möchte in meinem Freundeskreis keine ethnische Anpassung durchführen, wäre auch überfordert weil mir die Nationalität vieler meiner Freunde nicht als vordringliches Merkmal bewusst ist. Ich glaube, da sind auch einige "gemischte" Paare dabei. Dürften die dann eigentlich noch zusammen wohnen? Oder sollte man derartige "Zustände" lieber von vornherein vermeiden? Naja. Das sind alles Einzelheiten, die vermutlich nur mir unklar sind. Der Herr Dilger hat das sicher perfekt durchdacht.

    Nach wie vor ist mir natürlich bewusst, dass das Zusammenleben mit anderen Menschen eine der größeren Herausforderungen insgesamt ist. Geht ja nicht nur um Ethnie, alles andere ist mindestens genauso schwierig. Ich muss mich z.B. immer wieder zusammenreißen, wenn die Nachbarin auf ihrer ausladenen Joop-Parfüm-Wolke durchs Treppenhaus schwebt. Den Nachbarn mit der billigen Weinfahne (ob das deutscher Wein war vermag ich nicht zu erschnuppern) verleitet mich auch zum Luft anhalten in jedem Sinne. Komisch, dass noch niemand über eine olfaktorische Sortierung nachgedacht hat. Bei manchen Leuten passt mir auch einfach die Nase nicht. Und manchen Leuten - in manchen Kreisen machen die sogar 61% aus - könnte ich für Ihre Ansichten mehrfach in den Arsch treten.

    Nunja, man arrangiert sich. Also ich jedenfalls. Wobei ich ja schonmal vorgeschlagen hatte, dass sich jeder in einen Müllsack setzt und oben gut zubindet. Wenn ich darüber nachdenke, wäre das wohl tatsächlich das Allerbeste.

    Dienstag, 20. November 2007
    20. November - Kekskrümel

    • Morgens vor dem Spiegel festgestellt, dass die Schwangerschafsstreifen aussehen wie ein Arschgeweih. Nur halt auf der falschen Seite.
    • In der Bahn einen "jungen Mann" visuell gefrühstückt. Bei der Fahrkartenkontrolle wurde er nach dem Alter gefragt: 14. Mich umgehend in die Zeitung vertieft.
    • Heute unbedingt Sport.
    • Je wirrer es im Kopf zugeht, desto ordentlicher werde ich. Ich glaube, die Wohung ist bald komplett leer.

    Dienstag, 20. November 2007
    19. November v2

    You walk before me, and lord knows I can’t follow
    You walk behind me and I don’t think I can lead
    You walk around me, please don’t walk around me
    cause you know how dizzy I get.

    Matchbox 20 - Dizzy

    Überfordert bin ich, in erster Linie mit mir und aufgedröselt mit dem Unterschied zwischen kurzfristig und langfristig, und zwischen Theorie und Praxis und zwischen gut und schlecht (was nicht immer mit richtig und falsch übereinzustimmen scheint) und ich habe keine Ahnung, in welche Richtung ich gerade gehe oder in welche Richtung ich gehen will. Und zum ersten Mal überhaupt wünsche ich mir, der November wäre vorbei, denn dann könnte ich jeden Tag ein Türchen am Adventskalender öffnen und das wäre schon einmal eine wunderbare Konstante, eine Sache, die richtig ist und bleibt, die so gehört und an der ich nichts ändern will und werde.

    Alles andere ist mir gerade zu viel.

    19. November: Traumdeutung

    Da ich die letzten zwei Tage fast komplett verschlafen habe, kann ich über nichts weiter als meine verworrenen Träume berichten.

    Begonnen hat meine Traumserie mit Palmen (Chef ist Schuld, da er mir ein Gespräch über die Palme im Konferenzraum aufzwang) im Urwald (Kind ist schuld, es malte ein Urwaldbild). An den Palmen hingen Tennisbälle, die ab und zu herunterfielen, alle auf einmal, und man musste sie so schnell wie möglich aufsammeln und in Röhren werfe (frühkindliche Prägung durch die Sendung 1, 2 oder 3 - meine Generation wird sich erinnern). Zwischen drei Palmen konnte man auch immer auswählen - wozu und zu welchem Zweck ist nicht klar, und was es zu gewinnen gab, auch nicht. Wir, also die Leute dort im Urwald, scherzten, es gäbe eventuell einen Kleinwagen zu gewinnen (Schuld ist hier die permanente "Sie haben ein Auto gewonnen"-Werbung auf verschiedenen Webseiten).

    Dann träumte ich - glaube ich - von Brot, genauer gesagt von Tütenbrot in Scheiben. Vielleicht war das aber auch echt - so oft, wie ich zwischen wachen und schlafen gewechselt habe, verschwimmen die Unterschiede. Jedenfalls träumte ich, einen Artikel zu lesen, wie ungesund dieses abgepackte Scheibenbrot in Tüten (ah, das geht auch umgekehrt) ist. Diesen Traum habe ich in jedem Fall meinem Vater zu verdanken, so es denn einer war.

    Weiter ging es mit einer Autofahrt. Nicht mit dem Auto aus dem Urwald - ich hatte dort zwar einen Heidenspaß (auch wenn ich das Wetter für diese Tennisballsammelei unpassend fand und entsprechend verschwitzt war), aber habe nichts gewonnen. Mit dem Auto fuhr ich, wie in meinen Autoträumen üblich, eine Steigung hoch und oben in eine Nebelwand, nichts mehr zu sehen, Bremsen blockieren und der Wagen dreht sich auf glatter Fahrbahn. Tausendfach geträumt und erst letztens wieder erlebt. Ein alter aber ungelieber Hut, dieser Autotraum. Jetzt erstmal wieder bewältigt und abgehakt. Ich weigere mich, den im übertragenen Sinne zu sehen.

    Dann hatte ich Geburtstag. Also im Traum. Ich bekam irritierenderweise einen Computer geschenkt, also keinen Laptop sondern so ein Riesendingens. Das liegt daran, dass ich mir vom Herrn N. eine externe Festplatte gewünscht habe. Der Monitor war in sämtliche Einzelteile zerlegt, etwas skurril, die Fläche, wo man draufguckt war aufgerollt und die Verpackung glich dem Pizzateig auf Backpapier mit Tomatensoße aus dem Kühlregal, den man nur noch abrollen und auf's Blech legen muss, so ging das mit dem Monitor auch und in dem Soßendöschen waren die Schrauben und eine Tube Silikon zum verfugen. Ähja. Jedes einzelne Teil packte ich mit neuerlicher überraschter Freude aus und baute das Ding zusammen. Dies alles geschah in dem Landschulheim meiner Schule, Etagenbetten und Klos auf dem Gang und X loves Z Kritzeleien und dieser unnachahmliche Geruch nach nassen Socken, Quench und zedrückten Broten. Eigentlich war es diese Schule von Harry Potter, hab den Namen vergessen, war aber nicht weiter relevant weil weder Harry noch Konsorten vorkamen in dem Traum, er hatte gar nichts damit zu tun, man "wusste" nur einfach, dass es diese Schule da war. Harry Potter kam vor, weil ich das Buch rumliegen sah, irgendwo, letztens.

    Zug gefahren bin ich dann auch. Hier wurde ein sehr altes und ein neueres Trauma verarbeitet. Ich war nämlich auf dem Weg nach Weetzen. In Weetzen bin ich vor langer, langer Zeit mal mit Herrn N. gestrandet, spät nachts und schlimm betrunken, weil wir nämlich aus diversen Gründen vergessen hatten, auszusteigen und der Zugführer in Weetzen freundlicherweise nochmal anhielt, um uns rauszuwerfen, bevor der Zug ohne Halt bis Dänemark durchbrauste. In Weetzen lag viel Schnee und es war saukalt und dunkel. Der Bahnhof hatte geschlossen, kein Mensch war da und kein Kleingeld fürs Telefon, kein Hotel in Sicht. Ein Trauma, wie gesagt. In meinem Traum war ich aber allein im Zug und absichtlich unterwegs nach Weetzen. Warum ist unklar. Fakt ist, dass ich erst nach mehreren Stunden bemerkte, dass aus meinen Kopfhörern sehr, sehr laute Musik drang. Und zwar immer - das ist das neuere Trauma - "Griechischer Wein". Und alle Leute schauten mich an. Vor ein paar Monaten hörte ich auf einer Autobahnfahrt "Griechischer Wein" in einer Endlosschleife, weil das Laufwerk hakte und beharrlich nur noch diesen einzigen Song von einer CD mit über 300 mp3s wiedergab. Ich hätte dringend andere Musik benötigt auf dieser Fahrt. Sehr dringend. Letztendlich ging es auch mit "Griechischer Wein", aber dass da etwas zurückgeblieben ist, das im Traum verarbeitet werden muss, kann nicht erstaunen.

    Als i-Tüpfelchen hat mein Kopf dann noch einen gleichgeschlechtlichen One-Night-Stand produziert. Daran ist vermutlich die Nicht-Kaffeetrinkerin aus dem Fitness-Studio schuld.

    Ich bin schon sehr gespannt, was mich heute Nacht alles erwartet. Das ist besser als jeder Film. Werde früh schlafen gehen.

    November seit 7240 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr