Ich weiß ja auch nicht, warum mich diese freiwillige Selbstauskunft, die ich nun tatsächlich schon zweimal wieder gelöscht habe, so verfolgt. Aber immer, wenn ich es irgendwo entdecke - und das ist ja wirklich an jeder Ecke - kopiere ich es erstmal wieder hier hin und fange ganz automatisch an zu antworten. Wie eine Zwangshandlung. Ich muss das loswerden.
Daher sage ich nun ein für allemal, dass mein Handy das rein geschäftliche (hüstel) Blackberrydingens ist, wohingegen mein Partner absolute Privatsache ist. Die blonden Haare habe ich von Mama, beide Elternteile sind im Hauptwesenszug glücklich und entspannt.
Einen Lieblingsgegenstand habe ich auch nach diesen ganzen Anläufen nicht und letzte Nacht lag ich im traumlosen Whiskykoma. Daher ist mein Lieblingsgetränk heute Mineralwasser. Das einzige Auto, das ich je geliebt habe, war mein Bobbycar und während ich das schreibe, sitze ich in der Küche.
Der Ex ist mir wichtig. Meine Angst habe ich verdrängt und hoffe, sie hat mich auch in 10 Jahren noch nicht eingeholt. Den gestrigen Abend verbrachte ich in rein virtueller Gesellschaft, dennoch in guter, möchte ich sagen. Ich bin nicht besitzergreifend und schicke daher alle Familienmitglieder auch gern mal ohne mich los, was ich soeben getan habe. Ich trage und lese mal dies, mal das, zuletzt aß ich eine Erdnuss.
Mein Leben? Ich möchte kein anderes, auch wenn meine Stimmung derzeit häufig Achterbahn fährt und meine Freunde in alle Himmelsrichtungen verstreut sind. Wenn ich daran denke, so wie jetzt, werde ich etwas melancholisch und räume daher lieber mit dieser Fragebogenzwangshandlung weiter auf.
"Mein Sommer" ist ein Widerspruch in sich, TV ist ebenso nicht gerade meins. Dafür habe ich vor wenigen Minuten gelacht, wann ich das letzte Mal geweint habe, weiß ich nicht mehr. Schule ist noch viel länger her, hier läuft Radio und ich weiß nicht was, und am Wochenende nehme ich mir gerne kleine Auszeiten von allem möglichen. Mein Traumjob wechselt alle paar Jahre, mein Computer häufiger.
Vor dem Fenster ist der Hinterhof mit einer erfreulicherweise herbstlichen Kastanie. Ein Bier nehme ich gerne, danke. Mexikanisches Essen muss nicht sein. Winter hingegen sehr gern. Religion dann wieder nicht. Urlaub war gerade und ist bald wieder. Auf meinem Bett liegt ein Haufen Krempel.
Liebe? Auf meine Art.
Zunehmende Tendenz, bei jedem Wort schon alle möglicherweise folgenden bis hin zu einer Grenzüberschreitung zu antizipieren, zu nah zu kommen, einzudringen. Ohne jede Berechtigung.
Folglich nach einem "Hallo" immer fast gleich ganz verstummen.

Soooo.... was nehmen wir denn...
(Stellen Sie sich mich sehr händchenreibend und grenzdebil grinsend vor.)
- Schlimme Nacht - stundenlang auf Cold Turkey herumgewälzt. Nasentropfenabhängigkeit ist was fieses.
- Kalte Füße, kalter Himmel - ich rieche Herbst (hämisches Lachen!)
- Etwas weiter vorn wird der Weg ruckelig. Prognostiziere ich mal so. Dieses blöde V-Modul. Vielleicht einfach alles mit Leben wegspülen. (Kingt aber unangenehm nach Sintflut.)
- Gerade als ich beim Herrn Cab lese fällt mir ein, dass ich heute Nacht von Hornhauthobeln geträumt habe. Irgendwann hab ich wohl doch geschlafen.
- Heute morgen entnervt so ein gerahmtes Spruchdingens (raten Sie mal, von wem das angeschleppt wurde!) mit einem gezielten Faustschlag zertrümmert. Scherben gut gelaunt aufgefegt. Kind hat nix gesehen und hier isses ja anonym, also finde ich das in Ordnung. Kann solche Sprüche eh nicht leiden.
- Kinderbücherkettenbrief aus dem Briefkasten gezogen. Was es alles gibt! Die Verursacherin angerufen und mich beschwert. Mir sagen lassen, ich sei ein Snob (weil ich die angeblich dann bald in großer Zahl eintreffenden Kinderbücher nicht haben möchte) und unentspannt (weil ich Kettenbriefe doof finde). Ersteres ist in dem Zusammenhang ok, letzteres ist wieder relativ zu sehen. Meine Unentspannung, wenn ich den Freunden, denen ich das Ding weitergeben würde das nächste Mal begegne oder wenn ich 36 (sechsunddreißig!) Mal zur Post rennen und ein Buch das ich nicht will, abholen muss, wäre größer. Sorry, Jan-Niklas, Johanna-Sophie und Aliya. Leerer Briefkasten und keine glänzenden Kinderaugen. Man kann gar nicht früh genug lernen, dass Kettenbriefe nicht funktionieren.
- Für das Hausarrest-Wochenende eingekauft. Im ersten Durchgang Nudeln, Möhren, blaue Trauben, Käse. Im zweiten Durchgang Chips (Pepperoni), Schokokekse und Tiefkühlpizza. Im dritten Durchgang bunte Zuckerstreusel und, äh, Batterien.
- (Batterien klang jetzt aber wild. Die sind natürlich für die Eisenbahn!)
- Ganz im Ernst? Der "Zustand" ist längst vorbei. Anonym sein ist aber so fürchterlich entspannend. Psst, keinem sagen.
- Könnte mich jemand in 20 Minuten erinnern, das Bier aus dem Eisfach zu nehmen? Herzlichen Dank!
Zugegeben, es hat ein paar Zugfahrten gedauert, bis ich die gelben Linien begriffen habe, über die ich nun täglich auf dem Bahnsteig latsche. Heute aus dem Zugfenster betrachtet fiel dann der Groschen: das ist ein gelbes Rechteck mit einer Zigarette drin - da sollen dann also die Raucher ab 1.9. stehen und auf den Zug warten. Ob es reicht, Raucher an sich zu sein, um dort stehen zu dürfen, oder ob man tatsächlich im Moment der Präsenz an diesem Ort rauchen muss, das sollten wir noch reglementieren. In ersterem Fall können wir darüber nachdenken, den Betroffenen so ein gelbes Rechteck einfach an die Jacke zu heften, damit auch alles seine Ordnung hat. Dann weiß jeder gleich Bescheid und es ist wieder allen ein wenig Kommunikation und Gedankenarbeit erspart geblieben. Hauptsache, man muss sich mit niemandem auseinandersetzen und alles ist geregelt.
Dass Menschen ohne Selbstwirksamkeitserwartung auch keinerlei Grund haben, sich anständig zu verhalten, ist nebensächlich. Wir können uns ja alle einen Plastiksack überziehen, da ist man dann ganz für sich. Gut zubinden nicht vergessen.
- Heute morgen dachte ich echt, ich könnte diese Strumpfmaske langsam wieder abnehmen.
- Kein Bier vor vier, Frau Diagonale.
- Irgendwo in den Satz mit den Mückenstichen unten gehörte glaube ich ein Genitiv.
- Wieso kopiert mich mein Chef auf eine Mail drauf, in der er ein Foto von sich ins Mutterhaus schickt? Soll ich das bloggen oder was??
- Gehe gleich zur U-Bahn und kann sowohl die 1, 2 oder 3 nehmen. Stelle mir vor, wie ich unterirdisch das Lied anstimme, Sie wissen schon. Und-jetzt-alle-im-Chor!!!!
1, 2 oder 3, Du musst Dich entscheiden, drei Felder sind frei. Plopp! Plopp das heißt Stop, nur noch einen Hopp, dann bleibt es dabei.
Dazu natürlich die Plopp!-Handbewegung von allen Passagieren, und die hüpfen dann auch so diagonal weg, synchron natürlich. Und dann regnet es ganz viele bunte Bälle.
- (Postingabbruch wegen Lachanfall)
- (Ergänzung: Heute Nacht geträumt, dass ich ein Ufo mit der Hand gefangen habe, so wie eine Frisbee-Scheibe, aus dem Rapunzelturm-Fenster heraus. Das Logbuch war aber weg. Das war blöd.)
- Die Links stehen rechts.
(Aaaaaaaaaah, der ist wirklich, wirklich schlimm!)
(Und es stimmt auch gar nicht.)
- Der Blitz, den Du siehst, hat Dich nicht getroffen, sagt Papa immer. Sehr beruhigend, so insgesamt.
- Ich glaube, ich war in meinem ganzen Leben überhaupt noch nie beleidigt. (N.B.: Unterscheidung zwischen war und wurde!).
-
Szenen einer Ehe:
A: Sag mal, was laberst Du mich jetzt voll so kurz vor Mitternacht??
B: Ich will Sex und dachte, so ein bisschen Konversation vorher ist höflich.
- Erinnere mich, dass ich Kafka früher depressiv fand. Heute finde ich den brüllend komisch. Ist halt alles relativ...
- Prima, dass man das Kind in die Bazillenhölle (Kinderarzt) schleppen muss um bescheinigen zu lassen, dass es gesund ist. Hat sich bestimmt irgendwas eingefangen, brütet das bis Montag aus und legt den Kindergarten lahm. Aber was wundere ich mich. Ich hab ja auch mal nachts eine Bescheinigung zur Polizei gefahren, die bescheinigt, dass eine bestimmte Person keine Bescheinigung benötigt, um Tauben für wissenschaftliche Zwecke zu fangen. (Spätere Entwicklungen betrachtend hätte ich ihn einfach da versauern lassen sollen...)
- Das mit der Frage noch immer nicht auf die Reihe gebracht.
- Haarentfernung auf Dutzenden aufgekratzten Mückenstichen hat was von Schlachtfest.
- In die Bahn eingestiegen, einen Atemzug genommen und "Penaten Baby-Lotion" gesagt. Eine ältere Dame hob zögerlich die Hand.
- Seit zwei Tagen dabei, eine Frage immer wieder neu zu formulieren. Ich kann sie nicht stellen ohne zu lügen. Die Antwort kenne ich auch sowieso, aber mich interessiert das "wie".
- "Wiedervorlage" ist ja so ein Mist den man nur braucht, weil alle anderen nicht zuverlässig arbeiten.
- Ausnahmezustand hält an, aber Gewöhnungseffekt tritt ein.
- Eben lesend auf dem Balkon, mit Kaffee, Mittagssonne. Plötzlich die Vorstellung, dass der Balkon wegbricht. Splitternde Balken, ich springe auf, Porzellan bricht, Kaffee spritzt, ich klammere mich (unsinnig! nutzlos!) an die Türzarge und brülle "NEIN". Sehr einfallsreich.
Verwunderte Blicke von drinnen. Äh, mir kam es so vor als ob...
- Mal wieder Kafkas Tagebücher gekauft - fühle mich seelenverwandt.
- Es ist sowas von lästig, wenn plötzlich der Kopf mitmischen will.
- Flashback nach dem Stau: Kuppeln, Schalten, Gas - Blick aufs Tacho, die Nadel bewegt sich und ich spüre die Geschwindigkeit. Erstaunen, plötzlich wieder im Fahrschulauto, dieses ungläubige Staunen,als ich zum ersten Mal einen Wagen in Bewegung setzte.
- Möchte wieder in dieser Höhle sein und den Kopf von unten an den feuchten, kalten, dumpf nach Kalk riechenden Felsen drücken, spüren, wie tonnenweise Gebirge auf mir lastet und fühlen, wie die Panikwellen heranrollen und wieder abebben.
- Ich bin nicht aus dem Takt, das sind Synkopen!!!
gehört sie mir ganz allein. Dann muss ich sie abgeben. Schnüff...

- Jetzt isses bald abends dunkel, wenn ich aus dem Büro komme. Bzw. in Anbetracht aktueller Ereignisse wird es dann eher morgens dunkel sein, wenn ich ins Büro gehe. Wäh.
- Ich will Lebkuchen.
- Wie aus einem fremden Leben plötzlich der Gedanke, sich möglicherweise lächerlich zu machen. Ist da jemand Fremdes in meinem Kopf? He Sie, was machen Sie mit mir?? Jetzt isses aber gut!
- I don't know how it happened, it all took place so quick...
- Schmerzfrei = weia-less. Ohgott, das ist absolut unterste Kategorie...
-
Das Blöde an solchen scheinbar-betrunkenen Auskotzzuständen ist ja, dass das, was gesagt oder geschrieben wurde, dann plötzlich so real wird, durch das Schreiben oder Sprechen, selbst wenn das Blatt hinterher im Altpapier (Mülltrennung auch in Grenzzuständen!) landet oder die Worte Selbstgespräch waren. Realer als Gedanken, die sich meist am nächsten Tag wieder in die Schublade packen lassen. Und das ganz besonders Blöde am scheinbar betrunkenen Auskotzen ist die glasklare Erinnerung.
Da hilft nur Mund halten oder tatsächlich trinken. Prost.
- Howdie, das wird eine ganz, ganz üble Kreditkartenabrechnung. Besser den Briefkasten zukleben.
- Das Verdrängungsmodul hakt und die alte Frau im Schaukelstuhl ist unentschlossen.
- Wenn auf ein hinterlassenes "ich brauche Dich" auf allen ihren Kanälen einen halben Tag keine Antwort kommt, ist das entweder Grund zu wirklicher Besorgnis oder ganz große Scheiße.
- Wichtiges Dokument zur Zieharmonika gefaltet aus dem Kopierer zurück bekommen. Dagegen getreten. Vom Chef gesehen worden.
- Eifersucht. Bis dato unbekannt. Sehr komisches Gefühl. Missfällt mir.
- Standortbesprechungen liegen mir nicht.
- Samstag wird ganz schlimm. Allein ans Haus gefesselt, niemand zwecks Mädels-Pyjamaparty in der Nähe. Werde bis tief in die Nacht alle offenen Mails beantworten und dabei unendlich viel Bier trinken. Wer sich amüsieren will, schreibt mir noch vor Samstag. Ich bin betrunken recht unterhaltsam.
- Pleite. Pleite, pleite, pleite. Das Finanzamt soll endlich die Kohle rausrücken. Achso, ich müsste die Steuererklärung vorher abgeben. Keine Lust.
- Graphologischen Test gemacht. Auswertung doof gefunden. Gelöscht.
- Fragebogendings, das da bei Frau Diagonale ist, ausgefüllt. Antworten doof gefunden. Gelöscht.
Ganz, ganz merkwürdig drauf heute.
Also ich jetzt...
(eventuell anonymes Auskotzblog für Einzeiler anlegen?)
Da ich ihn mir so erbettelt hatte (und schließlich Herr Cabman mich erhört hat), wollte ich ihn ja erst gar nicht weitergeben:

Nun habe ich aber doch noch jemand Würdiges gefunden. Voilà, Herr Chauvi :-)
Habe mir gerade eine halbe Tasse lauwarmen Kaffee in den Ausschnitt gegossen. Warum? Weil beim Internet gucken fast eingepennt.
War aber gar nicht mal so unangenehm...
Schwarze Oberbekleidung im Büro ist immer eine gute Wahl.
Da wollte ich mal (so ganz aus mir selbst heraus) an meinen Manieren arbeiten und das Wasser im Büro nun immer aus einem Glas trinken, tja, und dann ist keins da, gähnende Leere in allen Schränken.
Dann halt nicht.
Ich denke, diese Unzulänglichkeit des Arbeitsplatzes berechtigt jetzt erstmal wieder zu einer halben Stunde Internet, so als Ausgleich.
(Ja, keine Lust heute. So gar nicht...)
(kratz)
Spotten Sie nur, aber es muss jetzt raus: in Wirklichkeit bin ich ein kleiner Sonnenschein und entgegen dem, was ich gerne behaupte, entzieht sich mir der Regen wo immer er kann.
Fahren Sie mit mir in den Urlaub - Sie haben Schönwettergarantie und können beobachten, wie ich mir sogar im Herbst in Schottland einen Sonnenbrand hole. Nehmen Sie mich mit in den Biergarten - Sie können garantiert den ganzen Abend draußen sitzen und sich von Mücken zerstechen lassen. Manchmal glaube ich, dass ich nur des Wetters wegen so oft zum Grillen eingeladen werde.
In meinem persönlichen Horrorsommer 2003 habe ich vom 30. Mai bis 7. Oktober nicht einen Tropfen Regen gesehen. Es hat geregnet, ja - aber nie dort, wo ich gerade war. Ja, ich habe die Tage gezählt. Und ja, ich saß manchmal heulend vor dem Wetterbericht und hätte am liebsten mit der Faust auf die kleinen gelben Sonnen überall geschlagen. Regenbekleidung besitze ich gar nicht. Auch keinen Schirm. Ich werde selten öfter als einmal pro Jahr wirklich nass. Meine Schlechtwetterausrüstung besteht aus Haargummi und Kontaktlinsen.
Heute Nacht habe ich von strömendem Regen geträumt, durch den ich ging (mit Haargummi und Kontaktlinsen halt), um Lebkuchen zu kaufen. In der Eisdiele, die kein Eis mehr verkaufte sondern Weihnachtsgebäck, weil der Sommer nämlich vorbei war. Hehe. Bald isses so weit. Ich freu mich schon.
Also so einen Baum, sagt mein Bäcker und Botaniker (und eigentlich auch mein eigener Verstand), den gibt es gar nicht. Dass ich die Blätter und Früchte in der Hand halte, ist dabei irrelevant. Zugegeben, manchmal kommt mir das auch alles reichlich irreal vor. Aber die zahlreichen Mückenstiche sind echt.
"Geh da nochmal hin und mach Fotos". Nochmal halt ich ja für eine hervorragende Idee. Aber jetzt gerade wünsche ich mir erstmal einen Invert-Igel-Anzug, zum Dauerbekratzen immer und überall.
So, heute Abend sorge ich dann dafür, dass 40 Leute sich nicht übermäßig betrinken und dieses Jahr weder Kollegen betatschen noch dem Fahrer ins Lenkrad greifen und ebensowenig alkoholinduzierte Treppenstürze und Faustschläge stattfinden. Ja. Soweit der Plan.
Jetzt überlege ich noch, wegen der Kleidungsfrage. Mir ist ja sehr nach reißfestem Stoff und tretfähigem Schuhwerk. Allerdings sind meine Vorgänger der letzten 5 Jahre samt und sonders mit der autoritären Linie gescheitert. Vielleicht wäre es an der Zeit, es mit Charme, Dekolleté, Rock und hohen Schuhen zu versuchen.
Ja, ich denke, das versuche ich mal. Wenn es dieses Jahr wieder schief geht, wird die Veranstaltung nämlich ersatzlos gestrichen.
Heute Nacht biss ich im Traum einer Kuh die Kehle durch.
Bevor Sie mich jetzt für eine von den ganz Hartgesottenen halten, sage ich gleich, dass die Kuh die Größe eines durchschnittlichen Goldhamsters hatte. So im Nachhinein glaube ich, die Kuh war von Gary Larson inspiriert (dieser Cartoon mit der Kuh und dem Kaffee und der Milch) - ja, ich bin fast sicher, denn selbst die Kaffeemaschine, in deren Filter die frisch erlegte Kuh fachmännisch eingesetzt werden musste, sah aus wie in dem Cartoon. Allerdings ging es nicht um die Zubereitung des Morgenkaffees, sondern das Tier und die Kaffeemaschine, die übrigens unbedingt kobaltblau sein musste, waren zentrale Bestandteile der Selbstschussanlage (vergiftete Pfeile), die es zu aktivieren galt.
Es war nämlich so, dass die Rotweinfreundin und ich uns von den anderen abgesetzt hatten. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir uns für einen anderen Weg als der Rest entschieden, und dabei die dollsten Sachen erlebten. Während die anderen (fragen Sie mich nicht, wer!) es (fragen Sie mich nicht, was!) also über die Straße und per Flugzeug versuchten, nahmen wir den Weg durch den Wald. Wir wussten, ja, dass das alte Haus noch da war.
Tatsächlich waren auch einige alte Bekannte da. Als wir an den Sicherheitsvorkehrungen vorbei waren (da hilft einem keiner bei! Wer das nicht selbst schafft, hat dort nichts zu suchen!), gab es ein großes Hallo. Später hätten wir uns gemütlich zusammen gesetzt und Geschichten ausgetauscht. Sogar die Besitzerin des Zufluchtsortes mitten im Wald war schon aus ihrem Schlafzimmer gekommen.
Aber vorher mussten wir natürlich die Selbstschussanlage wieder in Gang setzen. Sicherheit geht vor. Und dabei erwachte ich leider. Also kurz nach dem Biss in die Kehle der Kuh. Als ich sie fachmännisch in den Filter der kobaltblauen Kaffeemaschine einsetzte, mit dem verwunderten Gedanken, dass der Geschmack in meinem Mund gar nicht metallisch, sondern einfach nur salzig-dickflüssig war.
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Traumdeutung, anyone?
Es haut mich immer wieder um, dass dieser Mann tatsächlich auf mich hört.
Auch komisch - im betrunkenen Zustand die Unhaltbarkeit der ganzen Situation sehen und das eigene Verhalten unmöglich und unverständlich finden. Das Letzte bis möglicherweise Allerletzte sowieso.
Wieder nüchtern dann nasekräuselnd zufrieden darüber Grinsen. Man lebt nur einmal (äh - oder?). So what?
