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    Dienstag, 14. Juni 2022
    15062022

    Fragmente und ich sitzen an einem Tisch in einem persischen Lokal, bzw. im Garten davor, und bloggen. Der Tisch hatte bis vorhin eine schwere orientalische Tischdecke, jetzt aber nicht mehr, denn ich habe ein Glas Kirschlimonade, ca. 400ml, quer darüber geschüttet. Das habe ich geschafft, ohne dass ein Tropfen auf meine hellblau-weiß-gestreifte Bluse kam. Ich bin mit Recht zufrieden.

    Dann passierte noch etwas komisches. Ich war insgeheim nämlich etwas froh, dass ich die Kirschlimonade verschüttet hatte, sie war nicht sonderlich gut, schmeckte nur nach Kirsche und sonst gar nichts (angekündigt war noch Vanille, Mandel und irgendwas). Der Keller brachte aber ohne zu fragen eine neue Kirschlimonade, so beschloss ich, mich darüber zu freuen und diese neuerliche nicht so sonderlich gute Kirschlimo komplett zu genießen. Und gerade habe ich sie probiert und sie schmeckt ganz anders als die erste, nämlich eben nach Vanille, Mandel, Sauerkirsche und irgendwas und richtig gut.

    Das ist ein neuerlicher Beweis für meine These, dass es eine gute Strategie ist, sich einfach voll in eine sowieso unabänderliche Situation zu werfen, mit allem, das ich habe. Vorhin habe ich auch beschlossen, bei meinem Event-Sauna-Besuch, der irgendwann aber nicht vor Oktober stattfinden wird, so vorzugehen. Am Wochenende war nämlich meine Freundin Violinista zu Besuch und ohne, dass ich es jetzt noch richtig erklären könnte, landeten wir in einer Gesprächssituation, in der sie sich von mir einen gemeinsamen Eventsaunabesuch zum Geburtstag wünschte und ich zusagte. Unerklärlich, weil ich alles, was Violinista begeistert von der Event-Sauna berichtete komplett abstoßend fand. Vorhin habe ich mich deshalb bei Fragmente noch einmal näher zu Saunabesuchen informiert und dabei kamen noch mehr Einzelheiten heraus, die ich auch alle schlecht finde. Wie gesagt, ich werde mich auch in dieses Erlebnis komplett hineinwerfen und die Eventsauna in allen ihren Facetten mitnehmen. Anders wird es nicht gehen. Wie gesagt, dauert aber noch etwas, vor Oktober geht es nicht, dann ist vermutlich erstmal wieder Corona, die Vorfreude wird also noch ein wenig andauern.

    Die tägliche Contentliste fragt heute nach dem fürchterlichsten Kleidungsstück. Das ist einfach: der Bademantel. Violinista wollte mich schon bei unserem Urlaub im Standhäuschen am Meer zu einem Bademantel drängen, ich habe das komplett verweigert und statt dessen eine Fleecedecke mitgenommen und damit war ich glücklich. Ein Bademantel hat bekanntlich nur komplett unpraktische Eigenschaften. Erstens einmal: wann will man denn ein Kleidungsstück tragen, das lange Ärmel hat aber die Beine halb nackt lässt? Das ist doch Quatsch. Dann klafft der Bademantel immer am Dekolleté offen, das ist genauso Quatsch. Ein Bademantel ist eben ein Mantel, warum sollte man ein Kleidungsstück, das wie ein Mantel geschnitten ist, ohne was drunter tragen sollen? Alles totaler Quatsch. Man kann statt dessen ein Kleid tragen, mit oder ohne Ärmel, das ist nicht nur hübscher sonder auch bequemer (weil kein klaffendes Dekolleté und irgendwelche Stoffgürtelbindespielchen). Man kann auch einfach eine Jogginhose und ein T-Shirt tragen. Oder, wenn man sich nichts über Extremitäten ziehen will, wickelt man sich eben in eine Decke. Allein schon die Vorstellung, in einem Bademantel auf einem Stuhl zu sitzen ist lächerlich: unten alles offen und oben beult es sich klaffend. Wie gesagt, völlig absurd, fürchterlichstes Kleidungsstück. Ich habe meinen, den ich vor zig Jahren mal zum Geburtstag bekam, gerade letztes Wochenende weggeworfen, zwischendrin hatte ich seine Existenz vergessen. Werde in der Eventsauna (also nicht in der Sauna selbst natürlich, im Drumherumbereich) aber natürlich einen tragen, einen ausgeliehenen, hoffentlich mit Logo der Therme, für das komplette Erlebnis. Violinista hoffentlich auch, so dass wir aussehen wie kleine Thermenborgs, die jeglichen Verstand an der Pforte abgeben, sich mit Kaffeemehl einreiben lassen, mit irgendwas bedampfen, schwitzen, dann noch die Sache mit den Birkenzweigen und so weiter. Egal.

    Fürcherlichstes Kleidungsstück: Bademantel.

    Zwischenzeitlich ist eine neue orientalische Tischdecke gekommen, der Kirschsaft schmeckt immer noch, ich habe ein Stückchen Pistazie zwischen zwei Zähnen. Alles wird gut.

     
    Das zu Lesen war ein großes Vergnügen. Und ja, Bademäntel sind doof. Allerdings habe ich meiner Tochter mal auf Wunsch einen richtig guten, teuren, hübschen, warmen, langen Bademantel gekauft, in dem sie seit dem lebt. Ich verstehe es auch nicht, aber sie liebt es.

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    Ich habe einen Tipp für alle Bademantelhasser:

    https://www.waschbaer.de/shop/waschbaer-bademantel-aus-bio-baumwolle-68509?F=33&G=1438

    Da klafft es weder oben noch unten und man muss sich auch nicht mit einem Gürtel herumschlagen.
     
    Aber warum sollten sich Bademantelhasser*innen einen Bademantel kaufen? Für 109 Euro kaufe ich mir lieber 20 Packungen Anaconda!
     
    Wenn die Events in der Eventsauna nicht zu wild sind, könnten Sie sich anstatt in einen geliehenen, aber verhassten Bademantel auch in ein großes Badetuch hüllen. Wenn frau das richtig feststeckt, klafft das weder auf noch rutscht es weg. Zum Chillen reicht das allemal, sofern man noch ein weiteres Handtuch für die Liege dabei hat.
     
    Möchte jetzt Bild von Frau Direktorin mit den Anacondas aus 20 Packungen um den holden Leib gewickelt in der Eventsauna.
     
    Sie macht bestimmt auch darin eine gute Figur. :-)

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