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    Montag, 13. Juni 2022
    14062022

    Ich erlebe derzeit Tage, die durch ihre Unaufgeregtheit gnadenlos anstrengend für mich sind. Das mag wie ein Widerspruch klingen, ist aber keiner, ich erkläre es sofort: wenn Sie immer irre schnell laufen, nicht nach links und nicht nach rechts schauen, wird vieles ganz unglaublich egal, Sie sind eins mit Ihrer eigenen Geschwindigkeit, es ist immer irgendwas und nochwas und das auch und noch dieses und jenes auch das da noch, Wahnsinn, toll!! Stellen Sie sich jetzt vor, Sie bremsen ab, gehen langsam weiter und bleiben auch mal stehen, bemerken, wo Sie eigentlich sind, lassen nicht sofort alles gleich hinter sich sondern schauen sich um und so weiter und plötzlich sind da Zweifel, welches wohl der richtige Weg ist. Auch eine interessante Sache. Aber eben gewöhnungsbedürftig.

    Das Thema "Tortellini", das die Contentliste mir für heute anreicht, ist aber ausreichend niedrigschwellig für so eine Phase. Wenn es in der Kantine Tortellini gibt, seufze ich immer kurz. Nicht wohlig sondern genervt. Ja, Tortellini nerven mich. Einmal schon optisch, ich kann mir nicht helfen, immer wenn ich Tortellini sehe, denke ich "Bolusobstruktion" und dann denke ich, dass man statt Bolusobstruktion auch Bratwursttod sagt und das finde ich dann gleich noch unattraktiver.

    Geschmacklich sind Tortellini etwas, das ich hilfsweise essen kann. Es ist ja nichts wirklich ekliges daran, bis eben auf die komische tumorartige Form, aber was an einer weichen Nudel (Tortellini in al dente hat mir noch nie jemand serviert) mit undefinierbarer Paste drin besonders gut sein soll, weiß ich auch nicht. Meist werden Tortellini in der Kantine mit einer hellen Soße serviert. Helle Soße an Nudeln lehne ich ab, wenn es nicht Carbonara ist. Manchmal werden die Tortellini auch in Tomatensoße serviert. Dann seufze ich nochmal und denke, es wäre schön, wenn es statt Tortellini Spaghetti, besser noch Spaghettoni, wären.

    Zuletzt noch der Klang. Man soll ja mit allen Sinnen genießen, das Ohr isst also auch mit. Tortellini, oeiiiiii!!, das klingt wie etwas, das beim Drauftreten noch quietscht oder mit den llllls wie etwas, das ein Kinderclown frühstückt. Mal nur zum Vergleich, Spaghettoni, aeoi, das ist Vielfalt, Tiefe, die sich in bewundernde Höhen schwingt. Mehr ist nicht zu sagen.

    Ich habe noch nie selbst Tortellini zubereitet, beabsichtige auch nicht, das zu tun. Sollten Sie meine Meinung ändern wollen, können Sie mich aber immer gern zum Essen einladen.

     
    Wenn Sie mal in Wien sind, lade ich Sie gerne zum Essen ein. Ich mag Tortellini von einer gewissen Firma (die kann man gut nicht matschig zubereiten), mit einer gewissen scharfen Sauce - würde jedoch vermutlich, falls Sie zum Essen kämen, lieber etwas komplett selbst kochen. Pizza kann ich gut. Essen Sie Pizza? Mögen Sie Wien?
     
    Pizza sehr gern, Wein nein. :-)
     
    'Wiener Wasser schmeckt besser als Wein' *sing* - zwei Buchstaben und so ein Unterschied :)

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    Ueberzeugen will ich Sie nicht, aber meiner Meinung nach gewinnen Tortellini (so wie die meisten gefuellten Nudeln) ganz ausserordentlich, wenn man sie einfach brät (aber selbst dann sollte man in jedem Fall weisse Sosse dazu weglassen. Geht ja gar nicht).

    Aber troesten Sie sich, bei uns ist ALLES, was die Kantine herstellt, mindestens waeh, aber noch oefter komplett ungeniessbar. Deswegen ess ich da einfach nicht mehr.
     
    Unsere Kantine ist ziemlich gut, es gibt - neben zig anderen - einen italienischen und einen marokkanischen Koch und einer von beiden sagt mir immer, was ich essen soll, das befolge ich dann und das ist dann immer gut. Noch keiner von beiden hat mir je gesagt, ich solle die Tortellini nehmen.

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