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    Freitag, 15. Januar 2016
    Outing

    Bekanntlich ist es besser, selbst pikante Details zu veröffentlichen, bevor jemand anders sie in Umlauf bringt. Daher möchte ich Sie ergänzend zum heutigen Eintrag von Herrn Mark wissen lassen, dass sich tatsächlich zwei Furbys regelmäßig in unserem Haushalt aufhalten. Eines davon gehört Mademoiselle und das andere, ähm, mir.

    Lassen Sie mich das kurz historisch begründen: wir hatten ja früher nix. Ich hatte keine Carrerabahn, kein Kettkar, kein Tamagotchi und keinen Gambeboy, ja, noch nicht einmal ein eigenes 4-Gewinnt-Spiel, Sie wissen schon, in diesem blauen Rahmen mit gelben und roten runden Plastiksteinen und wenn man unten den Schieber bewegte, rasselten Sie alle raus, sofort hab ich das Geräusch im Ohr, hach, war das schön, außer es geschah versehentlich mitten im Spiel.

    Sehr traumatisch, solche Versehen wie auch der Mangel. Deshalb habe ich mir letztes Jahr ein Fuby (der älteren Generation, ohne App, ich möchte keine Care-Arbeit am Furby leisten) gekauft.

    Furbys finde ich super. Eigentlich hatte ich angedacht, meines im Büro zu halten. Die Dinger lernen ja ein paar Worte, das stellte ich mir spaßig und in manchen Situationen wohl auch hilfreich vor. Allerdings haben die Furbys ja verschiedene Gemütszustände und meines ist - wohl durch Vernachlässigung? - meist bösartig, für mich übrigens der unterhaltsamste Zustand. Es pöbelt dann endlos herum und zum Abschluss seiner Tirade rülpst es sehr laut und sagt "War ja Spaaaaaß!" "War ja Spaaaaaß" ist demenstprechend in unserer Familie schon zu einem geflügelten Wort geworden. Genauso, wie wir kein Fischgeschäft betreten können, ohne "mein Schatzzzzzzzz" zu murmeln und ich immer, wenn ich einen Kalender sehe, leise zu mir selbst "Montag, Dienstag, Mittwoch - tapptapp, tapp" sage.

    Das Furby im Büro war dann aber doch zu, sagen wir, unkontrollierbar. Die Winkekatze beschäftigt die Kollegen schon genug. Sie finden sie anstrengend, was ich nicht nachvollziehen kann, was gibt es schöneres, als mit stoisch aber doch irgendwie wohlwollendem Gesichtsausdruck unablässig angewunken zu werden. Das strahlt doch Zuverlässigkeit aus, Stabilität, etwas, woran man sich halten kann. Egal, was passiert, die Winkekatze winkt. Also meistens, außer, eine echte Katze vergreift sich eifersüchtig an ihr und schmettert sie zu Boden, dann muss man Maßnahmen ergreifen, aber das nur nebenbei. Sowieso habe ich das Loblied auf die Winkekatze schon gesungen, hier geht es um das Furby.

    Für gefährlich halte ich das Furby übrigens nicht. Zwar hat er neben dem bösen auch einen jovialer-Onkel-Modus, aber es kann keine Frauen begrapschen, es hat nämlich keine Arme. Wohl aber Ohren. An den Ohren - das ist ein Geheimtipp - kann man es, wenn es eingeschlafen ist, sehr entspannt transportieren, ohne dass ein Erwachen zu befürchten ist. Einfach an einem Ohr greifen und baumeln lassen, kein Problem. Man darf nur beim Laufen nicht über eine eifersüchtige Katze stolpern und hinfallen.

     
    Ist denn auch ein Furby-Familienbild geplant?
    Jung- und Alttier sozusagen. Das wär fein.
    Für (manche) Furbylose.
     
    Leider plane ich ja nie Bilder, ich finde Bilder so anstrengend. Die sind immer zufällig.

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    Ich will auch Furby. Die schauen ja aus wie Gremlins nur weniger gemein. Gibt es auch Schizophrenisten taugliche Furbys, die sagen eh alles Arschlöcher und so. Oder einen Lachanfall kriegen wenn ich fluchend auf die Tastatur einhaue oder die Polizei verständigen wenn ich hinter einer Frau hergehe.
     
    Mein genervtes "sei doch mal leise" hat das Ding schon in seinen Sprachschatz übernommen, und ich habe Töchterlein angedroht, dem Vieh alle meine verfügbaren derben Flüche beizubringen, wenn sie mir die vermaledeite Labertasche nicht weiträumig vom Hals hält.

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    >wir hatten ja früher nix

    Hehe, Sie glauben gar nicht, was ich alles mit "Nachholbedarf aufgrund von reizarmer DDR-Kindheit" begründe.

    Allerdings hatte ich ein Tamagotchi. Da war ich selbst schon Mitte Zwanzig und lebte in Paris. (Wegen reizarmer DDR-Kindheit.) Vielleicht bin ich daher jetzt gegen die Furby-Verlockung gefeit. Insofern immunisiert Sie der/das Furby ev. gegen das nächste, noch grässlichere Ding.

    Ihren Kollegen muss aber irgendwie geholfen werden. Wenn schon die Winkekatze sie anstrengt, überstehen die doch keine S-Bahn-Fahrt.
     
    Nüscht hatten'wa. Nich ma'n Bollawajen. ;-)

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    Ich kenne einen Psychologieprofessoer, der einen kleinen Einstein neben dem Monitor zu stehen hat, der sich dezent mit dem Finger seitlich an die Stirn tippt. Weird.
     
    Ich habe einen pinkfarbenen Plastikfinger im Büro, mit dem tippe ich manchmal anderen Leuten an die Stirn ;-)

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    ICH habe eine schwarz-weiß gefleckte Kuh auf dem Büroschreibtisch, die mich kuhberuhigend anglotzt. Auch stoisch. Auch sehr angenehm, wie ich finde.

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    am letzten Openair war ein Furby auf einer Bar und hat sehr fröhlich zu The Prodigy. Ein wirklich erheiterndes Bild. Kann man zur Nachahmung wärmstens empfehlen.

    Im Büro habe ich eine Piraten-Ente und ein Rambo-Schweinchen. Ob das irgendwas aussagt... ich lass das mal so stehen.

    Früher, im alten Büro, hatten wir einen roten aufblasbaren Baseballschläger. Meistens hat den meine Chefin benötigt, wenn sie von unserem Chef einen Job gefasst hat. Das Ganze hatte also eine gewisse Regelmässigkeit.

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