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    Samstag, 18. Juli 2015
    Blogging November - 1355

    Gestern war die Schulabschiedsfeier, alle sollten etwas zum Essen mitbringen und ich war (ein letztes Mal) diejenige, die die Zettelchen alle sammelte und schaute, ob es passt, oder ob man ein paar Leute umlenken sollte. Eine Familie schrieb auf, sie würde "Obst" mitbringen. "Obst, prima bei dem Wetter, bringt ihr ruhig mal Obst mit!", dachte ich mir, wurde kurz neidisch, dass ich nicht auf die Idee mit dem Obst gekommen war ("Ich habe eine Wassermelone getragen!"), aber immerhin hatte ich mich sehr clever für Baguette entschieden, musste also nicht bei 30 Grad im Schatten Schokokuchen im Ofen backen.

    Dann kam ich hin, zum Fest, und da war das hier:



    Ich liebe ja Obst - jedes Obst eigentlich, nicht ganz so sehr Kumquats und bei Drachenfrucht finde ich, dass sie in Relation zum interessanten Äußeren enorm langweilig schmeckt, gut, und nach Litschi ist mir auch nicht immer, aber ich kann jedes Obst essen ohne inneres Dschungelcamp, das ist bei Gemüse bekanntlich nicht so (Staudensellerie!) und schon gar nicht bei Fleisch.

    Trotzdem würde ich Obst an sich nicht unbedingt 5 Sterne verleihen, denn was ein Problem - naja, nicht ein Problem, ich würde nur einen halben Stern abziehn, aber: was man noch verbessern könnte, ist die Darreichungsform. Als Beispiel nur: Ananas. Da steckt schon in gewisser Weise ein puritanischer Gedanke hinter der Produktentwicklung. Das ist ungefähr, als käme Schokolade standardmäßig in Geschenkpapier mit Bändchen und Tesa verpackt und man darf nur mit Handschuhen und Essbesteck auswickeln, das macht man mal als Spiel, aber nicht abends auf der Couch. Eine ähnliche Fehlentwicklung hingegen, die Kiwi, stellte sich ja für mich neulich als gar keine heraus, da man sie in Wirklichkeit mit Schale und allem verzehren kann. Was ich, seit ich davon erfuhr, auch mache.

    Trotzdem, auch die Standardobste sind verbesserungsfähig. Apfel zum Beispiel. Kann man so essen, dotzt dabei aber (je nach Größe und Rundung) gegen Nase oder Kinn. Unangenehm. Prinzessinnenapfel lernte ich durch Mademoiselles Kindergarten, Apfelschwäne zeigte mir Twitter, und ja: ich esse mein Obst gerne geschnitzt!

    Oder Banane. Supereinfach zu essen, aber fast immer viel zu viel! Die machen so satt. Hat man eine Banane, bleiben Pfirsich und Nektarine liegen. Und auch die sind imperfekte Obstsorten, nämlich wegen des Kerns. Ich esse gerade beim Schreiben eine Nektarine und zu keinem Zeitpunkt kann ich sie ganz in den Mund stecken, der Kern ist glubschig und tropft, dementsprechend muss ich zwichendrin immer die Finger ablecken - es ist einfach mühsam.

    Um es kurz zu machen: Obst 4,5 Sterne.

    Allerdings, wenn ich irgendwann zu überwältigendem Reichtum kommen sollte, plane ich ja die Anstellung von Personal. Einmal, ich erwähnte es schon, um mir interessante Themen aufzubereiten, so dass ich sie unterwegs lesen und gut mit allen Hintergründen verstehen kann, ohne herumsuchen zu müssen. Für diese Position ist Frau Fragmente bereits fest vorgemerkt. Zweitens, das weiß ich seit gestern, würde ich jemanden beschäftigen, der mir solche Obstplatten auf der Couch anreicht.

    Ich muss die entsprechende Mutter (ich habe sie mir schon zeigen lassen) noch vor Schuljahresende ansprechen und nach ihren Konditionen fragen. Es ist immer gut, vorbereitet zu sein.

     
    Schnitzobst
    Kaeme denn fertig geschnitztes Obst in frage? Das ist meiner Meinung nach der groesste Vorteil davon in England zu wohnen: Die Frischobstabteilung bei Marks&Spencer. Ich finde online grade nur dieses Foto:

    http://www.expats.cz/content_files/3054/ms3.jpg

    Aber man muss sich das rechte Regal 3 mal groesser vorstellen, mit saisonal wechselndem Zeug. Ich esse glaube ich hier etwa 5 mal mehr Obst als in Deutschland weil ich nichts selber schnitzen muss.
     
    Ja, das ist auch sehr schön, ich kaufe mir bei uns in der Kantine auch häufig fertig geschnippelten Obstsalat. Hilft schon. Noch leckerer ist es natürlich, wenn jemand das, ähm, extra für mich gemacht hat ;-)

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    Kein Zufall, dass ich schon immer von der spanischen Sitte fasziniert war, Obst mit Besteck zu essen. Obst war ja im Spanien meiner Kindheit das Synonym von Nachtisch, und auch in meiner Arbeiterfamilie wurde es mit Besteck gegessen. Fand ich toll. Wasser- und Honigmelone esse ich fast ausschließlich mit Obstmesser und -gabel (wurde mir als Vorspeisenbesteck verkauft, aber was wissen denn die), anderes Obst sehr gerne zumindest mit Messer. Einfach Reinbeißen empfinde ich eigentlich nur bei Kirschen nicht als unfein.

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