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    Freitag, 30. August 2019

    Auch heute hätte ich gut noch eine weitere Runde schlafen können, obwohl die Nacht absolut ungestört war, also jedenfalls habe ich keine Erinnerung an die Zeit zwischen Schlafengehen und 6:30 Uhr.

    Zu Hause wurde die Morgenroutine gestört. Herr N. musste um 8 los, M musste um 8:15 los, ich wusste nicht so recht, wann ich los muss, also eigentlich vor ihnen aber es ergab sich nicht. Es wurde also ein später Start, zumal ich für M noch ein Rezept beim Arzt abholen wollte und mir dann einfiel, dass ich wohl vor 22:15 Uhr nicht wieder nach Hause kommen werde und daher vermutlich Nahrung brauche.

    Als ich mit dem Fahrrad aus dem Hof fuhr, schnitt mich (auf dem Gehweg!) eine andere Radfahrerin, die gleichzeitig Mitsängerin im Chor ist und mich daran erinnerte, dass heute Stimmprobe schon um 19 Uhr ist - so, als wäre sie extra dafür morgens vor meinem Haus aufgetaucht, und ich hatte es ja tatsächlich nicht gewusst oder vergessen (selbst darüber bin ich mir unsicher).

    Ankunft Büro 9:00 Uhr und Unaussprechliches bis 18:30 Uhr. Um die Nahrung hätte ich mir keine Sorgen machen müssen, gleich drei Praktikanten feierten ihren Abschied und zusätzlich brachte die Technikerin große Essensvorräte mit, weil sie (wegen etwas Technischem, logisch), die Nacht im Büro verbringen wird.

    Der Aufbruch war dann doch wieder später als geplant und zur Stimmprobe kam ich zu spät und klebrig schwitzig von einem weiteren verhassten Sommertag. Zu allem Überfluss lässt mittlerweile auch die physische Hitzetoleranz nach, ich hatte - zum zweiten Mal in meinem Leben überhaupt - angeschwollene Knöchel. Sehr eklig und auch etwas unangenehm, die Schuhe drückten. Ein weiterer sehr guter Grund, den Sommer rundheraus abzulehnen (als ob es da weiterer Gründe bedürfte!).

    Im Chor besteht derzeit das folgende Problem: Ich hasse etwa 70% des aktuellen Programms fast so sehr wie den Sommer. Grauenhaft ist es und überhaupt keine richtige Musik, absolut unerträglich und das liegt zwar auch am Chor (das Einstudieren verläuft zäh) aber nicht nur - auf Youtube klingt es nur unwesentlich besser. Dafür mag ich die restlichen 30% des Programms außerordentlich gern. Ich werde da, um nicht weiter genervt zu sein, sehr kurzfristige eine Entscheidung treffen müssen, nämlich entweder halt bis zum Konzert nicht mitzumachen oder aber all in zu gehen und mir den Scheiß mit Midi und Klavier richtig und komplett anzueignen. Vermutlich letzteres, aber ich überwinde gerade noch den letzten Widerstand.

    Zu Hause um kurz nach 10, Herr N ist verreist und das Kind liegt verschnupft im Bett und ist erschöpft vom Tag. Kurz nach mir treffen aber noch zwei Freundinnen ein und dann sind alle drei Kinder ganz munter, sitzen in der Küche, essen (von ihnen) selbstgebackenes Brot und erzählen mir alle möglichen Geschichten.

    Kurz vor Mitternacht Sofa, später Bett.

    Donnerstag, 29. August 2019

    Wie schön es ist, im eigenen Bett zu schlafen! Keine Erinnerung an irgendwas bis zum Weckerklingeln um 6, dann allerdings elendigste Zerschlagenheit und nochmal bis halb 7 liegen geblieben.

    Morgens ging es schnell, außer, dass mir keine Kleidung einfiel. Alles zu warm. Wie später die Praktikantin im Büro sagte: "mir steht der Schweiß in den Schuhen".

    Aus einem Grund, an den ich mich nicht mehr erinnern kann, fuhr ich Zug statt S-Bahn, vor dem Starbucks lief ich ein paar Mal konfus erst in die eine Richtung, dann in die andere, dann wieder zurück und doch wieder hin und schließlich weg. Der Grund: es gibt wieder Pumpkin Spiced Latte! (hin), aber wer will die bei dem Wetter schon trinken (weg), naja, ICH (hin), aber ich hatte keinen Becher dabei (weg). Aus einem Polizeifahrzeug wurde ich dabei interessiert beobachtet.

    Ankunft im Büro 8:20 Uhr, Unaussprechliches bis 18:30 Uhr, unterbrochen von einer kurzen Mittagspause in der Kantine mit Penne alla puttanesca (nicht scharf genug und zu viele Kapern).

    Zu Hause war es sehr schön, Donnerstag ist Putzfrautag, ab heute hat sie aber 3 Wochen Urlaub, nächste Woche Donnerstag werde ich also laut jammern. Im Kühlschrank war noch Resteessen und es fielen nur noch keine Aufgaben an: eine Ladung Wäsche waschen, mit Papa N. die Getränkebestellung durchgehen, M Tipps zur Bewerbung für das Schulpraktikum geben, mit Herrn N. Wochenendaktivitäten koordinieren. Und natürlich Katzen streicheln.

    Für alles andere natürlich viel zu warm.

    Mittwoch, 28. August 2019

    Eher kurze Nacht, der Wecker klingelte um 7 und mir schien, es sei bewölkt draußen, aber das war nur die ungewohnte Jalousie in der Unterkunft. Es war weiterhin sonnig und warm, we hates it!

    Um 8:20 Uhr war ich geduscht und angekleidet, hatte gespült, aufgeräumt, gepackt und ging los zum Seminar. Wieder ein sehr spannender Tag. Am Ende hatte ich tatsächlich nur noch durchgeschwitzte Kleidung - im Körper wie in der Reisetasche.

    Zum Glück war immerhin der Zug klimatisiert (und pünktlich!), ich schlief mehrmals kurz ein, Umsteigen udn alles klappte aber trotzdem, am Bahnhof holte M mich ab und, hurra, es gab wieder Pfannkuchen. Und Obstsalat!

    Nun läuft die Waschmaschine und ich sitze und finde es zu warm.


    Gut geschlafen in Kassel. Der Wecker weckte mich um 8, es war nicht viel zu tun in der Unterkunft, also beschäftigte ich mich damit, das ganze Obst aufzuessen, dass ich am Vortag in einem Heißhungeranfall eingekauft hatte (Blaubeeren, Pfirsich, Banane, Apfel).

    Um 9:30 Uhr brach ich auf zum Seminar - sehr interessant, auch spannend, es muss isch aber erst noch setzen, bevor ich dazu Genaueres sagen kann.

    Also um 18:15 Uhr zurück in der Unterkunft, für eine Stunde später war ich wieder mit Herrn Heartcore verabredet, hatte also wohl gestern trotz völlig absurdem Tag im Rücken einen okayen Eindruck hinterlassen. Er schlug vor, mit Bier auf einen Turm in einem Wald zu steigen und dort den Sonnenuntergang (tatsächlich schrieb er "Weltuntergang", aber das überlas ich elegant) zu betrachten. Kann es einen besseren Plan geben? Ich denke nicht.

    Bis dahin wollte ich noch die Füße hochlegen und das Internet lesen, aber gleich vier Personen verlangten gleichzeitig Auskunft zu diversen Themen: das Kind zu Bewerbungstipps, Frau Violinista zu eines möglichen Karaoke-Termins, meine Schwester wegen eines Geschenks und das Büro wegen noch was anderem. Es wurde also doch wieder knapp und hektisch, aber egal.

    Wir trafen uns an der Straßenecke, kauften Bier, aßen Eis, stiegen in einen Bus, dann in eine Bahn, dann stiegen wir aus und liefen durch einen Wald bergauf auf einen Berg (ich bin vor Hitze fast verendet), auf dem Berg stiegen wir auch einen Turm (ich mit letzter Kraft), aber ab dann war alles gut. Wie ich später erfuhr, handelte es sich um den Bismarckturm, offenbar wurden eine Zeit lang zu Ehren Bismarcks irrsinnig viele Türme gebaut, ich habe das noch nicht genau recherchiert. Die Aussicht war sehr, sehr schön, besonders, weil es schon dämmrig war und der Wald auf der einen Seite sich in die unterschiedlichsten blau-grau-lila-Schattierungen färbte, während auf der anderen Seite die Lichter der Stadt angingen.

    Herr Heartcore hatte eine Box und Musik mitgebracht, die er in der vorletzten Etage des Turms aufstellte, so dass der Klang wie aus einem Trichter nach Oben schallte, dazu dann eben das Bier, es war außerordentlich gemütlich und wir blieben, bis es komplett Nacht war, saßen am Ende auf dem Steinfußboden und wunderten uns, wie verrückt es ist und nur dem Internet zu verdanken, dass wir gerade so da sitzen.

    Es gab tatsächlich noch einen Bus zurück, jedenfalls bis zum Bahnhof, noch ein kleiner Spaziergang, Wohnungsbesichtigung und jetzt dann mal schlafen.

    Montag, 26. August 2019

    Heute Morgen twitterte ich etwas übermütig "Heute Abend erzählen ich Ihnen, wie es dazu kam, dass mit letzte Nacht um 1 jemand einen Barhocker über den Schädel zog." Dabei übersah ich gleich drei Dinge: Erstens, dass sich Personen daraufhin tatsächlich um mich sorgen könnten (ts, was denken Sie eigentlich von mir??). Zweitens, dass es im Rahmen des Möglichen liegt, dass dieses Ereignis nicht das Aufregendste des Tage sein wird. Drittens, dass ich am Abend eventuell sehr erschöpft bin und nur noch sehr wenig Mitteilungsbedarf habe. All das trat ein.

    Also, falls Sie sich gesorgt haben, bitte entschuldigen Sie, das sollte ein Witz sein, eine aufgebauschte Anekdote aus einem eher unspektakulären Alltag. Es war so:

    Ich habe seit mehreren Tagen eine Fliege in der Wohnung, die mir unglaublich auf die Nerven geht, gerade nachts. Ständig umschwirrt sie mich und weckt mich beim Einschlafen wieder auf. So war es auch letzte Nacht, also wollte ich der Fliege eine Falle stellen: ich stand nochmal auf und schaltete in der Küche das Licht ein, auf dass sie dem Licht folge und in die Küche fliege. So geschah es.

    In der Küche waren dann auch die Katzen (mit mir aufgestanden in der Hoffnung, etwas Leckeres zu bekommen). Die Katzen, fand ich, könnten jetzt mal ihrer Bestimmung nachkommen und die Fliege fressen. Sie machten aber keine Anstalten, träge lagen Sie herum. Nun muss man meinen Katzen einiges verzeihen, weil sie ja keine Katzenmama hatten, die sie ordnungsgemäß sozialisiert hätte. Manches an Katzenart haben sie einfach nicht gelernt, aber gestern nach um 1 dachte ich, es wäre nun an der Zeit, etwas dazuzulernen. Also führte ich den Katzen vor, wie sie die Fliege zu jagen haben. Mit den Händen, und ich machte auch Katzen-Jaggeräusche dazu. Meine Entscheidungssicherheit ist nachts um 1 nicht die allerbeste, was generell nicht schlimm ist, weil ich zu der Zeit normalerweise schlafe. Nur die Ausnahmen sind eben ein Problem.

    Jedenfalls, ich konnte das Interesse der Katzen wecken, sie ahmten mich nach und waren im Jagdfieber. Ein paar Mal fingen sie die Fliege auch, benahmen sich dann aber doch wieder typisch katzig und, statt sie zu verspeisen, spielten sie mit ihr bis sie wieder davonflog. Ich verlor die Geduld. Es war ja nachts um 1 (jetzt eher schon halb 2)! Der Kater saß auf dem Barhocker, die Katze zwischen den Näpfen, beide beobachteten gespannt die Fliege, die an dem einen Bein vom Barhocker saß. Ich setzte mich auf den Boden, zeigte den Katzen die Fliege, machte aufmunternde Geräusche, keine Regung. Und dann hatte ich die Schnauze voll und schlug los, auf die Fliege natürlich, dabei auch auf das Bein vom Hocker, der Kater bekam einen Riesenschreck und sprang mit seinen gesamten 7 kg kraftvoll ab, der Hocker flog ein Stück, mir auf den Kopf, ich sah Sternchen und kippte zur Seite um, in das Katzenfutter, denn die Katze hatte sich auch erschreckt und beim davonrennen alle Näpfe umgeworfen. Es blutete nur ganz wenig, ich beschloss, alles weitere zu ignorieren und ins Bett zu gehen (bewährtes Verfahren), die Fliege habe ich seitdem nicht mehr gesehen.

    So viel dazu.

    Wieder aufgestanden um halb 7, im Büro um halb 9, guten Zeitplan gehabt, der vor den zwei freien Tagen morgen und übermorgen alles regelte, Mittagspause ausfallen lassen, gerade wollte ich zum Herzstück des Zeitplans kommen, als M anrief.

    In der Straße, also vor unserem Haus, seien sehr viele Einsatzwagen: Feuerwehr, RTW, Polizei, mindestens 15 insgesamt. Die gesamte Straße abgesperrt. Es sei eben ein uniformierter Mensch an der Tür gewesen und habe gesagt, es gäbe keinen Grund zur Sorge, aber sie solle sich, nur für den Fall, doch bitte auf eine Evakuierung vorbereiten.

    Das Problem waren - neben einer insgesamt überfordernden Situation für eine knapp 15jährige - natürlich die Katzen. Daher rief sie mich an. Und ich war in einer anderen Stadt, wenn alles maximal gut geht, dauert der Weg nach Hause 30 Minuten, aber eher länger.

    Also rief ich Freundin C an, die zum Glück Urlaub hatte und zum Glück gerade zu Hause (nämlich: ein paar Straßen weiter) war und "ach, da sind die ganzen Wagen hingefahren!", sagte. Und die sofort aufbrach um zu helfen. C und das Kind packten die Katzen in Transportbehältnisse, dann ging das Kind weg, sich mit einer Freundin treffen, und C hielt die Stellung. Die Katzen brachen in der Zwischenzeit wieder aus ihren Transportbehältnissen aus, was aber nicht schlimm war, weil am Ende dann doch nicht evakuiert wurde. Als ich 35 Minuten später eintraf, war die Situation dann so: M war unterwegs, hatte aber in der Aufregung Handy und Schlüssel vergessen. C war bei uns zu Hause und bei den Katzen, durfte nun aber nicht mehr aus dem Haus. Ich stand vor dem Haus auf der Straße, aber eben auch vor der Absperrung, und durfte nicht rein.

    Was soll man da machen? Ich wies C. auf den hervorragenden Zucchinikuchen hin, der auf dem Küchenblock steht und wir überlegten, wir ich wohl notfalls - also falls die Sperrung noch länger als zwei Stunden ginge - an meinen Koffer käme, denn dann fuhr mein Zug nach Kassel. Bestimmt hätte es sich arrangieren lassen: Von C. bis an die Haustür und dort von einem Uniformierten weiter bis zu mir. Aber es wurde dann doch nicht notwendig, um 15 Uhr wurde der Zugang zu allen Häusern bis auf das betroffene (es handelte sich um ein Gasleck) freigegeben. So konnte ich sogar noch mit C ein Stück Kuchen essen und M Handy und Schlüssel hinterherbringen und dann zur Augenbrauenzupföse gehen und dann erst zum Bahnhof und pünktlich in den Zug nach Kassel steigen. Eigentlich so eine simple Handlung, aber es fühlte sich an wie eine unglaubliche Leistung. Im Zug schlief ich sofort erstmal ein.

    Als ich wieder aufwachte, hatte der Zug es irgendwie geschafft sich 20 Minuten zu verspäten, der Anschluss damit unerreichbar, aber das konnte mich nach dem ganzen bisher erlebten nicht mehr stressen, auch nicht, dass es in Kassel am Bahnhof keine Leihfarräder oder -roller gab.

    Und wie ich mir die ganze Zeit gedacht hatte, wurde der Abend noch richtig gut, den verbrachte ich nämlich mit Herrn @heartcore in einem Biergarten, bei Bier und Wurst und Spreewaldgurken, die der Imbissmann in seinem eigenen Garten gezogen und selbst angemacht hat und er kommt nämlich aus dem Spreewald, aber das jetzt auch noch alles zu erzählen, ist mir wirklich zu anstrengend.

    Sonntag, 25. August 2019

    Wie ein Sonntag, an dem gar nichts besonderes ansteht, so mühsam sein kann verstehe ich auch nicht. Lag natürlich am Wetter: der Sommer ist zurück, blablabla, und damit Kopfschmerzen und Benommenheit.

    Von 8 bis 10 mit immer stärker pochenden Schläfen und immer wirreren Träumen im Bett gewälzt, dann aufgestanden, Kaffee half aber nicht, zu nichts aufraffen können, irgendwie geschafft, zu duschen und die Katzen zu füttern, bevor M zum Wettkampf gefahren werden musste. Sowieso auch nervig, diese Wettkampffahrerei, warum muss man das immer in irgendwelchen Sporthallen in irgendwelchen Dörfern machen, in die man nur per Auto kommt. Also 30 Minuten in gleißender Sonne durch Gegend gefahren. Felder blabla, Mais blabla, Lärmschutzwände blabla, Umgehungsstraße, Einfallstraße, Wohngebiet, Sporthalle, Kind abgesetzt, das ganze Retour.

    Zu Hause Herrn N angetroffen, der rasch zwischen zwei Konzerten (Rammstein in Wien und Metallica in Mannheim) dazu kam, in Bad Offenbach ein Spiegeleibrot zu verschlingen. Dann war er wieder weg. Ermattet setzte ich mich wieder in den Schaukelstuhl.

    Es drängten Tätigkeiten. Die Einkäufe von letzter Nacht waren noch nicht verräumt, die Spülmaschine nicht ausgeräumt, ein Berg Wäsche vorhanden und ich fahre morgen weg, auf ein zweitägiges Seminar, dafür muss ich das Gepäck vorbereiten (weil natürlich wieder alles knapp wird, morgen ist ja noch Arbeit und hin und her und dann Zug und so weiter) und eigentlich wollte ich mich selbst auch noch vorbereiten. Mental, Sie verstehen. Dann war da die Zucchini, mit der sollte auch noch zumindest zur Hälfte etwas passieren und ich wollte Essen kochen, um es später essen zu können. Aber alles so anstrengend wegen Sommer.

    Endlich raffte ich mich auf, aß meditativ ein großes Stück der Zucchini roh, um ihren Geschmack und damit Eignung für unterschiedliche Gerichte zu überprüfen. Hervorragend. Sie schmeckte mild und nussig und frisch, ideal für einen Mandel-Limetten-Zucchinikuchen mit Zuckerguss. Den machte ich, er kam in den Ofen, gleichzeitig lief die Wäsche und die nächste Spülmaschinenladung und kochte ein Karotteneintopf auf dem Herd, der war ja schon für vorletzte Woche geplant gewesen, die Karotten waren langsam fällig.

    Allerdings rief kurz vor Fertigstellung das Kind an. Offenbar wurde schneller geturnt als sonst, jedenfalls sollte ich sofort zum Abholen losfahren. Das konnte ich gut verstehen, in dem Dorf ist ja nix und die anderen Mütter (Väter nicht mitgemeint, es sind immer ausschließlich Mütter) waren zwar vor Ort geblieben (hüstel), eine Mitnahmeabsprache hätte aber nichts gebracht, weil alle wieder um in ganz andere Dörfer in der anderen Richtung müssen. (an dieser Stelle vielfältige Flüche vorstellen).

    Ich schaltete also alle Geräte aus, hoffte, der Ofen würde den Kuchen mit der Restwärme fertigbacken und fuhr dann noch einmal 30 Minuten in die eine Richtung und dann 30 Minuten wieder denselben Weg zurück, kurz vor der Haustür bekam M unglaublichen Appetit auf einen veganen Burger und ach, ich kenne das selbst, wenn man einen Jieper auf was hat, hilft was anderes nicht viel. Wir drehten also noch einen Extraschlenk, holten Burger, fuhren dann nach Hause. Kuchen aus dem Ofen (ist trotzdem gut geworden), Guss drauf, wieder ermattet in den Schaukelstuhl.

    Zwischenzeitlich war die Erledigungssituation sogar einigermaßen bedrohlich geworden, es war ja nun fast 21 Uhr und immer noch so gut wie alles ungelöst. Hinzu kam, dass M plötzlich einfiel, dass sie sich ja natürlich und schon immer sehr zum Geburtstag ein Rennrad wünscht, bzw. ein halbes, die andere Hälfte würde sie von Erspartem finanzieren, und das eigentlich gern jetzt sofort online eingekauft hätte, so dringend war es plötzlich. Haben wir nicht gemacht, aber es ging auch nochmal genug Zeit damit drauf, zu erklären, warum nicht.

    Eine gute Stunde weiter ließ sich nun wirklich nichts mehr aufschieben. Jetzt ist der Möhreneintopf tiefgefroren, die Küche sauber und die Einkäufe verräumt, die Wäsche gemacht, die Reisetasche gepackt, der Kuchen halb gegessen. Mental vorbereitet bin ich nicht, aber vielleicht wird das auch überschätzt.

    November seit 4985 Tagen

    Letzter Regen: 16. November 2019, 21:15 Uhr