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    Mittwoch, 15. März 2017
    Sachen

    Es sind merkwürdig entspannt-heitere Tage.

    Morgens begrüßte uns ein Stromausfall im gesamten Innenstadtbereich und auch im Büro. Das kommt mal vor, nur haben wir - durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, von denen aber glücklicherweise kein einziger in meinem Verantwortungsbereich liegt - im Serverrraum nicht, wie normal, eine Notstromversorgung für 18 Stunden, sondern nur für 28 Minuten. Das reicht noch nicht einmal aus, um alles ordnungsgemäß herunterzufahren. Während wir noch mit der verantwortlichen Abteilung an der USA-Westküste konferierten, ob wir wenigstens teilweise ordnungsgemäß herunterfahren oder auf Glück hoffen und gar nichts machen, kam der Strom zurück. Also alles gut soweit. Und sogar noch besser: die Behebung des Problems, auf die ich, seit ich vor ein paar Tagen davon erfuhr, dränge, wird jetzt wohl zügig verlaufen.

    Dann lernte ich in einem Hotel bei einem beruflichen Treffen die Leiterin der Eventabteilung kennen und sie war so rundum nett und sympathisch dass ich beinah einfach "wollen wir nicht Freundinnen werden?" gefragt hätte.

    Und noch ein sehr freundlicher Taxifahrer auf dem Hinweg, der mir Hintergrundwissen zu Buchungen verriet. Und nach dem Termin im Hotel, als der Hoteldings (wie heißen die Leute, die draußen vor dem Eingangstehen und die Autotüren aufhalten?*) dann von der Straße ein Taxi heranwinkte war es wieder genau derselbe Fahrer wie auf dem Hinweg war. Unter rund 1700 Frankfurter Taxifahrern. Völlig verrückt.

    Im Aufzug blieben wir kurz stecken - eine Nachwirkung des Stromausfalls -aber wirklich nur ganz kurz, dann ging es schon weiter.

    Und zu Hause ein krankes Kind, aber nicht so krank, dass man sich Sorgen macht, nur krank genug für verwöhnende Gemütlichkeit und Füßchenkraulen auf der Couch.

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    *Portier heißt das, wurde mir per Mail souffliert. Dankeschön.

    Dienstag, 14. März 2017
    Höllenfahrt

    Heute im Aufzug des Rapunzelturms, als ich von oben nach unten fahren wollte, kam im letzten Moment noch jemand angerannt, ich hielt die Tür auf, der hielt die Tür noch zwei weiteren auf und dann geschah es: ich dachte, jetzt ist es endgültig passiert und meine Aufzugsfreundlichkeit hat mir das Genick gebrochen. Die drei Personen, die einstiegen, waren nämlich die hässlichsten Menschen, die ich je gesehen habe.

    Ich behaupte ja gerne, niemand ist wirklich hässlich, wenn man genau hinschaut. Möglicherweise muss ich das revidieren, jedenfalls hat 24 Stockwerke hinschauen heute Nachmittag nicht ausgereicht, um etwas Schönes zu entdecken. Wundern Sie sich nur. Ich weiß auch nicht, wie sowas geht. Jedenfalls erschreckte ich mich fürchterlich und bildete mir einen Moment lang ein, der Aufzug würde nicht ins Erdgeschoss fahren sondern direkt weiter runter in eine irgendwie geartete Hölle im Erdkern, der diese drei Gestalten wohl entsprungen sein mussten und in der sie mich wohl jetzt sehr bald, wenn die Aufzugsfahrt endet nämlich, auffressen würden.

    Ich tat also, was ich in solchen Situationen immer tue, auch zum Beispiel wenn mich wer in der Bahn blöd anstarrt. Ich schloss die Augen. Als der Aufzug aufsetzte blinzelte ich vorsichtig. Doch nur Erdgeschoss.

    Montag, 13. März 2017
    Wieder

    Zu müde für alles, aber ein wohliges Müde, eins bei dem ich mich auf die Bettdecke und das Kopfkissen freue und gleich nach dem Hinlegen in einen weichen, ruhigen Schlaf sinken werde, unaufregend und maximal etas heiter träume und am nächsten Morgen kurz vor dem Wecker ausgeschlafen bin.

    Sonntag, 12. März 2017
    Reicht nicht

    Da sitze ich den ganzen Tag an wechselnden Orten und lese, mache sonst so gut wie nichts anderes, aber es ist nicht genug, es reicht einfach nicht, ich möchte noch ein paar Tage - vielleicht drei oder vier - einfach nur weiterlesen.

    Samstag, 11. März 2017
    Leergut-Tänzer

    Das einzige Lustige beim Einkaufen heute war der Mann, der - mit mehreren Tüten Leergut beladen - alle drei Rückgabeautomaten gleichzeitig benutzte. Die Tüten hatte er strategisch in der Mitte aufgestellt, entnahm immer drei Flaschen auf einmal, schob in schneller Abfolge mit einer halben Drehung in jeden der über Eck angeordneten Automaten eine, drehte sich dann im selben Schwung weiter zurück zur Tüte und begann von neuem.

    Leider schaute er kein einziges Mal auf und ging auch nach vollbrachtem Werk geduckt weg, so als ob er schon voraussetzen würde, für die Blockade aller Automaten angemeckert zu werden. So konnte er meine bewundernden Blicke nicht sehen.

    November seit 4168 Tagen

    Letzter Regen: 21. August 2017, 22:34 Uhr