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    Samstag, 9. November 2013
    Blogging November - 739

    Es ist nun klar: das Rätsel der Herren Igel I und II werde ich nicht mehr lösen können. Denn Mademoiselle hat auf langen und drängenden Wunsch hin den Sportverein gewechselt.

    Im neuen Verein ist alles außerordentlich gut organisiert. Es laufen keine kleinen Geschwisterkinder oder Haustiere plötzlich ungeplant in die Halle, statt Müttern in bunten Wallegewändern holen meist Anzugväter die Kinder ab und die Trainer kommen, wenn die Kinder sich umziehen, zu den Eltern, um über den jeweiligen Leistungsstand zu berichten. In Bezug auf das Kind mache ich mir keine Sorgen, aber bin mir noch nicht sicher, wie ich selbst mich da einleben kann.

    Und einen Treppenabsatz über dem Geländer gibt es dort auch nicht, statt dessen ganz schnöde Tisch und Stuhl. Das ist schon etwas schade.

    Donnerstag, 7. November 2013
    Blogging November - 738

    20.

    Ich spüre die Last der Verantwortung.

    (chrchr)

    Erinnern Sie sich an dieses Gefühl, wenn man abends kurz vor Einbruch der Dämmerung das Haus verließ, zusammen mit zwei, drei Freunden, nur mit einer Handvoll Kleingeld in der Hosentasche und keiner Sorge außer der, in welche Richtung man nun die Straße hinuntergehen sollte, um hinter der nächsten Ecke die nächste aufregende Sache zu erleben?

    Heute ist das ja irgendwie anders. Da hat man mindestens mal eine Tasche dabei und darin unzählige Utensilien, auf die man nebenher achten muss. Und man hofft, dass gerade keine aufregende Sache hinter irgendeiner Ecke lauert, danke vielmals, man hat doch echt genug um die Ohren ohne weitere aufregende Sachen. Denn man muss das Kind pünktlich abholen/am nächsten morgen früh raus/mit einem Einschreiben zur Post, bevor die zumacht/eine Sache vor der Deadline wegschicken. Immer wartet noch irgendwer oder irgendwas, immer gibt es etwas zu erledigen, immer gibt es Pläne.

    Oder man könnte auch so sagen: Es ist bisweilen anstrengend, etwas zu verlieren zu haben.

    Mittwoch, 6. November 2013
    Blogging November - 737

    19.

    Ich mag Menschen.

    Ich finde sie einfach unglaublich interessant. Was treibt sie an? Warum erfinden sie Dinge wie Laubbläser? Wie kommen sie auf die Idee, der Sitzplatz neben ihrem würde ihnen auch gehören? Welche merkwürdigen Vorerfahrungen und Gedankengänge bewegen sie dazu, Kaffee mit Süßstoff zu süßen? Das sind doch durchaus spannende Fragen.

    Menschen, die ich nicht kenne, finde ich also normalerweise erst einmal gut. Was ein praktischer Charakterzug an mir ist, denn er erspart mir viel unnütze Aufregerei. Man mag sich nun denken, ob ich dann nicht ständig von Menschen enttäuscht werde, wenn ich sie erst einmal gut finde und dann sind sie hinterher doch so oft blöd. Nein, denn erstens erwarte ich ja nichts von diesen Leuten. Es ist eher so, wie wenn ich früher meinen Mäusen zugeschaut habe: die waren auch immer außerordentlich beschäftigt und versunken in ihre diversesten Tätigkeiten, die außer ihnen selbst keiner nachvollziehen konnte. Irgendwie rührend. Von den Mäusen hab ich nichts erwartet, von den fremden Menschen erwarte ich auch nichts, ich finde sie nur interessant und, naja, irgendwie rührend. Zweitens finde ich sie auch hinterher gar nicht so oft so blöd. Ich bin da recht urteilsfrei. Ich verstehe sie nicht, deshalb frage ich so viel, oft verstehe ich nach der Antwort weniger als vorher, aberm das ist nichts, was mich ärgert. Es fasziniert mich.

    Drei Personen habe ich bisher kennengelernt, die ich von der ersten Begegnung an nicht mochte und denen ich nie den Rücken zudrehen würde. Zwei davon haben sich später als wirkliche Psychopathen entpuppt. Beim dritten warte ich noch darauf und halte ich derweil so fern wie möglich.

    Dienstag, 5. November 2013
    Blogging November - 736

    18.

    Ich verfüge über 15 Lebensregeln, Pe und ich in einem luziden Moment (Silvester - wir waren, glaube ich, 17) aufgestellt haben. Seitdem befolge ich sie und sie haben sich bewährt.

    Ich finde, mit Neujahrsvorsätzen bin ich deshalb für alle Zeiten durch.

    Montag, 4. November 2013
    Blogging November - 735

    17.

    Seit Sommer 2000 koche im Regelfall jeden Tag ein Essen aus frischem Zeugs. Seit Winter 2005 wird ein Großteil des frischen Zeugs vom Gemüsemann zu mir nach Hause gebracht. Ich verwende so gut wie nie Fixprodukte oder Fertigmischungen.

    Auf der anderen Seite esse, ich, wenn Herr N. gemeinsam mit Mademoiselle verreist und niemand bei mir zu Besuch ist, ausschließlich Mirácolo. Nein: morgens gehe ich Frühstücken (allein Frühstücken zu gehen ist für mich der Olymp der Entspannung), dabei esse ich Rührei. Aber den Rest des Tages nur Mirácoli, mittags warm, abends dann auch gern nochmal die Reste kalt. Wenn ich mich verabrede, versuche ich, eine Verabredung ohne Essen daraus zu machen, damit ich mehr Mirácoli essen kann.

    Den Parmesan aus der Packung lasse ich natürlich weg. Der ist eklig.

    Sonntag, 3. November 2013
    Blogging November - 734

    16.

    Ich habe keine bekannte Allergie, aber es kommt ab und an vor, dass ich mich direkt nach einem Essen (oder noch dabei) von jetzt auf gleich übergeben muss. Vorher und nachher geht es mir gut.

    Es liegt nicht daran, dass mir das Essen nicht schmeckt, sondern scheint irgendeine Art von Unverträglichkeit zu sein. Zu Hause ist mir das noch nie passiert, aber sowohl in Restaurants als auch in der Kantine und bei Freunden schon. Meist handelt es sich um Speisen mit asiatischen Gewürzen. Ich hatte längere Zeit Koriander im Verdacht, konnte das aber durch Ausprobieren nicht belegen. Die aktuelle These ist, dass es kein Lebensmittel oder Gewürz an sich ist, das diese Reaktion hervorruft, sondern Rückstände (von Pestiziden o.ä.), zum Beispiel in Gewürzen, auf die ich eben empfindlicher reagiere als andere.

    Samstag, 2. November 2013
    Blogging November - 733

    15.

    Ich bedaure es, nie ganz allein gewohnt zu haben.


    Ich habe erst bei meinen Eltern gewohnt, dann in einer WG, dann bin ich mit Herrn N. zusammengezogen. Am allein wohnen finde ich so attraktiv, dass alles immer genau so ist, wie man es selbst hinterlassen hat und dass niemand mit einem spricht, außer man bemüht sich darum. Das stelle ich mir sehr entspannend vor. Andererseits ist mir natürlich bewusst, dass das allein wohnen auch Nachteile hat, nämlich ziemlich genau, dass alles immer so ist, wie man es selbst hinterlassen hat und dasss niemand mit einem spricht, außer man bemüht sich darum.

    Man sieht, es ist kompliziert. Aber ich hätte es gern einmal ausprobiert.

    Samstag, 2. November 2013
    Blogging November - 732

    14.

    Wenn jemand jammert, überlege ich mir meistens eine Lösung. Es hat viele jahre gedauert bis ich gelernt habe, dass das - aus verschiedenen gründen - so nicht funktioniert. Ich lerne noch, die Lösung dann für mich zu behalten, außer ich werde gefragt.

    Donnerstag, 31. Oktober 2013
    Blogging November - 731

    13.

    Ich spreche nicht über dieses Blog.

    Nicht, weil es der Fight Club wäre oder dergleichen. Eigentlich aus keinem speziellen Grund. Ich finde nur Gespräche darüber nicht interessant. Generell langweilt mich die Metaebene, ich mache mir keine Gedanken darüber, warum das hier so ist, wie es ist, deshalb gibt es darüber auch nichts zu sagen.

    Mittwoch, 30. Oktober 2013
    Blogging November - 730

    12.

    Ich kann einfach nicht mit Zahlen.

    Beispielsweise sieht man an der Überschrift, dass mir irgendwo neulich wohl rund 130 Tage* "abhanden" gekommen sind. Ich muss bei den Geburtsjahren meiner Geschwister sehr nachdenken, ich weiß nicht, wie viel Geld ich verdiene und auch nicht auswendig, wie viele Mitarbeiter ich habe. Wenn ich im kleinen Einmaleins etwas rechnen muss, zähle ich heimlich mit den Fingern mit, wenn ich in einen Zug einsteigen will, kann ich mir nur die Waggonnummer merken, drinnen muss ich den Sitzplatz dann nochmal nachschauen. Ich kenne von meinen Freunden die Hausnummern nicht, Telefonnummern sowieso nicht (ich kann sie aber nach Gehör wählen!) und meine eigene Bankverbindung weiß muss ich auch jedes Mal nachschauen. Gestern hatte ich im Restaurant eine Rechnung über 29 Euro, gab 52 und sagte großzügig "bitte 30 zurück". Und bekam sie auch, Himmel, ich kann zwar nicht rechnen, aber die Leute tun, was ich sage.

    Zahlen interessieren mich einfach nicht, sie sagen mir nichts und ich kann sie mir deshalb überhaupt nicht merken. Es erschwert das Kopfrechnen natürlich ungemein, wenn man nach einer Zehntelsekunde die Zahlen, um die es geht, schon wieder vergessen hat. Ähnlich ist es hier: ich schaue auf der Startseite, welche Zahl heute dran wäre, dann klicke ich auf neuer Beitrag und dann habe ich die Zahl leider schon wieder vergessen und rate. Manchmal mehr, manchmal weniger gut.

    Auf dem Papier bin ich mit Zahlen übrigens recht gut, ja, ich bin sogar ein großer Freund des Drei- und Kettensatzes. Noch lieber mag ich es aber, wenn Zahlen durch Buchstaben ersetzt werden. Vielleicht handelt es sich einfach um ein Motivationsproblem.


    _____________
    *Sehen Sie, schon wieder. 113 müssten es (glaube ich) sein, ich konnte mir die Zahl leider nicht lange genug merken, bis ich sie aufgeschrieben hatte. Sie klang aber ähnlich...

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