Mademoiselle: Mama - Gott passt auf uns auf, oder?
Frau N: mhmmrrmm...joaa...mhmmm...
Mademoiselle: Und Gott hat die Welt erschaffen, gell?
Frau N: mhmmm... also, der Gott in der Bibel...
Mademoiselle: Und den Himmel auch.
Frau N: mhm
Mademoiselle: Und, Mama: wer hat Gott erschaffen?
(Und das mir... da sind mir die Aufklärungsgespräche ja fast lieber...)
Für die Chronik: erster Splitter 2009 am 9. Januar, Zeigefingerkuppe rechts, verursacht durch Auffangen eines (selbst) zu Boden gerissenen Kaktus knapp vor Aufprall. Die Reflexe stimmen also noch.
Eigentlich war ja 2008 das Jahr der Splitter. Beginnend mit einem Glassplitter im Fuß, der von der auf dem Balkon zerschellten Bierflasche stammte. Denselben Splitter hatte ich dann nochmal im anderen Fuß und in der Hand, womit belegt ist: das Haus verliert nix.
Dann ging nochmal eine Flasche auf dem Balkon kaputt und so ging das Jahr also weiter. Später, im Herbst, pflückte ich viele bunte Beeren fürs Kind aus dornigen Hecken und die Kletterburgen auf den Spielplätzen sind auch nicht mehr so glatt wie früher mal.
Sämtliche Splitter entfernte ich 2008 übrigens durch geistesabwesendes Knibbeln während Telefonaten mit Frau V. Der von gestern ist noch drin.
Lüge des Jahres 2008:
Kind, die Nordmanntannen nadeln nicht!
Heute Nacht geträumt, ich hätte mich irgendwie in die Situation gebracht, vor großem Publikum an einem Stufenbarren in 3,60 m Höhe zu "You took the words right out of my mouth" (Meat Loaf) ganz spontan etwas Nettes vorzuführen.
Also, bis man den ganzen Krempel, den man zum entspannten Kranksein braucht, auf dem Couchtisch geschleppt hat, ist man echt schon wieder gesund!! Oder zumindest ist der Tee kalt. Oder man hat ihn ausgetrunken und muss wieder aufstehen und aufs Klo. Was für ein Stress!
Immer noch etwas beleidigt, dass es meinen Jahresrückblick über Schnecken, Schuhmacher, Splitter und LKW-Duschen hier weggewutscht hat.
Silvester war dafür inklusive An- und Abreise sehr gelassen, was möglicherweise schon ein Wunder an sich ist. Die Heizung im Zug war kaputt, aber die Zugbegleiter (heißen die so oder verwechsele ich das mit dem Flugzeug?) überschlugen sich vor Freundlichkeit und servierten kostenlose Heißgetränke. Sowieso sind die, die ich antreffe, immer so nett, auch so ein kleines Wunder, denn wenn ich beim Unternehmen-des-Grauens tätig wäre, über das keiner auch nur versehentlich ein gutes Wort verliert und dessen Name für täglich bewiesene Inkompetenz steht - hm, ich weiß gar nicht, ob ich den kläffenden Kunden immer so munter und entspannt begegnen könnte. Möglicherweise härtet man ja ab weil man weiß: das geht auch alles noch viel schlimmer, und auch genau hier und ziemlich oft. Sehr verwunderlich jedenfalls, diese netten Menschen, und richtig schön.
Oder vielleicht bin ich auch etwas wunderlich, dass ich mich mehr darüber freue als über die kaputte Heizung ärgere. Kann ja auch sein, dass das nicht der Blick fürs Detail ist, für das vierte Blatt am Klee, sondern eine dumme rosa Brille und ein ich-mach-mir-die-Welt-Gesummsel. Könnte sein. Mir doch egal.
Ansonsten hat das Neue jetzt noch nicht weltbewegend was Unerwartetes gerissen. Schinkennudeln schmecken - keine große Überraschung - nach Männeressen und im Rapunzelturm ist auch alles wie immer. Ich bleibe aber auf der Hut, Jahresanfänge sind ja bekanntlich nicht meine Sache. Insbesondere werde ich in 10-14 Tagen nach kleinen Pöckchen am Kind Ausschau halten...
Was weg is is weg.
1000 Tage Regen.
Kommt mir gar nicht so lang vor :-)
Frau N: Wie läuft denn der Englischunterricht?
Rapunzelzwerg: Das bringt gaaaaaaaaanix, der Lehrer ist doooooof, ich hab da nix voooooon, Zeitverschwenduuuuung...*rabääääh* *rabäääääh* *rabäääääh*
Frau N: Oh, schade. Dann lass ich Sie zum Jahresende rausnehmen, okay?
Rapunzelzwerg: Äh. Kann ich darüber ne Nacht schlafen??
"Ich war gerannt, und dann, und dann musste Emma die fangen als ich gerannt war, uuuuuund, Elisa hat uns beide angefeuert, und dann war es andersherum. Ich hab gehalten und die Elisa musste fangen und die Emma hat uns, hat uns beide angefeuert. Mit der Siegerehrung haben ich, Emma und Elisa diese Sachen gekriegt. Diese Sachen, die ich bei Dir eins gekriegt habe. Du hast ein bisschen verloren, aber nicht viel, okay, Tina? Milan hat ganz verloren. Viel verloren. Bei der Siegerehrung, da war Milan auf der dritten Stufe, und ich, Du, und Emma und Elisa waren auf der ersten Stufe. So war das. Auf der zweiten waaaaaaaaaar: Aylin. Und Emma hat auch meine Schleife wiedergefunden, meine erste Schleife. Siehst Du. Meine erste Schleife, die violette, die hatte ich mit im Kindergarten und dann hab ich die beim Pfannkuchenlauf verloren und dann hat Emma die heute wiedergefunden. Okay? Und jetzt nix mehr mit Pfannkuchenlauf."
Fürs Kind Apfelmus-Crêpe auf dem Weihnachtsmarkt gekauft, für 2 Euro. Crêpes-Trulla sagt: "Mh, das Apfelkompott ist etwas säuerlich, ich mach da noch was Zucker drauf, ok?" und streut schon los. Verlangt dann 2,50 wegen extra Zucker.
In milder Weihnachtsstimmung mache ich kein Gezicke, reiche zwei einzelne Euro und einmal fünfzig Cent und male mir lediglich in Gedanken aus, wie die Trulla sich für die fuffzich Cent irgendwas mit Nüssen kauft, gegen die sie allergisch ist, und langsam qualvoll daran erstickt und erst Wochen später verrottet aufgefunden wird.
In milder Weihnachtsstimmung mucke ich auch nicht auf, als sie mir irritierenderweise einen Euro Wechselgeld reicht. Gebe das Geldstück an das Kind weiter und sage, es könne damit ja Karussell fahren.
Das Kind hat keine Lust auf Karussell, findet aber den Mann mit dem Akkordeon toll und wirft ihm den Euro in die Mütze.
Der Mann mit dem Akkordeon bedankt sich - und geht Crêpe kaufen.

