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    Dienstag, 13. Januar 2009

    Mademoiselle: Mama - Gott passt auf uns auf, oder?
    Frau N: mhmmrrmm...joaa...mhmmm...
    Mademoiselle: Und Gott hat die Welt erschaffen, gell?
    Frau N: mhmmm... also, der Gott in der Bibel...
    Mademoiselle: Und den Himmel auch.
    Frau N: mhm
    Mademoiselle: Und, Mama: wer hat Gott erschaffen?

    (Und das mir... da sind mir die Aufklärungsgespräche ja fast lieber...)

     
    "Mhmmmm...joaa...mhmmmm.." Sehr diplomatisch. :)
     
    Es traf mich sozusagen aus heiterem Himmel ;-)

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    Es gibt Gespräche, die sollte Kind lieber mit Papa führen... };-)

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    Da schwingt so eine leichte atheistische Grundhaltung mit. Natürlich total versteckt. Mag ich. ;-)
     
    gar nicht! alle theologen haben sich mit dieser frage beschäftigt und alle philosophen. und keiner hat sie lösen können. genauso wie all diejenigen, die sich am existenzbeweis oder am gegenteil versucht haben.

    ich persönlich mag die aristotelische lösung: die idee von unbewegten beweger. weil auch die stoff-form-theorie, die bei aristoteles dazu gehört, gut ins biblische bild mit der erschaffung des menschen und dem einhauchen des göttlichen atems passt. naja, da schlägt dann die literaturwissenschaftlerin wieder durch. ;)

    liebe frau novemberregen, willkommen im theologischen seminar. ;)
     
    Die Gretchenfrage also? Atheismus trifft es nicht so ganz. Bei mir ist es eher Agnostizismus und das Kind, nunja, zwischen Osterhase, Weihnachtsmann, Urmel, Lillifee, Löwen im Wohnzimmer und unsichtbaren Mitbewohnern namens Munni und Milan ist es schwer, eine religiöse Glaubensfrage stichhaltig zu beantworten, denn hier ist es ja grundsätzlich noch recht unklar und auch sehr eine Frage des Zeitpunktes, was nun (gerade) existiert und was nicht.
    Schwierig ist: Ich will dem Kind ja nichts einreden, schon gar nicht etwas, das ich ihm nicht konsequent vorleben kann oder will. Ausreden will ich ihm aber auch nichts. Im Kindergarten ist der liebe Gott eine feste Größe. Das finde ich auch ok, weil es doch ein schöner Gedanke ist, dass der aufpasst und auch, weil die Werte und die Ethik, die hinter den Religionen die ich so kenne ,stecken, von mir gebilligt werden. Ganz pragmatisch: wenn sich jemand an die 10 Gebote hält, finde ich das gesellschaftlich prima. Und dass das Wissen über Religionen (Plural, da tatsächlich nur zwei der ganzen Kinder der offiziellen Kindergartenreligion angehören und das Ganze daher sehr ökumenisch abläuft) zur Allgemeinbildung gehört, kommt auch noch hinzu.
    Es bleibt also eine Grauzone, eine nicht ganz unspaßige außerdem. Etwa neulich bei der U8:
    Kinderarzt: Mal mal ein Kreuz
    Mademoiselle: (malt Kreuz) Jesus kann ich aber nicht!

    ;-)
     
    Nunja, Bibel und Kirche, das ist ja auch alles von Menschen gemacht. Man darf dabei nicht unterschätzen, wie sehr die dahinterliegende Botschaft zu Machtzwecken missbraucht und oft genug verändert wurde. Die 10 Gebote z.B. darin heißt es ja "Du sollst nicht töten" Tatsächlich aber hieß es, Du sollst nicht morden und in anderen Regeln, die Gott angeblich Moses gegeben hatte, stand nämlich geschrieben, dass eine Frau, die Ehebruch bgangen habe, zu steinigen (ergo töten) sei. Ein anderes Beispiel ist das Gebot "Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben". In unserer Übersetzung klingt das schon nach "der einzige Gott" in der Originalfassung (angeblich) eher nach dem Motto "Ich bin der Chefgott!" und tatsächlich hatten die Juden des alten Testaments wohl noch eine ganze Weile auch durchaus andere Götter, die aber eben nicht auf derselben Stufe wie Jehova stehen durften. Was ich damit sagen will? Ich hab den Faden verloren... ach so, dass man eben nicht unbedingt alles wörtlich nehmen sollte, was die Bibel oder gar die Kirche sagen. Dass diese Welt nicht in 7 Tagen erschaffen wurde, dürfte beispielsweise selbst der Orthodoxeste inzwischen einfach mal glauben...

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    Wie sag ich's meinem Kinde
    Das Thema finde auch ich ein äußerst schwieriges. Und Aufklärungsgespräche, ja, die sind tatsächlich leichter, schließlich weiß man da wie's geht. Aber die Sache mit dem Glauben, tja, da ist man ja eigentlich auch niemals wirklich gezwungen, genau in Worte zu fassen, woran und ob man überhaupt an etwas glaubt. Bis dann eben so ein Knirps vor einem steht, für den man die Verantwortung trägt, und dem man eigentlich immer gern die Wahrheit erzählen möchte über die Welt und auch darüber, was man selbst so denkt und glaubt. Ja, dann muss man das alles dann doch mal hinterfragen. Allerdings bin auch ich noch nicht wirklich zu einem schlüssigen Ergebnis gekommen dahingehend. Und daher gibt es auch im Hause Vau ausweichende, ungenaue und sich teilweise widersprechende Antworten auf die glaubensspezifischen Kinderfragen. Und teilweise beantworten sich die Kinder ihre Fragen dann auch eben selbst.

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    oh, boeses thema. zum glueck darf ich noch ein wenig verdraengen, muss aber schon jetzt permanent verteidigen, warum ich nicht schon mit 6 monaten taufen lassen will... das letzte mal war ich wohl bei der eigenen taufe in der kirche. der beebiepapa genauso. und wir beide halten es so: wir sind nicht unglaeubig, wir sind nicht so interessiert. mit anderen worten: wir sagen ja nicht, dass es gott nicht gibt. wir sagen allerdings auch nicht, dass es ihn doch gibt. das ist aber auch nicht so schlimm, da fuer unser leben egal. aber das ist natuerlich gar kein ansatz, den man einem kleinen kind erklaeren kann... seufz!

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