Gestern offenbar den "ich-weiß-es-und-sags-weiter" Gesichtsausdruck gehabt. Anders ist es kaum zu erklären, dass ich in den acht Minuten, die ich an zentralem Punkt auf eine Freundin wartete, kompetent auf die Fragen "tschulligung ist hier ein Fielmann in der Nähe?" (nein, aber ein Apollo), "tschulligung wo ist P&C?" (geradeaus und nach ca. 200m auf der linken Seite), "tschulligung ist hier außer diesem McD noch einer?" (ja, gleich da vorne rechts, sehense nur wegen der ganzen Leuten nicht), "tschulligung ich bin hier an der Station bei Kaufhof verabredet aber hier ist ja gar keiner??!" (nein, der ist eine Station weiter, entweder zu Fuß 3 Minuten oder jede beliebige Bahn Richtung HBF), "tschulligung ist hier nicht diese Straße mit dem ganzen Essen?" (noch nicht, immer weiter gerade aus, ca. 10 Minuten gehen) antwortete.
Ortskundige werden nun recht genau wissen, wo ich gestern abend von 18:55 bis 19:03 stand.
Zwei verschiedene Pärchen hab ich auch noch (auf deren Wunsch hin) fotografiert. Man muss die Zeit ja effizient nutzen. Nur bei dem alten Mann, der mich ohne Umschweife mit "KAUFHOFFF????" anblaffte wurde ich maulfaul und zuckte die Schultern.
Das nächste Mal nehme ich mir eine orangefarbene Weste mit und schreibe "Auskunft" drauf.
Am Tag bevor die Putzfrau kommt, wird bei Novemberregens aufgeräumt. Dies nicht, damit die Frau einen guten Eindruck hat, sondern damit es ihr möglich ist, zu putzen.
Eben räumte ich meinen Nachttisch (Ablagefläche ca. 40x40 cm) auf. Auf den Nachttisch gehört eine kleine Lampe, eine Kleenex-Box, ein Wecker und Bücher, derzeit exakt 13. Was sich dort seit dem letzten Putzfrauenbesuch (vor nicht ganz einer Woche) ansammelte, ist das Folgende:
2 Schnuller, 2 Haarbänder von mir, 2 Haarbänder vom Kind, eine Haarspange von mir, eine Haarspange vom Kind. Ein gekauter Kaugummi. Tesafilm und Kugelschreiber. Drei Kastanien. Zwei Pixi-Bücher. Mandarinenschale. Ein Fieberthermometer und ein leeres Milch"fläschn". Der Deckel einer Kürbislaterne. Eine angetrocknete Hagebutte. Ein Glassteinchen und zwei Eier der Henne Berta. Eine leere und unbenutzte Tasse, ein Kindersöckchen.
Immerhin nichts wirklich Ekelhaftes. Und alles gestapelt auf 40x40. Der schiefe Turm Bad Offenbachs befindet sich in unserem Schlafzimmer.
Was haben Sie auf Ihrem Nachttisch??
Der Gemüsemann stellt das Zeug in der Garage ab, Herr N. ist auf Reisen und dieser hier erfüllt in keinster Weise die Erwartungen:

Was bleibt einer Frau außer Bier?
Bis vor ein paar Jahren träumte ich häufiger, ich sei auf einer Party oder ähnlichem, jedenfalls unter teilweise bekannten und unbekannten Leuten, mit denen ich auch fleißig kommunizierte. So weit, so gut, nur trug ich dabei einen Pyjama und lag im Bett. Dies versuchte ich allerdings durch betont unbefangenes Verhalten und winklige Kommunikationsschachzüge zu vertuschen was mir - wie ich überzeugt war - auch gelang. Erholsam waren diese Nächte trotzdem nicht.
Das fiel mir ein, als ich eben spülte und dabei aus dem Fenster in den dunklen Hof sah und erklärte, dass es nicht unordentlich ist, nein, gar nicht, sondern einfach nur bewohnt, hier wird nämlich gelebt, das ist eine Wohnung und kein Museum, und überhaupt! Genau so ist es!! War allerdings niemand da, der meiner kleinen Ansprache hätte zustimmen können. Widersprechen allerdings auch nicht, und somit ist ja dann eigentlich alles in Ordnung.
Mademoiselle: Der A. hat heute die E. geschlagen.
Frau N: Ah. Und dann? Hat die dann geweint?
Mademoiselle: Nö.
Frau N: Ah. Und was dann?
Mademoiselle: Der A. schlägt ja immer die kleinen Kinder
Frau N: Ah. Schlägt der dich auch?
Mademoiselle: Nö.
Frau N: Ah. Warum nicht? Du bist doch auch klein.
Mademoiselle: Weil ich gesagt hab, wenn der mich schlägt, fahr ich den mit dem Fahrrad über. Vorwärts und rückwärts. Dreimal! Weil ich drei bin.
Frau N: Ah. Aber jetzt bist Du doch vier. Fährst du den dann viermal über?
Mademoiselle: Nö. Das wär ja gemein. Viermal ist zu viel.
Frau N: Ah.
[Denkpause]
Mademoiselle: Einmal zu viel wäre das, gell Mama?
Ts.
Hab ich ne Besucherin da und die lobt ganz explizit den Empfang unten an der Garage. Ganz toll und mit Namen und so professionell und überhaupt wäre sie noch nirgendwo so zuvorkommend behandelt worden, seit immer.
Ruf ich beim Chef vom Sicherheitsdienst da unten an, um das weiterzugeben. Kann man ja mal machen, wenn da jemand gute Arbeit tut.
Sagt der zu mir ganz genervt: "Ja, Frau N. und wat wollense jetzt von mir??"
Sag ich: "Dass Sie in ihrem Gehirn vermerken, dass da jemand gute Arbeit macht, sonst nix."
Legt der auf.
Ts.
Heute Nacht geträumt, ich hätte vom Hof aus Sterne geguckt. Orion zog plötzlich noch eine Kutsche und ich konnte das ganz genau erkennen. Außerdem gab es schräg über den Garagen das Sternbild Pfau (in Farbe) und über dem Haus das Sternbild Regenbogen (nicht in Farbe).
Sehr, sehr schön war das.
Die Zitronenlimo aus dem Penny trinke ich jetzt vor dem Schlafengehen öfters.
Eben auf dem Weg zum Kindergarten (2km):
- 3x angesprochen worden, dass es viel zu gefährlich ist, ein Kind auf dem Gepäckträger zu transportieren, davon 2x mit Belehrung, dass es dafür extra Kindersitze gibt
- 2x angesprochen worden, dass Kaugummi so früh morgens für Kinder aber nicht gesund ist (davon 1 Dame dem Fahrrad extra ein Stück hinterhergerannt!)
- 1x angesprochen worden, dass die bunte Alugeburtstagsgirlande um den Hals das Kind sicher irgendwie piekst
- 1x angesprochen, dass das Kind nun krank wird weil ohne Jacke viel zu frisch
(Übrigens alle Ansprechenden weiblich, geschätzt um die 50 und in Kostüm oder anderweitig schick. Was ist das mit denen? Werd ich auch so??)
Manchmal dachte ich morgens: früher ging das schneller, mit dem Föhnen. Das Verfahren ist gleich geblieben: Kopf nach unten halten, Föhn drüber, ab und zu schütteln, warten bis fertich. Es ist unwahrscheinlich, dass mein Haarvolumen sich deutlich erhöht hat. Der Verdacht liegt nah, dass die Föhnleistung im Laufe der Zeit nachließ.
Funzeliger Geruch ab und zu. Aber selten.
Klingt der irgendwie anders?
Immer öfter: Wenn ich das Gerät zwischendurch ausschaltete weil mir irgendwas deutlich Wichtigers als Föhnen einfiel (Nebenbemerkung: der schnurlose Föhn sollte dringend bald erfunden werden!), blockierte es beim Wiederanschalten wegen Überhitzung.
Einmal, abends, der Gedanke: man sieht hinten gar kein orangefarbenes Leuchten mehr.
Heute morgen im Bad: Der Föhn hat vorn so einen Volumenaufsatz. Den hab ich aber nie drauf, wegen zu krempelig, und außerdem fiel der immer ab. Heute morgen fiel auch was ab. Erster Gedanke von mit geschlossenen Augen kopfüber unter den Haaren: Volumendingensda ist doch gar nicht... Blick fällt dann auf ein silbernes Teil auf dem Badezimmerboden. Sieht aus wie das Haarnetz der Playmobilprinzessin in silber und sehr groß. Wird als rückwärtige Abdeckung des Föhns identifiziert. Darunter findet sich ein graumeliertes Läppchen, rund, so ähnlich wie ein flaches Puderschwämmchen, Farbe und Struktur ähnlich derer von Umzugsabdeckdecken. Schön weich. Bastele das Läppchen wieder dran, ist sicher wichtig, Schutzabdeckung oder so, und das Pseudo-Haarnetz auch.
Heute morgen in der Bahn beim Musik hören und Krimi lesen: krk-klack klackklackklackklack KLONK rrattattatklack brrp. klick.
Kennen Sie das, bei Solitair am PC, wenn man alles sortiert hat und die Karten so wegbrrrrrrrrrpen? Und dann durch die Gegend springen? So ein bisschen so. Aber eher wie ein komplizierter Türmechanismus mit vielen Bolzen, Riegeln, Kugeln. Die plötzlich alle an den richtigen Ort klacken. So dass man weiß - man weiß es. Man denkt gar nicht, vermutet nicht, überlegt nicht, man weiß. Sicher. Und zwar: "das passt". Man weiß es. Muss nicht ausprobieren. Die Tür ist auf.
Der Föhn mal als sehr vereinfachtes Beispiel für einen Prozess, der mir immer wieder begegnet. Unmöglich, Einfluss zu nehmen. Irgendwann hat der Hobbypuzzler in meinem Kopf genug Teilchen gesammelt, wurschtelt vor sich hin (während ich mich mit etwas ganz anderem beschäftige) und schiebt mir dann ein fertiges Bild vor die Augen von dem ich nichts zu ahnen glaubte und das ich auch nicht immer überhaupt sehen möchte. Kann ich doch nun heute nachmittag eine dicke, graue Staub-und-igitt-Schicht von einem darunter vermuteten dünnen Fließ des Föhns kratzen. Statt mich irgendwann einfach gelinde zu wundern, warum der nicht mehr funktioniert, und einen neuen zu kaufen.
(Ich kann natürlich trotzdem einen neuen kaufen. Aber nicht mit derselben Unbefangenheit, denn ich weiß ja, ich könnte den alten entstauben. So ist das meistens. Wissen ist schlecht für den Seelenfrieden.)

