In der Küche auf zwei Motten gestoßen, die hungrig herumflogen, jedoch an nichts drankamen. Hehe.
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Mich mit Freude der Funktion von Outlook erinnert, die verhindert, dass eine Mail weitergeleitet oder gedruckt werden kann.* Das Risiko, dass der Empfänger "kommen Sie mal an meinen Bildschirm und gucken Sie das an - ich glaub die war frech zu mir!" kräht, halte ich für äußerst gering. Trotzdem schon im vierten Entwurf, weil mir die Balance zwischen dezidiert draufhauen und Stil wahren heute gerade fremdsprachlich nicht gelingen will. Vielleicht erstmal morgen die Eckdaten zu der Person, mit der ich zu scharmützeln plane, recherchieren darüber schlafen.
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Eines der größeren Rätsel ist für mich dieser Tage der folgende Ablauf: Drei unterschiedliche Personen äußern den Wunsch, dem Kind Kleidung zum Geburtstag zu schenken, und fragen nach der aktuellen Größe. Meine Antwort lautet in allen Fällen "128, bei Doppelgrößen die, in der die 134 enthalten ist". Die Reaktion ist in allen Fällen zunächst Unglaube. Ich lege nach, dass das Kind derzeit 126cm misst und daher alles unter 128 sehr knapp sitzt. Die Personen nicken, ja, das Kind ja sei tatsächlich recht groß. Wenige Tage später schenken alle drei Personen Kleidung in Größe 122. Ich frage mich nun, an genau welcher Stelle die Kommunikation verunglückt ist. Aus wissenschaftlichen Gründen. Und für's nächste Jahr.
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*"Quellen" lassen mich wissen, dass es Möglichkeiten gibt, diese Funktion auszuhebeln, möchten mir Näheres aber nicht verraten. Sollte sich unter den Lesern eine kundige Person befinden, bitte ich dringend um Meldung. Screenshots jedenfalls funktionieren schonmal nicht, auch nicht im Preview-Modus.
Morgens auf dem Weg zu einem Termin festgestellt, dass a) der Rock doch nochmal gut 10cm kürzer ist als ich ihn in Erinnerung hatte und b) ich gar nicht wusste, wo ich überhaupt hin muss. Das hatte ich nämlich alles ganz ordentlich im Kalender abgespeichert, inklusive Wegbeschreibung. Der Kalender war allerdings wegen defektem Blackberry nicht abrufbar.
Zu meiner Erleichterung war ich dann aber doch ortskundiger, als ich mir zugetraut hätte, und die sonst so adrette Dame, mit der ich verabredet war, hatte einen Kaffeefleck auf der Bluse und eine Laufmasche hinten am Bein. Als sie mir schließlich eine ihre General-Magnetkarte zum Öffnen einer Tür gab und diese dann plötzlich nicht mehr funktionierte, war uns das beiden gleichermaßen unangenehm - mir, weil ich vermutlich wieder mal einen Magnetstreifen durch bloße Berührung gelöscht habe und ihr, weil sie davon ausging, mir fehlerhafte Technik vorzuführen.
Nachmittags wegen Sichtung einer Motte alle Küchenschränke ausgeräumt, gewischt und geordnet. Keinen weiteren Befall festsgestellt. Ich weiß trotzdem, wovon ich heute Nacht träume.
Heute war Sprachtag, und zwar so:
Ich weiß nun, warum mir mein „Montag Mittag“ beim tippen immer unterkringelt wird: Verbindungen aus Wochentag und Zeitangabe werden nämlich zusammengeschrieben. Das war mir nun trotz meiner „Dudenzertifizierung“ im Vorjahr wirklich komplett neu. Damit Sie nun genau Bescheid wissen, hier auch noch die Ausnahmen zur Regel: Das gilt nur, wenn der Montag ein Substantiv ist. Ist er ein Adverb (montags), dann auseinander und natürlich klein. Oder, wenn Sie sich für ein Komplettadverb entscheiden, zusammen und klein. Wir haben also Montagabend, montags abends, montagabends. Bei „früh“ und „spät“ ist es dann wieder auseinander: Montag früh oder montags spät. Wir machen das ab jetzt alle richtig.
Und im Duden finden wir das alles unter „Dienstag“. „Mittwoch, vgl. Dienstag“ und “mittags K70: 12 Uhr mittags; aber des Mittags; dienstagmittags; vgl. Abend, Dienstagabend, Mittag.“ Wahnsinn. Ich möchte auch mal einen Duden schreiben.
Dann hatte ich in der S-Bahn ein neues Buch dabei und ärgerte mich beim Aufschlagen, dass es Deutsch war. Ich lese ja lieber originalsprachlich (Verständnis der Originalsprache vorausgesetzt), und hier war einfach der Titel nicht mit übersetzt, so dass ich mich vergriffen verklickt habe. Unverschämt. Aber dann doch ganz toll, denn auf den paar Seiten, die man in 10 Minuten S-Bahn-Fahrt schafft, fand ich gleich zwei nennenswerte Wörter.
Zum einen „fürbaß“ – ewig nicht mehr gehört oder gelesen. Welches Wort da wohl im Original steht? Ein simples „onwards“? Ich werde mir das Buch wohl auch nochmal auf Englisch kaufen müssen, allein um das herauszufinden. „Fürbaß“ kommt jedenfalls von ahd. furbaz und dann mhd. vürbaz. Wenn man das ein bisschen nuschelt versteht man „vorwärts“. Und genau das heißt es ja. Sprachentwicklung findet übrigens in sehr weiten Teilen durch Nuscheln statt, auch wenn das kollektive Nuscheln in der Fachliteratur gern als „Grimm’s Law“, „Deutsche Lautverschiebung“ und „Diphtongwandel“ bezeichnet wird.
Im Buch auch das Wort „Oberlin“. Also nicht der Herr Oberlin, sondern „Oberlin“ als Begriff. Was würden Sie denn unter „ein Oberlin“ verstehen?
Und dann begegnete mir noch eine sehr, sehr trostlose Alliteration auf einem Geschäftsfax. „Fruchtloser Fristablauf“ stand da. Konkret: „Bei fruchtlosem Fristablauf wird eine Mahngebühr von 5,00 € fällig.“ Wo „verspätete Zahlung“ oder sogar auch das schöne Wort „Säumnis“ allenfalls zum Abzeichnen des Überweisungsträgers führen, trifft „fruchtloser Fristablauf“ tief ins Herz. Fruchtlos. Ein karges Feld, kümmerliche Pflanzen in kaltem Wind und Nieselregen, "barren". Mich schaudert.
Das Allerlustigste war heute, als mein Büro-PC Zicken machte, ich einen Supportler anrief und dieser dann per Fernwartung auf meinem Rechner Dinge tat. Und während er den Mauszeiger bewegte, Programme testete, sich selbst die erscheinenden Fehlermeldungen über mein Account zumailte (mit lustigen Texten dazu weil er wohl einen Clown gefrühstückt hatte), kam ein anderer Mensch herein um etwas mit mir zu besprechen.
Höflich, wie ich bin, nahm ich die Hände von der Tastatur und wandte mich ihm zu. Neugierig, wie er ist, wanderte sein Blick irgendwann auf meinen Bildschirm und erstarrte. Fragte, dann, ob ich eine Art Zusatzprogramm hätte, das Mails ganz automatisch verschickt, oder ob ich ein sehr umfangreiches Macro erstellt hätte, und es gelang mir, absolut ernsthaft zu antworten, das sei kein programmierter Ablauf, vielmehr würde ich den PC mit meinen Gedanken steuern.
Man sah im an, dass er das nicht glauben konnte. Man sah ihm aber auch an, dass er keine andere Erklärung fand.
Ich musste dann leider nach Hause und konnte das nicht mehr aufklären.
Breaking News: der blaue Fleck im Daumennagel, den ich mir am 26. Juni beim Quetschen in einer Autotür zuzog, ist mit dem heutigen Nägelkauenschneiden herausgewachsen. Etwa 1,5 cm Fingernagel wachsen also in noch nichtmals 3 Monaten. Ich hätte gedacht, das dauert länger.
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Wirre Träume in der Nacht. Zuerst das Auto, das trotz aller Bemühungen nicht bremsen wollte, dann die Brille, die ich nicht greifen konnte sondern versehentlich immer ein Stück weiter wegschubste, dann der Wasserhahn, der sich nicht richtig zudrehen ließ und immer weiter tröpfelte. Halb aufgewacht – aber eben halb, nicht ganz, daher nur mit dem Traum ein bisschen diskutiert in der Richtung „ok, die Symbolik ist angekommen, herzlichen Dank und wir machen dann jetzt wieder Tiefschlaf, ok?“. Der Traum legte noch nach, mit dem Telefon, auf dem das Wählen nicht gelang (ein Klassiker!) und wurde dann übermütig, versuchte sich an einem langen Wollkleid, das sich von unten langsam aufribbelte, unaufhaltsam. „Ähm – Wollkleid? Also mal ehrlich. Wollkleid ist nicht, beim besten Willen. Und das nach dem Telefonklassiker! Keine meiner Realitäten enthält ein Wollkleid. Albern!“ Der Traum wurde unsicher, das Wollkleid ribbelte sich schneller auf. Verächtliches Schnauben der Träumenden. Anstelle des Wollkleides trat ein Buch, bei dem man die richtige Seite einfach nicht finden konnte. Eigentlich bewährter Standard, konnte die Sache nun aber auch nicht mehr reißen. Wollkleid... pah!!
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Einen Anruf von einem geschäftlichen Kontakt gehabt, Name gut bekannt aber plötzlich anderer Firmenname. Nachgefragt und eine halbe Stunde Geschichten um die Ohren bekommen, von langer Krankheit und unrechtmäßiger Kündigung und Klage und dem neuen Job und dass es völlig ok ist, nun erstmal ganz unten wieder einzusteigen, aus diversen Gründen. Große Übelkeit verspürt vor dieser Mischung aus Pech, Unter-aller-Sau-Verhalten des alten und neuen Arbeitgebers und Nachtreten und Schönreden und der Tatsache, dass ich all das überhaupt höre. Die Leute haben Freunde und die Leute haben Anwälte, ich bin weder das eine noch das andere. Froh gewesen, als das Gespräch beendet war.
Meine Tochter behauptet steif und fest, drei Arme zu haben, meine Schwester hat meine Knirsch-Schiene im Küchenmixer geschreddet und meine Mutter sagt, dass das Touchpad ihres Laptops nicht funktioniert, wenn er am Strom hängt - außer man streckt ein Bein aus und winkelt das andere an, platziert das Gerät mit dem hinteren Ende knapp unterhalb der Kniescheibe und lehnt den Oberkörper leicht zurück. Und das Schlimme: es stimmt auch noch.
Ein ganz normaler Tag mit meiner Familie also.
Heute war der große Tag, an dem ich das "Packet" wieder los wurde. Allerdings nicht mit Hilfe des Fehlsendungsverursachers, sondern höchst eigenmotiviert. Ich brauchte nämlich bunte Briefmarken (Wunsch von Mademoiselle) und war gnädiger Stimmung, so dass ich die unendlichen Mühen auf mich nahm, die Sendung eigenhändig zur Postfiliale zu verschaffen.
Dort wollte man sie allerdings nicht annehmen. Ich sollte an der Packstation auf den Einlieferer warten, wurde mir geraten. Nur, mal ehrlich - was sollen die tun? Wie kann man eine Person zwingen, ein Paket, das sie auf einen Postschalter gelegt hat, wieder mitzunehmen? Sie liefen hinter mir her, sie liefen um mich herum, es war ein Heidenspaß. Die Sache hat sich also doch noch gelohnt.
Ansonsten viel unterwegs und im Arztwartezimmer mit mindestens 2 Dekaden Abstand die Jüngste gewesen. Gesprächen über die Reihenfolge von Hausnummern, künstliche Hüftgelenke, Beckenoperationen und deren Auswirkungen auf das Eheleben sowie über Schrauben und Drähte in verschiedenen Teilen des Skelettes beigewohnt und am Ende froh gewesen, ohne Befund und nur mit einer schnell noch hinterhergeschobenen Impfung davon zu kommen, auch wenn es wirklich mehr als ausreichend Zeit gedauert hat.
Search request: ich brauche einen titel für eine kleine geschichte über sonnenschein , regen und erkältung
Das lassen wir für heute einfach mal so stehen. Die wesentlichen Themen des Lebens sind damit ja auch abgehandelt.
Erschreckend viele Leute, die sich online über die Packstation beklagen [nein, ich bin mit dem Thema noch nicht ganz durch], schreiben übrigens "Packet". Die haben es dann auch irgendwie verdient.
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Unendlich aufregen könnte ich mich über diesen "anonymisierte Bewerbungen" und "Bewerberausspähung im Netz"-Mist. Allerdings kann ich gar nicht so schnell tippen, wie ich mich aufregen möchte (und das will bekanntlich was heißen). Ich sollte (noch) weniger Zeitung lesen, das ist besser für den Seelenfrieden.
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Manche Leute wollen dann auch offenbar gar nicht eingestellt werden, bzw. sie kommen am ersten Arbeitstag einfach nicht. Auch mal was Neues. Immerhin niemand, den ich eingestellt habe, das wäre mir nämlich schon peinlich.
Nachdem ich schon extra einen "paper trail" in Erwartung des baldigen groß angelegten Verfahrens novemberregen ./. DHL vorbereitet hatte, fand ich mein Paket heute Nachmittag im Hof. Sie verstehen jetzt sicher nicht, warum es im Hof lag, wo es doch an eine Packstation gehen sollte und es generell unüblich ist, Post unquittiert in einem Hof abzulegen. Mit diesem Unverständnis sind sie nicht allein.
Für das andere Paket, das ich habe, scheint sich niemand zu interessieren. Die Leute, denen ich auf den Anrufbeantworter gesprochen habe nicht, und auch DHL scheint einen recht entspannten Umgang mit dem Eigentum der Kunden zu pflegen. Adrian, Larry und Robert sollen sich was schämen!
