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    Mittwoch, 23. August 2017
    Postfiliale

    Lange Schlange morgens um Punkt 9, endlich am Schalter.

    Frau N: Ich möchte bitte Briefmarken zu 90 Cent.

    Postfrau: Wie viele denn?

    Nächster Wartender (etwas verlebter mittelalter Herr): *rückt extrem dicht auf*

    Frau N: Kommen Sie, kommen Sie *rückt zur Seite* wir machen das gemeinam. Hier, kommen Sie!

    Nächster Wartender: *stellt sich neben Frau N. an den Schalter.*

    Frau N (etwas aus dem Konzept): Wie bitte?

    Postfrau: Wie viele Briefmarken?

    Frau N: Das kommt drauf an, wie die aussehen. Haben Sie denn schöne?

    Nächster Wartender: *seufzt*

    Postfrau: *seufzt*

    Postfrau: Ich habe Autos.

    Nächster Wartender: Wat soll denn an Autos schön sein?

    Frau N: Weiß ich auch nicht. Keinesfalls Autos bitte.

    Postfrau: Sie haben die ja noch gar nicht gesehen.

    Frau N: Doch, ich kenne die Autos, die hatte ich schon. Die sind hässlich.

    Postfrau: Andere Kunden finden die Autos sehr schön!

    Nächster Wartender: Wir nicht. Wat hammse noch?

    Postfrau: Die Moselschleife!

    Nächster Wartender: Die find ich gut!

    Frau N: Ich nicht, die ist nur schön, wenn man die zusammen verschickt, ansonsten hat man immer so eine halbe Schleife, das ist fast noch hässlicher als die Autos. Wenn Sie die Moselschleife in 45ern haben geht es, aber ich kleb ja keine 1,80 auf eine Postkarte!

    Postfrau: *seufzt*

    Nächster Wartender: Frauen!

    Frau N: Was haben Sie denn da, das sieht schön aus!

    Postfrau: Wo?

    Frau N: Das blaue da! Blau mag ich.

    Postfrau: Ich hab noch Blumen, hier auf der Rolle.

    Frau N: Die kenn ich auch schon, die sind doch zum anlecken, ich will nix anlecken.

    Nächster Wartender: Ich sag jetzt nix!

    Frau N: (will schimpfen, muss lachen) Das Blaue bitte!

    Postfrau: Das hier? *hält Briefmarken hoch*

    Nächster Wartender: Was ist das?

    Postfrau: Ich hab keine Ahnung, kann ich nicht erkennen.

    Frau N: Ist doch auch egal, mir gefällt das. Was steht denn drauf?

    Postfrau: Ist zu klein gedruckt, kann ich nicht lesen.

    Nächster Wartender: Ich auch nicht.

    Frau N: Egal, davon 30.

    Postfrau: 30‼

    Wartender: 30‼

    Frau N: Ja, und ganz viele Luftpostaufklerberdingser.

    Postfrau: Auch 30?

    Frau N: Gerne mehr. So viele, wie Sie mir geben wollen.

    Nächster Wartender: Geben Sie, geben Sie!

    Frau N: Genau, geben Sie!

    Postfrau: *gibt eine ganze Rolle*

    Frau N: Danke!

    Nächster Wartender: Sehr großzügig!

    Frau N: So, dann hab ich alles, jetzt sind Sie dran. Soll ich noch bleiben?

    Postfrau: *rollt fast heimlich mit den Augen*

    Nächster Wartender: Für immer sollen Sie bei mir bleiben!

    Frau N: Nee, dann machen wir lieber kurz und schmerzlos. Tschüss!

    Sonntag, 20. August 2017
    Was ich mag.

    Das Aufräumen, wenn der Besuch gegangen ist. Wenn die erste Ladung der Spülmaschine schon im Hintergrund leise surrt die Teller vom Tisch nehmen, mich erinnern, wer wo gesessen hat, sie neben der Spüle stapeln. Die empfindlicheren Gläser spülen und mich erinnern, wer was getrunken hat. Die Reste vom Essen in kleinere Schalen umfüllen, mich freuen, dass es besonders gut gelungen war, dass es genug war, aber nicht übermäßig viele Reste bleiben, und es in den Kühlschrank verräumen. Den Tisch wischen und an die Gespräche denken, was gesagt wurde, weiterdenken und den Herd wischen, die Arbeitsplatten, vielleicht kurz den Boden fegen. Immer noch die Gedanken im Kopf, nicht nur an den Abend sondern an die Abende oder Tage davor, die ich mit diesen Menschen verbracht habe, woher ich sie kenne, wie lange schon oder wie kurz erst, die Reste aus den Flaschen in den Ausguss gießen oder kaltstellen und das Gesagte noch ein wenig sacken lassen. Katzennäpfe auffüllen, den Müll vor die Tür stellen, Hände und Gesicht waschen und Zähne putzen und dann noch mit einem Glas Wasser am Tisch sitzen, eine Katze links, eine Katze rechts, die Füße werden langsam kalt und alles wieder wie vorher, nur ein kleines bisschen anders.

    Freitag, 11. August 2017

    Frage: Übersehe ich was?

    Situation:

    Bein.v2 soll möglichst oft Beugen-Strecken. Das kann man daheim auf dem Sofa machen, ist aber sehr langweilig. Alternativ kann man z. B. auch Radfahren. Fährt man ein paar Kilometer, hat man das Bein natürlich bedeutend häufiger gebeugt-gestreckt als man je Motivation auf dem Sofa aufbringen würde.

    Allerdings habe ich in meinen durch Keine-Lust-zum-Bloggen gewonnenen 10 - 15 Minuten täglich auch keine Lust zum Radfahren. Durchaus gewillt bin ich aber, den Arbeitsweg per Rad zurückzulegen, das ist nicht arg weit, 8 oder 9 km eine Strecke, es kommt aber natürlich auch da schon einiges an Beugen-Strecken zusammen.

    Nur scheint es ja ab jetzt immer zu regnen. Worüber ich mich generell nicht beschweren will. Bislang war ich aber Schönwetterinsbüroradlerin, was damit zu tun hat, dass es meiner Bürorolle nicht entspricht, als nasse Ratte aufzutreten.

    Ich habe mir nun überlegt, dass ich ja einfach Bürokleidung in eine wasserdichte Tasche packen kann (Umkleidemöglichkeit gibt es), auf das Schminken zu Hause verzichte (sehr gerne!), mir irgendwas Sportkleidungsartiges anziehe, das sich bei Nässe nicht so vollsaugt und halt auch bei Regen fahre und mich dann dort umziehe/schminke. Gut, die Haare sind dann nicht super, aber immerhin sind sie jetzt knapp lang genug für Hochstecken. Wobei ich auch mindestens eine Person kenne, die ein Glätteisen im Büro aufbewahrt (aber das ist mir dann wieder zu anstrengend, mehr als 5 Minuten wollte ich in die Herrichtung nicht investieren). Kurz gesagt: Dann wäre der Weg doch auch bei Sintflut kein Problem.

    Oder übersehe ich da was?

    Dienstag, 8. August 2017

    Bitte wundern Sie sich nicht, wenn es hier etwas ruhiger wird, ich habe gerade mehr Spaß an anderen Dingen (das ist jetzt nicht das Fernsehen schuld!).

    Kann natürlich auch sein, dass das morgen schon wieder anders ist. Jedenfalls müssen Sie nicht denken, ich hätte mir eine fürchterliche Knieverletzung zugezogen oder sowas, nur weil hier ab und an mal nichts steht.

    Montag, 7. August 2017

    Jetzt ist es passiert, ich habe mich ans Fernsehen gewöhnt!

    Sonntag, 6. August 2017

    Heute geschah etwas sehr schönes. Nämlich räumte ich die Spülmaschine aus (okay, wir sind noch nicht ganz da - kommt noch, das Schöne), ich räumte also vor mich hin, die Teller nach oben, die Gläser weiter nach unten, dann ein Glas, das man eigentlich nie braucht, ganz nach oben, auf den Zehenspitzen, und dachte dabei so beiläufig-verwundert: "Hm, was ist mein Bein so merkwürdig unbeweglich?!"

    Das war das Schöne - es ist vermutlich erklärungsbedürftig:

    Seit knapp zwei Monaten bin ich mir zu jedem einzelnen Moment des Tages (und auch meist im Traum) absolut bewusst, dass mein Knie kaputt ist. Zum einen ist das im Kopf deutlich vermerkt, zum anderen weist Bein.v2 auch ununterbrochen darauf hin. Bei jeder Bewegung, egal ob im Sitzen oder Stehen oder Liegen oder Gehen schallt es "Vorsicht!", "Aua!", "Moment, das geht nicht!", "Langsamer!", "Uiuiui das wackelt!", "Ohgott!!", "Ey!". Bei jeder einzelnen Bewegung. Es gibt keinen Moment, in dem Bein.v2 nicht präsent ist. Beziehungsweise: es gab keinen Moment, in dem Bein.v2 nicht präsent war. Denn vorhin war es ja kurz vergessen. Beim Spülmaschine ausräumen. Wie lang weiß ich nicht - beim Besteckkorb (den räume ich immer zuerst aus) war ich noch vorsichtig bei der Drehung.

    Aber irgendwo zwischen Tellern, Töpfen und eben bis zu dem Glas, das man eigentlich nie braucht, war für einen Moment alles gut.

    Samstag, 5. August 2017
    WmdedgT 8/2017

    (Was WmdedgT ist und die übrigen Beiträge dazu steht hier bei Frau Brüllen.)

    Mein Plan war, heute wirklich nichts zu machen, denn die letzte Woche war etwas anstrengend. Aus keinem speziellen Grund, außer dass der Alltag mit Bein.v2 generell etwas anstrengend ist und ich dann noch aus unerfindlichen Gründen schlecht geschlafen hatte.

    Das Nichtstun begann sehr vielversprechend: bis etwa 13 Uhr saß ich auf der Couch, trank Kaffee und las Bücher und im Internet. Zwischendurch stand ich nur immer mal kurz der Katzen wegen auf und etablierte dabei eine neue Routine - bekanntlich liebt es die kleine Katze, wenn ich ihr beim Fressen zuschaue, normalerweise kauere ich dazu neben ihr auf dem Boden, das geht derzeit nicht, so dass in der Nähe der Näpfe ein Stuhl steht (das kommt mir ein bisschen so vor, wie wenn man dem Kind abgewöhnen möchte, dass ein Elternteil zur Einschlafbegleitung mit ins Gitterbettchen klettert und sich statt dessen einen Sessel holt und den jeden Abend etwas weiter wegschiebt, bis er wieder im Wohnzimmer ist...) Jedenfalls soll ich seit gestern Kniebeugen üben, laut Physiotherapeutin. Kniebeugen so richtig gehen natürlich noch nicht, aber ich soll bis zum nächsten Termin (Dienstag) so weit kommen, dass ich mich auf einen Stuhl setzen und wieder aufstehen kann, ohne mich abzustützen oder fallen zu lassen oder Schwung zu holen. Das übe ich nun immer, während die kleine Katze frisst. Und tadaaa: gestern schaffte ich noch nur den halben Weg, heute kann ich mich freihändig und kontrolliert hinsetzen. Zum Aufstehen ohne Schwung zu holen kommen wir dann morgen.

    Um 13 Uhr gab es Frühstück, daraufhin erlitt ich ganz ungeplant einen Aktivitätsflash und erspielte erst 2.600 Punkte bei Duolingo und putzte dann beide Bäder und wusch den Duschvorhang. Dann entdeckte ich noch, dass sich die Stufe zum Balkon ganz hervorragend für die Dehnübungen von Bein.v2 eignet. Und dann ging ich mit Herrn N. testen, ob ich wohl wieder Autofahren kann - kann ich.

    Also machten wir einen Großeinkauf und danach lag ich bis gerade zum Telefonieren mit dem Herrn Spiegelei, sorry, Schizophrenisten, auf dem Bett und aß dabei Pizza.

    Und jetzt muss ich dringend weiter nichts machen.

    Freitag, 4. August 2017
    Gewinn

    Bekanntlich habe ich mir vor 1,5 Jahren vorgenommen, mir die Fingernägel zu lackieren. Allerdings fiel mir dann auch immer etwas ein, das ich gerade lieber tun oder dringlicher tun müsste. Fingernägel lackieren finde ich höchst lästig und anstrengend, wie Basteln nämlich, und dann bin ich darin auch noch nicht gut (wie in Basteln nämlich) und vermutlich habe ich auch nicht das richtige Material, jedenfalls ist meist nach ein bis zwei Stunden eh schon alles wieder zerstört.

    Als ich aber neulich beim Augenbrauenzupfen war, wurde mir mitgeteilt, ich hätte durch meinen Besuch an dem Tag etwas gewonnen. Was konnte ich nicht verstehen. Die Augenbrauenzupffrau teilt sich den Salon mit einer Nails-Frau. Ich verstand, dass ich bei der Nails-Frau etwas gewonnen hatte, vermutlich Maniküre, vielleicht aber auch Pediküre oder beides oder auch vielleicht würde auch etwas 15 oder 25 Euro kosten. Genauer fand ich es nicht heraus, es sollte aber am nächsten Tag um 10:30 Uhr stattfinden. Natürlich ging ich hin.

    Ich hatte Maniküre gewonnen (Pediküre gab es zum Aufpreis von 15 Euro dazu, oder 25 Euro mit Farbe), und jetzt muss ich mal sagen: das hat sich gelohnt. Ich musste einfach nur herumsitzen, fast zwei Stunden zwar, aber mit Bein.v2 kann ich mir das ja momentan leisten. Es sieht alles hübsch aus, der Lack hält sogar an den Händen nach mehreren Tagen noch immer perfekt und ich kann jetzt beim Sofasitzen meine hübsch gemachten Füße bewundern.

    Ich glaube, den Vorsatz mit dem Nägel lackieren fasse ich jetzt öfters.

    Donnerstag, 3. August 2017

    kleine Pause heute.

    Mittwoch, 2. August 2017
    Kopfsache

    Also eines kann ich definitiv sagen, nachdem ich heute morgen vor dem Duschen die Orthese abgelegt habe: Das Ding ziehe ich - außer es gibt eine klare ärztliche Anweisung - ganz sicher nie wieder an. Für gar nichts.

    Kopfsache, pah. Wir sind doch nicht in Befindlichkeitshausen.

    November seit 4985 Tagen

    Letzter Regen: 16. November 2019, 21:15 Uhr