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    Sonntag, 18. November 2018
    Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt

    Papa N: Kannst Du noch Puderzucker brauchen?

    Frau N: Wie meinst du - jetzt?

    Papa N: So allgemein in deinem Leben.

    Frau N: Ja. Ich kann noch Puderzucker brauchen so allgemein in meinem Leben.

    Papa N: Dann nimm hier mal die Packung mit.

    Frau N: Kannst du keinen mehr brauchen?

    Papa N: Dieses Jahr nicht mehr.

    Frau N: Der hält bestimmt noch länger.

    Papa N: Aber der stört mich hier, nimm ihn mit und die Mandeln auch, du hast gestern gesagt, du magst Mandeln.

    Frau N: Ich mag ja auch Mandeln. Brauchst du dieses Jahr auch keine Mandeln mehr, das weißt du jetzt schon?

    Papa N: Das weiß ich jetzt schon ganz genau. Und pack deine Dekokügelchen von den Plätzchen noch wieder ein.

    Frau N: Hab ich schon.

    Papa N: Hier ist noch eine Packung.

    Frau N: Die sind nicht von mir.

    Papa N: Na von mir sind die auch nicht. Dann sind die von deiner Schwester.

    Schwester N: Von mir sind die auch nicht, die sind aus deinem Schrank Papa.

    Papa N: Das mag schon sein, dass die aus meinem Schrank sind, aber ihr habt die die letzten 2 Jahre nicht benutzt.

    Frau N: Ich mag die nicht, deshalb haben wir sie auch dieses Jahr nicht benutzt. Vielleicht werfen wir die einfach weg.

    Papa N: Du kannst die doch nicht zwei Jahre in meinem Schrank lagern und dann wegwerfen! Nimm die mal schön mit nach Hause!

    Frau N: Nein, ich will die aber nicht, wirf sie weg.


    (einen Tag später, beim Packen)

    Frau N: Hallo? Hallo??? Wieso steckt diese Packung mit den Dekokügelchen in meiner Tasche?

    Mama N: Du hast doch gestern gesagt, du nimmst die mit.

    Frau N: Das Gegenteil hab ich gesagt, das Gegenteil!

    Mama N: Das wurde mir so mitgeteilt.

    Frau N: Also echt jetzt mal, Papa!!

    Papa N: Ich dachte wir wären so verblieben.

    Frau N: Wir waren so verblieben, dass die keiner mag und sie weggeworfen werden. Aber es ist doch Quatsch, wenn ich sie jetzt 250 km über die Autobahn fahre, um sie zu Hause wegzuwerfen statt hier.

    Papa N: Na dein Altglas fährst du auch immer 250 km über die Autobahn und wirfst es hier weg.

    Frau N: Ja - ja, aber das liegt doch daran, das sich es eh im Auto lagere und halt mit dem Auto zu Hause so gut wie nie fahre.

    Papa N: Dann ist es auch Quatsch, das Altglas ins Auto zu legen, wenn du sowieso nie fährst.

    Frau N: Manchmal fahre ich ja eben doch und dann ergibt sich manchmal eine Altglasgelegenheit.

    Papa N: So sieht mir das aber nicht aus.

    Frau N: Doch, doch, erst neulich hab ich ganz spontan als ich beim Tierarzt war noch Altglas weggebracht und sogar mal nach einer Party Elektroschrott, mit der Frau Fragmente war das, die wohnt quasi in einer Einöde und da ist nix aber ein Elektroschrottcontainer und da waren wir dann so um Mitternacht noch.

    Mama N (im Tonfall wie man mit sehr Kranken oder sehr Betrunkenen spricht): Ist die Frau Fragmente eine deiner Internetfreundinnen? Und da fährst du mitten in der Nacht hin und ihr geht in den Wald?

    Frau N: Mama, ja, aber die Frau Fragmente kenne ich seit Jahren und du kennst sie sogar auch, sie war auf der Taufe von der M und überhaupt erzähle ich doch ganz häufig von ihr.

    Mama N: Achso, die Frau Fragmente meinst du.

    Frau N: Ja, deshalb hab ich ja "die Frau Fragmente" gesagt.

    Mama N: Komm, wenn ich "die Ingrid" sage fragst du auch immer erst nochmal nach, wen ich meine.

    Frau N: Weil du zig Ingrids kennst! Aber egal jetzt hier mit diesen Kügelchen!

    Papa N: Ich hab die schon weggetan.


    (2 Stunden später)

    Frau N: ALSO ECHT JETZT MAL! WIESO SIND DIESE SCHEISS KUGELN WIEDER IN MEINER TASCHE!??

    Mama N: Was schreist du denn hier so herum?

    Frau N: Papa wieso sind diese Kugeln wieder in meiner Tasche? Du kannst nicht einfach Zeug in meine Tasche packen, irgendwann flieg ich noch mit dir wohin und du packst auch irgendwas einfach in meine Tasche, am Ende noch was, das irgendwer der nett aussieht dich bittet grad zu transportieren und dann sind es Drogen und ich lande in einem türkischen Untersuchungsknast und dann meldest du dich als guter Vater, dass es deine Schuld war und dann stirbst du im da im Gefängnis und ich komme trotzdem nicht raus, willst du das? Willst du in einem türkischen Untersuchungsknast sterben und dass mein Kind ohne Mutter aufwächst?!

    Papa N: Ich hab dir auch Frikadellen und Apfelmus einfach reingetan. Willst du das auch nicht?

    Frau N: Na doch, das schon.


    (Die Zuckerkugeln sind jetzt nach 250 km Autobahn im Müll.)

    Samstag, 17. November 2018
    Familiengeschichten

    (gestern fiel aus wegen Schnupfen)


    Mama N: Der G geht es auch schlecht.

    Frau N: Was ist denn mit ihr? Wie alt ist sie jetzt?

    Mama N: Gut 70. Sie ist neulich von der Couch gerutscht und kam nicht mehr vom Boden hoch. Da hat der P (Ehemann) die A (Tochter) angerufen.

    Frau N: Die Tochter? Nicht den Krankenwagen?

    Mama N: Die A hat dann den Krankenwagen gerufen und dann war die G im Krankenhaus am Tropf. Aber sie hat sich bekrabbelt und ist jetzt wieder so schlecht gelaunt wie immer und kommt ins Pflegeheim.

    Frau N: Ins Pflegeheim? Nicht mehr nach Hause?

    Mama N: Sie bekommt das mit dem Trinken und dem Zucker messen nicht mehr hin.

    Frau N: Ach herrje. Und der P? Können sie vielleicht über kurz oder lang so ein betreutes Seniorenwohnen bekommen, so zusammen nur mit Hilfe?

    Mama N: Die G ist doch froh, dass sie den P los ist!

    Frau N: Was?!

    Mama N: Der hat sie schon Jahre genervt. Schon immer eigentlich, aber als er noch gearbeitet hat, war er ja nie da.

    Frau N: Naja aber der P ist doch seit fast 20 Jahren in Rente!

    Mama N: Ja, und die G hat jeden einzelnen Tag über ihn geschimpft!

    Frau N: Aber auf die Idee gekommen, auszuziehen, ist sie nie? Die G war doch nie in einer Situation, in der sie abhängig von ihm gewesen wäre oder so. Versteh ich nicht, dass sie da bis zum Pflegeheim wartet. Flucht ins Pflegeheim, das ist ja völlig absurd!

    Mama N: Na so hat die Situation auch ihr Gutes.

    Frau N: Was sagt denn der P dazu?

    Mama N: Der P hat die Zeit seines Lebens. Der hat jetzt seine Ruhe und die A kommt ja jeden Tag, die war immer sein Lieblingskind. Die A kocht auch für ihn.

    Frau N: Die A? Die ist doch total mit Karriere und so und ständig Geschäftsreisen, wie kriegt sie das denn hin?

    Mama N: Praktischerweise ist die A ja durch die Fusion bei ihrem Arbeitgeber arbeitslos geworden.

    Frau N: Praktischerweise?

    Mama N: Ja, so ist die A jetzt vormittags beim P und kocht ihm mittags und dann fährt sie nachmittags zur G und verbringt Zeit mit ihr. Denen geht es beiden sehr gut, dem P und der G!

    Frau N: Und wie geht es der A?!

    (betretenes Schweigen)

    Donnerstag, 15. November 2018
    Spaß

    Irgendwann im letzten Jahr - ich habe keine Ahnung, wann - habe ich die Lust am Verhandeln entdeckt. Bis dahin waren mir Verhandlungen oft leicht unangenehm, entweder, weil ich dem anderen gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte oder aber, weil ich das Gefühl hatte, über den Tisch gezogen zu werden. Oder, wenn ich es mit Profis zu tun hatte, möglicherweise sogar beides auf einmal!

    Und plötzlich ist es alles ein Riesenspaß. Um die Führung im Gespräch zu rangeln, die Themen zu lenken, Punkte irgendwo einzustreuen, die das Ergebnis beeinflussen könnten und gleichzeitig Punkte, die der andere einstreut und die den eigenen Interessen zuwiderlaufen, möglichst sofort abschwächend ins Nichts gleiten zu lassen.

    So hatte ich heute zwei sehr vergnügliche Stunden. Ohne Abschluss bisher, aber der kommt schon noch.

    Mittwoch, 14. November 2018
    Fertig

    Heute endlich das Budget final abgeschickt, kurz darauf eine Mail bekommen, das Erklärungsmemo dazu sei das beste von allen. Rückgefragt, ob es eventuell eh das einzige sei, das bisher überhaupt eingegangen ist (aufgrund der Zeitzonen recht wahrscheinlich) - keine Antwort mehr. Sehr lustig.

    Es setzte sofort eine so unglaubliche Erschöpfung ein, dass ich beim Zahnarzt eingeschlafen bin, während ich mit Lätzchen um den Hals auf die Behandlung wartete. Das kommt dort wohl auch nicht allzu oft vor.

    Jetzt mache ich gar nix mehr.

    Dienstag, 13. November 2018
    Flaschenpost

    Papa N: Kannst du mir am Samstag was bei der Flaschenpost bestellen? 3x das günstigste Alt und 4x das Wasser, das wir immer haben, 0,7 Liter in Plastikflaschen.

    Frau N: Klar. Ich ruf dich dann an, wenn ich wach bin und dann bestelle ich. Oder brauchst du es zu einer bestimmten Zeit?

    Papa N: Nee, ist ganz egal, ich bin den ganzen Tag zu Hause.

    Frau N: Ok.


    Samstag, 8:30 Uhr, Telefon, Frau N wird aus dem Tiefschlaf gerissen.

    Frau N: Hnng?!

    Papa N: Ja, guten Morgen, hast du noch nicht bestellt?!

    Frau N: Nein, ich hab ja noch geschlafen!

    Papa N: Was, um diese Zeit? Ach ja es war ja Zeitumstellung.

    Frau N: Was hat das jetzt mit Zeitumstellung und außerdem war die vor Wochen, ich schlafe halt samstags länger.

    Papa N, beiseite: Frau, hörst du, die schlafen noch!

    Frau N: Na jetzt nicht mehr. Ich bestelle dann jetzt.

    (Legt auf - will bestellen - Onlineshop der Flaschenpost öffnet aber erst um 9 Uhr.)

    Frau N: Die machen erst um 9 auf.

    Papa N: Dann hast du ja noch ein halbes Stündchen!

    Frau N: Gnnh.

    (Legt auf, stellt Wecker auf 30 Minuten, wird vom Wecker aus dem Tiefschlaf gerissen, bestellt, schläft sofort wieder ein.)


    9:30: Frau N wird durch das Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen.

    Frau N: Hnng?!!

    Papa N: Also jetzt kam gerade die Bestellbestätigung.

    Frau N: Ah.

    Papa N: Du hast mir das Hansa-Alt bestellt.

    Frau N: Ja, das war das billigste.

    Papa N: Das mag ich aber nicht, das schmeckt wie ein Pils.

    Frau N: Aha. Das zweitbilligste ist das Oettinger.

    Papa N: Das mag ich auch nicht. Ich will eigentlich Gatz.

    Frau N: Dann bestelle ich dir Gatz, sag das doch gleich.

    Papa N: Das Wasser hast du auch falsch bestellt.

    Frau N: Wieso das?!

    Papa N: Das sind Literflaschen aber wir wollten 0,7 Liter.

    Frau N: Aber ihr habt immer Plastik, weil das sonst zu schwer ist, und es gibt nur 1 Liter in Plastik.

    Papa N: Aber was wir hier haben ist immer 0,7.

    Frau N: Das weiß ich jetzt nicht, aber ist ja auch egal.

    Papa N: Also egal ist das nicht, (beiseite) hier, Frau guck doch mal, ist das 0,7 oder 1 Liter, also mir sieht das nach 0,7 aus (murmelmurmel)

    Frau N: Aber es ist doch egal! Es gibt halt jetzt nur das eine!!

    Mama N aus dem Hintergrund: Was fauchst du denn so, hast du zu wenig geschlafen?

    Frau N: Also ich ändere jetzt das mit dem Bier und das mit dem Wasser lasse ich so und dann kommt das demnächst, ok?

    Papa N: Ok.

    (Frau N schließt Bestellung ab und verfällt wieder in Tiefschlaf)


    10:15: Frau N wird durch das Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen.

    Frau N: Hngg!

    Papa N: Es ist schon alles da, ist das nicht toll, das hat ja wieder gut geklappt! Danke Schatz!

    Montag, 12. November 2018
    Frau Direktorin

    Ein höchst seltsamer Tag. Es gab nur ganz oben und ganz unten, Euphorie und Katastrophen, dazwischen nichts. Und alles noch nicht aufgelöst. Es ist ein wenig anstrengend. Zwischendrin kam noch eine mysteriöse E-Mail: "I agree to the title change, congratulations!" Erst Stunden später hatte ich Gelegenheit, dem Sinn dieser Mitteilung nachzuforschen, und Sie dürfen mich jetzt "Frau Direktorin" nennen.

    Sonntag, 11. November 2018
    Vorschau

    Morgen beginnt nochmal eine sehr, sehr volle Woche, mit (im Job) den Resten der Budgetplanung, einer groß angelegten Trainingsaktion mit rund 50 Personen in wechselnden Kombinationen in rund 40 Sessions und einer kleinen Vor-Weihnachtsfeier und (privat) zwei Tagen Besuch, einer kleinen Feierlichkeit und einer Wochenendreise.

    Aber danach, danach!!

    Samstag, 10. November 2018
    Mantel

    Heute habe ich meinen Mantel weggeworfen, damit ich ihn nicht mehr anziehe. Es braucht manchmal die ganz großen Gesten.

    Den Mantel kaufte ich vor ungefähr 5 Jahren, es war ein Schnäppchen. Schwarz, ganz klassischer Schnitt, hübsches Innenfutter. Zwei Jahre lang war der Mantel der Mantel, dann begannen sich die Taschen innen aufzulösen, so dass der Mantel sich in einen einzigen großen Aufbewahrungssack verwandelte, den man zufällig auch noch über die Arme ziehen und vorne mit Knöpfen verschließen kann. Sowas kann praktisch und gewollt sein (siehe hier), aber kann auch - und das sind nach meiner Einschätzung die meisten Fälle - sehr nerven. Das Nerven nahm mit der Zeit überhand. Ein Jahr später riss dann auch noch die Tasche von außen ein und seit diesem Winter hatte der Mantel "plötzlich" (meint: es fiel mir plötzlich auf) Pilling. Also so Geweberöllchen überall dort, wo man mit den Armen entlang schwenkt beim Gehen.

    Ich habe noch drei weitere Mäntel, die ich alle ganz toll finde, aber nie trage. Einen bekam ich von meiner Schwester geschenkt, sie hat das merkwürdige Problem, dass sie sich häufig Oberbekleidung kauft und erst nach einigen Monaten feststellt, dass die Ärmel zu kurz sind. Meine Arme sind etwas kürzer als die meiner Schwester, so komme ich hin und wieder zu schönen neuen Kleidungsstücken. Die anderen beiden Mäntel kaufte ich mir selbst, den einen, weil ich dachte, man könne nach mehreren Jahren doch durchaus mal einen Mantel kaufen, wenn sich doch einer anbietet, der ausnehmend gut gefällt und sowieso kann man ja auch mal einen Mantel kaufen, der nicht schwarz ist. Also kaufte ich einen in sehr dunkel-dunkelgrau. Den anderen schickte mir der Stylist von diesem Online-Shop, ich hätte mir nie im Leben so einen Mantel von der Stange genommen, aber dazu ist der Stylist ja gut, ich liebe es, wenn man mir das Nachdenken abnimmt und behielt diesen Mantel. Der Mantel ist creme-weiß.

    Seit ein paar Tagen ist das Wetter jetzt so, dass man möglicherweise einen Mantel tragen kann - jedenfalls, wenn nur ein T-Shirt drunter ist und man ihn offen lässt. Ich nahm also, genau wie in den letzten Jahren, einen der neuen Mäntel und dachte "Ach ja schön, der neue Mantel, den ziehe ich jetzt mal an." und dann dachte ich sofort, genau wie in den letzten Jahren: "Aber nicht gleich heute, heute trage ich lieber nochmal den alten Mantel, das ist jetzt gerade praktischer. Morgen trage ich dann den neuen Mantel. Ganz sicher. Vermutlich."

    Heute ertappte ich mich bei diesem Gedanken und hatte sofort die Nase voll und warf daher den alten Mantel in die Mülltonne, um mich aus der mentalen Alter-Mantel-Geiselhaft zu befreien.

    Und zapp, trug ich heute Abend den neuen, creme-weißen Mantel und fühlte mich sehr gut darin.

    (Und zapp, hängte an der Garderobe jemand einen Damenhut dazu, soweit so gut, es gefällt mir, dass man dem Mantel einen Hut zutraut, aber der Hut war hässlich und zapp steckten in der Tasche meines Mantels selbstgestrickte Handschuhstulpen in bunt, das ging zu weit, Handschuhstulpen ich bitte Sie, wir sind doch nicht auf einer Polarexpedition!)

    Lange Tage

    Manche Tage sind so lang, so voll und so verworren, dass man sie am Abend gar nicht mehr bis zum Anfang zurückverfolgen kann. Es gibt keinen Faden der Logik de Abfolge der Ereignisse, an dem man sich entlanghangeln könnte. War es heute Nachmittag oder am Morgen oder gestern, wer weiß das schon, vielleicht ist es auch egal.

    Donnerstag, 8. November 2018
    Gut!

    Ein Tag mit guten Nachrichten, sehr guten Nachrichten, nur kann ich Sie leider nicht hier teilen, denn die einen sind noch nicht offiziell und die anderen wurden mir im Vertrauen mitgeteilt. Insofern kann ich keine Beweise dafür liefern, dass das ein guter Tag war, Sie müssen mir einfach vertrauen.

    Andererseits war auch ein merkwürdiger Tag, ich war am späten Nachmittag noch einkaufen, unter anderem in der Apotheke, dort traf ich eine Frau, die sich eine Salbe gekauft hatte, die auf den Rücken muss. Diese Frau kannte aber niemanden, der ihr die Salbe auf dem Rücken hätte auftragen können, also was tut man logischerweise in einer solchen Situation? Genau: mich ansprechen.

    Die Frau war vorbereitet, neben der Salbe hatte sie auch in der Drogerie Einweghandschuhe gekauft, wir gingen also in die Damentoilette und ich half ihr mit der Salbe. Wobei ich dann kurz überlegt - denn die Salbe war jetzt nichts, wozu man zwingend Handschuhe benötigt hätte - ob es unangebracht ist, die Handschuhe zu verwenden, weil es ja den Eindruck erweckt, man könne diese Frau nur mit Gummihandschuhen anfassen, aber andererseits war es ja genauso gut möglich, dass die Frau gar nicht von irgendwem Fremden ohne Handschuhe angefasst werden mochte. Einen Moment lang drehte sich mein Kopf ob dieser insgesamt unerwarteten Situation und den nun zu treffenden Entscheidungen, aber dann erinnerte ich mich, dass ich ja gar nichts entscheiden musste, das war ja schon geschehen: die Frau hatte Salbe, Anliegen und eben Handschuhe. Man muss nicht ständig das Rad neu erfinden.

    Passend zu diesem Tenor habe ich im Büro momentan einen Zettel am Bildschirm hängen, darauf steht:

    a) Das ist wohl so.
    b) Das wird noch bekannt gegeben.

    Diese beiden Sätze sind eine Anweisung des Oberchefs zur Beantwortung von Fragen, die mir möglicherweise in der nächsten Zeit gestellt werden. Weil ich mir Unsinn schlecht merken kann, habe ich mir die Sätze aufgeschrieben und werde - sollte eine der beiden erwarteten Fragen an mich gerichtet werden - getreulich den passenden Satz a) oder b) nach kurzem Blick auf den Zettel vortragen.

    November seit 4775 Tagen

    Letzter Regen: 19. April 2019, 23:40 Uhr