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    Freitag, 2. Dezember 2016
    Passwortkalamitäten

    Ein großes Hindernis, zu bloggen, war übrigens mein Passwort. Irgendwann neulich kam ich mal auf die Idee, es wäre super, mal alle Passwörter zu ändern. War natürlich gar nicht super, im Gegenteil, bei allen Handlungen des Alltags musste ab sofort eine Sekunde länger nachgedacht werden. Außerdem fand ich das neue Passwort blöd. Ich hab es ja gern einfach, deshalb hieß das Passwort fürs Blog KatzeRatteB. Das für Twitter hieß analog KatzeRatteT. Nur sind B und T lautlich so nah aneinander, dass ich die Passwörter in meinem Kopf nicht ausreichend unterscheiden konnte und meist erstmal das falsche getippt habe, genau so, wie man einen USB-Stick ja auch meist erstmal falsch herum einsteckt. Und zusätzlich sind Katze und Ratte so ähnlich klingend, dass ich nie wusste, was von beidem zuerst kommt. Und drittens tipptp sich das sehr ungefällig. Probieren sie mal aus. Ein sehr unausgewogenes und wenig geschmeidiges Tippgefühl. Wenn ich dann KatzeRatteT und RatteKatzeB und meist auch noch KaztehlsekrazreB oder sowas Ähnliches ausprobiert hatte, war mir meist schon gar nicht mehr so sehr danach, irgendwas zu sagen.

    Donnerstag, 1. Dezember 2016
    Mandeln, Nüsse, Chinesen, Laktose-Hipster, die Schuldfrage, Migranten und die Türkei. Und Kekse.

    Mandeln sind enorm teuer dieses Jahr. Ich habe natürlich sofort nach dem Grund recherchiert: zum einen Klimawandel, Dürre in Kalifornien, da kommen die Mandeln nämlich her. Zum zweiten, weil der Mandelkonsum in China stark angestiegen ist. Was die Chinesen neuerdings mit den Mandeln machen, konnte ich nicht herausfinden. Eigentlich hatte ich ja auch angenommen, die ganzen gefühlten Laktoseleute sind an der Mandelverknappung schuld, weil die nun in und über alles Mandelmilch kippen. Mir fallen gleich zwei bis drei Personen in meinem Freundeskreis ein, die zwar keine Chinesen sind, aber auf dem Mandelmilchweg wohl direkt daran schuld sind, dass mein Weihnachtsgebäck dieses Jahr teurer wird.

    Chinesische Freunde habe ich gar keine. Ich kenne zwar eine chinesische Frau, das ist aber eher eine Bekannte. Sowieso ist mir in einem Gespräch mit dem Schizophrenisten aufgefallen, dass meine Freundeskreis hier vor Ort komplett deutsch ist. Und das in einer Stadt, in der 60% der Einwohner einen Migrationshintergrund haben. Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber merkwürdig ist es ja schon.

    Jedenfalls wollte ich nämlich vielleicht noch ein paar Weihnachtsplätzchen backen. Falls es mir nicht zu anstrengend ist, da bin ich mir noch nicht ganz sicher, weshalb ich auch statt die Mandeln zu kaufen erst einmal die Preisentwicklung recherchiert habe. Ich könnte natürlich auch mit Haselnusskernen backen. Die schmecken aber immer etwas auffälliger. Haselnüsse wurden schon vor ein paar Jahren plötzlich sehr teuer wegen schlechter Ernte, Frost in der Schwarzmeerregion. Der größte Haselnussexporteur ist die Türkei. Ich sag es nur. Eine hochpolitische Sache, Weihnachtsgebäck.

    Nicht, dass es überhaupt nötig wäre, noch zu backen. Das haben wir ja längst - wie jedes Jahr - mit Papa N. erledigt. Duftet aber immer so gut.

    Dienstag, 11. Oktober 2016
    Hm hm.

    Ärztin: Frau N! Was ist denn jetzt passiert?

    Frau N: (blabla) Iliosakralgelenk (blabla) Ischias (blabla)

    Ärztin: Das nimmt ja gar kein Ende bei Ihnen!

    Frau N: (guckt betrübt)

    Ärztin: Was gucken Sie denn so betrübt?

    Frau N: Das ständige krank zermürbt mich langsam.

    Ärztin: Sie dürfen sich da nicht so drauf konzentrieren. Haben Sie eigentlich Hobbies?

    Frau N: Ja sicher habe ich Hobbies.

    Ärztin: Was denn so?

    Frau N: Karaoke zum Beispiel.

    Ärztin: Na wunderbar. Dazu brauchen Sie ja das Bein nicht! Und die Stimme ist fast schon ganz zurück! Treiben Sie auch Sport? Schwimmen Sie?

    Frau N: Ich schwimme sehr gerne.

    Ärztin: Dann gehen Sie doch mal schwimmen!

    Frau N: Sie sind lustig, ich komme ja kaum in meine Unterwäsche, wie soll das denn mit dem Badeanzug gehen in so einer Kabine und schnell-schnell.

    Ärztin: Was sind Sie so kompliziert. Ziehen Sie den Badeanzug zu Hause an, in Ruhe. Und später lassen sie die Unterwäsche halt weg, meine Güte, gehen Sie mit wem Schwimmen, der sie mit dem Auto nach Hause fährt.

    Frau N: Und verreisen will ich in anderthalb Wochen auch. Ob das geht weiß ich ja jetzt auch nicht.

    Ärztin: Wollen Sie den Mount Everest besteigen?

    Frau N: Nee. Nach Wien.

    Ärztin: In Wien gibt es viele Menschen, die nicht gut Laufen können. Und für den Notfall auch Ärzte. Ich sehe da kein Problem.

    Frau N: Aber ich wollte da ganz viel herumlaufen und anschauen!

    Ärztin: Planen Sie notfalls halt ein bisschen um! Wien hat schöne Kaffeehäuser. Es ist doch besser, Ihnen tut das Bein weh, während Sie gemütlich in Wien im Kaffeehaus sitzen, als während Sie zu Hause auf dem Sofa sitzen und sich ärgern, dass Sie nicht verreist sind. Falls Sie dann nicht sowieso schon schmerzfrei sind.

    Frau N: Sitzen kann ich ja - ach keine Ahnung, ich kann auch gar nicht schlafen, weil ich nicht liegen kann, deshalb kann ich nicht denken.

    Ärztin: Da schreibe ich Ihnen was auf, das die Muskeln entspannt.

    Frau N: Na aber nicht, dass ich da den Michael Jackson mache!

    Ärztin: Natürlich machen Sie nicht den Michael Jackson.

    Frau N: Ich kann ja nur nicht liegen.

    Ärztin: Eben. Sitzen können Sie ja und reden können Sie auch ziemlich gut. Verabreden Sie sich doch mal mit Freunden! Gehen Sie aus! Etwas essen!

    Frau N: Kann ich Alkohol trinken?

    Ärztin: In Verbindung mit dem Medikament nicht, ansonsten ja. Dem Bein ist das egal.

    Frau N: Na gut.



    Hm hm hm.

    Montag, 10. Oktober 2016
    !

    Heute die ersten Weihnachtsgeschenke gekauft.

    Sonntag, 9. Oktober 2016
    Schauen Sie

    heute einfach hier.

    Samstag, 8. Oktober 2016
    Heute nix.

    Heute freue ich mich einfach nur darüber, dass gerade jetzt im Moment alles ziemlich gut ist.

    :-)

    Freitag, 7. Oktober 2016
    Sie werden so schnell groß....

    Ich grusele mich beim Filmschauen mit Mademoiselle und die lacht mich aus.

    So weit ist es schon gekommen.

    Donnerstag, 6. Oktober 2016
    Heizung

    Die Heizung angeschaltet. Anfang Oktober. Das kam noch nie vor.

    Mittwoch, 5. Oktober 2016
    WmdedgT 10/2016

    (Was WmdedgT ist und die anderen Einträge dazu findet sich hier bei Frau Brüllen.)

    Frisch und erholt wachte ich kurz vor dem Weckerklingeln um 5:43 Uhr auf. Nein, das ist kein Scherz. Ich gehe ja momentan immer gegen 21:30 Uhr ins Bett, da ist man dann tatsächlich morgens gegen 6 Uhr frisch und erholt. Ein Trick!

    Der frühe Morgen verlief gut. Das Kind hatte zum ersten Mal seit über einer Woche keine leicht erhöhte Temperatur. Allerdings nervt der Husten, den die ganze Familie hat, von Tag zu Tag mehr. Sehr unangenehmes Geräusch, egal jetzt, ob es aus einem selbst oder aus anderen erschallt. Wie ein schlecht erzogener Hund, der ständig herumkläfft. Widerlich.

    Als ich aus dem Haus gegangen war, fiel mir ein, dass die Putzfrau gar nicht gekommen war. Sonst ist sie immer schon da, wenn ich gehe, nicht, dass es nötig wäre, sie hat einen Schlüssel, aber es ist irgendwie immer so. Heute nicht. Ich verbrachte die Bahnfahrt damit, ich zu sorgen, ob sie wohl kommt, weil wenn nicht wäre das doof. So verging die Zeit recht schnell, ich hibbelte auch nur ganz wenig herum (wegen Rücken) und trotz Kläffhusten wechselte niemand in meinem Vierersitz den Platz. Ich wäre ja weggegangen. Komische Leute.

    Im Büro war sehr, sehr, sehr viel zu tun. Was daran liegt, dass ich knapp 3 Wochen ungeplant nicht dort war. Genau gesagt ist es so viel, dass die Situation aussichtslos ist, zum Glück, denn wäre es gerade noch machbar, würde ich mich vermutlich überanstrengen und wäre bald wieder krank. Diese Gefahr besteht nicht. Ich tat also das, was gerade am Allerwichtigsten war, vertröstete die Personen mit den auch wichtigen aber gerade nicht möglichen Sachen, stellte mich tot bei den nicht so wichtigen Dingen und machte um 11:30 Uhr eine längere Mittagspause. Es ist ja so, dass meine Ärztin mir Waldspaziergänge verordnet hat. Was daran liegt, dass ich mir beim Husten den Rücken sehr verspannt habe, aber leider nichts dagegen nehmen durfte, da mir ja in den letzten Zügen meiner Septembererkältung wegen irgendwelcher Überempfindlichkeiten das Gesicht auf die doppelte Größe angeschwollen war. Kein Grund zur Aufregung, fand die Ärztin, das Kortison hatte doch sofort gewirkt. Aber trotzdem sollte ich lieber jetzt erst einmal alles an Medikamenten weglassen und statt dessen Waldspaziergänge machen.

    Wald ist ja nicht so mein Habitat, also fragte ich etwas hilflos auf Twitter, wer wohl mit mir in den Wald gehen wollte und zu meiner großen Überraschung fanden sich gleich mehrere geneigte Personen. So war ich am Sonntag schon mit @katzentratschen fußläufig von zu Hause im Wald unterwegs, wo es uns gelang, genau so zu spazieren, dass wir keine Hügelgräber sehen konnten. Und heute um 12:00 Uhr spazierte ich mit @al_x_mq. Hügelgräber gab es auch heute nicht zu sehen, war aber auch ein anderer Wald, der ums Frankfurter Stadion.

    Danach hatte ich noch einen kurzen Check beim Arzt, alles ist gut nur die Stimme ist schlecht und deshalb soll ich un-be-dingt jetzt endlich mal länger den Mund halten. Konkret sagte die Ärztin schon etwas enerviert, es wäre doch wirklich auch gar nicht notwendig, so viel zu reden, beispielsweise jetzt im Arztgespräch könnte ich die 90% Redeanteil, die ich besetze, ruhig ihr überlassen. Und sowas muss ich mir von einer Frau sagen lassen, die mit ihren Drogen meinen Kopf anschwellen lässt wie Tante Petunia bei Harry Potter. Nunja. Ich übe mich also weiter/wieder/jetzt mal wirklich (vermutlich) ein paar Tage im Schweigen.

    Zurück im Büro stand noch ein Gespräch auf dem Terminplan, danach war ich aber wirklich ganz still, nur "Hallo" sagte ich noch zu jemandem, zu einem sehr freundlichen, aber etwas unbeholfenen Mitarbeiter, der mir an seinem ersten Arbeitstag eine große Schachtel Pralinen schenkte mit den Worten, er wüsste, dass er häufig etwas begriffsstutzig und umständlich sei, und immer, wenn das der Fall wäre, sollte ich doch einfach eine Praline essen - wenn die Schachtel leer wäre, brächte er selbstverständlich eine neue. Ich habe nie übers Herz gebrachte, ihm zu sagen, dass das schon nach drei Tagen der Fall war. Wie auch immer, nach meinem "Hallo" sagte der Mitarbeiter "Auweia!!", zog mich am Ärmel in sein Büro, kramte in einer Schublade voll mit Medikamentendöschen und schüttete mir aus irgendeinem davon eine gute Portion in einen Briefumschlag (eine weitere gute Portion auf den Fußboden). Ich wollte erklären, dass ich das - was immer es ist - nicht nehmen kann wegen Gesichtsanschwellung, aber dann fiel mir ein, dass ich ja nicht reden soll, also habe ich nun einen unbeschrifteten Briefumschlag mit kleinen Pillen in meiner Schreibtischschublade. Ich schreibe das hier auf, falls das irgendwann zu einem Problem werden sollte.

    Danach erledigte ich noch 30 Minuten lang kurze Aufgaben (das ist ein Trick von mir - kurze Aufgaben schiebe ich gern endlos, weil sie das Anfassen kaum lohnen, wenn man 30 Minuten kurze Dinge tut, hat man hinterher aber extrem viel geschafft und fühlt sich wie eine Heldin) und ging dann zufrieden (weil Heldin) nach Hause, nein, erst noch einkaufen, dann nach Hause.

    Die Putzfrau war dagewesen, das Kind war auch schon zu Hause (immer noch ohne Temperatur aber auch immer noch mit nervigem Kläffhusten), es hatte vorher schon per WhatsApp nach Waffeln verlangt, also gab es Waffeln, die aber - das ist mir auch noch nie passiert - so gut wie alle am Waffeleisen festbuken. Wir aßen also Waffelschmarrn. Nur ohne Rosinen.

    Dann wollte ich kochen, was aber nicht ging, weil die Katzen hinter die Küchenzeile gekrochen waren und ich dann den Herd nicht einschalten mag wegen Strom. Bzw. nur die Katze saß hinter der Küchenzeile und maunzte, weil sie zu dumm war, wieder herauszukommen, oder vielleicht tat sie auch nur so. Der Kater saß im Schrank, schaute hinter die Gerätsschaften und beobachtete die Katze. Tipps gab er meiner Ansicht nach keine. Irgendwann war ich genervt (und hungrig), zog daher die Waschmaschine aus der Küchenzeile, um die dumme (oder schauspielernde Katze) herauszuziehen, was aber nur dazu führte, dass der Kater die Lücke nutzte und ebenfalls verschwand. Ich beschloss, es sei Zeit für eine Pause, setzte mich eine halbe Stunde aufs Sofa und lockte die Katzen dann mit Futter heraus.

    Schnell gekocht, die Küche wieder zusammengebaut, die Einkäufe verräumt und schon ist abend. Und gleich 21:30, dann gehe ich natürlich schlafen.

    Dienstag, 4. Oktober 2016
    Personen im Gleis

    Ich verließ heute das Büro etwas früher, um mich etwas länger auf der Couch ausruhen zu können. Leider ging dieser Plan aber nicht auf, denn mein Zug, der nur diese wenigen 7 Minuten oder so zu fahren hat, stand geschlagene 40 Minuten oder länger auf freier Strecke wegen: Personen im Gleis.

    Das ist nicht schön, wenn man einfach nur auf sein Sofa will und sich Bepanthen-Creme dick um die Nase schmieren und am Ende noch das Nasenspray zu Hause vergessen hat. Gar nicht schön. Ich war, gelinde gesagt, enerviert. Personen im Gleis, jaja, das kann natürlich alles mögliche sein, möglicherweise berechtigte Personen, die da irgenwelche hochwichtigen Aufgaben verrichten. Aber man muss nicht so optimistisch sein, in sehr vielen Fällen sind es auch einfach unglaubliche Idioten, die mal eben eine Abkürzung nehmen wollen oder Brombeeren pflücken. So stellte ich mir das vor. Brombeerenpflücker. Mit Handschuhen und Windjacke und weißen Eimerchen. Dann stellte ich mir vor, wie ich das Zugfenster einschlage, elegant und nur sehr kurz asthmatisch hustend hindurchspringe, die Gleise entlangstromere bis zur Brombeerhecke und dort die Personen im Gleis stelle. Erst verpasse ich beiden (es sind zwei) eine Kopfnuss und erläutere die Idiotie des Verhaltens verbal, das reicht aber nicht, ich binde die Brombeerpflücker danach mit - weiß nicht, einem Lasso oder so halt, oder von mir aus auch Brombeerranken - hinter den Regionalexpress, eile sodann ins Führerhaus und fahre den Zug nonstop mit Vollgas bis zur Endstation. Wo immer die ist, ich fahre ja sonst nur diese 9 Minuten.

    Das alles malte ich mir detailreich aus, im Sitz zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Ich nehme an, die Mitreisenden dachten, ich träume etwas besonders Schönes. War ja auch so.

    November seit 3907 Tagen

    Letzter Regen: 03. Dezember 2016, 17:12 Uhr