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    Sonntag, 14. Oktober 2007
    Schlafen

    Herr Ref möchte von mir Tipps zum Ausschlafen.

    Also ich sage gleich vorweg: schlafen kann ich gut. Ich bin Frau Anti-Einschlaf-Problem. Tatsächlich schlafe ich normalerweise ein, sobald ich ein paar Minuten lang nichts mache. Das liegt nicht an einer chronischen Übermüdung, sondern ist ein Mechanismus, der mich vor Langeweile schützt. Bevor ich mich langweile, bin ich immer schon eingeschlafen.
    Ich kann in jeder Situation schlafen: auf Dienstreisen neben dem Chef im Auto, auf Parties (nüchtern!), im Kino, beim Warten auf die Bahn, und ja, ich bin auch schonmal beim Sex eingeschlafen. Ist doch besser, als sich dabei zu langweilen. Das ist natürlich schon eeeewig her.

    Ausschlafen stellt ebenfalls kein größeres Problem dar, denn ich bin auf lediglich zwei Geräusche konditioniert, die mich zuverlässig aufwecken: das spezielle biep-biep-biep-biep-biep-biep-BIEP meines Weckers, der mich seit meiner Erstkommunion begleitet, und das Wort "Mama" in einer besonderen Tonlage geäußert. Alles andere geht an mir vorüber. Wenn ich schlafe, schlafe ich.

    Hier also die buchstabierten Ausschlaftipps einer Expertin:

    Abschalten. Ganz bewusst. Kann man lernen. Weltbewegende Probleme kann man tagsüber wälzen. Soll geschlafen werden, schaltet man das Verdrängungsmodul ein.

    Umziehen. Im Zweifelsfall schläft es sich in kuschliger Schlafkleidung besser als in Strumpfhose und Stiefeln.

    Sacken lassen. Sich selbst. Ins Kissen, in die Matratze, egal. So richtig spürbar.

    [edit: oh, zwei vergessen. Da war ich wohl schon zu müde. Schnell nachreichen:

    Genießen. Das Gefühl, jetzt abzuschalten. Den Tag, sich selbst, alles.

    Enstpannen. Jeder auf seine Art, und derer gibt es viele.]

    Snack vorm Schlafen. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Hungrig ins Bett ist doof und kann zu vorzeitigem Erwachen führen.

    Creme. Sonst fängt irgendwann das Gesicht an zu jucken.

    Haare kämmen. Und sowieso auch Zähne putzen und waschen. Das sind Rituale.

    Lauschen. Auf die Geräusche im Haus. Sehr beruhigend. Egal wie laut die sind. Ich bin im Bett und habe damit nix zu tun. Das entspannt mich.

    Augen zu.

    Fenster auf.

    Einkuscheln.

    Nichts weiter.

    Es nehme sich dieses Stöckchen wer mag. Ich gehe nämlich jetzt schlafen.

     
    Na sowas
    Frau Novemberregen - sollten wir da tatsächlich mal eine überwältigende Gemeinsamkeit haben?
    Ich schlafe nämlich auch. Nicht nur problemlos und überall, sondern auch gerne und lange. Und fest.
    Dabei ist das kein Muss. Wenn mal grade keine Zeit ist zum Schlafen, dann eben nicht. Geht auch über längere Zeit, aber wenn sonst nichts wichtigereres ansteht, dann schlafe ich halt.
    Ich habe eine lange Zeit behauptet, dass meine Kinder gleich vom ersten Tag an durchgeschlafen haben - bis mich der Vater der Kinder irgendwann mal korrigierte und meinte, ich solle lieber sagen, dass ICH vom ersten Tag an durchgeschlafen habe.....

    Ich erinnere mich auch noch an eine Busrundreise durch Marokko. In Fahrzeugen, die ich nicht selber führe, schlafe ich immer, das hat Tradition, weil, was sollte man da sonst tun? Lesen kann ich nicht, dann wird mir schlecht. In Marokko ist aber auch abends nichts los - da gehen auch im Hotel spätestens um 22h alle Lichter aus. Also habe rund 3.000km plus jeweils 10h nachts gut und tief geschlafen. Nur wenn der Bus hielt und ich zum Aussteigen genötigt wurde (auch für kurze stops waren die unerbittlich: Get out, take a picture!) wachte ich auf, um nach dem Einsteigen aber sofort wieder in sanften Schlaf zu gleiten.
    Zum Einschlafen bei zwischenmenschlichen Turnereien sage ich mal nix, aber, naja, also ich.... ach, ich wollte ja nix dazu sagen.
     
    Ja, das mit der Reise hätte mir auch passieren können. Da sehen Sie - irgenwo trifft man sich dann doch ;-)

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    Beim Sex eingeschlafen? Ich glaube, ich bin nicht der einzige, den es hier nach Details dürstet :-)
     
    Wenn es darüber viel zu erzählen gäbe, wäre ich nicht eingeschlafen :-)
     
    Frau Novemberregen, ich könnte eventuell davon erzählen, wie es sich anfühlt, beim Sex aufzuwachen. ;-)
     
    ähem. ist das dann die Nummer, wo er doch zuviele Geräusche gemacht hat?
    Ich meine, der Spruch: "Schatzi, bedien dich, du weißt ja wo alles ist." fällt mir als erstes dazu ein.
     
    Ich finde das eine nette Art, geweckt zu werden. Es kommt aber natürlich schon auch auf die Begleitumstände an. Erzählen Sie nur, Frau Violinista! (Bleiben wir bis zum nächsten Bier beim "Sie"...)
     
    Ich fand das damals auch sehr nett. Frisch verliebt und so war man ja ohnehin die ganze Zeit dabei. In den kurzen Ruhephasen dazwischen war ich kurz mal eingenickt und dies scheinbar länger als erwünscht.

    Hoffentlich geht bei mir nicht so schnell schon alles nach Plan, sonst kann es mit dem nächsten gemeinsamen Bier eventuell noch ziemlich lange dauern...
     
    (Neee, neee - dann lieber Sport...)
     
    Frau Novemberregen, ich mache sie darauf aufmerksam, dass Ihre Bemerkung missverständlich ausgelegt werden könnte.

    Sind Sie beim Sport denn eigentlich auch schon mal eingeschlafen?

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