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    Dienstag, 19. Juli 2022
    Kohlenhydrate (???)

    Da ich gestern das Thema von heute verwendet habe ist es sinnvoll, heute das Thema von gestern zu nehmen, nur ist es schon wieder so unglaublich eigenartig: Kohlenhydrate.

    Ich denke bei solchen Begriffen immer: das kann doch nicht einfach so im Wortsinne gemeint sein? Mein Appell-Ohr juckt ein bisschen, ich kann aber nicht zuordnen, wo und wie. Sicher ist keine wissenschaftliche Erklärung zu Kohlenhydraten gefragt, wir haben doch alle das Internet zur Verfügung und können uns zu solchen Themen mit ein paar Klicks kundig machen. Es muss irgendwie um mich und Kohlenhydrate gehen, aber wo könnte hier der Zusammenhang sein, der dann auch noch so interessant ist, dass danach gefragt ist. Ich finde diesen Punkt nicht.

    Kann man zu Kohlenhydraten eine Meinung haben? Oder eine Emotion? Kohlenhydrate sind halt wesentlicher Teil des Energiestoffwechsels, ich bin also auf einer sehr generellen Metaebene froh, dass es sie gibt. Vielen Dank, Kohlenhydrate!

    So, nun zu interessanteren Themen: ich war gerade mit Fragmente bei McDrive, weil Herr N. nicht für uns kochen wollte (und ich auch bei diesem Wetter gar nicht will, das s in der Wohnung Wärmequellen verwendet werden, aber er hätte ja auch kalte Gurkensuppe machen können oder sowas, wobei ich unsicher bin, ob Fragmente Gurken eventuell leicht kritisch gegenübersteht, jedenfalls findet sie es immer eine Bemerkung wert, wenn ich eine Schlangengurke esse. Ich hätte jetzt ganz gern eine Schlangengurke, übrigens, das Essen von McDrive war nicht so erfüllend. Geschmacklich natürlich gut, alles andere wäre ja auch absurd, das Essen dort ist standardisiert und wird tausendfach zubereitet, natürlich schmeckt alles so, wie es schmecken soll. Es war aber nicht so erfrischend (bis auf das Eis) und daher würde jetzt gut noch eine Gurke passen.)

    Fragmente und ich haben überlegt, vegetarische Burger unterschiedlicher Quellen einer Testreihe zu unterziehen. Das ist natürlich schon tausendfach gemacht im Internet aber der eigene Geschmack zählt natürlich am Meisten. Mir fällt jetzt, hinterher, erst ein, dass ich ja gar nicht so gerne Burger esse, weil ich die Handhabung so furchtbar unpraktisch finde: alles fällt auseinander und hinterher riechen die Hände nach Essen, sehr unschön. Hier zu Hause gut behebbar, ich habe eine Seife am Waschbecken stehen (von Frau Herzbruch geschenkt bekommen) die alle doofen Gerüchte durch schönen Duft ersetzt und - Seife ist doch ein gutes Thema, warum fragt niemand nach Seife - als ich neulich mit Fragmente beim Karaoke war, waren wir vorher noch in Galeria Kaufhof, um eine Tüte Chips zu kaufen (irrsinniges Unterfangen, durch zwei kilometerlange Stockwerke mit Warenpräsenationen zu stolpern um eine Tüte Chips zu kaufen!) und da lag im Eingangsbereich eine Seife, die ich total super finde. Eine Orangenseife nämlich, kostet normalerweise ca. 5 Euro, war auf 1,99 reduziert, ich nahm 5 Stücke (mehr wollte ich nicht tragen), an der Kasse war eine Frau mit Gutschein vor mir, auf dem Gutschein verblieben knapp 2 Euro, die Frau wollte es sich auszahlen lassen aber das ging (natürlich) nicht (kann man Gutscheine eigentlich umtauschen und wenn ja in Bargeld oder in Gutschein, haha?) und so sagte sie "ich schenke das Guthaben der Frau hinter mir", das war ich. Ich habe also 5 Stück Seife statt für 25 Euro für knapp 9 Euro gekauft, wo ich das so sage glaube ich, es waren nur 4 Stück Seife, Fragmente hatte mir das nämlich auf der Rolltreppe anders vorgerechnet, sie müssen wissen, mein Gedächtnis funktioniert im Wesentlichen auditiv, wenn mir jemand etwas sagt, kann ich die Tonspur immer wieder abrufen. Fragmente sagte was mit 8 Euro. Egal, das reicht an Belanglosigkeiten, vermutlich wäre heute der Arbeitstag tatsächlich interessanter gewesen als das Blogthema, aber macht nichts. Ich habe jetzt auch keine Zeit mehr, muss zwei Paketen nachforschen (enthalten die etwa auch noch Kleidung?) und den eingetroffenen Strampelanzug anprobieren und sowieso sind es eine Milliarde Grad, ich wollte doch eigentlich bei Temperaturen über 30 Grad blogstreiken, "dieses Blog fiel dem Klimawandel zum Opfer" könnte man dann eines Tages sagen, so kann man nur sagen "dieses Blog fiel komischen Schlagworten wie >Kohlenhydrate< zum Opfer". Sie können noch was dagegen was tun, schreiben Sie spannende Dinge hier drauf - also da können Sie was gegen die Kohlenhydrate tun, gegen den Klimawandel schauen Sie woanders, wenn Sie das möchten, meiner Beobachtung nach möchten die meisten aber, dass andere etwas tun, nicht sie selbst, falls doch ist das "wo" ja hinlänglich bekannt.

    Montag, 18. Juli 2022
    Arbeit, minutenweise

    Jemand fragt in der täglichen Blogcontentliste, was ich eigentlich minutengenau (!) im Büro gemacht habe und ich dachte, das sei heute gefragt - in Wirklichkeit ist das aber erst morgen. Nun habe ich mir aber heute die Mühe gemacht und das aufgeschrieben und auch, wenn es ein eher ruhmloser Tag war möchte ich mir diese Mühe nicht (jedenfalls nicht zeitnah) nochmal machen. Und außerdem hat mir Fragmente für morgen den Besuch einer Autowaschanlage vorgeschlagen, das hat Priorität vor allem anderen.

    Was habe ich also heute minutengenau im Büro gemacht?

    Ich kam um 9:10 Uhr an, wurde von der Rezeptionistin nicht erkannt, vermutlich weil ich Kontaktlinsen statt Brille und damenhafte sommerliche Kleidung trug. So absurd fing es schon an. Ich schaute (wie jeden Morgen) am Empfang vorbei, die Kollegin war am Telefon, also winkte ich nur und ging wieder weg, dann fiel mir aber ein, dass ich den Baufortschritt in einem Konferenzraum kontrollieren wollte und ging wieder zurück. Sie war jetzt nicht mehr am Telefon, schaute mich sehr konsterniert an und sagte, sie habe beim Hereinwinken gar nicht gewusst, wer ich eigentlich bin.

    Der Baufortschritt war okayisch, nicht im Verzug aber auch nicht freudig überraschend. Die ausgewählte Wandfarbe sieht gut aus, immerhin.

    Um 9:17 Uhr war ich an meinem Schreibtisch und in meiner Tür stand die IT um mir von Vorfällen der letzten 3 Tage (ich hatte Freitag frei) zu berichten. Auch dabei nichts Freudig-Überraschendes.

    Nahtlos abgelöst wurde dieses Gespräch um 9:34 Uhr von einem Personalgespräch über ein Problem. Das Problem können wir nicht lösen, auch nicht beeinflussen, können aber die Folgen abmildern, der Plan dazu stand um 9:48 Uhr und dann kam eine Kollegin mit in New York eingekauften Keksen mit Marshmallows drin, sagte, man solle keinesfalls einen ganzen auf einmal essen, berichtete mir von ihrer Dienstreise (nach New York), ich aß den Keks ganz, er war vorzüglich und dann war mir sehr schlecht und ich wollte nach Hause gehen oder mich auf den Fußboden legen. Es war nun 9:57 Uhr.

    9:57 - 10:05 Krankmeldung I mit Covid und Einleitung entsprechender Maßnahmen.

    10:05 - 10:21 Krankmeldung II mit Covid und Einleitung entsprechender Maßnahmen.

    Dann verschaffte ich mir - wie gesagt, ich hatte Freitag Urlaub - einen Überblick über die eingegangenen Mails (bis 10:49 Uhr) und die eingegangene Post (bis 11 Uhr).

    11:00 - 11:10 Telefonat mit schon letzter Woche an Covid erkrankter Person und Frage nach dem Befinden - es geht ihr schlecht.

    Anschließend befasste ich mich mit Rechnungen. Also: Genehmigung von Zahlungen (oder auch nicht, je nachdem). Das unterbrach ich für ein geplantes Meeting um 11:30 Uhr, das die Neuverhandlung des Mobilfunkrahmenvertrags zum Thema hatte, wir sind damit in der dritten Runde und ich war bisher nicht zufrieden mit den Ergebnissen, heute aber schon, so dass wir noch einige Feinheiten absprachen und die Kollegin sich dann um das Vertragswerk kümmern konnte. Das ging bis 12 Uhr, danach weiter mit den Zahlungen bis 13:15 Uhr (unterbrochen von ab und an jemandem Informationen zurufen, Funktionen erklären, Daten nennen, jeweils nicht länger als 1-2 Minuten), dann Mittagessen.

    Das Mittagessen waren Orechiette in einer Soße aus getrockneten Tomaten mit angeblich Artischocken, die ich aber nicht finden konnte, Dessert eine Aprikosencreme mit irgendeinem abseitigen Kraut darin (Estragon?) und Erdbeeren obendrauf.

    13:55 Ende der Pause und Begrüßung eines neuen Mitarbeiters, der morgens gekommen war und in dessen Plan jetzt halt vorgesehen war, mich kennenzulernen und diverse Themen mit mir durchzugehen. Das ging bis 14:30 Uhr.

    Diverse Personalthemen (zwei neue Verträge, eine Gehaltsanpassung, eine Kündigung, eine Vertragsverlängerung, ein unbezahlter Urlaub), auch das mit nebenher verschiedene kurze Fragen beantworten und Leute in die richtige Richtung schubsen, bis 15:48 Uhr, danach Übermittlung der Gehaltsdaten für Juli an das Steuerbüro mit Rückfragen zu betrieblicher Altersvorsorge und (unzusammenhängend) Beihilfe im Nebenbeschäftigungsverhältnis (bis 16:30 Uhr).

    Danach ging ganz unverhältnismäßig viel Zeit dafür drauf, einem neuen Mitarbeiter in New York zu erklären, wie wir in Deutschland anteilige Gehaltszahlungen und anteiligen Urlaub berechnen (bis 17:10 Uhr!). Dafür würde danach mir etwas erklärt, nämlich vom nOC die Konzernstruktur eines Kunden, damit die AML/KYC-Compliance richtig läuft (und die Rechnung(en) richtig an die verschiedenen Gesellschaften gestellt werden) (bis 17.18 Uhr) und mit diesem Wissen versuchte ich dann noch einem Kollegen in London klarzumachen, dass eine Aufteilung 42:13 nicht bedeutet, dass eine Gesellschaft 42% und eine 13% zahlt sondern, naja, ist ja klar, aber war erstaunlich schwer zu vermitteln. Geglaubt hat er mir wohl bis zum Ende nicht, aber immerhin getan, was ich gesagt habe (ich habe nach wie vor die irrsinnige Annahme, dass Hintergrundwissen vermitteln besser ist als anweisen aber manchmal geht mir die Zeit aus). Es war nun 18:10 Uhr.

    Mittlerweile war der neue Rahmenvertrag für die Handys (aus dem Meeting um 11:30 Uhr) da, also nochmal drübergelesen, alle Änderungen abgehakt und unterschrieben. Versendet um 18:36 Uhr.

    Als letztes sortierte ich noch die Termine für morgen und klebte mir ein Post-it mit den Sachen, die dringend-auf-jeden-Fall-zuerst gemacht werden müssen auf die Tischplatte (mache ich immer, damit ich mich nicht morgens in Mails oder Telefonaten verfranse). Feierabend um 18:47 Uhr.

    Zusammengefasst:
    160 eingegangene Mails (wie gesagt, Freitag hatte ich frei), 44 gesendete Mails, 57 eingegangene Anrufe (davon 31 angenommen, Rest an den Empfang durchlaufen lassen), 17 selbst vorgenommene Anrufe. (das habe ich nicht per Hand gezählt, es gibt ein Tool dafür!)

    Dienstag, 5. Juli 2022
    WmdedgT 07/2022

    (Alles zu WmdedgT wie immer bei Frau Brüllen.<)

    Momentan werde ich morgens ohne Wecker gegen 10 vor 7 wach und fühle mich erst einmal ausgeschlafen, das ist sehr komfortabel. Es folgte die übliche Morgenroutine inklusive Tee auf dem Balkon (noch angenehme Temperaturen dort um 20 nach 7!), dann fuhr ich ins Büro, heute mit dem Auto, da von dort schwere Dinge nach Hause zu transportieren waren. Im Büro angekommen nahm ich mir noch eine halbe Stunde frei, um private Dinge zu organisieren: zum einen, um einer Angelegenheit für Frau Herzbruch nachzugehen, die täglich absurder wird und zum anderen, um einer Angelegenheit für meine Eltern nachzugehen, die mich sehr besorgt hat aber - hier spoilere ich gern - diese Sorge stellte sich am Nachmittag als unbegründet heraus.

    Im Büro war heute ganz überraschend ein großer Tag. Ich versuche nämlich seit längerem, dem nOC ein Thema abzunehmen. Mit klaren Wünschen und Ideen, mit Sticheleien, mit Aufmerksamkeit und Angeboten, auch mal mit einem in die Tür geschobenen Fuß bestelle ich seit ungelogen mehr als zwei Jahren mehr oder weniger geduldig den Acker und habe heute - sehr unverhofft - die Ernte eingefahren. Ich fand in meinem Kalender einen zweistündigen Termin vor, während dem der nOC in einer Art Brain Dump sein gesamtes Wissen zu diesem Thema auf mich übertrug. Das war in zweierlei Hinsicht interessant, zum einen habe ich den Mann ja überhaupt noch nie so lange an einem Stück gesprochen und zum anderen war das Thema dann doch noch etwas komplexer, als ich antizipiert hatte.

    Den Rest des Tages war ich dann außerordentlich gut beschäftigt, denn: es war dringlich. Was keine Beschwerde sein soll, die große Dringlichkeit führte ja überhaupt nur dazu, dass das Thema nun endlich bei mir gelandet ist. Mittags habe ich noch schnell Sushi gegessen und mich ansonsten den gesamten Tag eingearbeitet und auch für die nächsten Tage alle anderen Termine abgesagt, weil, wie gesagt: dringlich. Ende der Woche muss das reibungslos laufen.

    Kurz, bevor ich nach Hause ging - ich wollte um 19 Uhr dort ankommen - las ich noch schnell die gesammelten Mails des Tages durch, ein paar beantwortete kurz, weil sonst andere nicht weiterkommen, den Großteil schob ich aber auf Termine irgendwann nächste Woche.

    Dann kam ein Anruf, nämlich von Fragmente. Mit ihr war ich für "so gegen 19:30/20:00 Uhr" bei mir zu Hause verabredet, weshalb ich ja um 19 Uhr dort ankommen wolle. Frau Fragmente fragte, was ich gerade tue. "Ich packe eilig zusammen, weil ich zu Hause Besuch bekomme!", antwortete ich. "Bin ich der Besuch?", fragte Fragmente, und fügte an "Ich bin nämlich früher da, so in ca. einer halben Stunde, und ich bin hungrig!"

    Da wurde es dann nochmal alles sehr schnell, und dann alles sehr langsam, das bestellte Essen kam nämlich 100 Jahre nicht und dann exakt in dem Moment, als ich diesen Satz tippte. So sind zwischen Satzanfang und Satzende nun ca. 60 Minuten vergangen!

    Das Essen war okay. Sehr frisch, qualitativ gut aber zu wenig Auswahl für meinen Geschmack, ich aß noch ein altbackenes Brötchen mit Nutella hinterher und bin jetzt insgesamt sehr zufrieden.

    Fragmente hat schon fertig gebloggt, ich jetzt gleich auch, dann räume ich den Tisch ab, dann quatschen wir noch ein bisschen oder auch nicht, sie hat ja noch einen längeren Heimweg und später werde ich mich in jedem Fall in den Sessel setzten und lesen. Zuerst mal das, was Fragmente gebloggt hat und dann irgendwas anderes.

    Samstag, 2. Juli 2022
    Umgangsfrage

    Ein neues Highlight aus der unverbindlichen Blogcontentvorschlagsliste!

    "Umgang damit als Frau für arrogant gehalten zu werden"

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht mit dem Offensichtlichen: da fehlt ein Komma, denn wir haben hier eine Infinitivgruppe, die von einem Korrelat abhängt. Umgang damit, als Frau für arrogant gehalten zu werden.

    Arroganz ist nichts, das ich anstrebe, weder aktiv noch passiv, also weder will ich selbst arrogant sein, noch mich mit arroganten Personen umgeben. Mir ist bekannt, dass viele Leute Arroganz irgendwie anziehend finden. Frau Herzbruch zum Beispiel, deshalb mag sie (mehr oder weniger heimlich) Friedrich Merz, nicht inhaltlich natürlich, nur in Bezug auf die Haltung. Ich kann mich da nicht anschließen. Ich finde Arroganz meist ein bisschen langweilig, dann wiederum finde ich aber ja das allermeiste sehr schnell ein bisschen langweilig. Mit komplett verinnerlichter Arroganz käme ich vermutlich noch gut zurecht aber Arroganz als Habitus, der quasi als Schicht vor dem eigentlichen Wesen liegt (warum auch immer) finde ich sehr uninteressant, weil ich Ausweichen und Antäuschen generell immer uninteressant finde und Gespräche mit geschlossenem Visier nichts in mir bewegen. Ob Friedrich Merz komplett verinnerlicht arrogant ist oder die Arroganz als Habitus vor sich herträgt kann ich nicht beurteilen, weil ich ja kein Fernsehen schaue und ihm noch nie persönlich begegnet bin.

    Egal, Friedrich Merz mal beiseite, es war ja gar nicht gefragt, was ich über Arroganz denke, sondern es geht um den Umgang damit, für arrogant gehalten zu werden (weiß nicht, ob Merz sich darüber Gedanken macht oder nicht). Jedenfalls wundere ich mich, warum "Frau" in diesem Themenvorschlag extra genannt ist. Warum nicht "Umgang damit, für arrogant gehalten zu werden"? Weil ich eine Frau bin? Ist es ein Unterschied, als Frau oder als Mann für arrogant gehalten zu werden? Mir ist keiner bekannt. Wenn ich da etwas übersehe, machen Sie mich bitte darauf aufmerksam.

    Jedenfalls, welchen Umgang man damit pflegt (als Mann oder als Frau), für arrogant gehalten zu werden sollte ganz maßgeblich davon abhängen, ob man das gut findet oder schlecht oder egal. Wenn man es gut findet, sollte man sich  freuen, passt ja dann alles! Wenn man es egal findet, sollte man nicht darüber nachdenken, ist ja Energieverschwendung. Wenn man es schlecht findet, könnte man ergründen, warum man für arrogant gehalten wird, obwohl man das doch gar nicht möchte: ist es ein Missverständnis, wenn ja, wie kommt es zustande - da würde ich nachfragen bei der Person, die gesagt hat, ich sei arrogant. Warum sie das so sieht, obwohl ich finde, ich bin nicht arrogant, wo wir die Situation unterschiedliche beurteilen, was an mir auf sie so wirkt. Oder verhalte ich mich wirklich arrogant, unabsichtlich und unbemerkt oder vielleicht bemerke ich es auch und kann es nicht richtig verhindern, rutsche immer wieder hinein? Da würde ich mir dann Gedanken über die Situationen machen, in denen mir das passiert und überlegen, wie es dazu kommt und wie ich statt dessen reagieren könnte. 

    Also, das halte ich für den angemessenen Umgang damit, (als Frau) für arrogant gehalten zu werden: sich freuen, nicht drüber nachdenken oder es ändern. Je nachdem.

    (Ich werde nach wie vor den Eindruck nicht los, dass ich bei diesem Themenvorschlag einen Subtext übersehe. Erläutern Sie ihn mir gerne!)

    Dienstag, 28. Juni 2022
    Der Chor

    Genau gesagt heißt das Stichwort für heute "Der Chor / kommende Auftritte / die Liebe zum gemeinschaftlichen Gesang". Ich wüsste gern, wann dieses Stichwort eingetragen wurde. Vielleicht zu einem Zeitpunkt zu dem man dachte, die Pandemie sei im Juni/Juli vorbei?

    Jedenfalls gehe ich derzeit nicht zum Chor, so ungefähr seit März 2020 nicht mehr, wobei, es kann sein, dass ich dort zwischenzeitlich mal war, denn ich erinnere mich an eine Situation mit Masken. Vielleicht war das im Sommer 2020 und es gab da mal ein Konzept mit Draußen und Wenigen oder so. Da habe ich dann mitgemacht.

    Derzeit probt der Chor annähernd normal, aber noch (ich habe es mir nicht gemerkt) entweder unten im Gemeindesaal und oben in der Kirche, damit es sich etwas verweht in Bezug auf Aerosole, oder vielleicht auch nur in der Kirche oben, weil die ja groß ist. Es sind, hörte ich, derzeit ca. 30 Personen. 30 Personen sind für einen Chor sicherlich nicht zu viele, für mich sind 30 Personen in einer Pandemie aber zum gemeinsam Singen zu viele, da möchte ich nicht dabei sein. Zunächst nicht, weil ich Angst hatte, den Chor (die meisten sind ein gutes Stück älter als ich) auszurotten, damals sah ich mich als größeren Risikofaktor als andere (wegen Schulkind, ÖPNV etc.). Mittlerweile sehe ich andere als größeren Risikofaktor als mich, das Warum ist dabei komplex, sagen wir grob, meine alltäglichen Beobachtungen ergeben das. Und mir ist ziemlich klar, dass auch ich mich früher oder später mit Corona infizieren werde (später ist mir dabei lieber). Aber, wichtiger Punkt: ich habe momentan gar nicht so viel Lust, zum Chor zu gehen und für etwas, das mir nicht so wichtig ist, gehe ich das Risiko des "früher" nicht ein.

    Dass es mir nicht so wichtig ist, hat wiederum mehrere Gründe. Erst wurde unendlich lang der Messias geprobt, weil man ja wegen ständiger Ausfälle nicht richtig weiter kam. Den Messias finde ich generell schon nur so mittel, über zwei Jahre hinweg Messias schaffe ich daher nicht. Das ist aber vorbei, jetzt wird etwas anderes geprobt. Trotzdem gehe ich momentan nicht zum Chor, denn die Proben sind Freitagabends von 20 - 22 Uhr und da habe ich entweder keine Zeit oder ich möchte mich lieber ausruhen. Das soll nicht heißen, dass es anders wäre, wenn die Proben zu einem anderen Zeitpunkt wären. Meine Zeit erscheint mir derzeit knapper als sonst und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich einfach mehr zu erledigen habe - ich reise zum Beispiel momentan ca. alle 2 Wochen zu meinen Eltern, weil sie Unterstützung benötigen - oder ob ich einfach weniger Energie habe, oder ob das eine das andere bedingt. Das spielt aber auch keine Rolle, wir können festhalten, dass auf der Liste Pro/Contra Chor die beiden Seiten gerade recht ausgeglichen sind, die Entscheidung, regelmäßig hinzugehen kann ich momentan nicht treffen, ab und an hingehen ergibt keinen Sinn. Also bleibe ich vorerst weg.

    Was der nächste Auftritt ist, weiß ich nicht, auf der Website steht immer noch etwas vom Messias, ich glaube aber, König David war im Gespräch. Wann der nächste Auftritt ist weiß ich auch nicht.

    Die "Liebe zum gemeinschaftlichen Gesang" möchte ich etwas mehr ausdifferenzieren. Ich liebe nicht gemeinschaftlichen Gesang an sich. Ich würde nie (also nie aus eigenem freien Willen - irgendwie passieren könnte es natürlich schon, ich sage nur "Eventsauna") zu so einer Veranstaltung gehen, wo in einem Stadion gemeinsam gesungen wird oder zu einer "Rudelsingveranstaltung". Gemeinschaftliches Singen fasziniert mich, wenn die Stimmen sich wechselseitig ergänzen und bereichern. Stadion-/Rudelsingen ist natürlich durchaus polyphon, aber nicht zwingend harmonisch und schon gar nicht filigran. Daher interessiert mich das nicht, also zumindest nicht musikalisch, möglicherweise natürlich soziologisch.

    Irgendwann werde ich vermutlich wieder zum Chor gehen wollen (ich war immer gerne dort!), wenn es so weit ist, schreibe ich der Chorleiterin und frage sie, wann ein passender Zeitpunkt für die Rückkehr ist (also halt nicht kurz vor einem Konzert).

    November seit 6035 Tagen

    Letzter Regen: 25. September 2022, 21:48 Uhr