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    Mittwoch, 8. Januar 2020

    Heute hat es zweimal vernehmlich "knack" gemacht und damit hat sich etwas, das bisher ein wenig schief/schräg/wacklig/unsicher war, eingerenkt.

    Zum einen fand ich Schatzkisten - Kisten aus dem Archiv mit sehr alten Unterlagen (von vor meiner Zeit), die ich seit Monaten dringlich suche., weil sie bestenfalls wichtige Informationen, möglicherweise aber auch ziemlichen Sprengstoff enthalten. Die Kisten waren unmarkiert (bzw. eigentlich ist es komplexer, aber das führt hier zu weit), ich fand sie also relativ durch Zufall. Aufgrund der aktuellen Gesamtsituation kann nun aber weder ich noch jemand, den ich normalerweise darum bitten würde, die Sachen sichten. Deshalb bat ich Person X darum, das war eine spannende Entscheidung - zum einen für mich, denn je nachdem, was in den Kisten genau ist, ist das jetzt wirklich mal eine Karten-auf-den-Tisch-Sache und zum anderen auch für Person X, die dadurch möglicherweise (auch je nach Inhalt) aus dem Halbschatten ins Scheinwerferlicht katapultiert wird. Knack. Das fühlte sich gut an.

    Weiter wurde eine mir eine Bitte zur Vorlage beim nOC hereingereicht und statt wie normal zu sagen ok, werde ich mit ihm bei nächster Gelegenheit aufnehmen, sagte ich: Das ist meine Entscheidung. Knack. Auch das fühlte sich gut an.

    Dienstag, 7. Januar 2020

    Inmitten des irrsten Arbeitsgetümmels rief heute Frau Fragmente an und sagte, sie wolle jetzt quasi sofort mit mir zum Griechen gehen. Das Spannende daran war, dass ich noch in dem Moment, in dem das Telefon klingelte, den weiteren Verlauf des Arbeitstages ganz genau vor Augen hatte, nämlich ohne Mittagspause und mit einem sehr eng getakteten zeitlichen Ablauf für den Rest des Arbeitstages. Aber sofort nach dem Vorschlag mit dem Griechen fand in meinem Kopf eine kleine Kaskade von Klötzchen statt, die sich sofort neu anordneten in das Bild eines entspannten Mittagessens mit Frau Fragmente (und den Rest des Arbeitstages gnädig nicht definierten).

    Es ist schön, einfach alles stehen und liegenlassen zu können, aufzustehen und wegzugehen.

    Montag, 6. Januar 2020

    Nach längerer Abwesenheit - wie zum Beispiel Urlaub - erscheint mir mein Arbeitsplatz meist wie eine merkwürdige erfundene kleine Welt. Es gibt immer wieder Themen dort, die in diesem Rahmen, also dem Büroumfeld, ganz groß sind, außerhalb dessen aber gleich überhaupt gar keine Relevanz haben. Deshalb ist es auch kaum möglich, Außenstehenden davon zu erzählen, weil die Geschichten außerhalb eben dieses Umfeldes keine Logik ergeben.

    Auf ähnliche Probleme stoße ich, wenn ich versuche, jemandem eine Science-Fiction oder Fantasy-Geschichte nachzuerzählen. Das geht ja meist auch nicht abstrakt zusammengefasst, weil die Geschichte ohne das entsprechende Worldbuilding keinen Sinn ergibt. So ist es mit dem Büro auch. Eine kleine andere Welt.

    Dann hatte ich noch eine andere Überlegung. Darauf kam ich, weil Frau Fragmente in ihrem Blog (bei März/April letzter Absatz, falls sie nicht alle lesen möchten, wobei mir kein Grund einfällt, warum Sie das nicht tun sollten) überlegt, wie es vielleicht mit dem Empfinden des eigenen Sterbens vor sich gehen könnte.

    Bei mir ging es aber nicht um Sterben. Ich war nur für meine Verhältnisse heute zu lang im Büro - als Hintergrund dazu: ich habe normal den großen Luxus, kommen und gehen zu können, wie es mir behagt. Unter gewissen Voraussetzungen natürlich, die aber in der Regel nichts damit zu tun haben, zu welchem Zeitpunkt ich nach Hause gehe. So gehe ich seit vielen Jahren einfach immer dann nach Hause, wenn ich finde, es reicht. Also: es reicht mir persönlich, was dem Gefühl entspringt, dass in der Situation bei mir nicht mehr viel zu holen ist, das Pulver verschossen sozusagen. Warum sich dann quälen, es kommt ja ein neuer Tag mit neuer Energie. Das führt dazu, dass ich mich selten abends total ausgelaugt fühle und dass ich auch selten irgendwelche katastrophalen Leistungseinbrüche während der Arbeit habe, bei denen ich mich von Task zu Task hangele bis um Himmels Willen die Zeit umgeht und ich nach Hause kann. Bevor das passiert bin ich ja längst weg.

    Heute war das aber anders, heute hatte ich zum einen deutlich früher mein Pulver verschossen als sonst - was wohl auch daran lag, dass ich mich in die merkwürdige kleine Welt erst einmal wieder eindenken musste - und zum anderen hatten sich während des Urlaubs einige dringliche Sachen aufgestapelt. Deshalb blieb ich länger, als ich es komfortabel fand. Und dann geschah es, dass die Arbeit mühsam wurde, mein Kopf funktionierte nicht mehr gut, ich las etwas und konnte mich ein paar Minuten später nicht mehr genau erinnern, was es war, ich nahm eine Akte und musste nochmal kurz reflektieren, wozu, ich begann, einen Satz zu schreiben, dann klingelte das Telefon und nach dem Gespräch wusste ich nicht mehr, wie der Satz weitergehen sollte. Solche Dinge eben.

    Da kam mir der Gedanke, ob dieser Zustand vielleicht irgendwann normal wird, wenn das Energielevel aus irgendwelchen Gründen (hohes Alter, Krankheit, sonstwie erloschenes Feuer) dauerhaft sinkt - und ob diese Mühseligkeit dann immer so spürbar bleibt oder ob es irgendwann einfach normal wird?

    Als letztes noch eine etwas konkretere Problematik inklusive Lösungsvorschlag: wenn Sie sich ganz spontan entscheiden, Tiramisu zu machen und dann beim Einschichten in die Schüssel feststellen, dass in der Packung der Löffelbisquit ein Mottengelege ist, verzagen Sie nicht! Kippen Sie einfach einen großen Schwupp Amaretto in die Creme und frieren Sie das ganze ein, immer mal wieder durchrühren, nach ca. 3 Stunden (je nach Menge, logisch), haben Sie hervorragende (und etwas hochprozentige) Eiscreme.

    Sonntag, 5. Januar 2020
    WmdedgT 1/2020

    (Alles zu WmdedgT bei Frau Brüllen )

    Die letzten Urlaubsnacht noch einmal sauschlecht geschlafen, aus verschiedenen dummen Gründen, einer davon, dass ich Sorge hatte, zu verschlafen. M wurde nämlich um 9:30 Uhr von einer Freundin mit in den Skiurlaub genommen, zu diesem Zeitpunkt sollten wir also unten vor der Haustür stehen. Vorher machte ich noch Pfannkuchen, nervte M mit ständigen Fragen nach eingepackten Gegenständen und hatte ansonsten Kreislauf.

    Nach der Abfahrt und Duschen und reichlich Tee und Kaffee und Wasser und während die Waschmachine vor sich hinwusch wurde ich langsam zum Menschen. Zu einem sehr unentspannten Menschen allerdings, denn heute stand noch eine Erledigung (Antwort auf ein offizielles Schreiben) an, die definitiv im Urlaub noch stattfinden sollte/musste und wie so ein Anfänger habe ich sie die ganze Zeit vor mir hergeschoben statt es einfach zu machen und dann ist es gut. Unentspannt schob ich sie noch etwas weiter, der Tag war ja noch lang, um 12 Uhr erst einmal Gesangsunterricht, der lief trotz leichtem Schnupfen ganz gut.

    Danach war wieder die Wahl zu treffen, ob Erledigung oder lieber noch schieben und Sofa mit Buch und, natürlich: Schieben und Sofa mit Buch. So ging es bis ca. 16 Uhr. Um 16 Uhr wollte ich mir eigentlich nur einen neuen Tee holen, hatte dann aber doch einen ganz kleinen luziden Moment, in dem ich das Schreiben einfach nahm und es beantwortete. Einfach so, 20 Minuten inklusive Briefmarke suchen und zwischendrin ein bisschen Zirkularatmung. Danach lief ich noch eine halbe Stunde wie aufgezogen durch die Wohnung und konnte nichts mit mir anfangen, setzte mich dann wieder mit Buch aufs Sofa, diesmal entspannt, nur mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf, wieso das jetzt so laufen musste, wieso ich das nicht einfach am Anfang des Urlaubs machen konnte und dann wäre es weg gewesen, dann die ganze Zeit Entspannung, naja, es ist, wie es ist, sich jetzt darüber zu grämen macht die ganze Angelegenheit noch unerfreulicher, es bleibt also nur zu hoffen, dass irgendein Lerneffekt daraus entstanden ist.

    Kurz noch recherchiert, wann der Weihnachtsbaum aus dem Haus sein muss (am Donnerstag den 16. um 7 Uhr morgens - tatsächlich muss er aber eher raus, weil am Samstag den 11. ein neues Sofa geliefert wird und da sollte er weg sein), Katzen gebürstet und gestreichelt, noch mehr Wäsche, aus allen Racletteresten (außer Marshmallows) eine Nudelsoße gekocht, von M Schneebilder geschickt bekommen, Arbeitstasche für morgen gepackt, Eltern angerufen, mir mit den Fingern, mit denen ich die Chilischote zerdrückt habe, mehrfach das Auge gerieben.

    Sonst nix.

    Samstag, 4. Januar 2020

    Bevor der Urlaub zu Ende ist, wollte ich nochmal einen Tag lang gar nichts machen und aus organisatorischen Gründen (morgen habe ich 2 fixe Termine) musste dieser Tag heute sein. Das gelang sehr gut, denn in Etappen schlief ich erstmal bis 13 Uhr, dann blieb ja gar nicht mal mehr so viel Tag.

    Eine einzige sinnvolle Sache tat ich: ich habe Ms Skisachen in einem Beutel vakuumiert, damit sie morgen besser ins Auto passen. Und einmal habe ich kurz darüber nachgedacht, ob Herr N und ich nächste Woche konsequent den Froster leer essen, aber dann sah ich, dass ein Fach nur Speiseeis enthält, ein weiteres nur Apfelmus und ein drittes zur Hälfte mit Kürbispamp und zur Hälfte mit Eiswürfeln gefüllt ist. Es besteht nur sehr geringer Handlungsbedarf, scheint mir.

    Ansonsten Ziel erreicht, der Tag verging komplett mit Lesen, Herumblödeln online und offline, immer mal was essen und viel Sofa.

    November seit 5080 Tagen

    Letzter Regen: 15. Februar 2020, 22:05 Uhr