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    Sonntag, 5. Januar 2020
    WmdedgT 1/2020

    (Alles zu WmdedgT bei Frau Brüllen )

    Die letzten Urlaubsnacht noch einmal sauschlecht geschlafen, aus verschiedenen dummen Gründen, einer davon, dass ich Sorge hatte, zu verschlafen. M wurde nämlich um 9:30 Uhr von einer Freundin mit in den Skiurlaub genommen, zu diesem Zeitpunkt sollten wir also unten vor der Haustür stehen. Vorher machte ich noch Pfannkuchen, nervte M mit ständigen Fragen nach eingepackten Gegenständen und hatte ansonsten Kreislauf.

    Nach der Abfahrt und Duschen und reichlich Tee und Kaffee und Wasser und während die Waschmachine vor sich hinwusch wurde ich langsam zum Menschen. Zu einem sehr unentspannten Menschen allerdings, denn heute stand noch eine Erledigung (Antwort auf ein offizielles Schreiben) an, die definitiv im Urlaub noch stattfinden sollte/musste und wie so ein Anfänger habe ich sie die ganze Zeit vor mir hergeschoben statt es einfach zu machen und dann ist es gut. Unentspannt schob ich sie noch etwas weiter, der Tag war ja noch lang, um 12 Uhr erst einmal Gesangsunterricht, der lief trotz leichtem Schnupfen ganz gut.

    Danach war wieder die Wahl zu treffen, ob Erledigung oder lieber noch schieben und Sofa mit Buch und, natürlich: Schieben und Sofa mit Buch. So ging es bis ca. 16 Uhr. Um 16 Uhr wollte ich mir eigentlich nur einen neuen Tee holen, hatte dann aber doch einen ganz kleinen luziden Moment, in dem ich das Schreiben einfach nahm und es beantwortete. Einfach so, 20 Minuten inklusive Briefmarke suchen und zwischendrin ein bisschen Zirkularatmung. Danach lief ich noch eine halbe Stunde wie aufgezogen durch die Wohnung und konnte nichts mit mir anfangen, setzte mich dann wieder mit Buch aufs Sofa, diesmal entspannt, nur mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf, wieso das jetzt so laufen musste, wieso ich das nicht einfach am Anfang des Urlaubs machen konnte und dann wäre es weg gewesen, dann die ganze Zeit Entspannung, naja, es ist, wie es ist, sich jetzt darüber zu grämen macht die ganze Angelegenheit noch unerfreulicher, es bleibt also nur zu hoffen, dass irgendein Lerneffekt daraus entstanden ist.

    Kurz noch recherchiert, wann der Weihnachtsbaum aus dem Haus sein muss (am Donnerstag den 16. um 7 Uhr morgens - tatsächlich muss er aber eher raus, weil am Samstag den 11. ein neues Sofa geliefert wird und da sollte er weg sein), Katzen gebürstet und gestreichelt, noch mehr Wäsche, aus allen Racletteresten (außer Marshmallows) eine Nudelsoße gekocht, von M Schneebilder geschickt bekommen, Arbeitstasche für morgen gepackt, Eltern angerufen, mir mit den Fingern, mit denen ich die Chilischote zerdrückt habe, mehrfach das Auge gerieben.

    Sonst nix.

    Samstag, 4. Januar 2020

    Bevor der Urlaub zu Ende ist, wollte ich nochmal einen Tag lang gar nichts machen und aus organisatorischen Gründen (morgen habe ich 2 fixe Termine) musste dieser Tag heute sein. Das gelang sehr gut, denn in Etappen schlief ich erstmal bis 13 Uhr, dann blieb ja gar nicht mal mehr so viel Tag.

    Eine einzige sinnvolle Sache tat ich: ich habe Ms Skisachen in einem Beutel vakuumiert, damit sie morgen besser ins Auto passen. Und einmal habe ich kurz darüber nachgedacht, ob Herr N und ich nächste Woche konsequent den Froster leer essen, aber dann sah ich, dass ein Fach nur Speiseeis enthält, ein weiteres nur Apfelmus und ein drittes zur Hälfte mit Kürbispamp und zur Hälfte mit Eiswürfeln gefüllt ist. Es besteht nur sehr geringer Handlungsbedarf, scheint mir.

    Ansonsten Ziel erreicht, der Tag verging komplett mit Lesen, Herumblödeln online und offline, immer mal was essen und viel Sofa.

    Freitag, 3. Januar 2020

    Es begann damit, dass ich heute morgen Appetit auf Porridge hatte und beim Essen dachte, es wäre schon auch schön, wenn das aus diesem stinknormalen Oatmeal wäre, für das man in Schottland nur Centbeträge bezahlt. So schaute ich nach, wo das in Deutschland zu bekommen wäre, aber leider wohl einfach nirgendwo, jedenfalls nicht zu einem nicht völlig absurden Preis. Wie gesagt, in Schottland zahlt man für einen So-grob-1-kg-Beutel irgendwas grob um 1 GBP herum, ich sehe nicht so ganz ein, wieso ich dann hier in Deutschland fast 20 Euro dafür ausgeben sollte (für die Differenz krieg ich ja schon fast ein RyanAir Ticket!). Ich war sogar zu Fuß in einem Offline-Geschäft, auch da aber kein Glück, dort gibt es nur aromatisiertes Zeug mit Beeren oder Schokolade oder Vanille.

    Wieder zu Hause dachte ich, ich mag vielleicht auch aromatisiertes Zeug, vielleicht aber auch nicht, eine gute Idee, das herauszufinden, wäre ein im Januar sicherlich reduzierter Porridge-Adventskalender, da wurde es dann aber auch wieder kompliziert, beim einen zu viel Müll, beim nächsten enorme Versandkosten, dann fiel mein Blick auf Tee. Ich trinke ja auch gern Tee, normalerweise den simplen schottischen Schwarztee aus dem Lidl dort (also in Schottland), der ist aber fast aufgebraucht und außerdem hatte einen Tee-Adventskalender (bzw. sogar zwei, einen deutschen Bio-Tee-Kalender, in dem fast alles irgendwie nach Heu schmeckte und einen englischen Bio-Tee-Kalender, der ganz außerordentlich wohlschmeckende Sorten enthielt) - vielleicht gäbe es ja nun reduzierte Tee-Adventskalender? Gab es nicht, aber Boxen mit verschiedenen Sorten, rote und blaue, die blaue Box gefiel mir viel, viel besser als die rote, der Inhalt der roten Box war aber ansprechender, dann waren aber die Versandkosten nicht erreicht, ich könnte dazu noch eine Packung Chai Tea nehmen, der ist immer gut, es gab die Sorten "normal" und "intense", die Zutatenliste verriet, dass in "intense" gar kein schwarzer Tee war, dafür mehr als reichlich Zimt, den "normal" gab es aber nur in einer großen Packung und in der "blue Box" (bzw. "red Box", die Entscheidung war noch nicht gefallen) sind bereits 96 Beutel, dann nochmal 24 obendrauf, ich weiß nicht, vielleicht trinke ich aber der Rückkehr ins Büro am Montag sowieso wieder nur Kaffee, Sie erinnern sich, im Urlaub werde ich ein anderer Mensch, fand ja vor nur ein paar Tagen auch schon Plastikblumen und Keramiktiere okay und habe mir Glitzerkleidung gekauft.

    Ich habe jetzt schnell alle Tabs geschlossen. Porridge gibt es weiterhin aus schnöden deutschen Haferflocken und wenn der schottische Tee alle ist, werde ich mich der Teefrage erneut stellen. Aber erst dann.

    Donnerstag, 2. Januar 2020

    Den ganzen Tag Dinge erledigen hat nicht geklappt. Das lag zum Teil an Müdigkeit. Ich wollte letzte Nacht eine Schlaf-App ausprobieren, in der Erwartung, am nächsten Morgen für meinen unglaublich guten Schlaf gelobt zu werden.

    Tatsächlich stand aber gegen 2 Uhr nachts erst einmal M an meinem Bett und benötigte mich, um 4 Uhr dann die kleine Katze und die App behauptete am Morgen sogar, ich hätte gar nicht geschlafen. Was natürlich nicht stimmt, ich weiß, wie es sich anfühlt, gar nicht zu schlafen: ganz, ganz anders. Aber trotzdem.

    War mir aber gelungen ist: ich habe alle Termine für 2020 in den Kalender eingegeben. Bzw. ich bin noch dabei, eine kurze Internetabwesenheit im Haushalt erschwerte das Fortfahren, so dass es jetzt schon wieder spät ist. Dennoch: Kalendereinträge beruhigen mich ungemein. Denn sie besagen, dass ich schöne und interessante Dinge tun werde in diesem Jahr. Ganz egal, was ist, wie hoch der Papierstapel wird, wie nervig die Erledigungen: es werden auf jeden Fall auch schöne und interessante Dinge passieren.

    Ich glaube, mit dieser Sicherheit geht das Abtragen des Stapels morgen etwas flüssiger. Naja, außer die schönen und interessanten Dinge, die ich morgen vorhabe, lassen keine Zeit für den Stapel. Wir werden sehen. Ich bin optimistisch.

    Mittwoch, 1. Januar 2020

    Neues Jahr, neues Glück - sollte jemand in diesem Jahr täglich bloggen wollen, bleibt (hier an diesem Ort) noch eine knappe Stunde, um damit anzufangen. Ich weiß nicht, ob ich das will, bin aber ausreichend unschlüssig, das Thema heute nicht gleich für die nächsten 365 Tage zu entscheiden. Ebenso: vielleicht möchte ich im Jahr 2020 jeden Abend einfach ins Bett gehen, wenn ich müde bin - also abends, statt mich wachzuhalten, weil ich den Tag noch nicht aufgeben möchte. Auch dazu bin ich noch unschlüssig, vorsorglich sitze ich schon einmal im Bett. Und wundere mich über meine Unschlüssigkeit, seit vielen Jahren spotte ich bereits über Neujahrsvorsätze, denn wenn man etwas tun will, sollte man es bekanntlich einfach tun, nicht an irgendein Datum binden, es gibt jeden Tag einen neuen Tag, jede Stunde eine neue Stunde, jede Minute eine neue Minute - und trotzdem nimmt man sich selbst immer mit, bei jeder Neuerfindung. Es ist also alles völlig egal. Aber egal ist langweilig. Langweilig ist allerdings gar nicht mal unbedingt schlecht.

    Über all das kann man mal nachdenken, in Ruhe. Vorhin beim Zähneputzen (habe ich auch vorsorglich schon getan, wegen dem Schlafengehen-wenn-müde etc.) dachte ich darüber nach, dass es gut wäre, ab und an mal anzuhalten und zu reflektieren. So wie Meditation! Ich hatte schon die Idee, dass ich das mal machen könnte, ich könnte mir den Handywecker auf zwei Zeiten am Tag stellen, zu denen ich mal innehalte. Es ist wirklich lustig, auf was für Ideen ich im Urlaub komme. Ich könnte sogar schwören, dass ich diese Idee schon einmal hatte und bereits beim ersten Weckerklingeln an der Umsetzung scheiterte. Wirklich, wenn ich längere Zeit durch äußere Termine ungehemmt (unstrukturiert) vor mich hinlebe, werde ich ein anderer Mensch in einer andere Realität, neulich im Baumarkt hätte ich beinah eine kleine Keramikstatue in Tierform zum Hinstellen gekauft, fand bei IKEA, dass Plastikblumen doch eigentlich gar keine so schlechte Idee sind und ob ich die zwei Kleidungsstücke, ich die gekauft habe, in den strukturierten Alltag hinüberretten kann oder dann komplett absurd finde, kann ich aktuell nicht sicher einschätzen. Das ist das Problem an großer Anpassungsfähigkeit an die Umstände: ständig ist man wer anders, ein Umständechamäleon. Wie das dazu passt, dass man sich ja immer mitnimmt, habe ich allerdings noch nicht fertig bedacht. Vielleicht beim nächsten Innehalten (morgen eher nicht).

    Was war sonst? Sonne, ungeplantes aber schönes Fahrradfahren zum Bäcker, Unzufriedenheit mit der Lebensmittelsituation im Haus (mir war sehr nach Torte, es war alles da außer Torte), großes Mitleid mit den Affen im Krefelder Zoo. Auch Mitleid mit den Menschen, die das zu verantworten haben. Wie es genau zu dem Brand kam, steht noch nicht fest, aber derzeit liegt der Verdacht nah, dass Personen chinesische Laternen steigen ließen, die das Feuer verursacht haben. Auch eine grauenhafte Vorstellung, diese chinesischen Laternen sind (eben wegen der Brandgefahr und Gefahr für den Flugverkehr) seit etwa 10 Jahren verboten, das muss man aber erst einmal wissen, auf den ersten Blick wirken sie doch eher sanft, tendenziell romantisch, man beschriftete sie (als sie noch erlaubt waren) mit guten Wünschen und so weiter. Wie gesagt, man weiß es nicht, aber in meiner Vorstellung wollte da jemand was Schönes machen, das eben nicht irrsinnig Krach macht und hat dabei dann versehentlich das Affenhaus abgefackelt und zig Tiere umgebracht. Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Vorstellung nicht stimmt. Sonst muss ich ab morgen wieder unglaublich viel herumrennen und Sachen machen, um mich davon abzulenken. Ist aber ja sowieso wieder ein Werktag und ich habe beschlossen - das wirklich nicht als Neujahrsvorsatz, sondern als Erkenntnis während des Urlaubs - dass ich nun wirklich sehr zeitnah meinen ganzen Papierkram erledigen muss, der sich seit Monaten auftürmt und der mich so viel Kraft kostet, mittlerweile nämlich wohl mehr Kraft für die Nicht-Erledigung als für die Erledigung, ständig denke ich an diesen Papierkram und finde ihn schon gedanklich anstrengend, benötige dann gefühlt also auch schon wieder Zeit, um mich (vom reinen Denken) zu erholen, ohne dass ich überhaupt etwas (tatsächlich) getan hätte. Das ist wie Zins und Zinseszins, ich muss also, um im Bild zu bleiben, endlich dem Darlehen selbst an den Kragen gehen.

    Aber eben nicht mehr heute, wie gesagt, wegen schlafen.

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    Letzter Regen: 28. Mai 2020, 23:38 Uhr