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    Dienstag, 19. November 2019
    naja

    Blanker Irrsinn, wie die Zeit rast, ich blinzle einmal und schon sind drei Tage vorbei. Gerade hatte ich erst Gesangsstunde, morgen schon wieder, seitdem gab es keinen Moment, zu dem ich gedacht hätte "ach, was könnte ich denn jetzt mal so tun?" (Vielleicht gibt es die sowieso nie?)

    Wecker auf 8, denn M hat spät Schule, aber um 7 wach, daher alles gemütlich. Ich möchte das Rad strategisch günstig an den Geschäften abstellen, bei denen ich am Abend einkaufen werde, weil Busstreik ist haben aber alle ihre Fahrräder aus den Kellern, Garagen, was-weiß-ich geholt und nirgendwo ist ein Abstellplatz. Für die Verkehrswende ist noch viel zu tun.

    Im Büro heute ein Bewerbungsgespräch, die Kollegin, die ich dabei habe um ihren Bereich zu vertreten, ist sehr angetan, ich eher so mittel, mir ist das alles zu unkonkret. Was heißt das denn, wenn man sagt, man ist ein Teamplayer, was bedeutet das, in welchen Haltungen oder Vorgehensweisen drückt sich das aus? Wenn ich mir vorstelle, was es für mich angenehm macht, mit Personen auf gleicher Ebene zusammenzuarbeiten, dann spielt "nett sein und sich helfen" nur eine sehr untergeordnete Rolle. Mir wäre wichtiger, dass alle zuverlässig sind und selbstständig und nicht rumjammern und vor allem, dass sie ihr Zeug auf die Reihe bringen und das bitte pünktlich, damit es für die anderen nicht knapp wird. Jedes Teammitglied sollte gut organisiert sein um die anderen nicht zu behindern. Dann muss man sich auch möglicherweise gar nicht ständig helfen, wenn halt alle einfach ihre Arbeit tun können, ohne von Trödeleien oder Schludereien anderer aufgehalten zu werden. Aber egal, ich muss das nicht wissen, ich halte mich nicht für einen Teamplayer sondern schieße meine Tore lieber selbst (kann gern wer vorbereiten).

    Ansonsten letzte Budget-Frickeleien und Rückfragen dazu, alles erschwert, weil das Zeug mittlerweile in Dollar umgerechnet wurde, es ist mir völlig schleierhaft wieso und wieso man das nicht einfach auf Knopfdruck zurückkonvertieren kann - da fällt mir jetzt ein, das könnte ich vermutlich sogar selbst schnell in einem Excel-Ding so einrichten, einfach eine Kopie in der alle Zellen*Kurs sind, das lasse ich die Studentin morgen machen, hurra.

    Sonst nur menschliche Verrücktheiten: der neue Oberchef, der mir letzten Donnerstag ankündigte, ab jetzt würde er bis Jahresende nicht mehr reisen, ist seit Freitagmorgen weg, die Oberlästerbacke ist gekränkt, weil jemand über sie gelästert hat, eine Mitarbeiterin versteckt sich vor mir, jemand möchte, dass andere etwas (dezent unbequemes) tun aber erklärt ihnen nicht warum und beschwert sich dann, dass sie es, naja, halt nicht tun, zwei andere mögen sich nicht und denken, damit müsste ich mich irgendwie befassen. Als nächstes stelle ich einen Betriebspsychologen ein (Wunschdenken).

    Mittags in der Kantine Linsenfrikadellen und Schwarzwurzeln, beides sehr lecker, zu den Linsenfrikadellen aber eine scheißscharfe Soße, ich hasse scharfes Essen, das ist mir zu anstrengend.

    Dann ist es plötzlich schon wieder 17 Uhr, wieso passiert das immer? Ich hole das Fahrrad ab, mache noch die Einkäufe (ich hatte noch grandiose Adventskalenderideen), nach Hause, erst einmal auf der Couch zusammensacken und dann, später plötzlich ein Aktivitätsflash mit Heimwerken. Wenn man es nicht anstrengend hat, macht man es sich halt anstrengend.

    Montag, 18. November 2019
    Popeye-Problematik

    Vor dem Wecker aufgewacht - nachts war ich auch schon ein paar Mal wach, aber nicht genervt wach sondern kurz wach und dann sehr froh darüber, dass draußen Herbst ist und ich im warmen Bett liege, mir die kalte Luft durchs Fenster um die Nase wehen lassen kann und nicht aufstehen muss und dass ich Herrn N und M leise schnorcheln höre und der Kater auf mir liegt und die Katze am Fußende. Ein wohliges nächtliches Aufwachen. Dementsprechend erholt aufgestanden.

    Keine große Erinnerung an den Morgen, irgendwann war ich wohl im Büro. Dort ist es weiterhin entspannt und ich entdecke nun die ganzen kleinen Unsauberheiten der enorm stressigen Phase, bisher nichts Größeres, ein Glück. Auch beim entspannten Arbeiten kann man aber die Zeit aus dem Auge verlieren und plötzlich war es 17 Uhr, das war eigentlich ganz anders geplant.

    Auf dem Heimweg packte mich ein großer Hunger auf Spinat und eine kurze Abklärung ergab, dass Herr N und M ihn teilten. Offenbar aber auch die ganze Stadt, denn in Supermarkt 1 und Supermarkt 2 war Spinat ausverkauft, erst im dritten Anlauf wurde ich fündig. Kurz überlegte ich, ob ich genervt sein sollte, entschied mich dann aber dagegen und statt dessen nutzte ich die vielen Supermarktbesuche, um Kleinigkeiten für Adventskalenderbefüllungen zusammenzusammeln. Das stand sowieso auf meiner Liste.

    Gegen 19 Uhr zu Hause und zum Abendessen dann endlich den Spinat (mit Kartoffelpürree und Fischstäbchen)! Danach noch ein paar Dinge sortiert: Hotelbuchung in York im Juni, um M dort ihrer Gastfamilie vorzustellen, Antrag an die Schule hier vor Ort auf "Befreiung" stellen, dem Kind das als Tutorin verdiente Geld, das auf mein Konto überwiesen wird, auszahlen, eins der drei Bankkonten, aus denen ich mich Dank neuer Sicherheitsbestimmungen ausgesperrt hatte wieder entsperren, den Schlittschuhen ihre neuen Schoner anprobieren, M die gelieferten Fotokalender samt Zeitplanung übergeben, mit Herrn M Umgang mit dem Busstreik klären, Adventskalendersortierarbeiten, Plätzchenbackplanung, sonstige Terminabsprachen, von schlimmen Ereignissen hören, die mich nicht betreffen, aber ich trotzdem treffen. Um 21 Uhr auf der Couch.

    Zugegeben, es geht etwas langweilig bei mir zu gerade. Aber glauben Sie mir, das ist mir höchst willkommen und kann gerne zunächst mal ein paar Jahre so bleiben!

    Sonntag, 17. November 2019

    Sehr viel geschlafen. Nach den 2 Stunden auf dem Sofa am frühen Abend nochmal von 22 Uhr bis 8 Uhr im Bett. Keine Ahnung, wann M zu Bett ging (wir teilten ein Zimmer) - als ich die Augen schloss, las sie noch und telefonierte dabei. Das war für mich ähnlich wie Hörbuch und ähnlich viel bekam ich auch davon mit, ich schätze, nach 30 Sekunden war ich weg.

    Bei meinen Eltern wird morgens immer sofort gefrühstückt und gesprochen, dazu war ich heute aber auch fit genug. M nicht, sie kam erst zum Mittagessen aus dem Bett.

    Nach dem Mittagessen Sachen zusammengepackt und zurückgefahren, unter anderem nahm ich von den Eltern einen Kofferraum voll Elektroschrott mit, um ihn zu entsorgen. Weil ich das alles nicht tragen konnte (jedenfalls nicht auf einmal, und mehrmals wollte ich nicht) fuhr ich mit dem Auto vors Haus, das wiederum brachte mir eine Begegnung mit dem Ordnungsamt ein, denn das Haus liegt in einer Fußgängerzone. Die Herrn waren aber nachsichtig.

    Am Nachmittag kamen wir zu Hause an, schon bald kam dann jemand, um die mittlerweile vier großen Tüten mit aussortierten Büchern abzuholen, hurra! Weil nun wieder Platz war, sortierte ich sofort Handtücher aus.

    Sachenverräumungsaktion, dann Gesangsstunde, Abendessen, Wäsche, was man so macht. Jetzt wieder müde.

    Samstag, 16. November 2019
    Schlafen

    Bei den Eltern ist es sehr warm und es gibt für mich absolut gar nichts zu tun. Deshalb bin ich das erste Mal schon um 19:15 Uhr auf der Couch eingeschlafen und setze das jetzt im Bett fort.

    Freitag, 15. November 2019

    Gut geschlafen, an mehr am Vormittag habe ich kaum Erinnerung, denn um 11 Uhr trank ich Champagner auf nüchternen Magen. Nicht viel natürlich, es war ja im Büro, aber ich trinke ja schon generell selten Alkohol und dann auch noch vormittags und ohne Essen vorher, heieiei. Sicherheitshalber versteckte ich mich danach in meinem Büro und machte unkomplizierte Dinge wie Ablage, bis die Wirkung abgeklungen war.

    Zwischendrin begab sich noch folgendes Gespräch mit dem neuen Oberchef:

    nOC: Frau N., wie geht das eigentlich weiter mit dem Büro vom alten Oberchef? Wir könnten das doch jetzt gut brauchen. Hat er mal was gesagt, wie lange er das noch haben möchte?

    Frau N: Wenn wir es brauchen, sage ich ihm das, das haben wir so abgemacht.

    nOC: Was haben Sie abgemacht, was sagen Sie ihm dann?

    Frau N: Ich sage: Herr Oberchef, ich muss mit Ihnen über die Raumverteilung sprechen, wir haben einen Engpass und Sie hatten mir Anfang 2019 signalisiert, dass Sie flexibel sind.

    nOC: Sind Sie wahnsinnig???!

    Dabei beließen wir es zunächst.


    Am späteren Nachmittag fuhr ich nach Hause, erledigte noch ein paar Einkäufe und fuhr dann M zum Sport. Unterwegs fragte sie, ob ich sie später auch abholen könne. Das kann ich freitags bekanntlich nie, denn das Training endet um 20 Uhr in irgendeinem Dorf und mein Chor beginnt um 20 Uhr in der Innenstadt zu proben. Das ist schon seit 2 Jahren so, deshalb verwunderte mich die Frage und ja, wie immer sind die Dinge komplexer, als sie auf den ersten Blick scheinen. Ich warf die Pläne also nochmal um, setzte M beim Sport ab, fuhr dann bei einem Dorf-Asiaten vorbei, fuhr dann in merkwürdigste Gegenden zu großen Super- und Drogeriemärkten mit Parkplätzen um den Einkauf zu erledigen und holte das Kind um 19:30 aus dem Training, um sie mit dem Essen zu Hause abzusetzen und trotzdem zum Chor gehen zu können.

    Heute war die erste Probe nach dem Konzert, also ein komplett neues Programm, zu meiner großen Erleichterung. Und es wurde auch ein Zeitungsartikel zu unserem Konzert verteilt, der tatsächlich sehr positiv spricht, das war schön. Nicht schön war das Ende der Probe, denn die Leiterin kündigte an, für mehrere Monate wegen Krankheit auszufallen.

    22:30 Uhr zu Hause, dann nicht mehr viel. Ich sehne dringend ruhigere Zeiten herbei!

    November seit 5010 Tagen

    Letzter Regen: 11. Dezember 2019, 23:21 Uhr