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    Mittwoch, 3. Juli 2019

    Ich bin morgens momentan total trödelig. Ich stehe nicht spät auf, aber brauche einfach lang. Möglicherweise ist das Gehirn wegen Übermüdung heruntergetaktet, mir ist nämlich wegen Wetter noch immer nicht so recht nach Schlafen.

    Dann hatte ich ein Schuhproblem, drei Paar meiner Sommer-Büroschuhe sind nämlich derzeit aufgrund einer Verkettung von immer leicht neben dem Optimum angesiedelten Entscheidungen im Auto von Frau Fragmente. Zusammen mit etwas Oberbekleidung (die ich aber mehrfach habe) und einem Pürierstab sowie einem Kohlensäurezylinder. Achja, und etwas Merchandisingmaterial. Also trug ich die Prinzessinnenschuhe, in denen ich - wie ich neulich herausfand - ja gar nicht laufen kann. Aber: genauso neulich hatte ich in der Drogerie auf Verdacht etwas gekauft, das "Fersenpolster Anti Slip" heißt (was für eigenartige Worte das alles sind!), aus Leder, man klebt es in den Schuh und dann ist alles gut. Wirklich jetzt. Vielleicht, weil der Schuh dadurch einfach eine halbe Größe kleine wird.

    Im Büro ein kurzes und ein längeres Meeting gehabt, einmal Daumenschrauben ausgepackt, einmal jemanden elegant eingefangen, mir eine längere Geschichte zum Hergang einer Situation erzählen lassen, eine andere längere Geschichte zu einer Situation abgewürgt mit der Frage "ist sie da oder ist sie weg?". Wenig telefoniert (nur ca. 40 Minuten sagt das Tool), viel nachgedacht und geplant und ich muss in den nächsten zwei Tagen noch mehr nachdenken, es wäre gut, wenn ich langsam mal wieder ausgeschlafener wäre, dann denkt es sich besser.

    Während des Nachdenkens über konkrete Situationen und Maßnahmen bedachte ich auf einer Meta-Ebene noch zwei weitere Dinge.

    Das erste: in meiner Twitter-Timeline fand sich heute ein Tweet über eine Vorgesetzte, der auf ihrem Whiteboard (oder irgendwie so) drei Dinge stehen hat: Vent - Advise - Take Action (also: Dampf ablassen, Rat, Eingreifen). Wenn Mitarbeiterinnen zu ihr kommen, können sie erst einmal einordnen, welche dieser drei Reaktionsmöglichkeiten sie vom der Vorgesetzten haben möchten. Das fanden die Kommentatorinnen unter dem Tweet gut.
    Ich finde das nur so mittel. Zum einen denke ich, das funktioniert so nicht - erst einmal vorausgesetzt, jemand kann sich da selbst einordnen ist es halt dann doch oft so, dass ich die Einordnung ändern müsste. Zu mir kommen häufig Personen, um Dampf abzulassen, es kommt aber durchaus vor, dass ich dabei von Dingen höre, die mich zu einer weiteren Reaktion zwingen. Ich bin ja Vorgesetzte, ich kann nicht fest zusagen, einfach nur zuzuhören, das passt nicht zu der Rolle. Zum anderen bin ich mir auch echt ziemlich sicher, dass ich nicht ständig Leute in meinem Büro haben will, die Dampf ablassen wollen. Es mag vorkommen, aber ganz sicher ist es nicht meine Kernaufgabe, zuzuhören wie sich jemand aufregt, ohne dass daraus eine Handlung erwächst, ich weiß gar nicht so genau, wozu das gut sein soll - also für das Wohlbefinden der Person, die Dampf ablässt, natürlich, aber so grenzenlos sehe ich mich dafür auch nicht als zuständig an. In meinem Büro gibt es so ein Whiteboard also nicht - also ein Whiteboard schon, aber da steht sicherlich keine Einladung drauf, Dampf abzulassen.

    Vielleicht ist das auch ein kultureller Unterschied (der Tweet kam aus dem englischspracheigen Raum). Neulich hatte ich noch ein Training, das in Richtung Respekt und Achtsamkeit am Arbeitsplatz ging, dort gab es Fallbeispiele, eines handelte davon, dass ein (männlicher) Vorgesetzter früher oft mit einer (weiblichen) Mitarbeiterin zum Lunch ging, seit einiger Zeit aber mit ihr nur noch in Dreierrunden zum Lunch geht, die Mitarbeiterin fand das komisch und sprach mit ihrer Kollegin darüber, die Kollegin sagte, sie habe jetzt nicht so Zeit, darüber zu reden - erörtern Sie. Die Runde im deutschen Büro spekulierte hin und her und kam unter anderem auf die Idee, die Mitarbeiterin könnte halt auch einfach supernervig sein, weshalb dann auch die Kollegin keine Lust hat, mit ihr zu diskutieren, möglicherweise liegt auch irgendwas anderes vor, die soll den halt fragen, was redet sie mit der Kollegin hinten rum über ihn, die Kollegin hat völlig Recht darauf nicht einzugehen. Die per Videokonferenz zugeschaltete amerikanische Runde hatte eine ganz andere Perspektive: möglicher Grund der Dreierrunden ist die Angst vor einem Vorwurf sexueller Belästigung, es ist alles höchst problematisch, weil der Mitarbeiterin nun Zeit der Karriereformung mit dem Vorgesetzten verloren geht und die Kollegin ist schroff und respektlos, sie hätte zuhören und zugewandt sein müssen, alle Gefühle sind wichtig. Dieser letzte Teil, "alle Gefühle sind wichtig", wurde mehrfach betont. Ja mag ja auch sein, aber muss man sich als Kollegin alle Gefühle anhören? Ich finde nicht. Die eigenen Gefühle, z.B. das Gefühl "Boah die geht mir mit ihren Befindlichkeiten auf die Nerven" ist ja auch wichtig.

    Das war die erste Sache, die ich auf der Meta-Ebene bedachte, die zweite habe ich leider gerade beim Schreiben vergessen. Vielleicht fällt sie mir morgen wieder ein.

    Ich war spät zu Hause, weil ich noch die Sonneneinstrahlung am späten Nachmittag in einem Büro analysieren musste. Fragen Sie nicht!

    Zum Vor-Abendessen holte ich Eis im Eiscafé, das gab es auf dem Sofa, um 19:30 ein spannendes Telefonat zu beruflichen Fragen, um 20:30 stellte ich die Kartoffeln auf den Herd und dann geschah etwas total merkwürdiges: ich schaute nur kurz im Internet nach und plötzlich rochen die Kartoffeln angebrannt! Es konnten eigentlich nicht mehr als 5 Minuten vergangen sein, aber die Uhr behauptete, es wäre eine Stunde gewesen. Eine Zeitreise!

    Später noch Wäsche falten, morgen kommt die Putzfrau.

    Dienstag, 2. Juli 2019

    Wenn man zum Tageswechsel noch in der Karaokebar singt, ist die Nacht kurz. Aber ist ja egal.

    Vielleicht brauche ich bei der Wärme auch einfach nicht viel Schlaf, ich war jedenfalls vor dem Wecker wach. Während der Karaokebesuch und Herr N. noch schliefen, duschte ich, wässerte mit dem tollen Gartenschlauch die Balkonpflanzen, trank den ersten Tee und korrespondierte. So gegen 9 Uhr gingen wir aber alle aus dem Haus, Frau Joriste und ich noch gemeinsam nach Frankfurt.

    Der Tag im Büro war unspektakulär, eine Sache wurde gut auf den Weg gebracht, die Bewerberin nahm per Mail das Stellenangebot an und ansonsten konnte ich einfach ein bisschen den Schreibtisch leer arbeiten.

    Der Aufbruch war heute pünktlich, zum einen wegen Verabredung, zum anderen, weil ich es vor eine Telefonkonferenz nach Hause schaffen wollte und zum noch weiteren, weil sich irgendwann an die Telefonkonferenz eine Gesangsstunde anschließen sollte, Zeitpunkt noch unklar, weil der Gesangslehrer gerade im Studio was Neues einspielt und noch nicht feststand, wann er da raus kommt. Gegen 6 meinte er.

    Die Telefonkonferenz wurde dann kurzfristig abgesagt und der Gesangslehrer schrieb um kurz vor 6, dass es wohl doch eher 8 wird, ich nutzte das, um Spaghetti Bolognese zuzubereiten und auch zu essen. Außerordentlich gut gelungen!! Ich war dann sehr satt und wurde immer müder, es war dann auch fast 9 und ich schrieb dem Gesangslehrer kurz, dass es mir nun zu spät würde. Vertagt auf Samstag.

    Kurze Meldung vom Kind aus England (Foto, Emojis und ein Wort, "klaro"), die Wassermelone, die auf dem Balkon wächst bewundert, zwei Maschinen Wäsche, Katzen bürsten, der Abend ist kühl geworden, ich werde gut schlafen können.

    Sonntag, 30. Juni 2019

    Weckerklingeln um 6:30 Uhr an einem Sonntagmorgen und schon seit 6 konnte ich nicht mehr richtig schlafen, weil ich Angst hatte, dass wir Ms Flug verpassen. Das Kind war auch wenig hilfreich, auf die Bitte, auch ihren eigenen Wecker zu stellen sagte sie "den höre ich doch eh nicht" - was auch stimmt. Also stellte ich Wecker und Handywecker, ließ das Handy aber in der Küche liegen (weil ich es immer in der Küche liegen lasse nachts), das fiel mir irgendwann in der Nacht ein aber ich war zu komatös, als dass ich hätte aufstehen und es holen können. Also unruhiger Schlaf.

    Wir waren natürlich pünktlich am Flughafen, also richtig pünktlich, nicht wie letztes Jahr elend zu früh, sondern genau, als das Durchzählen und Auf-der-Liste-Abhaken der Kinder begann. Perfekt! Bis dahin und auch danach war es aber noch einmal anstrengend, nämlich wegen Parken. Natürlich gibt es am Flughafen ausreichend Parkplätze und auch ein Parkleitsystem - was dieses System aber nicht berücksichtigt ist, dass evtl. Personen beim Parken über den Linien stehen. So kam es, dass ich in eine Parkreihe fuhr, in der "frei" angezeigt wurde, es stellte sich heraus, dass es noch genau einen freien Platz gab, und dieser Platz war recht eng. Egal, ich parkte trotzdem, sonst muss man nämlich nochmal ganz wieder heraus, man kann nicht einfach in eine andere Reihe fahren (glaube ich). Dann kam ich aber nicht aus der Tür, also nochmal neu einparken, dann kam das Kind nicht aus der Tür, also erst Kind rauslassen und dann nochmal neu einparken, dann kam ich raus aber der Fahrer des Wagens links daneben ganz, ganz sicher nicht in seinen Wagen rein.

    Ich evaluierte die Situation. Der Wagen rechts eben mir stand innerhalb seiner Markierungen, war aber sehr groß (ein großes Porsche-Modell), so dass er die Markierungen halt auch völlig ausfüllte und mit der Fahrertür ganz am linken Begrenzungsstreifen stand. Der Wagen links neben mir stand außerhalb seiner Markierung, nämlich mit zwei Reifen gut in meinem Bereich, was daran lag, dass der Wagen wiederum links von ihm auch so stand und noch zwei weitere. Offenbar hatte also "jemand" schlampig geparkt, was sich nun so fortsetzte, dass beim korrekt geparkten, aber natürlich schon irgendwie überdimensionale Wagen rechts neben mir (die Situation wäre genau gleich, wenn mehrere Wagen dieser Sorte nebeneinander stünden) die Fahrertür nicht mehr aufging. Oder halt vielleicht so 10 cm weit.

    Da jetzt aber auch keine Zeit mehr war, das Parkhaus zu verlassen und neu reinzufahren (wie gesagt, wir waren pünktlich, aber nicht zu früh), ließ ich das erstmal so, mir fiel auch nichts besseres ein. Während der Warteprozedur mit Listen und Baggage Drop-Off und so weiter klagte ich mehreren anderen Eltern mein Leid über das Parkdebakel, aber das rief bei allen nur Spott hervor: soll der Bonzenwagenfahrer doch über die Beifahrertür einsteigen! Hahaha! Ich wandte ein, der Bonzenwagenfahrer könnte ja auch eine ungelenkiger älterer Herr sein oder jemand sehr großes oder sehr dickes oder was-weiß-ich und alle dachten, ich machte Witze.

    Nach 15 Minuten lief ich das erste Mal zum Parkhaus zurück um zu sehen, ob da vielleicht schon ein altes Mütterchen mit Rollator und 10 Säuglingen in Babyschalen verzweifelt versucht, in ihren Porsche zu gelangen. Das war nicht der Fall. Ich ging also wieder zurück, aber Ruhe ließ mir die Situation nicht. Zum Glück wurde ich kurze Zeit später vom Betreuer der Reise gefragt, ob meine Handynummer auf der Liste korrekt sei und da fiel der Groschen. Ja natürlich, die Handynummer! Auch die junge Frau mit Drillingsschwangerschaft im 9. Monat hätte bestimmt ein Handy dabei oder wüsste sich zumindest zu behelfen, irgendwie einen Anruf zu machen, wenn ich ihr meine Telefonnummer am Wagen, in den sie nicht hineinkommt, hinterlasse.

    Ich fragte M nach einem Stück Papier aus ihrem Handgepäck - irritierenderweise trägt mein Kind immer ein paar Post-its im A6-Format bei sich, die handschriftlich mit "Dies ist eine bedeutsame Nachricht!" vorbeschriftet sind. So einen verwendete ich. Dass "dies eine bedeutsame Nachricht ist" strich ich durch, fand das dann sofort aber besonders merkwürdig, was soll man von Personen denken, die einem einen Zettel ans Auto hängen, auf dem steht, dass es sich um eine bedeutsame Nachricht handelt und dass dann durchstreichen - ach, doch nicht bedeutsam, aber immerhin wichtig genug für den Fakt dass. Manchmal muss man seine Gedankengänge gewaltsam abbrechen, dies war so ein Fall, ich zähle dann gerne von einer absurd hohen Zahl in 37-Schritten herunter, da ich nicht sonderlich gut Kopfrechnen kann, beschäftigt es mich ausreichend, dass keine Gedankenkapazität für Irrsinn mehr da ist.

    Als ich dann den Zettel am anderen Auto angebracht hatte, beglückwünschte ich mich mit einem Kaffee formell, aus einer unlösbaren Situation das Beste herausgeholt zu haben. Sofort klingelte das Handy. Es war aber nur M, die fragte, ob ich dann wohl noch zur Verabschiedung kommen wollte.

    Auf dem Heimweg holte ich Brötchen, dann Frühstück zu Hause, das Flugzeug auf Flugradar stalken, auf der Couch sitzen, ein Nickerchen und ab dem Mittagessen waren wir im Garten eines Kollegen eingeladen. Dort wurde gegrillt, getrunken, die Füße in Eimer mit Eiswürfeln gesteckt und mit Kleidung unter dem Rasensprenger geduscht. Sehr angenehm.

    Gegen 20 Uhr waren wir gut sonnenbetankt wieder zu Hause, dann nichts mehr außer hitzesudern.

    Samstag, 29. Juni 2019

    Dieser Eintrag ist mit den Füßen in einer Schüssel voll kaltem - nunja, mittlerweile lauwarmem - Wasser gesendet.

    Es war viel los in den letzten Tagen, die Zeit zum Aufschreiben fehlte einfach.

    Am Freitag blickte ich mit dem Nachfolger vom Oberchef auf das erste Halbjahr der Zusammenarbeit zurück. Wir waren uns einig, dass es gut läuft und kontinuierlich besser wird. Er habe von mir im letzten halben Jahr häufiger "das weiß ich nicht" oder "oh, das habe ich falsch gemacht" gehört als in seiner gesamten Karriere von allen anderen Mitarbeitern zusammen, sagte er - das schaffe Vertrauen. Außerdem teilen wir das Gefühl, manchmal wie Hänsel und Gretel im Wald herumzuirren (Ich dachte, Sie kennen sich damit aus - Nö, ich dachte, Sie kennen sich damit aus! - Nö.). Es bleibt spannend.

    Abends war Sommerfest, auch das haben wir mittlerweile im Griff. Es ist klar, wie die Leute hingescheucht werden, es ist klar, dass es ungeachtet der Temperaturen ein Dessert mit Schokoladenanteil geben muss, bestimmte Personen haben gelernt, dass sie sich lieber früher schon einen Wagen bestellen und die Technikerin und ich haben herausgefunden, wer von uns welche hartnäckige Person später am effizientesten in ihr Transportmittel befördert. Es ist alles eingespielt, also Zeit, diese Aufgabe abzugeben.

    Zu Hause war ich gegen 2 Uhr mit Ganzkörperjucken (Insekten und Sonne), irgendwann habe ich wohl auch geschlafen, heute Morgen war ich um 6 ein bisschen wach, las ein Buch, schlief darüber ein, dasselbe um 10 nochmal, später kurzer Einkauf per Fahrrad und danach wieder Ganzkörperjucken (die Sonne), dann großer Einkauf mit dem Auto.

    Dann Sofa. Das kollidierte mit den Interessen von M, sie war unterwegs und wollte gerne Sachen gebracht bekommen. ich wollte aber nicht gerne Sachen bringen, eben wegen Sofa. Es wird ja viel geklagt, wenn Kinder in die Pubertät kommen, ich kann mich dieser Klage jedenfalls bisher nicht so richtig anschließen. Ich verstehe diese Phase im Moment als ein Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Verantwortung, zwischen Wollen/Können/Dürfen und Sollen/Müssen, zwischen Rechten und Pflichten. Die Kinder werden selbstständig und ihr Handlungsspielraum erweitert sich enorm, das finden sie natürlich toll aber sie werden eben auch entsprechend ihrer neuen Handlungskompetenzen in die Pflicht genommen, das finden sie weniger toll. Und je mehr man neu ausprobiert, desto mehr geht natürlich auch mal schief. Dann sind sie traurig oder enttäuscht oder entmutigt - umso schlimmer, wenn sie selbst schuld sind, weil sie eben selbst verantwortlich waren. Sie spüren in dieser Phase vermutlich die Last einer Verantwortung zum allerersten Mal.

    Man kann das an sehr kleinen Sachen festmachen. M zum Beispiel bekam gestern einen Sonnenbrand, dazu rief sie mich sehr empört an. Sie habe noch nie (!!!) einen Sonnenbrand gehabt! Was natürlich daran liegt, dass ich sie bisher immer eingecremt oder zumindest nachhaltig nervig zum Eincremen angehalten habe, ich habe ihr auch die Sonnencreme (immer Faktor 50) gekauft und, da ich viel mit ihr unterwegs war, immer darauf gedrängt, eh nicht zu lang in der Sonne zu bleiben. M war gestern aber ab morgens um 7 unterwegs un kehrte erst heute Abend um 20 Uhr zurück, wer so lange allein unterwegs ist, muss sich natürlich auch allein um Sonnenschutz kümmern.

    Oder heute Nachmittag wollte sie von mir ein paar Dinge gebracht bekommen, frische Kleidung. Verständlich, dass man nach mehr als 24 Stunden frische Kleidung möchte, aber auch da gilt eben, dass man das mit bedenken muss, wenn man sich selbst eine Übernachtung bei Freunden organisiert und eben auch die Witterungsverhältnisse mitbedenkt - oder halt auch nicht, aber dann hat man entweder nichts oder muss es sich holen. Auch wieder selbst. Anstrengend ist das, ich stimme zu denn: für mich ist derselbe Weg genauso anstrengend.

    All das muss verstanden werden, ausgehandelt und zum ersten Mal in dieser Konsequenz gefühlt werden. Das ist auch anstrengend. Ich habe viel Verständnis dafür, fühle auch mit, aber ändern kann ich es nicht - es ist ja schließlich wichtig, das Prinzip von Verantwortung zu begreifen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Wenn ich das verhindere, halte ich das Kind klein.

    Also wie gesagt, ich saß auf dem Sofa und versuchte, ein Buch zu lesen, die Wärme machte mich aber kreislaufig und ich schlief immer wieder dabei ein. So ging der Tag dahin. Später wollte ich noch eine kalte Suppe kochen, begann das auch, stellte mittendrin aber fest, dass man diese Suppe tatsächlich erstmal kocht, so dass es dann geraume Zeit dauert, bis sie wieder kalt ist und sozusagen Essreife hat. Diese Suppe dann also morgen, wir bestellten kurzfristig, der Lieferdienst hatte keine Fahrer, später dann aber doch.

    Ein weiterer Versuch, das Buch zu lesen, und wieder dabei eingeschlafen - am Buch liegt es aber nicht!

    Vielleicht probiere ich es gleich im Bett noch einmal, und wenn ich dann einschlafe, bleibt es eben bis morgen dabei.

    Donnerstag, 27. Juni 2019

    Die Menschen und ich, das war heute nichts, es mag daran gelegen haben, dass es ja immer noch warm ist und ich daher nachts nur so ca. 3 Stunden geschlafen hatte. Besondere Probleme habe ich dabei mit Menschen, die ihre (belanglosen) Angelegenheiten nicht regeln können, ohne Unbeteiligte zu involvieren. Das hatte ich ja neulich schon einmal erwähnt und mit Frau Fragmente diskutiert, damals im beruflichen Kontext, da kann ich es gerade noch akzeptieren, da muss man dann eben sehen, dass man sie an Stellen verschiebt, wo sie möglichst wenig Schaden anrichten (das mag auch außerhalb des Unternehmens sein). Aber was macht man mit Leuten, die das noch nicht einmal in ihrem Privatleben schaffen? Sehr schwierig. Der Anlass meiner Überlegungen war ein nichtiger, es ging um eine Frau, die wohl auf dem Weg zum Flughafen war und unbedingt ihren Koffer im Vierersitz bei sich stehen haben wollte, daher war sie sehr angestrengt, als ich mich dort hinsetzte. Es gab keine Grund für den Koffer da, zahlreiche andere Möglichkeiten hätten sich angeboten, alle aber halt einen Tick unbequemer für die Kofferfrau und so entschied sie sich, lieber andere zu belästigen. So ging der Tag munter weiter, auch im Büro, die einen wollten, dass ihr ganzes Leben für sie geregelt wird, die anderen wollten Dinge selbst regeln, die sie nicht beherrschen, wieder andere wollten Informationen nicht teilen und dann noch ein paar wollten Korrekturen nicht annehmen bzw. nur einen Teil davon, weil es sonst zu viele wären. Meiner Ansicht nach muss man ja weniger Fehler machen, wenn man weniger Korrekturen will, das ist der einzige Weg. Aber weder war es meine Angelegenheit noch meine Korrekturen, also blieb mir nur zu sagen "dann mach dich halt lächerlich, ist ja deine Sache".

    Was noch? Meetings, Meetings, Meetings den ganzen Tag und dazwischen Telefonate und alles viel länger als geplant, zu Hause 3 Kinder vorgefunden, die auch wohl alle über Nacht bleiben, sie übten das Vaterunser. Skurriler wurde es dann nicht mehr.

    November seit 4862 Tagen

    Letzter Regen: 17. Juli 2019, 00:09 Uhr