Mir heute meiner merkwürdigen Leidenschaft für Messer erneut bewusst geworden. Brotmaschinen betrachte ich mit tiefster Verachtung.
der war heute, oder vielleicht noch gestern, da ich noch nicht geschlafen hatte - ich bin immer unsicher, ob man das dann schon als neuen Tag bezeichnen sollte, genau wie beim Geburtstag auch, ich finde immer, der Tag fängt erst nach dem Schlafen an, außer natürlich man feiert in den Geburtstag hinein (was ich selbst aber ungern mache, bei anderen ungern, weil man dann auf jeden Fall bis mindestens 1 Uhr bleiben muss, um die Gratulationsangelegenheiten abzuwickeln, selbst wenn die Party - oder man selbst - langweilig ist, bei mir selbst aber auch ungern, weil - ach eigentlich aus denselben Gründen).
Jedenfalls lag so ein Programmierdingenszeugauszug auf dem wichtigen freistehenden Küchenblock (nicht Blog) herum, ich goß die Tomaten auf dem Balkon (ja, nach Mitternacht) und tippelte auf dem Blackberrydingens (ja, auch dies nach Mitternacht) und mein Blick schweifte schwiff vfiel auf diese Blätter und ich sah einen semantischen Fehler (mit Semantik kenne ich mich ja aus, ist hier wie dort auch irgendwie dasselbe) und ich kreiste ihn ein und fühlte mich wie ein Genie.
Die heute morgen offenbar werdende Tatsache, dass es sich bei dem vermeintlich wichtigen Programmauszug um Schmierpapier aus lang zurückliegenden Diplomarbeitszeiten des Herrn N. handelte, auf dessen Rück- (eigentlich nun Vorder-)seite sich der Einkaufszettel befand, ist dabei nebensächlich.
Heute ist also der Tag, an dem ich den Bug fand - mal davon abgesehen auch der Tag, an dem ich eine rote Kinderrregenjacke mit weißen Punkten kaufte, die genau so aussieht wie die, die ich selbst auf diesem Foto, auf dem ich etwa drei Jahre alt bin und mit Gummistiefeln und einer ebenfalls in Regenzeug gekleideten Freundin auf dem Bett meiner Eltern herumhopse, trage. Ich bi n fest davon überzeugt, dass Gedankenübertragung möglich ist, denn gleich nach dem Einkauf wurde mein Bett mit der Regenkleidung behüpft. In wenigen Minuten kommt die Freundin der Kleinen, und wenn diese einen grünen Regenmantel und einen Regenhut (statt Kapuze) trägt sowie gelbe Gummistiefel, dann bin ich vermutlich in einer Zeitschleife gefangen. Wollte ich nur gesagt haben, falls ich nicht mehr auftauche, und ewiglich weiterhüpfe, in diesem rotgepunkteten Mantel.
Die Midori-Mücver sind hervorragend. Als Nachspeise empfehle ich Eiscreme, und zwar Ben & Jerry's Cookie Dough und New York Super Fudge Chunk, zu gleichen Teilen, geschichtet.
- Großangelegte Aufräumaktion. Redundanz verursacht mir unwohlsein, die ständige Aufmerksamkeitsspaltung auf Milliarden von Dingen strengt mich an. Etwas zwanghaft.
- Ein paar-Tage-altes Baby regelrecht aus der Wiege gerissen. Whoaaaaaaa und ab in die Luft mit Schwung. Konnte mich gar nicht erinnern, dass die so verdammt leicht sind! Hossa. War versucht, es probehalber gleich noch ein paar Mal hochzuwerfen. Ups.
- Mehrfache "Datensammlungsorte" - Organizer, Notizbücher und so finde ich gerade enorm anstrengend. Das Gefühl, alles zusammen halten zu müssen.
- Was kann man denn mal mit einer Riesenzucchini machen, außer sie eine Woche lang in den verschiedensten Kombinationen essen? Vielleicht so eine Art Zucchinipaste mit Knoblauch, Olivenöl und Gewürzen und dann aufs Brot? Hm.
- Statt gebremst fahren vielleicht lieber weiter Vollgas und ab und an Pausen einlegen? Liegt mir mehr, glaube ich.
- Gibt es schon gesicherte Erkenntnisse, ob die Disposition zu cholerischen Anfällen vererbbar ist?
- Merkwürdiges Gefühl an mir wahrgenommen, gerade. Nach einigem Nachdenken festegestellt, dass ich friere!
Zu schnell, viel, viel, viel zu schnell. Zu viel auch. Und auch zu hoch. Bremsen, bremsen, bremsen.
Neu - oder mal wieder - im Programm: über den eigenen Schatten springen. Passt noch nicht so recht. Aber bei den meisten sportlichen Betätigungen fühlt man sich ja eigentlich erst danach, wenn man wieder frisch geduscht mit einem Bier auf der Couch einer Apfelsaftschorle im Garten sitzt, so richtig wohl. Wir werden sehen.
Hitliste der größten Sauereien der letzten knapp 3 Jahre - bis dato, to be continued:
Platz 1, unangefochten:
Große Wäsche
In der mit Feinwäsche - gute Büroklamotten - beladene Waschmaschine unbemerkt und im letzten Moment noch zwei komplette Rollen Toilettenpapier verstaut. Tür geschlossen. Beim Waschpulver einfüllen geholfen und den Start-Knopf gedrückt.
Resultat: Größte Sauerei ever. Klopapier ist nicht mit dem Fusseln von Papiertaschentüchern zu vergleichen, sondern löst sich in winzigste Bestandteile auf die schwarze Wäsche in hellgraue Wäsche verwandeln.
Beseitigung: schwierig. Wegen akuter Überforderung Großeltern anreisen lassen. Kleidung ca. 5 Mal gewaschen, zwischendrin Waschmaschine mehrfach ausgeschrubbt. Kleidung danach über Stunden mit der Fusselbürste bearbeitet. Mehrere Rollen Fusselbürstenpapier verbraucht. Noch nach Monaten Restrückstände auf vereinzelten Textilien.
Platz 2:
Reiseübelkeit
Unvermittelter Kotzanfall im Auto, quer über Kindersitz, Rückenlehne und Kopfstütze des Beifahrersitzes.
Resultat:Beeindruckend und olfaktorisch überwältigend.
Beseitigung: tricky, jedoch Zugriff auf Vorerfahrungen sympathisierender Elternscharen möglich. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Schnell verdrängt vergessen.
Platz 3:
Die Knoblauchrose
Man zerschneide eine Knolle Knoblauch mittels Kinderschere in Kleinstteile, lege diese in einen Kinderkochtopf, füge Badekonfetti (Duftrichtung Rosenblüte) sowie eine unbestimmte Menge Wasser hinzu und schiebe es tief unter ein Spielzeugregal unmittelbar neben der Heizung. Im Winter.
Resultat: Zeitverzögert einsetzender olfaktorischer Großalarm. Knoblauchrosenduft bis ins Treppenhaus.
Beseitigung: Sehr einfach. Zumindest, wenn man die Ursache einmal entdeckt hat...
Platz 4:
Das Liebesperlenfeld
Eine Großflasche kleiner Liebesperlen wird auf 20qm über Parkett verteilt, möglichst gleichmäßig. Dann wird mit dem Inhalt eines 250ml Milchfläschchens gegossen. Anschließend die Tür zum Zimmer von außen geschlossen und für einen halben Tag jedem der Einlass verwehrt, weil "da was wächst".
Resultat: Buntschillernd-klebender Boden. Man weiß gar nicht, wo man beim Wischen stehen soll...
Beseitigung: Mittels Lappen und Schwamm recht einfach, wenn auch zeitaufwendig. Die noch harten ca. 300 Perlen"kerne" (250ml Milch reichen nicht für eine völlige Aufweichung) sind einzeln aufzunehmen, um Kratzer oder Knieverletzungen zu vermeiden. Insgesamt kein Drama, aber gerade akut. Seufz.
Letztens für eine Summe, die genau zu benennen ich mich hartnäckig weigere, kaufrauschartig enorme Menge Klamotten erstanden und im Gegenzug einen Teil des Kleiderschrankinhaltes in zwei großen Müllsäcken entsorgt. Am nächsten Tag verreist und diesen Umstand komplett vergessen.
Heute morgen dann sowieso leichte urlaubsrückkehrbedingte Desorientierung. Beim nichtsahnenden Blick in den Kleiderschrank wächst das (sowieso immer latent vorhandene) Gefühl, im Leben einer anderen Person zu stecken, zu einer mittelfesten Überzeugung heran, die ich nur mit viel Konzentration so weit im Griff habe, dass ich nicht ständig in hysterisches Kichern ausbreche.
Und ich wundere mich die ganze Zeit, was hier so nach Kneipe riecht. In jedem Raum. Und draußen sogar auch! Achso, die Jeans...
Walnuss-Sahnetorte, mit Marzipan überzogen, natürlich selbst gemacht. Dazu Cola light.
Ich bin von Schwangeren umgeben. Das nervt mich total, aus einer Reihe von Gründen, von denen ich nur über die harmloseren nachdenken möchte. Ich mag Schwangere nicht besonders (das ist jetzt ein harmloser Grund), das ist auch gar nicht fies, also nicht fies gemeint, das ist so, wie ich auch keine Kinder mag, was auch kein Widerspruch ist weil ich ja mein eigenes Kind sehr mag und einige seiner Freunde auch, es ist eher so, dass ich ja auch nicht sagen würde, ich steh total auf alte Leute, obwohl ich natürlich auch viele kenne die ich mag. Eher so eine grundsätzliche Art - mir sind Leute, wenn ich es mir aussuchen darf, am liebsten unschwanger und im mittleren Erwachsenenalter - was sich leider häufig auszuschließen scheint. Ein weiterer harmloser Grund ist, dass man mit Schwangeren so furchtbar schlecht Bier trinken kann und mein Bekanntenkreis ja sowieso schon (gefühlt) überproportional viele Apfelsaftschorletrinkerinnen umfasst.
So. Jetzt ist das raus. Besser jetzt.
