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    Sonntag, 22. April 2007
    Und dann...

    Y aunque intenté guardar la ropa
    al mismo tiempo que nadar
    me he resignado a ir en pelotas
    mientras dure el mar.
    (Mecano - Quédate en Madrid)




    dieses Blogdings, das in letzter Zeit so eine Art Eigenleben entwickelt hat. Fast wie ein Haustier, das sich plötzlich selbst sein Futter aus dem Kühlschrank nimmt und anfängt, ans Telefon zu gehen.

    Warum es mir ansatzweise den Magen umdreht, wenn man mir versichert, hier alles ganz genau gelesen zu haben. Obwohl das ja offensichtlich erstmal als Zweck der Übung anzusehen wäre. Warum es mir trotzdem so scheint, wie an Ostern einen Adventskalender auszupacken und ratzfatz alle Türchen leer zu futtern. Was nicht schlimm ist, aber irgendwie nicht so gedacht. Weil die Texte hier in Form von Gedankenschluckauf entstehen. Weil ich sie selbst nicht nachlese.

    Auf der anderen Seite lese ich dann ja selbst Bücher nicht so, wie vom Autor gedacht. Und wenn sich darüber jemand mokiert lache ich laut. Und natürlich lese ich auch in Blogs so wie es mir gefällt. Wem das nicht passt, der möge seine Beiträge halt offline setzen. Darüber kann man dann belustigt sticheln.

    Die Lösung für dieses Dilemma ist natürlich die Speziallogik, dass es etwas ganz anderes ist, ob ich etwas mache oder jemand anders. Speziallogik ist auch, dass meine Vorstellung, dass dies alles irrelevant und anonym ist, weiterhin mit wilder Überzeugung aufrecht erhalten wird. Über Kommentare zur gesammelten Irrelevanz freue ich mich natürlich trotzdem. Und die Anonymität ist längst aufgeweicht. Das hab ich aber jetzt nicht gehört.

    Ich muss nochmal nachdenken, über dieses Blogdings.

    Sonntag, 22. April 2007

    Gibt es etwas Kläglicheres als lauwarme Pizza??

    (Schales Bier evtl.)

    Ha! Da isser wieder!

    Der verlorene Gedanke:

    Gedacht, dass dieses ganze Grenzen austesten wahrscheinlich, letzten Endes, Unsicherheit ist. Natürlich. Das Bestreben, da wo Ungewissheit ist, Gewissheit zu schaffen - mit welchen Mitteln auch immer. Und "bis hierhin und nicht weiter" ist Gewissheit, ein Punkt zum Markieren auf der Landkarte. Hier bin ich, so weit kann ich gehen, da ist Ende. Prima.
    Und dass mir der Gedanke deshalb immer wieder abhanden kam. Weil unerwünscht. Man kann ja niemanden so gut bescheißen wie sich selbst - wo wüsste man schon besser, welche Knöpfchen zu drücken sind.
    Wo der Gedanke jetzt wieder herkommt, ist dann auch erklärt - die Barrieren sind unten, nach dem Bier, da wagt er sich vor.
    Vermutlich Zeit, schlafen zu gehen.

    Och nö...

    Samstag, 21. April 2007
    Gedankenfetzen

    • In letzter Zeit bekomme ich immer eine verstopfte Nase, wenn ich Bier trinke. Das wird doch hoffentlich keine Allergie sein??
    • Beim Link-Sortieren festgestellt, dass ich den Wetterbericht nur im Sommer brauche.
    • Zum ersten Mal ein Blog von vorn bis hinten gelesen, also so wie ein Buch. Vorher nie überhaupt auf die Idee gekommen. Hm.
    • Das Orangen-Spülmittel - bisher grellorange - ist nach drei Tagen in der Sonne nun farblos. Kann mir das jemand erklären? Färben die das mit Carotin?

    Ein Sieg

    Dann die ganze Große Krise bekommen und mich doch besonnen, eine Bekannte mit Insiderwissen anzurufen, wegen der Kindergartenplatzvergabe.

    Wieder fällt ein Prinzip - Beziehungen nicht spielen lassen - nun ja, es lebt sich leichter ohne.

    Also zusammengesetzt und Fakten durchgegangen und ja, es gibt nicht genug Plätze für 3-Jährige weil noch so viele 4-Jährige auf der Warteliste stehen deren Eltern im Vorjahr zu spät gemeldet haben, das Verfahren nicht kannten, die Formulare nicht ausfüllen konnten, was-weiß-ich und dann: Wozu braucht ihr den Platz denn überhaupt, es geht doch jetzt auch und es gibt wirklich Familien, die ihn dringender brauchen, Kinder, die es zu Hause nicht so gut haben, wartet einfach noch ein Jahr.

    In dem Moment dann explodiert und das Gespräch wurde zum Monolog.

    Mal nebenbei - von Rechtsanspruch auf Kindergartenplatz (halbtags, 9-12 - wissen die meisten nicht, viel Spaß bei der Jobsuche für 2 Stunden plus Fahrtzeit/Tag) gar nicht zu reden, ich finde, Kinder verändern das Leben in einer solchen Weise, dass sie nur Privatsache sein können, sein dürfen, dass niemand wegen seiner Kinder eine Sonderbehandlung einfordern sollte, weil sie ja auch irgendwie für die Gesellschaft sind - mag sein, aber das darf nicht der Punkt sein... wie gesagt, in meinen Augen sind Kinder Privatsache und die Regelung der Familien-/Karrieresache auch, aber dann möchte ich mir zumindest nicht ständig das Dummgelaber anhören, wie toll alles organisiert ist, ist es nämlich nicht und wird es nie sein, Rechtsanspruch ich lach mich weg, also diesen wiedergekäuten Kram erbitte ich mir zu ersparen, da wäre mir schon sehr mit geholfen.

    Dass es nicht die absolute finanzielle Notwendigkeit ist wie vielleicht bei anderen Familien, gut, aber unser Konzept ist ausgereizt, es war auf maximal drei Jahre angelegt und die sind jetzt um, ich kann meinen Job nicht noch ein Jahr so mies eledigen wie momentan, auch das war nicht so geplant, war nicht geplant so viele offene Türen einzurennen aber ist halt passiert, und ein paar Monate kann ich es noch jonglieren und dann werden mir die Bälle nur so um die Ohren fliegen. Von der emotionalen Notwendigkeit mal ganz abgesehen, von dem Wunsch, ein Familienleben zu haben, den Mann länger als 3 Minuten am Nachmittag und einer Stunde am Abend zu sehen, in der nach einem 15-Stunden-Tag die Eloquenz nicht mehr die größte ist, in der nach ausdauerndem Zwangskuscheln beim Schlafengehen mit dem Kind der Wunsch nach weiterer Nähe nicht existent ist, der Kopf den ganzen Tag stumm nach "ich" geschrien hat und jetzt, für eine Stunde oder zwei, "ich" einfordert, mit dem ich aber nichts mehr anfangen kann außer Gedanken streamartig auszuwerfen. Alles selbst zugefügt und so gewollt, ja, so ist es, denn: die Alternative, einfach zu Hause bleiben, die finanzielle Notwendigkeit ist ja nicht da, hätte schon lang vorher ebenso sicher erstickt wie eine Plastiktüte über dem Kopf.

    Ein Jahr ist noch einmal Herbst und Winter, Weihnachten und Ostern, Frühjahr und Sommer, und ja, das geht schnell um, und ja, ich könnte meinen Job vielleicht sogar noch ein Jahr jonglieren, es geht ja immer mehr als man denkt, aber wir, wir schaffen nicht noch ein Jahr, wir sind am Limit. Der Stress der letzten 2,5 Jahre, das durchorganisierte, die emotionalen Veränderungen - die können nicht abendlich ein einer Stunde, in der beide nur mit 'runterfahren beschäftigt sind, oder im Wechsel das Leid des Lebens anderen kindbewachtechnisch aufgespalteten Paaren klagen - andere können sich das schon nicht mehr antun - aufgefangen werden und auch nicht bei gelegentlichen Ausgängen zu zweit, Babysitter oder Großeltern sei Dank. Man weiß ja schon gar nicht mehr, wo anfangen mit dem Erzählen, es ist ja als hätte man sich mehrere Jahre nicht gesehen. So vertraut und doch so fremd.

    Schweigen danach. "Ich wusste ja nicht..."

    Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben einen Kindergartenplatz zum 1.9.

    Anstrengend, dass man immer erst sein letztes Hemd noch ausziehen muss, damit jemand wahrnimmt, dass man Hilfe braucht.

    Mir wird schlecht bei sowas, und weil ich den Reset-Schalter am Kopf auch noch nicht entdeckt habe, werde ich mir den Tilt heute abend selbst zufügen.

    Freitag, 20. April 2007
    Weg

    Irgendwo einen Gedanken gehabt und schon zum dritten Mal nicht nur den Faden sondern gleich den ganzen Gedanken verloren...

    Fehlgeschlagene Kommunikation II

    Gerade in der Teeküche. Chef steht mit seinem Kaffee schon in der Tür, ich noch am Tisch.

    Chef: Werfen Sie mir noch eben einen Würfel Zucker rüber.
    (Chef trägt ein weißes Hemd. Chef hat gleich einen Termin.)
    Ich: Werfen?
    Chef: Sie treffen doch eh nicht...

    ...

    Beide fassungslos: Oh.

    ...

    Ich wünsche mir in der Version Novemberregen 2.0 einen Boss-Key. So eine Taste, die ich an mir drücken kann, und dann verhält man sich augenblicklich ganz normal und unauffällig. Sowas wie 'runtertakten früher...

    (Wenn man einmal beim Basteln ist, könnte man einen Reset-Schalter zufügen, für den Kopf.)

    Fehlgeschlagene Kommunikation

    An der Bushaltestelle. Der Bus sollte eigentlich vor 2 Minuten kommen. Ein Mann läuft nervös auf und ab, konsultiert wiederholt den Fahrplan und spricht mich schließlich an:

    Mann: Entschuldigung - fahren Sie öfters mit der 106?
    Ich: Wann genau müssen Sie wo genau sein?
    Mann: Was? Ich wollte nur wissen, wieviel der so im Schnitt zu spät...
    Ich: Weiß ich doch, aber danach wollten Sie nach Alternativen fragen und so weiter und das können wir uns alles sparen, wenn Sie mir sagen, wann sie wo sein müssen.
    Mann: Wenn Ihnen ein Gespräch mit mir zu viel ist, dann frage ich halt jemand anders!
    Ich: Ich wollte Ihnen nur helfen und hier ist sonst auch keiner...
    Mann: Von so arroganten Leuten wie Ihnen will ich keine Hilfe! (geht weg)

    Hm. Skurril. Der Gedanke drängt sich auf, dass ich mich an einem paranoiden schlechten Tag auf in der anderen Rolle gut wiedergefunden hätte...

    Mittwoch, 18. April 2007
    Und wieso...

    sieht man den Tippfehler immer, wenn man gerade auf "Drucken" geklickt hat?

    Dienstag, 17. April 2007
    (Pfann)kuchenschlacht

    Weiß eigentlich irgendjemand hier, wie aufwendig es genau ist, sich einen halbgaren Pfannkuchen wieder aus den Haaren zu entfernen, weil er einem auf den Kopf gefallen ist?? Falls nicht, glauben Sie mir einfach und probieren Sie es nicht aus. Lassen Sie sich die Zutaten durch den Kopf gehen: Ei (Eiweiß! Klebt!). Mehl (Stärke! Klebt!). Milch (Laktose! Klebt!).

    Würde ich meinen Händen auch nur ein klein wenig mehr zutrauen, so hätte ich jetzt einen flotten Kurzhaarschnitt.

    Dumme Leute werden bei mir demnächst nicht mehr verhauen sondern zum Pfannkuchen essen eingeladen, und ups, da wird es einen kleinen Unfall bei der Zubereitung geben....

    Dienstag, 17. April 2007

    Und Nerven wie Spinnweben zur Zeit...

    Ist es wohl...

    Notwehr, wen ich jemandem eine reinhaue weil seine Dummheit mir körperlich weh tut??

    Sonntag, 15. April 2007
    Telefon die letzte (vorerst)

    20-Euro Gutschrift von di-di-di-di dim-dim. (Geht zwecks kosmischen Ausgleichs in den Hut an der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz).

    Automatisch generiertes Schreiben ohne Unterschrift. Vom Wort "Entschuldigung" oder anderen aus diesem Wortfeld keine Spur. Regt mich gleich wieder auf - können die denn noch nichtmals den Anschein erwecken, als läge ihnen der Kunde am Herz? Meine Güte, das ist ein Macro, da kommt es doch auf einen Satz mehr oder weniger nicht an...

    Freitag, 13. April 2007

    Verzweifelt auf der Suche nach Streit. Erbarmt sich denn keiner??
    Sogar der Rechner mit dem Wackelkontakt sprang beim ersten Versuch an. Muss an meiner Aura liegen.

    Dienstag, 10. April 2007
    Doch Garantien geb' ich keine

    Einmal ist keinmal. Einmal ist nicht keinmal. Das Ding an einer Sucht ist, dass einmal eben nicht keinmal ist. Dass die Freiheit, sagen zu können, dass einmal keinmal ist, komm Schwamm drüber vergessen vorbei, eben nicht mehr besteht. Einmal ist der Beginn einer Folge, der Beginn einer Akzeleration.

    Das Ding an einer Sucht ist auch, dass "nie wieder" so verdammt lang ist. Dass "nie wieder" eben nicht "nur wenn's keiner merkt" ist, oder "nur eine Ausnahme" oder "nur im Urlaub mal" oder "erst wieder wenn ich in Rente gehe". Nie ist nie. N-I-E. Ende. Auf der einen Seite ist das sehr einfach, denn da gibt es nichts zu diskutieren. Einmal ist einmal und nie ist nie. Sehr übersichtlich. Andererseits ist es so verdammt ungerecht, hier nicht entscheiden zu können, entscheiden zu dürfen, denn nie ist nie. Klar kann ich mir sagen, dass ich die Entscheidung an einem vorgelagerten Punkt treffe - vor dem "einmal (noch)" statt vor dem "(noch) einmal", und wo ich entscheide ist doch egal. Genau, blablabla. Ist es nicht. Ist es nicht. Selber ein Bein gestellt und nix mehr zu entscheiden weil nachgewiesen inkompetent. Ach was, inkompetent, menschlich halt. Lasst mich doch in Ruhe...

    Das Ding an einer Sucht ist auch, dass es am Anfang schwer ist aber dann doch auch einfach, denn die Probleme sind real. Liegen die Karten auf dem Tisch, dann passt jeder auf. Die Konversation um einen herum wird mitleidig-verständnisvoll um das brisante Thema herum gesteuert und nähert sich ein Uneingeweihter auch nur ansatzweise dem Tabu so wirft sich jemand dazwischen und spricht engagiert über's Wetter. Jede Veränderung, ob körperlich oder das Verhalten betreffend, wird registriert, analysiert, diskutiert. Ja-ha-ha-haaaa.

    Nach ein paar Jahren ist dann ja alles in bester Ordnung. Kein reales Problem vorhanden. Ja, ihr geht es gut... Hmhm, läuft alles rund, ... sehr stabil, das ist vorbei... . Rückfälle kommen immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Wenn sie am unnötigsten sind. Wenn die Sicherheit da ist, dass es nicht mehr passiert. Denn Sicherheit und Wachsamkeit schließen einander aus.

    Kein reales Problem mehr. Alles nur im Kopf. Gar nicht wirklich da. Läuft alles rund, sehr stabil. Eimal nur. Ich hab das im Griff. Natürlich nicht. Unnötig. Absolut unnötig. Einmal, nur um mir zu zeigen, dass ich es im Griff habe. Einmal entscheiden. Einmal den Kopf in den Nacken werfen und das Schicksal auslachen. Beiß doch, wenn Du Dich traust! Das ist natürlich alles sehr pubertär und unvernünftig. Lasst uns um Himmels willen erwachsen und vernünftig sein, wenn sonst schon nichts...

    Positiv denken III

    Was man nicht im Kopf hat, hat man delegiert.

    (hoffentlich...)

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    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr