Mittwoch, 14. Februar 2007
Ich ich ich - unbedingt (allein)
novemberregen, 22:59h
Ich würde verreisen. Auf eine Insel. Nordsee oder so. Allein. Unbedingt allein.
Ich würde so ein kleines Häuschen nehmen, mit Sofa irgendwo unten und Bett im Dachgeschoss und großem Fenster da oben. Mit Küche unten und großem Holztisch. Fenster mit diesen Drehgriffen. Unbedingt Fenster beim Tisch.
Ich würde am späten Nachmittag ankommen und meine Sachen auspacken, im Dachgeschoss, und dann in der Dämmerung am Meer spazieren, später im Häuschen Reste vom Reiseproviant essen und Leitungswasser trinken, dann früh und frierend ins Bett, unbedingt frierend.
Ich würde am nächsten morgen sehr früh aufwachen, mir die alten Klamotten wieder überwerfen, die vom Meer noch etwas klamm und salzig sind, unbedingt klamm und salzig.
Ich würde rausgehen und frösteln, die Sonne würde nicht ausreichen, um mich zu wärmen, ich würde einen Bäcker und einen Supermarkt suchen und Brötchen, gesalzene Butter, Käse, Kaffee, Milch und Bier kaufen. Unbedingt das alles.
Ich würde dann in das Häuschen gehen, die klammen Klamotten über die Heizung legen und duschen, ganz heiß, unbedingt.
Ich würde die warmen Klamotten anziehen (immer noch salzig, wichtig!) und an dem großen Holztisch Milchkaffee trinken und Brötchen mit salziger Butter essen, dabei aus dem Fenster schauen, barfuß und mit nassen Haaren, unbedingt barfuß und mit nassen Haaren.
Ich würde dann spazieren gehen und irgendwann irgendwo Fisch in einem Restaurant essen, allein, unbedingt allein.
Ich würde noch woanders Kaffee trinken oder Kakao oder Tee und danach barfuß durchs Meer gehen und wieder kalte Füße bekommen, an denen der Sand schabt und es würde anfangen zu regnen, unbedingt.
Ich würde - nass - irgendwohin gehen und ein Bier trinken und Leute kennen lernen, merkwürdige vermutlich (nicht unbedingt) und nach ein oder zwei Stunden in mein Häuschen gehen und allein sein, unbedingt allein.
Ich würde mit einer komischen Decke auf dem Sofa sitzen (barfuß, klar), noch ein Bier trinken, jedes Zeitgefühl verlieren und irgendwann einschlafen, auf dem Sofa, und dann nachts wach werden und ins Dachgeschoss gehen und aus dem Fenster schauen, unbedingt.
Ich würde Regen hören und ins Bett gehen, da im Dachgeschoss, und schlafen, schlafen, schlafen. Unbedingt schlafen.
Ich würde am nächsten Tag aufwachen und beschließen, nach Hause zu fahren, unbedingt. Glaube ich.
Ich würde so ein kleines Häuschen nehmen, mit Sofa irgendwo unten und Bett im Dachgeschoss und großem Fenster da oben. Mit Küche unten und großem Holztisch. Fenster mit diesen Drehgriffen. Unbedingt Fenster beim Tisch.
Ich würde am späten Nachmittag ankommen und meine Sachen auspacken, im Dachgeschoss, und dann in der Dämmerung am Meer spazieren, später im Häuschen Reste vom Reiseproviant essen und Leitungswasser trinken, dann früh und frierend ins Bett, unbedingt frierend.
Ich würde am nächsten morgen sehr früh aufwachen, mir die alten Klamotten wieder überwerfen, die vom Meer noch etwas klamm und salzig sind, unbedingt klamm und salzig.
Ich würde rausgehen und frösteln, die Sonne würde nicht ausreichen, um mich zu wärmen, ich würde einen Bäcker und einen Supermarkt suchen und Brötchen, gesalzene Butter, Käse, Kaffee, Milch und Bier kaufen. Unbedingt das alles.
Ich würde dann in das Häuschen gehen, die klammen Klamotten über die Heizung legen und duschen, ganz heiß, unbedingt.
Ich würde die warmen Klamotten anziehen (immer noch salzig, wichtig!) und an dem großen Holztisch Milchkaffee trinken und Brötchen mit salziger Butter essen, dabei aus dem Fenster schauen, barfuß und mit nassen Haaren, unbedingt barfuß und mit nassen Haaren.
Ich würde dann spazieren gehen und irgendwann irgendwo Fisch in einem Restaurant essen, allein, unbedingt allein.
Ich würde noch woanders Kaffee trinken oder Kakao oder Tee und danach barfuß durchs Meer gehen und wieder kalte Füße bekommen, an denen der Sand schabt und es würde anfangen zu regnen, unbedingt.
Ich würde - nass - irgendwohin gehen und ein Bier trinken und Leute kennen lernen, merkwürdige vermutlich (nicht unbedingt) und nach ein oder zwei Stunden in mein Häuschen gehen und allein sein, unbedingt allein.
Ich würde mit einer komischen Decke auf dem Sofa sitzen (barfuß, klar), noch ein Bier trinken, jedes Zeitgefühl verlieren und irgendwann einschlafen, auf dem Sofa, und dann nachts wach werden und ins Dachgeschoss gehen und aus dem Fenster schauen, unbedingt.
Ich würde Regen hören und ins Bett gehen, da im Dachgeschoss, und schlafen, schlafen, schlafen. Unbedingt schlafen.
Ich würde am nächsten Tag aufwachen und beschließen, nach Hause zu fahren, unbedingt. Glaube ich.
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schneelche,
Mittwoch, 14. Februar 2007, 23:04
Ja. Genau. *schnüff*
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cosmomente,
Mittwoch, 14. Februar 2007, 23:06
und wenn Sie nicht unbedingt alleine fahren wollten, würde ich unbedingt mitkommen wollen und dann gemeinsam etwas länger bleiben wollen, um abends auf dem Sessel gegenüber vom Sofa zu sitzen und zu lesen, mit dicken Wollsocken an den Füssen, dann dem Regen lauschen und das Meergefühl in der Nähe genießen wollen, denke ich :-)
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bufflon,
Mittwoch, 14. Februar 2007, 23:18
Meer. Immer wieder trifft man Leute, die nach dieser Sehnsucht nach Meer riechen, nach salziger Luft und Möwen, Strand und Wind. Ein Tag, ein Tag würde schon reichen, um sich wieder gerade zu biegen, sich wieder in Form zu bringen, egal wie. Sehr schön, Frau Novemberregen.
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lilly-charlotte,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 08:25
Unbedingt. Alles. Ich würde es genauso machen.
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gutemine,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 08:57
einfach mal raus, Kopf frei machen, Seele baumeln lassen .... nur mal bei sich sein ... und das dann am Wasser ... ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie es einfach mal in die Tat umsetzen !
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phileas,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 10:29
Allein und im Dunkeln und unbedingt salzig frieren.
Und nicht, weil es so schön ist, wenn der Schmerz nachläßt, sondern weil es so ein heilsames Gefühl ist, sich mal auf sich selbst geworfen zu finden.
Ich würde nicht Fisch essen gehen und auch kein Bier trinken. Eher 1 Döner und 1 Rotwein.
Und ich würde sehr merkwürdige Leute kennenlernen, lange über die nachdenken und dann froh sein sie nicht wiedersehen zu müssen und traurig sein sie wohl nie wirdersehen zu würden, unbedingt.
Und nicht, weil es so schön ist, wenn der Schmerz nachläßt, sondern weil es so ein heilsames Gefühl ist, sich mal auf sich selbst geworfen zu finden.
Ich würde nicht Fisch essen gehen und auch kein Bier trinken. Eher 1 Döner und 1 Rotwein.
Und ich würde sehr merkwürdige Leute kennenlernen, lange über die nachdenken und dann froh sein sie nicht wiedersehen zu müssen und traurig sein sie wohl nie wirdersehen zu würden, unbedingt.
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cabman,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 10:38
So schön.
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schluesselkind,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 11:35
Ja, das wäre es. *seufz* Genau so.
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pommesrot,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 13:55
Schweigen. Nachdenken. Es hat mich tief berührt.
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anje,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 15:04
dann hoffe ich, dass Ihr Auto anspringt.
Und nicht abends ankommen, nicht im Februar.
Nass, kalt, salzig und frierend ist zwar schön, aber nicht, wenn man nicht wieder warm wird. Und das dauert, im Februar. Denn auch das Dusch-Wasser muss ja erst aufgeheizt werden.
Nehmen Sie die Morgenfähre (es geht eine um 6.45h) und fahren Sie in den Sonnenaufgang hinein.
Bis abends ist das Haus dann warm und Sie haben tagsüber draußen genug gefroren, um eine funktionierende Heizung zu schätzen zu wissen.
Glauben Sie mir.
Und seltsame Leute lernen Sie da im Moment bestimmt kennen - die Gegend ist überfüllt mit Karnevalsflüchtlingen, die alle romantische Salz-Kälte-Nässe Gedanken in ihrem Herzen bewegen.
Das richtige Getränk ist übrigens Grog - hilft bestens gegen kalte, nasse Füße und fördert eindeutig die meerbezogenen Sehnsuchtsgedanken. Wärmt damit doppelt von innen.
Und nicht abends ankommen, nicht im Februar.
Nass, kalt, salzig und frierend ist zwar schön, aber nicht, wenn man nicht wieder warm wird. Und das dauert, im Februar. Denn auch das Dusch-Wasser muss ja erst aufgeheizt werden.
Nehmen Sie die Morgenfähre (es geht eine um 6.45h) und fahren Sie in den Sonnenaufgang hinein.
Bis abends ist das Haus dann warm und Sie haben tagsüber draußen genug gefroren, um eine funktionierende Heizung zu schätzen zu wissen.
Glauben Sie mir.
Und seltsame Leute lernen Sie da im Moment bestimmt kennen - die Gegend ist überfüllt mit Karnevalsflüchtlingen, die alle romantische Salz-Kälte-Nässe Gedanken in ihrem Herzen bewegen.
Das richtige Getränk ist übrigens Grog - hilft bestens gegen kalte, nasse Füße und fördert eindeutig die meerbezogenen Sehnsuchtsgedanken. Wärmt damit doppelt von innen.
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chauvi,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 19:05
Oder an einem verregneten Vormittag in eine Decke gehüllt vor die offene Terassen/Balkontür gesetzt, in den Regen gestarrt und für eine Stunde das ganze nur geträumt. Mindestens so ramontisch und fast so wirkungsvoll. Und anschließend entspannt Kaffee gekocht und den Kühlschrank nach etwas essbarem durchsucht.
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anje,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 19:40
ramontisch
finde ich klasse.
Schon notiert und gespeichert.
Danke
anje, die schrecklich gerne mehr romantisch wäre, aber irgendwie immer nur ramontisch sein kann
Schon notiert und gespeichert.
Danke
anje, die schrecklich gerne mehr romantisch wäre, aber irgendwie immer nur ramontisch sein kann
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novemberregen,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 21:41
Dann reicht Ihnen statt Meerluft sicher auch ne Nasendusche.
;-)
;-)
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anje,
Donnerstag, 15. Februar 2007, 22:09
meinen Sie mich oder Herrn Chauvi?
Ich brauche schon echtes Meer.
Ich bin da geboren und (als Kleinkind) aufgewachsen, auch noch auf der Insel, das fördert nicht nur romantische Selbsterfüllungsträume, sondern bringt konkrete Kindheitserinnerungen hoch, die sich nicht so leicht durch Ersatzhandlungen ausgleichen lassen.
Ich denke allerdings, dass meine Insel+Meer-Träume anders sind, als bei einem Festländer, sie sind schon sehr realitätsverwoben, denn als wirklich romantisch habe ich kalte und nasse Füße nie erlebt, aber den Geruch des Meeres verbinde ich automatisch mit der Hühnersuppe meiner Oma.
Und Möwengeschrei heißt für mich Freiheit, denn auf der Insel gibt es die Gefahren der Stadt nicht, so dass ich dort von jeher frei umherlaufen konnte, ohne die Vorschriften von pünktlichem Daheimsein und allfälliger elterlicher Kontrolle.
Gleichzeitig entsteht aber auch ein gewisses überhebliches Lächeln über die Kurgäste, die nur mal für kurze Zeit zum Abschalten kommen. Die wissen ja gar nicht, was es heißt, dort wirklich zu leben.
Andererseits weiß ich dafür, dass ich nur noch begrenzte Zeit hier auf dem Festland verbringen muss und dass ich ganz sicher nicht am nächsten Tag aufwachen werde und mich auf "zu Hause" freue, denn dann bin ich zu Hause.
Ich brauche schon echtes Meer.
Ich bin da geboren und (als Kleinkind) aufgewachsen, auch noch auf der Insel, das fördert nicht nur romantische Selbsterfüllungsträume, sondern bringt konkrete Kindheitserinnerungen hoch, die sich nicht so leicht durch Ersatzhandlungen ausgleichen lassen.
Ich denke allerdings, dass meine Insel+Meer-Träume anders sind, als bei einem Festländer, sie sind schon sehr realitätsverwoben, denn als wirklich romantisch habe ich kalte und nasse Füße nie erlebt, aber den Geruch des Meeres verbinde ich automatisch mit der Hühnersuppe meiner Oma.
Und Möwengeschrei heißt für mich Freiheit, denn auf der Insel gibt es die Gefahren der Stadt nicht, so dass ich dort von jeher frei umherlaufen konnte, ohne die Vorschriften von pünktlichem Daheimsein und allfälliger elterlicher Kontrolle.
Gleichzeitig entsteht aber auch ein gewisses überhebliches Lächeln über die Kurgäste, die nur mal für kurze Zeit zum Abschalten kommen. Die wissen ja gar nicht, was es heißt, dort wirklich zu leben.
Andererseits weiß ich dafür, dass ich nur noch begrenzte Zeit hier auf dem Festland verbringen muss und dass ich ganz sicher nicht am nächsten Tag aufwachen werde und mich auf "zu Hause" freue, denn dann bin ich zu Hause.
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