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    Freitag, 19. April 2019

    Heute war zwar der erste Urlaubstag, an dem ich nicht mindestens zwei Termine hatte, aber trotzdem war es ein langer Tag.

    Der erste Termin war nämlich gleich morgens um 9: Singen mit dem Chor in der Karfreitagsmesse, danach fuhr ich mit dem Rad herum, um irgendwo Frühstücksbrötchen zu bekommen - es gelang! Dann also Früchstück und anschließend ermatteter Mittagsschlaf.

    Auch nach dem Schlafen war immer noch dieser hartnäckige Energiemangel zu beklagen, mit dem ich mich seit Urlaubsanfang herumschlage. Dafür las sich aber auf der Couch ein Buch gut weg, ich plante einen Sonnenschutz für den Balkon (und setzte die passende Bestellung ab) und die erste grüne Soße der Saison schmeckte zum Abendessen mit Kartoffeln und Ei auch ganz besonders gut.

    Nach dem Essen raffte ich mich auf und begann, einen Wohnzimmerschrank zu ordnen, auf dem nämlich seit langem (Jahre!) Klaviernoten und Instrumente liegen, die ich aber viel lieber im Schrank drinnen hätte. Den Schrank selbst habe ich, ebenfalls seit langem (Jahre!), nicht mehr geöffnet, weil er so vollgestopft ist. Heute räumte ich alles heraus, warf viel weg, legte vieles in eine Korb zum Verschenken (hauptsächlich Bilderrahmen und Kerzen) und der Rest passte dann tatsächlich so in den Schrank, dass seine Oberfläche frei bleibt. Wunderbar. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mir den Hals nicht verrenke, weil ich ihn immer wieder nach der freien Fläche verdrehe.

    Donnerstag, 18. April 2019

    Vorgeschichte:

    Frau N: Guten Tag, hier Novemberregen. Sie haben mir vor 12 Jahren eine Küche eingebaut und jetzt ist eine Lampe kaputt. Das geht doch so nicht!

    Küchenmann: Da haben sie Recht, das geht so nicht, ich komme sofort am Montag vorbei, montags bin ich immer in der Nähe.

    Frau N: Wunderbar. Neues Leuchtmittel müssen Sie nicht mitbringen, das habe ich schon ausprobiert, es liegt an der Lampe, nicht an der Birne-oder-wie-auch-immer-das-jetzt-heißt.


    ***


    Am folgenden Montag: Der Küchenmann kommt, ohne jegliches Werkzeug aber mit einer Leuchtröhre in der Hand.

    Frau N: Also wie ich am Telefon schon sagte, es ist nicht die Birne-oder-wie-auch-immer-das-jetzt-heißt sondern die Lampe. Weil, ich hab diese Birne hier in der anderen Lampe ausprobiert und da geht sie, und die Birne, die da geht, auch hier und da geht sie nicht und eine neue habe ich auch schon und so weiter halt.

    Küchenmann: Jaja ich schau mal.

    Frau N: Brauchen Sie Werkzeug?

    Küchenmann: Nein, ich tausche ja nur die Leuchtröhre.

    Frau N: rollt mit den Augen.

    Küchenmann: herum, tauscht Leuchtröhren, die Lampe geht nicht, kramt hinter dem Hängeschrank, zieht an Kabeln, murmelt viel.

    Küchenmann: Habense mal einen Schraubenzieher?

    Frau N: Liegt schon da.

    Küchenmann: Sie haben nicht zufällig einen Stromprüfer?

    Frau N: Liegt auch da.

    Der Küchenmann werkelt herum, baut letztendlich die ganze Lampe ab.

    Küchenmann: Ich nehme die mal mit und nächsten Montag komme ich wieder und dann mache ich die wieder dran und dann geht sie wieder.

    Frau N: Wunderbar.

    (Ende der Vorgeschichte)


    ***


    Heute, am Telefon:

    Frau N: Hallo Herr Küchenmann. Ich hatte im Kopf, dass Sie Montag mit meiner Lampe kommen wollten aber das habe ich wohl falsch verstanden. Was passiert denn jetzt als nächstes?

    Küchenmann: Ja doch, ich wollte am Montag kommen, montags bin ich ja immer in der Nähe.

    Frau N: Achso, dann habe ich das gar nicht falsch verstanden.

    Küchenmann: Neinnein. Das hat nur nicht geklappt.

    Frau N: Da hätten Sie ja mal was sagen können.

    Küchenmann: Ja aber das merkt man doch.

    Frau N: Schon, aber dann weiß ich ja nicht, WANN Sie kommen und dann bin ich am Ende nicht da.

    Küchenmann: Ich bin doch immer montags in der Nähe! Immer montags! Ich komme nächsten Montag!

    Frau N: Aber da ist doch Ostermontag.

    Küchenmann: Na den Tag danach.

    Frau N: Also die Woche danach, also nicht kommenden Montag sondern den Montag danach.

    Küchenmann (wie man zu Menschen spricht, die ganz besonders schwer von Begriff sind): Den TAG danach. Das ist doch dann der Montag.

    Frau N: Ich kenne es so, dass nach Montag der Dienstag kommt.

    Küchenmann: Aber doch nicht, wenn der Montag ein Feiertag ist. Dann ist der Dienstag der Montag.

    Frau N: Tatsächlich. Was ist dann der eigentliche Montag?

    Küchenmann: Nichts, der zählt nicht.

    Frau N: Und wann ist Freitag?

    Küchenmann: Sie sind doch keine Freitagskundin. Ich bin immer montags in der Nähe, also komme ich ganz normal nächste Woche Montag.

    Frau N: Also Dienstag.

    Küchenmann: Dienstagmontag oder Montagdienstag, der erste Werktag der Woche zählt als Montag und da komme ich! Wie immer!

    Frau N: Alles gut, alles gut. Bis... dann.

    Küchenmann: Bis Montag!


    (Bleiben Sie dran!)

    Mittwoch, 17. April 2019

    Es ist alles eingekauft, was bis über die Osterfeiertage benötigt werden könnte und es ist alles aufgeschrieben, was an einzelnen Tagen erledigt oder bedacht werden muss/sollte. Ich muss gar nichts denken, ich muss nur machen. Allzu anstrengend kann es also nicht werden.

    Dienstag, 16. April 2019

    Der Gesangslehrer machte heute zwei Aufnahmen, eine am Anfang und eine am Ende der Stunde. Weil er sagte, er traue langsam seinen eigenen Ohren nicht mehr.

    Am Anfang klänge es immer sehr "naja" oder auch "ohje". Dann würde er nur kurz dies sagen und ich nicke und mache dies, dann sagt er das und ich nicke und mache das, so geht es 25 Minuten und danach klingt es, als sänge ein komplett anderer Mensch - und zwar einer, der echt ziemlich gut singt. Wobei er mir nur Dinge sagt, die ich eigentlich längst weiß, die ich ohne spezielle Aufforderung aber wohl nicht umsetzen kann, dafür nach Aufforderung dann sofort.

    Späteres Anhören der Aufnahmen ergab: die Ohren trügen ihn nicht.

    Wir machten viele Späße darüber, dass ich mich vielleicht für Lehrproben/Unterrichtsbewertungen zur Verfügung stellen sollte, dass man sich als Lehrer schon toll fühlt, wenn man innerhalb einer halben Stunde solche Effekte erzielt. Etwas frustrierend ist es aber auch, jedes Mal wieder von vorn anzufangen.

    Vermutlich würde es helfen, einfach mehr zu üben.

    (Diese Realität steht leider nicht zur Verfügung)

    Montag, 15. April 2019

    Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je zuvor so dermaßen in jeder Hinsicht erledigt gewesen wäre. Sehr interessante Erfahrung. Fast schon entspannend: es geht halt nix, in keiner Richtung.

    Sonntag, 14. April 2019

    Nachdem ich mir vor dem Urlaub im Büro den Kopf komplett erschöpftgedacht hatte, fuhr ich am ersten Urlaubstag mit dem Chor zu einem Probenwochenende in einem ehemaligen Kloster. Und dachte mir vorher: ja, das wird ein guter, schöner, ruhiger Einstieg in den Urlaub. Ich kenne dort ja so gut wie niemanden und bin auch derzeit nicht in Stimmung, jemanden kennenzulernen, man wird viel singen und an regelmäßigen Mahlzeiten teilnehmen, ansonsten die Zeit im Zimmer verbringen, aus dem Fenster schauen, möglicherweise lesen, früh ungestört schlafen. Als maximale Aktivität imaginierte ich den Spaziergang im Klostergarten, natürlich allein!

    Irgendetwas packte mich dann aber unvermittelt gleich am ersten Nachmittag und es wurde mein Vorsatz, auf jeden Fall die Namen von ALLEN (40? 50? Personen) zu erlernen. Und natürlich kann man sich Namen viel besser merken, wenn man auch mit allen spricht. Was ich folglich tat und mich bei jeder der regelmäßigen Mahlzeiten (insgesamt 9) absichtlich mit anderen Leuten zusammensetze und aus irgendeinem Grund auch abends jedes Mal erst nach zwei Uhr im Bett war, weil ich bis dahin mit weiteren zuvor unbekannten Personen sprach.

    Jetzt bin ich nicht nur intellektuell sondern auch sozial und körperlich völlig erschöpft. Aber: ich habe ja noch weitere zwei Wochen Urlaub!

    Donnerstag, 11. April 2019

    Ich habe diese Woche zweimal den (mühsam erstellen) Wochenkochplan verloren.

    Beim ersten Mal hatte ich ihn getippt und offenbar nicht gespeichert - was an sich schon mysteriös ist, da, wo ich tippe, speichert sich nämlich normalerweise unmittelbar von selbst und zwar in der Cloud. Ich kann es mir nur so erklären, dass ich es von Programm A (vermutlich GoogelDocs) in Programm B (vermutlich gmail) cutpasten wollte und nach dem cut dann statt paste irgendwas anderes gemacht habe, Freitagabend.

    Aufgefallen ist es mir am Montag, als ich nämlich nicht wusste, was es zu Essen geben soll. Genervt machte ich auf dem Supermarktparkplatz einen neuen Plan - an den alten konnte ich mich nämlich auch überhaupt gar nicht mehr erinnern, außer dass ich schon am Samstag viele Möhren gekauft hatte und nicht mehr wusste, wofür. Den neuen Kochplan schrieb ich auf einen Zettel, den Zettel für die Telefonkonferenz, die ich wenig später (auch auf dem Parkplatz) hatte und bei der ich mich sehr ärgerte, so dass ich den Zettel zusammenknüllte und wegwarf.

    Dementsprechend gab es die letzten Tage einmal was, an das ich mich noch erinnern konnte, einmal irgendwie gar nix und einmal Essen vom Thai bis ich mich heute an die Karottensuppe erinnerte, die ich machen wollte, mit Ingwer, Kartoffeln und Erdnüssen, alles eingekauft. Schnell zubereitet, Herr N und M fanden sie super und aßen alles auf, mir hat sie nicht geschmeckt, für mich gab es Butterbrot.

    Mittwoch, 10. April 2019

    Noch ein Tag, nur noch ein Tag, und es sieht danach aus, als ob doch noch alles irgendwie aufgeht. Zumindest das Wichtige.

    Dienstag, 9. April 2019

    Völlige Überforderung in allen Bereichen, aber die Laune hält. Bleiben Sie dran, wenn es in zwei Tagen heißt: absolute Entschleunigung - Frau N in der Krise.

    Montag, 8. April 2019

    Gut: diverse Säcke Kleidung in Altkleidercontainer gesteckt und Pakete in Packstationen verbracht.

    Schlecht: dadurch nicht 1,5 Stunden entspannt auf dem Parkplatz vor der Turnhalle im Auto sitzen können sondern nur gerannt, gerannt gerannt.

    Gut: ein schwieriges Gespräch im Büro erledigt.

    Schlecht: morgen noch ein doppelt so schwieriges (mindestens!) auf dem Plan.

    Gut: Freitag den Kochplan für die Woche gemacht, ich schwör!!

    Schlecht: Ihn offenbar nur im Kopf gemacht, jedenfalls finden sich keine Schriftzeugnisse und ich kann mich auch nicht mehr so richtig erinnern.

    Gut: Sofort einen neuen gemacht, teilweise aus dem Einkaufszettel rekonstruiert.

    Schlecht: war doppelt anstrengend.

    Gut: nicht einen Moment gelangweilt heute.

    Schlecht: nicht einen Moment gelangweilt heute.

    Gut: alle Pläne für heute umgesetzt.

    Schlecht: der Tag war komplett vollgeplant, also nur gerannt, gerannt, gerannt (siehe oben).

    Gut: jetzt Bettschwere, werde gut schlafen heute Nacht

    Schlecht: Wollte eigentlich noch wach bleiben.

    Man weiß es nicht.

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    Letzter Regen: 27. Mai 2019, 07:35 Uhr