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    Mittwoch, 11. Dezember 2019

    Das war ein gesprächiger Tag. Die kleine Katze weckte mich durch Zwangsbekuschelung gegen 6:30 Uhr. Dann normales Morgenzeugs und um 9 Uhr war ich im Büro. Dort ging ich als erstes beim neuen Oberchef vorbei, der mir am Vorabend per Mail Streit angekündigt hatte und auch lieferte.

    Als ich mir gerade einen Kaffee zur Erholung holen wollte, kam eine Person zum Jahresgespräch vorbei. Das war eigentlich erst für nächste Woche selbe Zeit terminiert, aber egal, nun war sie einmal da, ich brauchte nur kurz ein paar Minuten, um meine Notizen zu finden und mich einzudenken.

    Danach hatte ich ein bisschen Zeit, um die Post und Mails zu sichten und ein paar Zahlungen freizugeben, dann das nächste Gespräch (dieses Mal so geplant).

    Mittagspause in der Kantine, Essen mittelmäßig (Ratatouille mit Salzkartoffeln, komisch-krümeliges dessert, sollte wohl mit Krokant sein).

    Nachmittags zwei weitere Gespräche und lange Telefonate mit Steuerberaterin, mit zukünftigem Mitarbeiter, mit Behörde. Als ich gerade gehen wollte kam ein Anruf von M, sie sei in der Nähe und habe dringend benötigte Kleidung in einem Geschäft gefunden, habe aber leider kein Geld zum bezahlen, im Übrigen würde sich die Kleidung auch ganz wunderbar als Weihnachtsgeschenk eignen. Nun gut. Zweimal lief ich im Schneeregen an fraglichem Laden vorbei, weil ich ihn nicht erkannte, GoogleMaps half mir dann auf die Sprünge.

    Völlig überfüllte S-Bahn nach Hause, wir waren zu dritt (M, ihre, Freundin und ich) aber es war so voll dass wir uns beim Einsteigen verloren und bis zum Aussteigen keinen Kontakt mehr zueinander aufnehmen konnten.

    Abendessen Pellkartoffeln, Sahneheringsfilet, Gemüse - die Heringspackung droht mir, ich könne 4x die BILD am Sonntag gewinnen, aber ich hoffe mal, diese Schicksal ereilt einen nur, wenn man sich irgendwo online anmeldet.

    DOzember-Erledigung: schon wieder eine Überweisung. Geht mittlerweile ohne Schnappatmung.

    Dienstag, 10. Dezember 2019

    Puh so ein aufregender Tag. Ich schlief sehr unruhig, eine Erklärung dafür habe ich nicht, außer, dass ich immer hochschreckte, weil ich glaubte, in einem Haus voller Leichen zu schlafen. Wie auch immer. Ich stand etwas vor dem Wecker auf, weil mir das zu blöd war.

    Ankunft im Büro gegen halb 9, noch in Jacke und mit Tasche über der Schulter zwei Leuten nachdrücklich gesagt, sie sollen sich erstmal beruhigen und strukturiert nachdenken, bevor sie Panik schieben, zwei weitere Personen zum Arzt geschickt (einmal Bindehautentzündung, einmal Fieber, wirklich, dass man erwachsenen Leuten das sagen muss!). Eine Stunde später an meinem Schreibtisch angekommen und Termine jongliert, 30 Gespräche organisieren sich nicht von selbst. Spannende Dinge dabei, ich lasse immer recht offen, wo sich wer mit mir zum Jahresgespräch treffen möchte. Es geht natürlich bei mir im Büro, da ist es vertraut aber es klingelt halt dauernd das Telefon (auch, wenn ich nicht drangehe ist das lästig) und manchmal klopft auch wer an die Tür. Konferenzraum ist viel ruhiger, aber steril. Das Café nebenan ist unruhig, aber anders unruhig als mein Büro. Spazierengehen will im Dezember nie wer (außer mir). Dieses Jahr treffe ich mir erstmalig mit jemandem in einer Bahnhofskneipe, so be it, ich kann da Pokerface, habe den Termin aber so angepasst, dass er zum Feierabend der betroffenen Person reichen wird

    Mittags in der Kantine mittelgutes Essen, das gut hätte sein können, aber hinter seinem Potenzial zurückblieb: gebackene rote Bete auf Hummus mit Petersilien-Koriander-Chili-Salat und theoretisch Fladenbrot, praktisch war Fladenbrot aus. Naja, naja.

    Auf dem Heimweg entschieden, nicht zum Sport zu gehen, Freundin C geht auch nicht und ich habe keine Lust, fremde Leute anzufassen. Es stellte sich als die richtige Entscheidung heraus, denn zu Hause stand ein riesiges Paket im Flur, hurra, der Fernseher!!

    Das Auspacken war mühsam, das In-Gang-Setzen dafür unerwartet einfach, Fernseher scheinen heutzutage auch eher Plug&Play zu sein. Er ist so einfach, dass ich ihn intuitiv bedienen kann und man für "alles" (also Fernsehen, Netflix, Amazon Prime, Mediatheken, DVDPlayer) nur eine Fernbedienung benötigt. Vorher waren es, ähm, 4 oder 5, ich bin nicht sicher. Wir werden allerdings noch eine Wandhalterung brauchen, denn er passt nur ganz, ganz knapp auf den vorhandenen Fernsehschrank (der sowieso hässlich ist), das ist mir auf Dauer zu wackelig Aber erstmal geht's.

    Noch kein DOzember-Dings erledigt, aber ich glaube, da kommt noch was. Oder zählt Fernseher auspacken und aufbauen evtl. auch?

    (Ergänzung: ach doch hab ich wohl, ich habe ein Weihnachtsgeschenk für Papa Novemberregen gekauft, das war gleich heute Morgen, so dass ich es schon wieder vergessen hatte, ich habe es aber gerade in meiner Handtasche wiedergefunden.)

    Montag, 9. Dezember 2019

    Ich wachte auf mit dem Gefühl, nachts mindestens 10x aus irgendeinem Grund durch die Wohnung gelaufen zu sein. Genau erinnern kann ich mich aber an nichts. Sah auch alles normal aus.

    Im Büro fand ich eine Mail vor, die den Startschuss zu den Jahresendgesprächen gibt. Aus irgendeinem Grund muss das weltweit koordiniert werden. Der Grund hat damit zu tun, dass dann alle irgendwelche Bewertungen/Beurteilgungen in irgendwelche Systeme einklöppeln, was ich aber für unser Büro abgeschafft habe, weil es hier keinen Sinn ergibt. Also sind unsere Jahresendgespräche ein Treffen, bei dem man das Jahr nochmal Revue passieren lassen kann, gerne bei einem Heißgetränk und bei dem von mir jedenfalls nichts Überraschendes kommt - was von den anderen kommt weiß ich natürlich vorher nicht. Mit diesen Gesprächen - und mit Treffen mit BewerberInnen - werde ich nun die Wochen bis Jahresende (also bis zum 19., ab dann habe ich Urlaub) verbringen. Ich werde also enorm viel sprechen und ungefähr 30 Personen sehr gut zuhören, versuchen, sie zu verstehen und mich in ihre Denkweise zu denken. Bin schon jetzt etwas angestrengt und wünsche mich zu meinem Budget mit den stummen Zahlen zurück.

    Sonst war es ein ruhiger Tag, abgesehen von den 5 Minuten, in denen ich erst feststellte, dass ein wirklich sehr vertrauliches Dokument, das nur ein Kollege aus New York und ich sehen sollten, von einer Kollegin im Dateimanagementsystem ausgecheckt war. Auch schon seit über einer Woche, was nahelegte, dass es sich um irgendeinen Systemfehler handelte, aber trotzdem um einen mittelmäßig beunruhigenden. Die IT fand dann heraus, dass insgesamt 5 Kolleginnen Zugriff auf das Dokument haben. Keine davon sollte den haben. Sehr irritierend. Ich kann es mir gerade noch vorstellen, dass ich in einem Zustand gelinder Verwirrung mausrutsche und einen Anwender versehentlich hinzufüge, aber 5 Personen mit ganz unterschiedlichen Anfangsbuchstben, die auch keiner logischen Gruppe zugeordnet werden können (also: verschiedene Bereiche) doch eher nicht. Zum Glück war es aber recht egal, eben weil das Dokument so vertraulich ist, hatte ich es noch zusätzlich zugriffsgeschützt, so dass es sich auch nur auf dem Rechner von zwei Personen (eben dem Kollegen aus New York und mir) öffnen lässt. Bisher fand ich das immer sehr unnötig und habe es nur getan, weil es halt so angeordnet ist. All hail dem unbekannten Anordner, ich danke ihm von Herzen und werde nie mehr über diese zusätzlichen Klicks jammern (oder halt erst in 2-3 Jahren wieder, wenn ich den Schreck vergessen habe).

    Dann war heute noch der alte Oberchef im Büro:

    Oberchef: Frau N., schöne Weihnachten, ab heute habe ich Urlaub!

    Frau N: Sie haben immer Urlaub, Sie sind in Rente!

    Oberchef: Das hätte ich vorher auch nicht gedacht, dass mir Ihre Flapsigkeit mal fehlt!


    Den Nachmittag verbrachte ich mit viel Nachdenken und Aktualisierung meiner Notizen für die Jahresendgespräche - ich hatte ungefähr im September das letzte Mal nachgefasst, ein paar Dinge wäre ich gern gründlicher angegangen. Nunja, ist wie es ist, ich bin noch nicht ganz durch aber schätze, etwa 50% des Geplanten/Angedachten konnten wir umsetzen und 30% haben sich von selbst erledigt, bleiben 20% an Fehlgeschlagenem, Verschludertem, zeitlich nicht Geschafftem.

    Kurzer Einkauf nach Feierabend, dann kochte ich eine sehr leckere Suppe aus gebackenem Blumenkohl, gebackenen Karotten, Hummus und Mandeln. Dazu frisch aufgebackenes Brot mit Butter, sehr gut alles.

    DOzember-Erledigung: Paket pünktlich zur Post gebracht und eine Überweisung getätigt.

    Sonntag, 8. Dezember 2019

    Der Plan heute war ja, auf dem Sofa zu sitzen und ein Buch zu lesen und ich vermeldet: 100%ige Planerfüllung! Ich saß auf dem Sofa und las ein Buch von vorn bis zum Ende, von Seite 1 bis 224.

    Was sonst geschah:
    M hatte morgens verschlafen, daher schmiss sie mich um kurz vor 10 aus dem Bett mit der Bitte, sie schnell zur Nachhilfe zu fahren, weil der Bus weg war. Grmpfhmf. Der Vormittag verging dann mit Frühstück und Katzenkraulen, von 12 bis 14 Uhr las ich das Buch, danach ereilte mich ein Aktivitätsschub und ich tat die folgenden Dinge:

    6 Pflanzen umtopfen (die Blumentöpfe im Treppenhaus entsprechen nun dem Farbschema von Treppe/Wänden/Handlauf), 4 Pflanzen aus den Balkonkästen ziehen und in Töpfe umsetzen, die Apfelbaum zurechtschneiden, Erde auffüllen, winterfest machen, Feige nur Erde auffüllen und winterfest machen. Wo ich einmal dabei war, fixierte ich auf dem Balkon das Katzennetz neu und baute den Sonnenschutz ab, verstaute ihn in seiner Kiste, sortierte das Leergut, trug Müll vor die Tür und fegte danach die Wohnung. Plötzlich war es 18 Uhr und ich hatte das dringende Bedürfnis, zu duschen.

    Dann buk ich noch eine Runde Spezialplätzchen, ich glaube, sie sind sehr gut gelungen und damit hat die diesjährige Backaktion auch ihr Ende gefunden, es reicht.

    Jetzt bin ich angenehm erschöpft, auf der unangenehmen Seite habe ich einen Kaktusstachel im Finger, der nicht rausgeht, M hat schon operiert aber ich habe an dieser Stelle sehr viel Hornhaut und da tut sich nix.

    Samstag, 7. Dezember 2019

    Als ich gestern Abend schlafen ging dachte ich mir, dass ich heute den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen und ein Buch lesen würde, bis zur Abendverabredung. Sie können sicher raten, was ich heute überhaupt gar nicht gemacht habe - bisher, ein paar Minuten bleiben mir ja noch.

    Wie konnte das so kommen? Erst einmal schlief ich lang (bis 10) und frühstückte dann ausgiebig (bis 12), M musste dann zum Tennistraining aufbrechen und die Halle liegt in der Nähe eines Baumarkts. Ich wollte schon länger Blumentöpfe für die Pflanzen, die im Treppenhaus überwintern sollen, kaufen und seit letztem Wochenende noch dringender einen schönen Topf für meinen Riesenkaktus, der bisher in einem kleinen Winkel auf der Fensterbank stand. Im Rahmen einer Aufräumaktion (altes Radio weggeworfen, Fensterbank aufgeräumt, alles mögliche umgestellt) fiel mir aber auf, dass der Kaktus mittlerweile fast so groß ist wie ich und der Topf immer noch sehr, sehr klein (12 cm Durchmesser oder so), der Kaktus tat mir leid, er sollte es zukünftig besser haben. Die Beschaffung der entsprechenden Behältnisse und Blumenerde im Baumarkt war die heutige DOzember-Aufgabe.

    Um halb 3 waren wir mit allem zurück, mir fiel ein, dass ich noch Eiweiß im Kühlschrank habe, das mal weggebacken werden sollte, dann fiel mir ein, dass ich noch ein offenes Ei (Bruch) im Kühlschrank habe, das auch weggebacken werden sollte und außerdem ein paar offene Packungen mit Mandeln und Nüssen, die, naja, Sie wissen schon. Ich buk also nochmal 3 Sorten Plätzchen.

    Komischerweise war es dann schon Zeit, zur Abendverabredung aufzubrechen - mit den Plätzchen, letztes Jahr haben wir nämlich im Freundeskreis begonnen, Plätzchen untereinander auszutauschen, damit jeder hinterher ganz bunte Teller zu Hause hat. Dieses Jahr trafen wir uns zum Gänse-Essen (oder Wild oder Lamm oder so) in einem Restaurant, es war sehr lecker und auch der Plätzchentausch sehr erfolgreich: ich brachte Ingwersablés, Mandelplätzchen und aus allen Resten erfundene "Weihnachtscookies" mit und bekam im Austausch Engelsaugen, Bethmännchen, Erdnussmakronen, Rumplätzchen, gefüllte Rauten (mit was muss ich noch herausfinden) und Whiskypralinen.

    Satt und zufrieden waren wir gegen 23 Uhr wieder zu Hause.

    Vielleicht klappt es ja morgen mit dem Sofa und dem Buch - und Plätzchen!

    Freitag, 6. Dezember 2019

    Kennen Sie das, dass Sie jemanden mit Verletzung sehen, möglicherweise sogar nur im Fernsehen, und sich dann etwas später dabei erwischen, wie sie dieses betroffene Körperteil schonen? Obwohl das ja natürlich gar nichts mit Ihnen selbst zu tun hatte. Ich habe das manchmal, ein merkwürdiger kleiner Denkfehler. Sobald ich es bemerke hört es auf, immerhin das!

    Freitage sind bei mir momentan sehr lang. Ich wachte mittelerholt auf, ich glaube, ich bin etwas angeschlagen mit einer kleinen Erkältung, die aber nicht richtig rauskommt. Alle Zähne sind kälteempfindlich, die Beine ab und an mal schwer, manchmal kratzt der Hals und der Rücken fühlt sich steif an. Sehr lästig. Ich bin auch langsam im Moment. Das merke ich im Büro. Alles ist zäh, wie durch Sirup, ganz simple Handgriffe, die sonst nebenher ablaufen, werde zu Aktionen.

    Im Büro bin ich im Moment "on hold" - es wird nochmal eine anstrengende Phase geben, aber dazu brauche ich erst eine Freigabe, die habe ich noch nicht und ich kann nichts tun außer Warten. Also in dieser Angelegenheit. Ansonsten kann ich natürlich schon was tun. Heute habe ich mich viel mit Listen/Übersichten beschafft, die ich für 2020 vorbereitet habe.

    Und dann hatten ein Kollege und ich noch eine tolle Idee, einen Plan sozusagen, aber es gibt aber eine Kollegin, die absolut gegen diesen Plan sein wird, aus sehr vielen Gründen und Bedenken, die sie uns nennen wird und die sämtlich auf "es war schon immer so" und "wir wollen niemanden verärgern" zurückgreifen. Der Kollege bot an, die Sache heimlich zu bearbeiten, damit die Kollegin nicht verärgert ist. Eventuell wollte er es auch aus anderen Gründen heimlich machen, zuzutrauen ist es ihm, der ist ein Fuchs. Aber natürlich wird überhaupt gar nichts heimlich gemacht, neben meinem Titel ist mein wirksamstes Werkzeug generell meine absolute Integrität. Heimlich geht nicht.

    Sowieso finde ich heimlich auch ein bisschen dumm, denn die allermeisten Sachen kommen später heraus - man kann sich deshalb in der aktuellen Situation also aussuchen, ob man jemanden zu einem selbst möglichst geschickt gewählten Zeitpunkt planvoll verärgert oder ob man in Kauf nimmt, dass jemand mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem völlig ungeplanten und unpassenden Zeitpunkt wie eine Bombe hochgeht. Ich verärgere lieber geplant.

    Nach der Arbeit nur die Tasche abgeworfen und dann das Kind zum Sport gefahren, während des Trainings Einkauf gemacht, dann noch 20 Minuten im kalten Auto gesessen, Kind wieder abgeholt, abgeliefert, selbst weiter zum Chor, 22:30 Uhr zu Hause, Taschen ausgepackt, Katzen gefüttert, Brot gegessen und Kuchen. Jetzt Feierabend und Bett.

    Achja, DOzember-Tätigkeit heute: nur eine Kleinigkeit, aber mehr ist nach einem Tag der von 7:00 - 22:30 Uhr keine Pause bot auch nicht zu erwarten: Anzahlung für Ms Skifahrt überwiesen. Eine Rechnung also. Kam gestern erst, heute schon bezahlt und es ging (im Vergleich zu den vorherigen) recht einfach.

    Donnerstag, 5. Dezember 2019
    WmdedgT 12/2019

    (Alles über WmdedgT hier bei Frau Brüllen.)

    Das war keine gute Nacht. Um halb 1 war ich ja erst im Bett angekommen, dann zwar schneller Schlaf aber gegen 3 Uhr erwachte M mit schlimmen Bauchschmerzen, die uns bis 5 Uhr (Wärmflasche, Tee, kuscheln) wach hielten und dann hatte ich schlimme Halsschmerzen. Den Wecker eine Stunde weitergestellt auf halb 8 und da wachten wir dann zwar nicht erholt, aber immerhin auch nicht mehr kränkelnd auf.

    Der Tag lief also ein wenig schleppend an. Ankunft im Büro war wohl irgendwann gegen 9:30 Uhr, es gab aber am Vormittag keinen größeren Programmpunkt. Nur Telefonate, Schreibarbeiten, umgebaute Räume abnicken und warten, dass der neue Oberchef die Zeit fände mit mir zu besprechen, was seine Vorgehensweise für das Meeting am Nachmittag sein sollte. Letzterer Punkt fand dann erst gegen 14 Uhr statt, danach machte ich noch eine kurze Mittagspause und dann fand das Meeting auch schon statt. Den Anfang fand ich etwas holprig-schwafelig, ich war unsicher, ob die TeilnehmerInnen dem Gesagten wirklich entnehmen können, was gemeint ist, aber später wurde es dann besser und es gab auch Dialog. Ich war zufrieden, der neue Oberchef auch.

    Anschließend wollte ich sofort packen und nach Hause gehen, aber das Telefon dauerklingelte mit KollegInnen aus anderen Büros in der Leitung, Jahresende eben, es war dann doch schon wieder 17 Uhr. Der Plan für den Abend sah eigentlich noch Gesangsstunde und Lesedings vor, die Gesangsstunde sagte ich aber ab. Nach der anstrengenden Nacht wollte ich zumindest irgendwann eine halbe Stunde einfach nur herumsitzen, zwei Abendverabredungen an einem Tag innerhalb einer Woche mit sowieso schon 6 Abendverabredungen erschien mir bei meinem derzeitigen Energielevel unvernünftig.

    Die halbe Stunde auf der Couch tat sehr gut, dann Lesedings, wir hatten "The female man" von Joanna Russ gelesen, grauenhaftes Buch, ganz außerordentlich langweilig, was die Aussage sein soll wurde mir auch nicht klar. Lesen Sie es nicht, das ist Zeitverschwendung.

    Das Lesedings endete gegen 21:30 Uhr, da war dann sogar nochmal Zeit für etwas Couch.

    DOzember-Task: endlich die neue Kreditkarte ausgepackt und mir die PIN gemerkt (lag seit August), die neue Bahncard ausgepackt (lag seit November), die neue Telefonbanking-PIN ausgepackt und an geheimen Ort notiert (lag seit August), neue RMV-Jahreskarte online registriert (lag seit August). Nichts davon tat sonderlich weh.

    Achja, gestern habe ich auch was gemacht, nämlich einen Brief an Ms Schule geschrieben, indem wir das Auslandshalbjahr ankündigen. Dabei festgestellt, dass in der Zusage der englischen Schule ein Tippfehler ist und sie demnach bis Ende 2022 weg wäre! Ist aber mittlerweile korrigiert, puh, das wäre mir definitiv zu lang gewesen.

    Mittwoch, 4. Dezember 2019

    Wieder so ein Tag, an dessen Morgen ich keinerlei Erinnerung habe. Irgendwann bin ich wohl aufgestanden und ins Büro gegangen. Dort ein Besucher um 10, ein Telefoninterview um 11, dann ein paar ruhige Stunden und um 16 Uhr ein Bewerbungsgespräch, zu dem die Kollegin und ich ungewollt im Zwillingslook aufliefen - macht aber nichts, es stand uns ausgezeichnet und könnte gerne die neue Corporate Identity werden (beide in Dunkelblau mit rosa Schuhen).

    Das Gespräch war katastrophal, man kann es nicht anders sagen, die Bewerberin sprach in zwei völlig unterschiedlichen Stimmen: einmal sehr zögerlich-verhalten, hohe Stimme, mit fragendem "ja?" am Ende eines jeden Satzes und zwischendrin, oft, wenn sie sich selbst adressierte ("und dann sage ich mir, so, I., ...") in einem deutlich tieferen Tonfall, mit viel Gestik und deutlich hörbarem Dialekt. Beunruhigend. Zusätzlich erzählte sie in aller Ausführlichkeit, dass sie keinen Antrieb mehr hat, keine Motivation und das das an der Branche läge, sie müsse weg aus der Finanzbranche. Nun sind wir aber ja auch die Finanzbranche und bei weitem nicht die gute Seite der Macht. Also nein, das passt nicht, an keinem einzigen Ende.

    Danach Getränke mit zwei Kollegen, auf meine Rechnung, wir ließen das letzte Jahr Revue passieren und es ist unendlich viel passiert, wir haben sehr viel verändert, viele Themen ganz neu aufgestellt, ware vielen komplett überraschenden Situationen ausgesetzt und haben sie teils mit Kompetenz, teils mit Persönlichkeit und teils schlicht mit Show gemeistert und sie sagten übereinstimmend, es sei ein sehr wilder Ritt gewesen. Was mich nachdenklich macht, denn sie waren nur an maximal 30% meines Ritts beteiligt, vielleicht ist es kein Wunder, dass ich abends immer so müde bin.

    Mit dem einen Kollegen stand ich dann später noch mit einem Jägermeister am Bahnhof, genau ein Jahr nach unserem ersten solchen Gespräch. Vor einem Jahr standen wir beide sehr misstrauisch aber in dem sicheren Wissen, dass sich Großes tun kann wenn wir gemeinsame Sache machen und dass sich rein gar nichts ändert, wenn wir es nicht tun. So wie letztes Jahr stießen wir auch diese Jahr an, mit ähnlich vielen Plänen aber dieses Jahr ohne Misstrauen sondern ganz im Gegenteil mit dem Wissen, dass es durchaus auch Prügeleien (im übertragenen Sinne) geben wird aber generell das Wort des anderen zählt. Das war schön.

    Sonntag, 1. Dezember 2019
    Heimwerkerinnentag

    Im Bett war ich spät, so gegen 3, wegen Party. Erinnerungsloser Schlaf bis kurz vor 10, es war eigentlich geplant, dass M und ich dann einen Weihnachtsbaum schlagen gehen. Seit ungefähr 5 Jahren planen wir das jährlich am 1. Advent, der 1. Advent ist aber auch immer der Tag nach meiner Geburtstagsfeier, deshalb haben wir den Plan noch nie umgesetzt. Auch heute nicht. Traditionen muss man wahren.

    Den Vormittag über hatte ich ein spannendes neues Projekt. Die Gästetoilette hatte sich nämlich in der Nacht einen defekt im Spülkasten zugezogen, das Wasser lief einfach immer durch. In der Nacht hatte ich daher den Haupthahn abgedreht, am Tag ist das zu Hause aber unpraktisch, also drehte ich ihn wieder auf und betrachtete das Problem. So gehe ich immer vor, ich schaue erst einmal und dann, wenn sich keine offensichtlichere Lösung bietet, schlage oder trete ich kurz und heftig gegen die Fehlfunktion. Das hatte am Vorabend auch schon einmal funktioniert (schlagen), am Vormittag aber leider nicht mehr.

    Also drehte ich den Haupthahn wieder zu, um das nervige Wassergeräusch zu eliminieren, entdeckte dann aber auch sofort, dass vor dem Spülkasten nochmal ein separater Anschluss ist, den ich abdrehen kann. Damit war ich entspannt, wir haben zwei Toiletten, eine ist dann eben unbenutzbar, dennoch hat die Wohnung Wasser, das ist kein großer Schaden sondern einer, den man bei Gelegenheit mal angehen kann.

    Gelegenheit hatte ich ja heute. Daher öffnete ich den Spülkasten, um mir das Problem genauer anzuschauen. Es war schnell klar, dass das Problem nicht an irgendwas mit dem linken Dings liegt, das die Füllhöhe/den Zufluss regelt, sondern an etwas mit dem mittleren Dings, das den Abfluss regelt. Herumtasten brachte keinen Erfolg, es musste weiteres Wissen her, das findet man bekanntlich im Internet.

    Als erstes schaute ich ein paar Youtube-Videos von jungen und mittelalten Männern, die Probleme in WC-Spülkästen beheben. Drei Dinge fielen mir dabei auf: erstens gibt es so gut wie keine solchen Videos von Frauen. (Sollte ich in diese Lücke stoßen?). Zweitens machten die Jungs alle so gut wie gar nichts mechanisches sondern entkalkten/reinigten nur auf die unterschiedlichsten Arten. Drittens erschien mir die Spülkastenmechanik an sich sehr wenig komplex, ich nahm also an, die Reparatur würde nicht an einem intellektuellen Problem scheitern. Jetzt fehlte mir nur noch die Fertigkeit, die Bestandteile der Mechanik zu unterscheiden, den für mich richtigen zu identifizieren, herauszulösen und einer genaueren Betrachtung (und vermutlich dann Reinigung) zu unterziehen.

    Ich schaute mir also Beschreibungen und schematische Zeichnungen von Spülkästen an und erfuhr auf diese Weise, dass das bei mir fehlerhafte Objekt, das in der Mitte des Kastens sitzt, als "Heberglocke" bezeichnet wird. Diese Heberglocke hat unten einen Dichtungsring und wenn der eine Fehlfunktion hat, läuft das Wasser eben immer aus dem Kasten. An den Dichtungsring kommt man nur heran, wenn man die Heberglocke ausbaut. Wie das geht wollte mir aber im gesamten Internet niemand verraten, die Youtubejungs befassten sich immer nur mit dem linken Ding im Kasten ("Füllventil"). Die Heberglocke fassten sie gar nicht an, oder nur in den Videos, in denen sie sich mit Unterputzspülkästen befassten und da konnte man dann genau diesen Schritt nicht sehen.

    Diese Unterputzspülkästen in den Videos bereiteten mir allgemein kurz Schweißausbrüche. Ich habe im Gäste-WC, in dem der Defekt auftrat, zwar keinen, wohl aber im anderen Badezimmer und befürchtete schon, dort dann bei einem ähnlichen Problem die Fliesen aufstemmen zu müssen. Muss man in aller Regel aber nicht, man kann die Abdeckung durch geschicktes Schieben lösen und dann auch recht einfach auf die Mechanik zugreifen.

    Jedenfalls, wo war ich, das Internet schwieg sich darüber aus, wie die Heberglocke auszubauen ist, oder es sprach von "drei Haken", die hatte meine aber nicht, durch Herumfummeln bemerkte ich aber, dass ich sie einfach herausdrehen konnte. Sah besser aus als erwartet! Von Schmodder und etwas Kalk gereinigt, Dichtung umgedreht, wieder eingesetzt, alles perfekt. Kasten nochmal im ganzen gereinigt, noch ein Geschirrspültab als Kür eingelegt und nun ist alles wieder bestens. Und ich kenne mich da jetzt aus. Wenn Sie mal Probleme mit dem Spülkasten haben, sprechen Sie mich an, ich sage Ihnen, was Sie tun müssen!

    Dann ein paar Bleche Plätzchen gebacken und Wäsche gemacht. Und natürlich eine DOzember-Erledigung, nämlich endlich ein seit zwei Monaten liegendes Schreiben der Krankenkasse beantwortet, sie haben es sogar schon angemahnt, dabei ist es überhaupt nicht wichtig, aber das wissen sie natürlich nicht, weil ich ja noch nicht geantwortet habe und dass sie ihre Akte endlich mal schließen wollen, ist auch verständlich. Also Schreiben beantwortet, Brief fertig gemacht, liegt jetzt auf dem Küchenblock und wird morgen mitgenommen. War gar nicht so schlimm.

    Um 19 Uhr Gesangsstunde, danach miese Pizza bestellt (aber Kochen war wirklich, wirklich nicht mehr drin), jetzt nur noch ausruhen und bald schlafen.

    Freitag, 19. April 2019

    Heute war zwar der erste Urlaubstag, an dem ich nicht mindestens zwei Termine hatte, aber trotzdem war es ein langer Tag.

    Der erste Termin war nämlich gleich morgens um 9: Singen mit dem Chor in der Karfreitagsmesse, danach fuhr ich mit dem Rad herum, um irgendwo Frühstücksbrötchen zu bekommen - es gelang! Dann also Früchstück und anschließend ermatteter Mittagsschlaf.

    Auch nach dem Schlafen war immer noch dieser hartnäckige Energiemangel zu beklagen, mit dem ich mich seit Urlaubsanfang herumschlage. Dafür las sich aber auf der Couch ein Buch gut weg, ich plante einen Sonnenschutz für den Balkon (und setzte die passende Bestellung ab) und die erste grüne Soße der Saison schmeckte zum Abendessen mit Kartoffeln und Ei auch ganz besonders gut.

    Nach dem Essen raffte ich mich auf und begann, einen Wohnzimmerschrank zu ordnen, auf dem nämlich seit langem (Jahre!) Klaviernoten und Instrumente liegen, die ich aber viel lieber im Schrank drinnen hätte. Den Schrank selbst habe ich, ebenfalls seit langem (Jahre!), nicht mehr geöffnet, weil er so vollgestopft ist. Heute räumte ich alles heraus, warf viel weg, legte vieles in eine Korb zum Verschenken (hauptsächlich Bilderrahmen und Kerzen) und der Rest passte dann tatsächlich so in den Schrank, dass seine Oberfläche frei bleibt. Wunderbar. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mir den Hals nicht verrenke, weil ich ihn immer wieder nach der freien Fläche verdrehe.

    November seit 5010 Tagen

    Letzter Regen: 11. Dezember 2019, 22:23 Uhr