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    Donnerstag, 27. Februar 2025
    27. Februar 2025

    Jetzt bin ich tatsächlich eine Person geworden, die in bei Reisen in eine andere Stadt dann dort ins Schwimmbad geht. Das war bisher nicht abzusehen. Erstes Learning: ich werde mir ein spezielles Handtuch anschaffen müssen. Im Normalfall, wenn ich von zu Hause aus schwimmen gehe, nehme ich ein normales Frottee-Handtuch für den Kopf (Haarturban) mit und ein größeres für den Körper. So viel Krempel kann ich natürlich auf Reisen nicht mit mir führen und es am nächsten Tag dann noch feucht in den Koffer zu packen ist auch doof. Deshalb hatte ich heute nur das kleine Handtuch dabei und das war dann doch nicht so ganz ideal. Es gibt doch so „andere“ Handtücher, ich weiß nicht, wie die heißen, M hat so eins zum Campen mal gekauft. Die sind viel dünner und trocknen viel schneller. So etwas brauche ich. Wer hat Empfehlungen?

    Den Hinweg zum Schwimmen lege ich zu Fuß zurück. Um 18:30 Uhr kam ich los, offizieller Sonnenuntergang war um 17:59 Uhr aber der Himmel war noch hell, es war auch nicht bewölkt, ich dachte mir, eine halbe Stunde durch den Park schaffe ich schon noch. Ich sage mal so: ich hatte durchaus schon vernünftigere Ideen. Es war bald schlicht dunkel, man sagt nicht umsonst „nightfall“ und nicht „nightslowlyloweringdown“, der Park nicht beleuchtet, es ging erst recht steil bergab auf so Mini-Kopfsteinpflaster, dann waren die Wege halt Parkwege mit Pfützen und ab und zu kamen kleine Treppchen, ich trug Schuhe mit glatter Ledersohle. Ist aber alles gut gegangen, nur Schuhe putzen muss ich bei Gelegenheit mal.

    Das Aubad gefiel mir sehr gut. Ein 50-Meter-Becken, ziemlich sauber, alles sehr hell, es war nicht allzu voll und ein kluges Chipssystem mit Terminals in der Schwimmhalle, an den man das Chiparmband halten kann, wenn man – wie ich – erst nach einer undefinierten Zeit anfängt, darüber nachzudenken, wann man das Schwimmbad wohl wieder verlassen muss. Ein Herr war da, der eine Aquajoggingweste trug und im Wasser wie ein kleines Seepferchen umherjoggte, meine Güte, der war schnell, er hat mich beinah beim Kraulschwimmen überholt, ich hatte nämlich meine Kurzflossen (Fersenbandflossen) , ebenfalls aus Transportgründen, nicht dabei und das war schon sehr back to reality, diese Flossen geben ganz enorm Geschwindigkeit hinzu, auch wenn sie nicht über die Zehen hinausragen. Ich werde zukünftig häufiger mal ohne Flossen schwimmen. Das langsame Schwimmen ist ohne Flossen auch, ähm, deutlich einfacher, allerdings kann ich jetzt nicht mehr zwischendrin einfach nur mit leichten Fußschlägen herumgleiten, das finde ich immer besonders entspannend, also mache ich zukünftig mal so, mal so.

    Den neuen Kopfhörer hatte ich auch dabei. Funktioniert reibungslos. Am Anfang war es komisch, denn sind die Ohren über Wasser höre ich die Musik bzw. den Podcast viel leiser (wegen der Nebengeräusche), als wenn die Ohren unter Wasser sind und damit „dicht“. Das kann man natürlich durch Ohrstöpsel lösen, die liegen dem Kopfhörer auch bei, aber ich mag ja keine Ohrstöpsel und finde es generell gerade gut, dass ich die Umgebungsgeräusche hören kann. Nach ein paar Bahnen ist es mir auch nicht mehr aufgefallen, was vielleicht daran lag, dass ich dann sowieso auch Wasser in den Ohren hatte. Und ich habe festgestellt: der Kopfhörer speichert, wie weit ich im Podcast gekommen bin. Wenn ich ihn ausschalte und danach wieder auf SD (statt Bluetooth) wechsele, geht es da weiter, wo ich aufgehört hatte. Das ist gut.

    Weniger gut war, dass ich versehentlich anstelle eines neuen Podcasts den von Friedrich Merz heruntergeladen habe, den habe ich jetzt also NOCHMAL eine knappe Stunde gehört. Jetzt reicht es aber auch wirklich, von mir aus muss ich von Merz jetzt nie mehr etwas hören, vermute aber, diesem Wunsch wird nicht entsprochen werden.

    Nach dem Schwimmen wollte ich nicht wieder zu Fuß gehen, das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Öffentliche hatte ich ja schon abgeschrieben, ein Leihfahrrad stand nirgendwo, Uber/Minicar gab es nicht und so bestellte ich ein Taxi, sagte gleich am Telefon schon, dass ich mit Karte zahlen muss, es dauerte dann gut 20 Minuten, bis ein Wagen kam und der wusste nicht, ob er Kartenzahlung konnte, also theoretisch schon, aber das Gerät würde nicht immer funktionieren. Wir einigten uns, dass wir es mal riskieren, no risk no story, und ich sonst halt den Wagen wasche. In meiner Interpretation wäre das „waschen lassen in einer Waschstraße mit Kartenzahlung“ gewesen, ich liebe ja Autowaschstraßen. Ging aber alles. Ein bisschen schade.

    Mittwoch, 26. Februar 2025
    26. Februar 2025

    Ich habe tatsächlich gestern erst richtig verstanden, dass es Politiker*innen nicht darum geht, bestimmte Werte und eine Haltung und eine Vision davon, was für das Land gut ist, zu vertreten sondern darum, eine Wahl zu gewinnen und gegebenenfalls müssen zu diesem Zweck Werte, Haltung und Vision angepasst werden. Wie eigenartig. Wie langweilig. Was ist das für eine inhaltsleere Macht, die da angestrebt wird und wozu überhaupt Macht, wenn ich sie nicht mit den Inhalten füllen kann, die ich wichtig finde?

    Den Podcast mit Friedrich Merz habe ich heute im Zug zu Ende gehört, während ich den Mann, der mir gegenüber saß, angestarrt habe. Weil er mich auch angestarrt hat. Es ist sehr einfach, komplett ausdruckslos vor sich hinzustarren, während eines Podcasts mit Friedrich Merz. Der Mann stieg in Friedberg ein und in Stadtallendorf aus, also nach ca. 55 Minuten. Ich fuhr bis Kassel HBF weiter, also nochmal ca. 55 Minuten, und starrte weiter dahin, wo vorher sein Kopf war, weil: warum nicht. Ich war sowieso unfassbar schlecht gelaunt, den ganzen Tag schon, Grund dafür war eine Kontrolle am Ausgang der U-Bahn, eine schwerer Koffer, eine defekte Rolltreppe, ein Malerteam, das eigenmächtig Deckenplatten öffnet, eine dritte Mail, mit der ich jemanden auffordern muss, endlich den Resturlaub zu verplanen, als Kohlrabi getarnte Schwarzwurzeln in der Kantine, die schlechte Planung einer Weiterbildung, eine weitere defekte Rolltreppe mit schwerem Koffer, ein 30 Minuten verspäteter Zug (Grund dafür ist eine verspätete Bereitstellung des Zuges) und eine Umstellung des Frühstücksbuffets auf Frühstücksplatten und man soll sich zwischen süß und herzhaft entscheiden, auch noch am Abend vorher, was soll der Scheiß. Das fragte ich auch und ich kann mich jetzt morgen früh entscheiden bzw. ich muss mich nicht entscheiden, weil ich mich nämlich absolut fucking sicher nicht entscheiden will, ich will süß UND herzhaft und das bekomme ich morgen, so wurde es versprochen und wenn nicht brennt Kassel, ich sage es nur jetzt schon einmal, falls jemand noch schnell auswandern will. Ein Zimmer-Upgrade bekam ich noch, ich brauche aber gar kein Zimmer-Upgrade, ich brauche nur Käse UND Marmelade zum Frühstück, wenn ich schon frühstücke, sonst kann ich es auch lassen, ich frühstücke an ungefähr 340 Tagen im Jahr nicht vor Mittag, ich kann es sehr gut lassen, es scheint aber im Computersystem ein unfassbar komplexer Vorgang zu sein, das Frühstück zu stornieren, quasi unmöglich und ich sage mal so, wenn man kein Computer kann muss man Marmelade und Käse können, gar nichts können ist keine Option.

    Eigentlich wollte ich schreiben, dass nach den ca. 20 Minuten, die ich wieder und wieder kurz vor dem Einschlafen gehört hatte, für mich keine neue Erkenntnis mehr kam. Ein Herr mit einer völlig anderen Lebensrealität und einer emotionalen Unbeholfenheit, der sich freut, wenn Dinge schnell und reibungslos gelingen, ansonsten nicht viel Tiefgang. Lohnt sich nicht.

    Den Podcast mit Scholz habe ich jetzt auf den neuen Kopfhörer geladen, es brauchte etwa 10 Minuten meiner vollen Konzentration, bis ich herausgefunden hatte, wie man einen Podcast überhaupt herunterlädt, wo der dann gespeichert ist und wie ich den Kopfhörer mit dem Hand per Kabel verbinde. Sehr anstrengend. Ich weiß auch nicht, ob ich Olaf Scholz hören will, letzte Nacht hatte ich wohl vergessen, den SleepTimer zu stellen und irgendwann gegen 2 Uhr wachte ich auf und war schon bei der Hälfte im ScholzCast, ich fühle mich sehr zerknautscht, es war keine gute Erfahrung. Und mir ein ein mögliches Problem beim Kopfhörer aufgefallen. Wenn ich den Kopfhörerspeicher verwende, also nicht über Bluetooth mit dem Handy verbunden bin, habe ich natürlich nur ganz rudimentäre Steuerfunktionen, nämlich An/Aus und Nächster Song/Shuffle. Der Podcast hat vermutlich keine einzelnen Pakete sondern ist ein einziger „Song“. Ich werde testen müssen, ob der Kopfhörer sich merkt, bis wo ich gekommen bin, wenn ich die Wiedergabe unterbreche. Ich vermute nicht. Jetzt bin ich ja bereit, täglich die 2-3 Minuten bis zu meinem Einschlafen nochmal neu zu hören. Zu 45-60 Minuten, die ich beim Schwimmen gehört habe, jede Woche wieder, bin ich aber nicht bereit, das ist zu viel. Da muss ich mir dann noch etwas ausdenken.

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    Dienstag, 25. Februar 2025
    25. Februar 2025

    Es kommt mir derzeit überall sehr ruhig vor. Im Büro, auf der Straße, in der Kantine. Erst hatte ich die neuen Kopfhörer im Verdacht, die sind mit Knochenschall, wer weiß, vielleicht hat der Schall meine Hörknochen zertrümmert oder sowas. Bitte nichts Anatomisches erklären, ich weiß schon Bescheid, vielleicht kennen Sie das aber auch, dass Gedanken ihren Lauf nehmen, ohne, dass man es so richtig bemerkt, die kognitive Steuerung muss sie dann erst mit je nachdem, was gerade erforderlich ist, Bildung, Sozialisation etc., wieder einfangen, wohl denen, die nicht sofort den Mund aufmachen, wohl denen, die nicht schneller tippen als denken können. Whoever that may be.

    Meine Ohren sind jedenfalls völlig in Ordnung.

    Gestern hatte ich mir schon die Parteiprogramme der mutmaßlichen Koalitionsparteien ausgedruckt, also CDU, CSU und SPD, damit ich in Kürze den Koalitionsvertrag kritisch prüfen und dann im Verlauf der nächsten Jahre seine Umsetzung beobachten kann. Ich habe ja seit einigen Wochen ein neues Hobby, nämlich lästige Bürgerin sein. Man kennt sowas ja im Rahmen des Shareholder Activism, Leute, die einem den letzten Nerv rauben, ich freue mich auf viel Korrespondenz mit meinem/meinen Wahlkreisabgeordneten (gleichberechtigte Sprache ist hier nicht erforderlich, es sind nur Männer, nicht überraschend, im neuen Parlament liegt der Frauenanteil bei weniger als einem Drittel. Ich fühle mich schon rein qua Geschlecht nicht ausreichend vertreten, inhaltlich müssen wir natürlich gar nicht erst anfangen). Ich habe bereits nach der nächsten „Bürgersprechstunde“ gefragt und ob sie auch für Bürgerinnen offen ist, man weiß es ja nicht. Namentliche Abstimmungen werde ich gut beobachten und dazu Rücksprache halten. Leider sind sehr viele Informationen nur auf Facebook zu finden, das habe ich ja nicht, daher muss ich mich immer direkt beim Büro erkundigen. Das Facebook-Thema werde ich auch noch adressieren. Vielleicht werde ich mir ein kleines Notizbüchlein zulegen. Das wird schön! Ich sage ja schon immer, dass ich als Rentnerin Internet-Troll werde, in der Phase vor der Rente werde ich nun Politik-Troll.

    Jetzt muss ich noch den Koffer packen für morgen. Ich fahre zu einer Weiterbildung und möchte gleichzeitig auch am Zielort schwimmen gehen, das wird – da ich normalerweise mit einem Köfferchen in Handgepäckgröße reise, das aber schon zur Hälfte von einem Ordner mit Papier gefüllt ist – anspruchsvoll. Zumal, das ergab sich sehr unerwartet, ich nach dem Schwimmen immer Käsebrot essen möchte. Ich muss also auch Käse und Brot und Butter und ein Messer mit mir führen. Ich bin gespannt, wie ich das Gepäckproblem lösen werde, aktuell habe ich noch keine Idee dazu.

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    24. Februar 2025

    Aufgewacht mit einem dezenten Gefühl der Verkaterung – nein, kein Alkohol gestern. Und auch für mich kein unerwartetes Wahlergebnis, wenn auch ein unschönes. Diejeinigen, die AfD wählen, verstehe ich nicht. Ich kenne ein paar, ich habe sie danach gefragt und versucht, sie zu verstehen aber nichts, was sie sagten, ergab für mich Sinn. Vielleicht liegt das auch an mir, an einer ganz anderen Lebenswirklichkeit. Ich verstehe ja auch nicht, wo die massenhaften Stimmen für die Faschos im Osten herkommen, verstehe aber zugegebenerweise auch nichts vom Osten Deutschlands, ich komme aus dem Westen des Westens und hatte zur damaligen DDR nie irgendeine Emotion und es ist da auch mit der Wiedervereinigung keine nachgewachsen, das Gebiet ist mir fremder als die Niederlande oder Großbritannien und für Deutschland an sich habe ich ja auch keine Emotion. Wohl aber für Europa. Wie soll ich da irgendwas verstehen.

    Dann schauen wir mal, ob es Herrn Merz gelingt, eine handlungsfähige Regierungskoalition zu bilden. Das Land zu einen, so viel kann ich schon prognostizieren, wird ihm sicherlich nicht gelingen, ich denke auch nicht, dass er Wert darauf legt oder falls doch ist er einfach noch unbeholfener, als er auf mich sowieso schon wirkt. Seine Sprache insgesamt befremdet mich, die aus der Zeit gefallenen Ausdrücke, die holprig-ungeschickte Wortwahl, wenn er emotional angefasst ist, all das wirkt nicht besonders staatsmännisch auf mich, zumal ich ihn immer schütteln will und sagen „jetzt steh endlich mal gerade wenn du unter die Leute gehst meine Güte!“ Und – das ist aber wirklich einer meiner eigenen Ticks – seine leicht verkürzten Vokale stoßen mich ab.

    Der Arbeitstag war heute von entsprechend viel Gesprächsbedarf von allen Seiten geprägt, dann gab es noch einen übers Wochenende aufgetretenen Mangel auf der am Freitag nach über einem Jahr endlich abgeschlossenen Baustelle und ich war wirklich sehr, sehr genervt.

    Andere waren auch schlechter Stimmung, nun handeln Personen ja sehr unterschiedlich, wenn sie schlecht drauf sind und mein Ansatz ist es in der Regel, dann etwas Unterhaltsam-Ablenkendes zu tun. Wir hatten heute einen großen Tisch beim Pub-Quiz gebucht, wegen schlechter Stimmung sagten recht viele ab aber wir verbliebenen drei entschlossen uns, gerade wegen schlechter Stimmung hinzugehen, weil bei uns schlechte Stimmung zu Hause auf dem Sofa bislang in den seltensten Fällen irgendwie besser geworden ist. Wir können, so kamen wir überein, auch in guter Stimmung das Wahlergebnis scheiße finden und so stießen wir auf gute Stimmung an und warfen uns ins Geschehen. Bei den Fragen waren wir grauenhaft schlecht, es ging viel um Filme und über Filme weiß ich ja schlicht gar nichts, kenne weder Filmtiteln noch Mitwirkende, also wirklich ein Totalausfall. Wir werden beim nächsten Mal gezielt eine filmversierte Begleitung suchen. Ein weiterer Part behandelte Katzen im weitesten Sinne, da brillierte ich und dann gab es noch historische Dinge, die wir recht okay beantworten konnten und aktuelle und geographische Fragen, ebenfalls ganz okay. Lustig war auch der Activity-Teil, mit Ente suchen, Dartpfeile werfen, noch irgendwas und dann sollte noch gemalt werden, nämlich „a picture of a sexy Musk with a sexy Trump in his arms“. Ich sage gleich erstmal spontan „no way!“, die anderen stimmten mir zu und so schrieb ich „there is no such thing as a sexy Musk or a sexy Trump“ groß in Pink über die Karte, die eine Kollegin ergänzte „spread love not hate“ und die dritte malte Herzchen dazu. Man muss ja nicht über jedes Stöckchen springen. Und ja, das war natürlich alles satirisch und kritisch gemeint, ich halte trotzdem nichts davon, diesen Leuten immer mehr wie auch immer gearteten Fame einzuräumen. Sie existieren, das ist schon mehr als genug, es ist nicht notwendig, sie in allen möglichen Zusammenhängen präsent zu halten.

    Eigentlich hatte ich gedacht, dass viele Teams diese Aufgabe verweigern würden, alle außer denen, die wirklich besonders gut zeichnen können vielleicht, aber wir waren die einzigen. Dafür bekamen wir dann Fame – eine große Projektion auf alle Bildschirme und einen Sonderpunkt (und nochmal Getränke).

    Ja, ich denke, das war besser, als auf dem Sofa zu sitzen.

    Sonntag, 23. Februar 2025
    23. Februar 2025

    Der Eintrag heute kommt zu ungewohnter Zeit – Grund dafür ist, dass es in meiner Erfahrung oft keine gute Idee ist, Stimmung zu komplexen Angelegenheiten unmittelbar zu transportieren.

    „Grund dafür ist verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt“ (politisch eher „Grund dafür ist verspätetes Personal aus dem letzten Jahrhundert“) lautete gestern die Bahnansage, die mich zu einem allerersten Bahnerlebnis bei meinen mittlerweile sicherlich 100.000 Bahnkilometern geführt hat: komplettes Stranden am späten Abend. In Fulda. Und ja, die Bahn würde dann das Hotel bezahlen, aber wir wollten gar kein Hotel in Fulda, wir sind ja extra abends noch abgereist, um eben die Nacht zu Hause zu verbringen und dann ist ein Hotel in Fulda nicht hilfreich. Jetzt gelernt: das funktioniert nicht, auf diese letzten 100 km nach 22 Uhr, normalerweise von diversen Regionalzügen bedient, ist 2025 kein Verlass mehr. Nächstes Mal Auto.

    Ansonsten war der Tag anstrengend, aber nett: ein 75. Geburtstag mit dem entsprechenden Publikum, natürlich waren auch da die anstehenden Wahlen Thema und zu meiner Überraschung war hier niemand, der sich rechts der SPD positionierte.

    Dann gibt es noch eine Neuerung in meinem Leben – bisher ungetestet aber mit großen Hoffnungen verbunden. M machte mich auf dieses Produkt aufmerksam. Nämlich: Schwimmkopfhörer. Das wäre eine Lösung für meine Podcast-Situation! Ich könnte mal mehr als vier Minuten am Stück, von denen ich mich dann an zwei nicht mehr erinnere, hören. Ich sehe das vor mir – eine Stunde Schwimmen und eine Stunde Podcast gehört. Wie wunderbar wäre das denn? Ich bin gespannt, ob es funktioniert – und ob es für mich funktioniert. Vielleicht weiß ich am Mittwoch – wenn ich Kassel das Schwimmbad finde, es scheint erstaundlich schlecht öffentlich angebunden zu sein – schon mehr.

    Jetzt ist es noch eine knappe Stunde bis zu den Wahlergebnissen. Um meine geistige Verfassung heute Abend bin ich nicht sehr besorgt. Meine Baseline ist recht niedrig angesetzt: keine Faschos in der Regierungskoalition. Ich bin mir recht sicher, dass wir das bei dieser Wahl noch schaffen. Etwas weniger sicher bin ich, ob sich eine stabile, handlungsfähige Regierung bilden kann, obwohl das ohne Frage sehr wichtig wäre. Das erfahren wir aber sowieso noch nicht heute. Freuen würde ich mich, wenn die Grünen an der Regierungskoalition beteiligt sind, aber auch das erfahren wir natürlich noch nicht heute.

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    Freitag, 21. Februar 2025
    21. Februar 2025

    In der täglichen Contentvorschlagliste ist eine Frage aufgetaucht. Darüber habe ich mich gefreut, denn ich habe die Gesamtumstände so interpretiert, dass die fragende Person genauso wenig gut in der Zeit verankert ist wie ich momentan, deshalb wurde diese neue Frage in den Janaur geschrieben. Freundlich für den 22.1., denn am 21.1. steht schon eine Frage über Autos.

    Ich selbst bin ja diese Woche schon an einer völlig falschen S-Bahn-Station gelandet, ohne mir erklären zu können, wieso ich da gelandet bin (Vemutung: in Gedanken versunken vergessen, auszusteigen, in Wirklichkeit könnte ich aber beschwören, dass die Bahn einfach vorher nicht angehalten hat!), ich habe schon einmal mein Fahrrad nur mit Mühe überhaupt erinnert, ich war bis Mittwoch 14 Uhr fest davon überzeugt, es sei Donnerstag und habe auch alle Sachen, die für den Donnerstag geplant waren, erledigt (und dann die für den Mittwoch noch hinterher, so dasss der Donnerstag wirklich chillig war) und heute kam ich am S-Bahn-Bahnsteig an, aber weil ich die ganze Woche verschiedene Stationen genutzt hatte, konnte ich mich auf der Rolltreppe nicht mehr erinnern, an welcher ich war und an welchem Ende derselben und folglich, ob ich zu der Bahn, die da gerade steht hinrennen möchte oder ob sie in die Gegenrichtung fährt (es war die richtige).

    Also beantworte ich besonders gern die Frage für den 22. Januar: „Sie schrieben neulich, nie Bargeld dabei zu haben. Meint das wirklich gar keins oder sowas wie einen Notfall-Zehner? Ich würde Bargeld bei mir gerne abschaffen, scheitere aber noch zu oft an nicht vorhandenen anderen Zahlungsoptionen, um ohne Bargeld aus dem Haus gehen zu wollen.“

    Ich habe nicht nie Bargeld. Wenn ich eine ausreichend große Tasche dabei habe, habe ich eine Geldbörse dabei, mit Dingen wie Führerschein, Ausweis, Bankarten und auch Bargeld darin. Also z.B. wenn ich ins Büro gehe. Wenn ich woanders hingehe, habe ich vorzugsweise keine Tasche dabei. Wir wissen ja: ich schleppe nicht gern Zeug. Ich habe also das Handy dabei und den Haustürschlüssel. Mit dem Handy kann ich auch bezahlen. So bin ich unterwegs, wenn ich abends ausgehe, wenn ich am Wochenende tagsüber durch die Stadt gehe, frühstücken oder Kaffeetrinken, wenn ich in der Mittagspause rausgehe und so weiter.

    Wenn ich irgendwo nicht bargeldlos bezahlen kann, gehe ich dann dort nicht hin. Das ist ja ganz einfach. Ich muss ja nicht unbedingt irgendwas kaufen oder konsumieren und wenn ich doch dringend Kaffee möchte und Café A mir den nur gegen Bargeld geben möchte, gehe ich halt in Café B. Das ist nicht kompliziert. Mir fällt jetzt gerade beim (relativ kurzen) Nachdenken keine wirkliche Problematik ein, auf die ich in der letzten Zeit gestoßen wäre. Und selbst wenn ich Bargeld dabei habe, weil die Tasche mit unterwegs ist, bezahle ich höchst ungern damit, denn dann ist es irgendwann weg und ich muss neues holen für den nächsten Fall, in dem ich es brauchen könnte, das ist ja so ein Perpetuum Mobile, man holt Scheine, gibt sie weg, holt neue, gibt sie weg, komplett absurd, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Wir haben doch alle unterhaltsamere Dinge zu tun, als Papierchen zu verwalten, uns mit deren Beschaffung und Verteilung zu befassen.

    Wo brauchen Sie denn unbedingt Bargeld?

    Ansonsten ist ja heute Freitag, ich sage das nochmal für mich. Momentan habe ich Freitagsabends nicht so sehr Lust, zum Chor zu gehen, aber enorm große Lust, beim Chor gewesen zu sein. Deshalb gehe ich trotzdem hin und hinterher ist es schön.

    Davor habe ich einen Durchbruch mit dem Merz-Podcast erzielt! Ich war ja heute wegen Streik mit dem Auto unterwegs, zweimal 30 Minuten, dementsprechend bin ich jetzt bei 1 h 25 oder so. Ungefähr da, wo Merz Habeck als einen Wuschelbären bezeichnet und seine Stimme klingt dabei so völlig konsterniert, ich frage mich, worüber, über Habeck selbst oder darüber, dass jetzt gerade nur dieses Wort „Wuschelbär“ einfiel?

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    Donnerstag, 20. Februar 2025
    20. Februar 2025

    Heute erster Regen (also Niederschlag in flüssig) seit langem. Es wird Frühling, roch gleich schon so. Seufz. Auch das noch.

    Ansonsten war heute ein sehr zerstückelter Tag mit einem Termin mitten am Vormittag. Davor zu Hause gearbeitet, dann Transfer ins Büro, dort hauptsächlich Kontrolle von Baustellen, weil da wieder alles nicht ist wie gedacht – seit die Wand zum Konferenzraum drin ist, schließt die Eingangstür nicht mehr (ja, das hängt zusammen), die Leute, die die Lampen machen, wissen nicht, ob die dimmbar sind oder nicht und ob die Kabel und der Rangierverteiler für dimmbar geeignet sind, alles Fragen, die ich mir nie stellen wollte.

    Zwei neue, umfassende Termine für dieses Jahr hereinbekommen, einmal London, einmal New York. Das fühlt sich gerade recht bizarr an. Vielleicht ist dort bis dahin eh Bürgerkrieg? Naja wir werden sehen, Flüge sind ja stornierbar. „We’ll take it day by day“, sage ich dem Kollegen in Brüssel. „Hour by hour“, erwidert er.

    Immerhin erinnere ich mich abends noch, wo ich morgens das Rad abgestellt hatte, aber es war sehr knapp.

    Es gibt ganz dezente Fortschritte hinsichtlich der Reparatur des Gäste-WCs. Nämlich: der Raum ist wieder betretbar und sauber. Betretbar war er nicht, weil dort das Katzenklo für den kranken Kater stand. Nachdem der Kater gestorben war, nutzt die kleine Katze ausschließlich dieses Katzenklo (es gibt noch zwei weitere) und ich wollte sie nicht zusätzlich zu allem noch irgendwie durcheinander bringen, also beließ ich die Situation, wie sie war. Jetzt nach etwa drei Monaten ohne, dass die Katze die anderen Klos auch nur zur Kenntnis nahm, wurde ich listig: ich reinigte die beiden anderen Klos komplett und gründlich und das eine, im Gäste-WC, nur sehr nachlässig. Seit einer Woche geht die Katze jetzt nur noch auf die anderen Klos, so dass ich das eine aus dem Gäste-WC wegräumte und den Raum grob wischte. Heute war dann die Putzhilfe da und machte alles fein. Jetzt muss nur noch ein Handwerker kommen, oder eine Handwerkerin natürlich, dazu muss ich diese Person aber telefonisch erreichen UND einen Termin erwirken. Ich bin gespannt, wann das gelingt.

    Achja, und das Geschenk für die Schwiegermutter ist angekommen. Funktioniert aber nicht richtig. SEUFZ. Herr N hat schon eine Alternative beschafft, aber ich mag noch nicht aufgeben, wo ich doch schonmal eine Idee hatte. Morgen neue Chance.

    20. Februar 2025

    Heute erster Regen (also Niederschlag in flüssig) seit langem. Es wird Frühling, roch gleich schon so. Seufz. Auch das noch.

    Ansonsten war heute ein sehr zerstückelter Tag mit einem Termin mitten am Vormittag. Davor zu Hause gearbeitet, dann Transfer ins Büro, dort hauptsächlich Kontrolle von Baustellen, weil da wieder alles nicht ist wie gedacht – seit die Wand zum Konferenzraum drin ist, schließt die Eingangstür nicht mehr (ja, das hängt zusammen), die Leute, die die Lampen machen, wissen nicht, ob die dimmbar sind oder nicht und ob die Kabel und der Rangierverteiler für dimmbar geeignet sind, alles Fragen, die ich mir nie stellen wollte.

    Zwei neue, umfassende Termine für dieses Jahr hereinbekommen, einmal London, einmal New York. Das fühlt sich gerade recht bizarr an. Vielleicht ist dort bis dahin eh Bürgerkrieg? Naja wir werden sehen, Flüge sind ja stornierbar. „We’ll take it day by day“, sage ich dem Kollegen in Brüssel. „Hour by hour“, erwidert er.

    Immerhin erinnere ich mich abends noch, wo ich morgens das Rad abgestellt hatte, aber es war sehr knapp.

    Es gibt ganz dezente Fortschritte hinsichtlich der Reparatur des Gäste-WCs. Nämlich: der Raum ist wieder betretbar und sauber. Betretbar war er nicht, weil dort das Katzenklo für den kranken Kater stand. Nachdem der Kater gestorben war, nutzt die kleine Katze ausschließlich dieses Katzenklo (es gibt noch zwei weitere) und ich wollte sie nicht zusätzlich zu allem noch irgendwie durcheinander bringen, also beließ ich die Situation, wie sie war. Jetzt nach etwa drei Monaten ohne, dass die Katze die anderen Klos auch nur zur Kenntnis nahm, wurde ich listig: ich reinigte die beiden anderen Klos komplett und gründlich und das eine, im Gäste-WC, nur sehr nachlässig. Seit einer Woche geht die Katze jetzt nur noch auf die anderen Klos, so dass ich das eine aus dem Gäste-WC wegräumte und den Raum grob wischte. Heute war dann die Putzhilfe da und machte alles fein. Jetzt muss nur noch ein Handwerker kommen, oder eine Handwerkerin natürlich, dazu muss ich diese Person aber telefonisch erreichen UND einen Termin erwirken. Ich bin gespannt, wann das gelingt.

    Achja, und das Geschenk für die Schwiegermutter ist angekommen. Funktioniert aber nicht richtig. SEUFZ. Herr N hat schon eine Alternative beschafft, aber ich mag noch nicht aufgeben, wo ich doch schonmal eine Idee hatte. Morgen neue Chance.

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    Mittwoch, 19. Februar 2025
    19. Februar 2025

    Das Schwimmbad heute war schmutzig. Recht unangenehm. Und schade,denn die Fahrt dorthin war kurz, das Parken einfach, die Infrastruktur hervorragend. Denke aber, da gehen wir nicht noch einmal hin, ich habe zu Hause erst nochmal ausführlich geduscht, obwohl ich im Schwimmbad schon geduscht hatte. Dafür ein Durchbruch beim Kraulschwimmen: ich habe herausgefunden, wie ich langsamer schwimmen kann. Also einfach in Ruhe. Nicht so schnell es geht, quasi Sprint sondern einfach ganz entspannt. Dann kann ich – wenig überraschend – ja viel länger am Stück schwimmen. Allerdings muss ich noch weiter üben, die Wasserlage beim Langsamschwimmen ist nicht so optimal wie beim schnell schwimmen. Das probiere ich dann beim nächsten Mal aus!

    Anschließend war ich mit Fragmente noch Baklava einkaufen und indisch essen, wie gesagt, hervorragende Infrastruktur, ich dachte auch kurz, ich hätte meine Schwimmbrille vergessen und dann hätte ich gleich gegenüber vom Schwimmbadeingang bei Decathlon eine neue kaufen können. Ich hatte sie aber gar nicht vergessen.

    Dafür hatte ich meine Uhr verloren. Als ich am Schwimmbadeingang darauf schauen wollte, war sie nicht mehr da. Ich habe die Uhr bereits dreimal verloren, immer in Kontexten mit viel Gepäck, von dem irgendwas um die Handgelenke hängt. Ein weiterer Grund, warum ich es hasse, Sachen zu schleppen. Sehr wahrscheinlich hatte ich sie also entweder noch im Büro verloren, als ich mir das Zeug umhängte oder beim Abladen in Fragmentes Auto oder beim Herausnehmen aus Fragmentes Auto. In jedem Fall also kein Anlass, vom Schwimmbadeingang nochmal zurückzugehen, denn entweder würde die Uhr im Büro liegen oder im Auto oder vor dem Auto oder – das Restviertel Wahrscheinlichkeit – auf Fragmentes Büroparkplatz. Dann wäre sie verloren. Was okay gewesen wäre, ich hatte schon dreimal vorher verloren, mich also schon dreimal mit dem Gedanken ab- und die Uhr dann wiedergefunden, das letzte Mal schon mit zwiegespaltenen Gefühlen, denn die Uhr tut genau eins, was ich sehr schätze: ich kann sie mit dem Handywecker verbinden, so dass es kein Geräusch gibt sondern nur ein dezentes Vibrieren beim Alarm, so dass ich in back-to-back-Meetings gut die Zeit im Blick, eher im Handgelenk, habe, ohne dass es für andere vernehmbare Geräusche gibt. Das finde ich elegant gelöst. Allerdings teilt mir die Uhr auch ganz ungefragt Dinge mit, die ich absurd („Du hast dein Kalorienziel erreicht!“) bis übergriffig („Du bist zu spät eingeschlafen und hast zu kurz geschlafen!“) finde und ich kriege das einfach nicht abgestellt. Mit der Uhr hätte ich also ein wenig Eleganz verloren aber auch sehr viel Klugscheißerei. Wie gesagt, ich war zwiegespalten.

    Die Uhr lag dann aber auf Fragmentes Rückbank, wo ich mein ganzes Geschleppe abgestellt hatte.

    Abends noch ein Abenteuer, Abendteuer, Abendeuer – wir schnitten der Katze die Krallen. Es war einfacher als gedacht, sie war so perplex, dass sie vergaß, sich zu wehren. Jetzt hört man sie nicht mehr, wenn sie über das Parkett läuft. Das ist auch gewöhnungsbedürftig, ich habe mich schon zweimal total erschreckt.

    Zwischen all dem noch von Frau Herzbruch getadelt worden, wegen mangelhafter Strumpfqualität, der eine hatte oben kein Gummi und so lief sie herum (immerhin, sie lief herum!) wie Pippi Langstrumpf. Ich führe zu meiner Verteidigung an, dass ich original verpackte Ware geschickt habe, also keine Möglichkeit zur Überprüfung hatte.

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    Dienstag, 18. Februar 2025
    18. Februar 2025

    Komischer Tag heute. Nach zwei migränigen Tagen funktionierte mein Gehirn außerordentlich gut und gleich waren mir alle Gespräche wieder zu langsam. Ich nutzte die Gelegenheit, um die Unterlagen, die ich auf meine Rückfragen zur Nebenkostennachzahlung erhalten hatte. Durchzusehen. Um einen geflügelten Satz aus meinem Arbeitsumfeld zu zitieren: „Thanks. Not helpful.“ Es ist ein Wust an Infos, viele durchaus interessant, weil sie gar nicht uns sondern andere Mieter betreffen und siehe da, die haben auch seit der WC-Sanierung Probleme mit den Abflüssen und auch seit der Baustelle plötzlich auftretende Schwellen zwischen Turmbereichen, die Probleme mit der Beleuchtung scheint sonst niemand zu haben, die meisten haben relativ gesehen mehr Müll als wir, also das weiß ich jetzt alles. Auf meine eigentlichen Fragen geben die Unterlagen aber keine Antwort, es wirkt ein bisschen so, als habe man sich gedacht „die stellt unschön viele Fragen, wir rotzen ihr 50 MB PDFs in die Inbox, dann wird sie hoffentlich die Orientierung verlieren“. Da haben sie nicht mit meinem post-Migräne-Gehirn gerechnet. Ich antwortete nicht „Thanks. Not helpful“ sondern „Vielen Dank für die Unterlagen, leider bestehen weiterhin zahlreiche Fragen und Unklarheiten, ich bitte daher erneut um einen Gesprächstermin“.

    Sonst keine überraschenden, aber blöden News: der Turm, in den ich gerne irgendwann einziehen wollte, wird komplett von der Commerzbank angemietet. Ich frage mich, welche Leute die da reinsetzen, bauen die nicht gerade Stellen ab? Kommt jetzt Italien? Sehr spannend. Ich trank mit dem hauseigenen Italiener ein deutsches Bier darauf und wir spekulierten, wie sich das wohl alles gestalten wird.

    Es ist dieses Jahr bisher eine neue Entwicklung in meinem Leben, dass ich schon zweimal Alkohol getrunken habe, einmal am Samstag mit Violinista, nämlich eine Apéro und ein Bier und heute nochmal ein Bier. Fans des casual drinkings lachen jetzt herzhaft. Ich mache aber ja kein casual drinking, ich mache zweimal im Jahr serious drinking (an meinem Geburtstag und an Silvester, wobei wir das die letzten zwei Silvester und am letzten Geburtstag vergessen haben) und bin sonst schlicht nüchtern. Wobei vielleicht 2025 mein Jahr des Alkohols wird, denn ich habe von Cucinacasalinga eine Flasche Limoncello, fatto in casa, geschenkt bekommen und ich habe noch mehrere Flaschen Champagner, die unbedingt wegmüssen, daraus kann man unendlich viel Limoncello spritz zubereiten, den mag ich gern.

    Auch ist es vielleicht das Jahr, in dem ich rechtzeitig Geburtstagsgeschenke mache. Gut, die erste Karte kam zu spät an, das lag aber nicht an mir, ich hatte sie sehr frühzeitig versendet und dann hat die Post irgendeinen Quatsch gemacht und sie kam an mich zurück. Aber nun hat die Schwiegermutter am Samstag Geburtstag und ich habe in Absprache mit Herrn N schon heute das Geschenk bestellt. Das gab es noch nie.

    Und es ist das Jahr, in dem ich wieder einmal versuche, Podcasts zu hören. Nur schlafe ich ja immer ein. Aber ich bin entschlossen. Ich wollte schon länger den Alles Gesagt Podcast mit Merz hören, höre auch schon mehrere Wochen daran herum aber zuerst schlief ich immer noch vor seinem ersten Satz ein (warum reden die auch vorher so viel herum?), dann schlief ich immer an der Stelle ein, an der er ununterbrochen von „blauäugig“ und „braunäugig“ redet, einfach weil das Wörter sind, die ich im Alltag nur ganz selten höre, daran verbeißt sich mein Gehirn und weil er die so oft wiederholt, gibt es dann eine Art Kurzschluss und ich schlafe immer exakt da ein, so ca. bei Minute 11. Bei einer S-Bahn-Fahrt konnte ich diese Stelle überwinden. Jetzt hänge ich bei Minute 15, wo er „Pfundskerl“ und „Stöckchen“ sagt und gleich steigt mein Gehirn wieder aus ob dieser Wortwahl. Was besonders ärgerlich ist, weil es jetzt auch noch Folgen mit Scholz, Wagenknecht und Habeck gibt und die würde ich vor Sonntag auch gern hören. Das wird nicht klappen, wir sprechen über ein Podcastvolumen von ca. 11 Stunden und ich habe in ein paar Wochen jetzt 15 Minuten geschafft. Ich sag mal so: vielleicht klappt es bis zur Wahl 2029.

    Sorry, ich werde schon beim Schreiben über Podcasts unfassbar müde.

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