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    Sonntag, 16. Dezember 2018
    16. Türchen

     


    Das ist der Medikamentenschuhkarton, der allerdings nur die Medikamente enthält, die man nicht häufiger mal SOFORTSEHRSCHNELL braucht (wie Verbandszeug, Kopfschmerztabletten, Mückenstichsalbe).

    Aussortiert habe ich alles Abgelaufene und zwar in den Müll, Ausnahme, das Antibiotikum, das ist auch abgelaufen aber ich behalte es für den Fall des Zusammenbruchs der Zivilisation. Weiß nicht, ob ich dann abgelaufenes Antibiotikum besser finde als gar keins, aber vielleicht kann ich es doch bei irgendwem gegen Nasenspray eintauschen.

    Dauer: 2 Minuten

     
    liebe junge frau,
    darf ich energisch darauf hinweisen, dass man eine menge medikamente auch kurz (!!!) nach dem ablaufdatum noch durchaus einnehmen kann, ohne irgendwas befürchten zu müssen: aber nie und nimmer antibiotika. 08/15 schmerztabletten, diverse cremen und gels (nur die ohne cortison oder ähnliche verdächtige wirkstoffe), etc. sind meist auch ein paar wochen nach ablauf noch unbedenklich.

    ansonsten: bestenfalls verliert das zeug rapide an wirksamkeit, eventuell bis zur völligen wirkungslosigkeit (kommt dann auch auf die lagerung an), schlimmstenfalls passiert irgendwas chemisches (da gibt es eine grosse bandbreite), und dann wird man noch kränker als man sowieso schon ist.

    zudem darf ein antibiotikum nur dann eingenommen werden, wenn es sich beim krankheitszustand um eine gesicherte bakterielle infektion handelt. ansonsten macht es nur die guten bakterien im körper kaputt, sonst passiert gar nix.

    antibiotika reagieren zudem mit einer menge anderer wirkstoffe nicht unbedingt so, wie man sich das wünscht, man nennt das dann wechselwirkung, und haben - gerade bei wirkstoffen der von ihnen gezeigten klasse - gerne nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen schock. ausserdem kann sich so eine allergie manifestieren, und wenn man dann ein antibiotikum wirklich braucht, hat man gewaltige probleme.

    wer die genauen haltbarkeitsdaten eines medikamentes nicht kennt, und nicht ganz sicher ist dass das präparat bis zum verfalldatum richtig gelagert wurde, der bringt es besser - auch wenn ungeöffnet - zur vernichtung in die apotheke oder eine entsprechende entsorgungsstelle. das gilt übrigens bei vielen medikamenten auch für die, die man sicherheitshalber in den tropenurlaub mitgenommen hat: beim nachhausekommen weg damit, bitte.

    merke: bei medikamenten handelt es sich IMMER um ein verfalldatum (verw. bis) und nicht um ein mindesthaltbarkeitsdatum (mhd).

    und schrecken's mich doch bitte nicht so in den sonntäglichen abendstunden.
     
    Liebe Frau Kelef,

    Sie dürfen natürlich auf alles hinweisen aber seien Sie versichert: abseits des Zusammenbruchs der Zivilisation habe ich an dem Antibiotikum keinerlei Interesse mehr.

    Als ich (vor einigen Jahren) Medikamente aussortierte, wollte die Apotheke sie übrigens nicht nehmen und sagte, ich solle sie halt in den Müll werfen. Das habe ich diesmal getan.

    Lustigerweise rührt ein Großteil des Zeugs in der Kiste von einer einzigen Erkrankung her, die - nach einer allergischen Reaktion auf das (verschriebene) Antibiotikum - dann eben noch zu Bein.v1 führte. ;-)
     
    ich krieg - berufliche nachwehen - immer die krise wenn ich von manchmal doch recht liederlichem umgang mit medikamenten höre. mein bruder wäre als kind fast an einem anaphylaktischen schock gestorben (scharlach et al. und penicillin, allergie vererbt), frau hunt selig hatte anaphylaktischen schock auf novalgin und prolaktin (autoimmunreaktion, 10 tage bevor sie läufig wurde, musste man auch erst einmal draufkommen).

    und dann liest man sowas und es gibt ja immer wieder leute, die das, was der nachbarin so gut getan hat, einfach selber nehmen, weil die halbe packung antibiotikum noch übrig ist vom letzten mal. und das sind dann die, die in der notaufnahme landen.

    wenn eine apotheke sagt, man soll altmedikamente in den müll werfen, dann ist das übrigens äusserst diskutabel, um nicht zu sagen sträflich. hier in wien gibt es sammelstellen für sondermüll, da kann man sowas einfach abgeben, manche apotheken nehmen medikamentenreste zurück, manche nicht. liegt daran, dass sie das zeug zur vernichtung bringen müssen und dafür endlos lange listen über menge, charge, herkunft etc. ausfüllen müssen.

    aber immerhin: jetzt schlafe ich dann besser ...
     
    Die Entsorgung ist unterschiedlich geregelt, in D auch zwischen den Bundesländern unterschiedlich. Man kann sich bei uns hier über die empfohlene Vorgehensweise informieren.
     
    wenn eine apotheke sagt, man soll altmedikamente in den müll werfen, dann ist das übrigens äusserst diskutabel, um nicht zu sagen sträflich.

    Frau kelef, es ist in dieser Gegend inzwischen tatsächlich so, dass es kaum noch Apotheken gibt, die Medikamente zur Entsorgung annehmen. Etliche haben es noch eine Zeit lang freiwillig getan, aber da das für die wohl mit Kosten verbunden ist, machen es nur noch ganz wenige. Die Standardantwort lautet: Werfen Sie sie in den Hausmüll, nur nicht in die Toilette.
     
    In D wird der Restmüll verbrannt (landet also nicht auf einer Deponie o. Ä.), deshalb ist Medikamente in den Müll zu werfen ok. (Machen die Apotheken, die sie als Kundendienst annehmen, anschließend nämlich auch.)

    Nur in die Toilette geworfen werden sollen sie auf keinen Fall, wie Frau N. schon sagt (vergiften Grundwasser und Gewässer).

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