• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Mittwoch, 17. Februar 2010



    Ein - zumindest in den Wintermonaten - unabdingbares Küchenutensil ist bekanntlich die Rotkrautsocke. Oder wie bewerkstelligen Sie es, dass die ganzen Köstlichkeiten wie Pfefferkörner, Zimtstange, Nelken, Lorbeerblatt hinterher nicht zwischen den Zähnen knirschen? Haben Sie etwa zu viel Zeit und kochen einen separaten Sud? Haben Sie noch mehr Zeit und picken nachher alles mühsam aus der fertigen Speise heraus? Oder schlucken Sie einfach unzerkaut? Egal - als normaler Mensch besitzt man eine Rotkrautsocke. Natürlich weiß, aus Baumwolle und zu Beginn der Saison in klarem Wasser ausgekocht.

    Meine diesjährige entnahm ich der Kleiderschrankhälfte des Herrn N., weshalb ich besonders zufrieden mit mir bin. Man hat nicht häufig die Gelegenheit, gutes Essen zu kochen und zeitgleich zu verhindern, dass modische Unarten Fuß (muahaha) fassen.

    Jedes Mal wundere ich mich auch wieder über die mysteriösen Volumenveränderungen, denen Rotkohl unterliegt. Man bekommt ein unauffälliges kleines Köpfchen, doch hat man dieses in Streifen geschnitten, passen sie kaum noch ins Spülbecken, geschweige denn ins Nudelsieb. Unter wüsten Flüchen verbringt man das alptraumhafte Gefissele in den größten verfügbaren Topf und lässt den Glasdeckel elegant auf der Spitze des Rotkrautberges balancieren. Kehrt man nach einigen Minuten Internet anderweitiger sinnvoller Beschäftigung an den Herd zurück, liegt nicht nur der Deckel fest auf - der Topf ist auch nur noch halb voll. Und am Ende, beim Essen, hat man sowieso immer zu wenig.

    Ein Gericht also für Personen mit hoher Frustrationstoleranz und weißen Baumwollsocken.

     
    WER HAT DAS ERLAUBT??? Du schuldest mir eine Puma-Socke. Im Ernst, die mochte ich gerne. Das ist doch eine fuer in den Schuh. Davon hab ich nicht viele.
     
    das ist eine fuer in den schuh? in was denn sonst?
     
    also jetzt ist das eine für ins Rotkraut.
     
    @herzbruch: Habdsch auch lieb }:-). Erzaehl mir nicht, Du hast keine Soecksche, die oben aus dem Schuh herausschauen, so teilweise. Diese tut das nicht. Verstehste? So eine fuer ganz in den Schuh...
     
    aah. kleines missverstaendnis. fuer in den schuh, nicht fuer in den schuh. ich habs ja nicht so mit dem kochen.

    (aber jetzt mal spass beiseite: selbst im ausgekochten zustand macht mir der gedanke an sportsocke im rotkohl mitgekocht ein wenig, naja, angst. sind die flecken von nach dem kochen? oder aus dem schuh? ich weiss ja nicht. ich kauf ein glas.)
     
    Geht mir genauso, Frau Herzbruch. Ich lasse einfach die Nelken weg, Zimt würde ich ohnehin niemals ans Rotkraut tun - ein bis zwei geschnippelte Äpfel langen und die werden mitgefuttert. Bleiben also nur die zwei, drei Lorbeerblätter, und die sind fix rausgefischt.
     
    Sie wissen nicht, was Ihnen entgeht! *yumyum*
     
    Da scheiden sich die Geister - das Problem mit der Socke sehe ich nicht. Ich hab ja auch Holzlöffel, fasse den Kohlkopf mit den Händen an und auch die Arbeitsplatte wird vorher nicht desinfiziert.
     
    Zwischen den Kohl mit den Händen anzufassen und ihn mit einer vorher bereits am Fuß im Schuh gewesenen Socke in Kontakt zu bringen ist ja schon irgendwie noch was anderes.
    Da bevorzuge ich die zeitintensivere Variante oder halte es wie Frau Herzbruch.
     
    mir faellt gerade ein, dass ich bei dem thema eigentlich gar nix mitzureden habe, besteht der gemueseanteil in unserer kueche ja neuerdings zu 99% aus moehrchen und broccoli.
    (ab wann koennen kinder eigentlich curry essen? seufz.)
     
    @violinista klar gibt es einen Unterschied - die Socke ist komplett ausgekocht, meine Hände sind nur irgendwie und nicht allzu heiß gewaschen und das auch nicht vor jeder neuerlichen Speisenberührung.

    Ich vermute hier eher ein psychologisches Problem.

    @herzbruch Mademoiselle aß ab ca. 1 Jahr alles. Das muss man ausnutzen, denn schon ein paar Jahre später essen sie dann nur noch kalte Nudeln oder sowas.
     
    spirelli bolo, das ist hier das essen der zukunft, hat das kind beschlossen. (wobei er ja bislang in der tat alles schluckt, was man ihm hinhaelt. ich bin da deutlich komplizierter.)

    Kommentar beantworten

     
    Bei uns gibts so was wie ein vergrößertes Teeei (3es - igitt) dafür. Aber von Socken hab ich auch schon gehört : )

    Allerdings bin ich erstaunt, wie wenig rot/lila/weiß-nicht-was-ich-mir-vorgestellt-hab die aussehen. Außer sie waren vorher reinweiß ; )
     
    Sie war reinweiß, ist nach dem Rotkraut natürlich eher rot/violett. Aber ich wasche sie ja dann schließlich aus, und dann ist sie eher grau. So wie alte Rotweinflecken.
     
    Nun ja, bei den Farben, die die Socken heutzutage schon "original" haben - war ich mir nicht sicher : )
    Also dann entnehme ich dem Bild, daß sie gut und gern in Gebrauch ist : )

    Und da es dem Gatten auch zu schmecken scheint, ist wohl die Entwendungeihung zu rechtfertigen *fg*
     
    hier gibt es auch so ein vergrössertes tee-ei, ich glaube reiskugel heisst das im original.

    aus edelstahl, unverwüstlich. da kommt immer alles rein was nachher im essen nicht drinnen sein soll: pfefferkörner, zwiebel, zimtstangen, kräuter, tomaten, etc. und je nachdem.

    aufschrauben, alles reinpappen, zuschrauben, fertig. einfach in den topf werfen und mitkochen. nach fertigstellung der speise kugel herausholen, abtropfen lassen.

    bei mullsäckchen, socken etc. muss man entweder eines für suppe, eines für gemüse, eines für süsspeisen haben, und dann kriegt man die reste manchmal nicht richtig raus und so.

    da edelstahl geschmacksneutral ist, kann man das ding universal einsetzen und: es wäscht sich im geschirrspüler wieder sauber.
     
    so. jetzt schliesst sich meine argumentationskurve. naemlich: wenn man eines fuer suppe, eines fuer gemuese und eines fuer suessspeisen haben muss, weil man den geschmack nicht rauskriegt, sollte man dann nicht besser auch eines fuer fuss haben? weil man den fuss nicht rauskriegt?

    (frau n., wenn wir mal zu besuch kommen sollten, bitte ich darum, vorher die menues durchzusprechen ;-) )
     
    Frau Herzbruch, ich muss Ihnen jetzt gestehen dass meine Backrolle, also das Ding, zum Plätzchen ausrollen, vormals ein Besenstiel war.

    Zudem möchte ich behaupten:

    Erstens: wenn ich meine Rotkrautsocke genauso ausführlich auskochen würde, wie vor der Erstbenutzung, schmeckt sie nicht mehr nach Rotkraut. Den Beweis verweigere ich jedoch aus Faulheit.

    Zweitens: es ist was anderes, ob eine Socke mit etwas in Berührung kommt oder in etwas stundenlang gesotten wird. Hätte ich das Ding eine Stunde lang in Fußbrühe gekocht, wäre es evtl. auch was anderes. Eventuell. Auch das werde ich aber nicht ausprobieren.

    Edelstahldinger sind praktisch, aber die Socke ist viel besser, die kann ich nämlich nach der Rotkrautsaison (sprich: jetzt) wegwerfen. Edelstahldinger liegen immer irgendwo herum. Ich mag kein Rumliegezeugs.
     
    Sie vergessen: Das Ding war eine Sportsocke. Es wurde also stundenlang gesotten.
     
    frau n., ich vertraue ihnen voll und ganz. ich wollte doch nur ein bisschen diskutieren ;-)
    und mein lieblingskuechenutensil ist ja der hammer...
     
    Frau V., das Ding war mitnichten eine Sportsocke. Ich mache ja bekanntlich nur 3 Arten von Sport derzeit.

    a) Gewichte stemmen. Mache ich zuhause, ganz ohne Socken
    b) Laufen. Dafuer habe ich spezielle Laufsocken von Falke.
    c) Hallenfussball. Hierbei trage ich Stutzen von den Absteigern aus der Clausewitzstrasse.

    Sie sehen, es kann gar keine Sortsocke sein.

    Herzbruchs kommen uns besuchen??? }:-))) WANN?
     
    @herzbruch was tun Sie genau mit dem Hammer in der Küche?

    Und das fehlte noch, dass ich so ein Fußballsockending in den Topf stopfe. Dann ist der ja gleich voll...
     
    Die spielen zwar derzeit zum Wegschmeissen, aber die Stutzen brauche ich noch... };-)
     
    das mit dem hammer ist so: ich kann einen nachtisch, da muss man mango-mascarponecreme machen und dann cantuccini zerbroeseln. cantuccini sind die, die sonst die backenzaehne zerbroeseln. und die mache ich in einer plastiktuete mit dem hammer klein.

    (diesen nachtisch habe ich uebrigens gemacht, als der beebiepapa zum allerersten mal zu mir zum essen kam. er tat begeistert. ca. 2 jahre spaeter hatten wir mal gaeste, und auf meine frage hin, ob ich die mascarponemango machen soll, verzog er das gesicht und sagte: "ist das nicht ein bisschen, aeh, einfach?" ich wies ihn natuerlich auf die bedeutung von mascarponemango in unserer vergangenheit hin. er schaemte sich. maenner.)

    und @j: weiss nicht. kommen sie doch erst nochmal und gehen sie mit uns beim portugiesen essen, wo man so viel bier trinken kann. dieses mal ist unser erkennungszeichen eine aufgeblasene gummipuppe, und am ende des abends trauen wir uns mal und kaufen eine travel pussy.
     
    OK, wie waer naechsten Freitag?
     
    Frau N. rollt die Kekse bestimmt mit dem Besenstiel platt. Kein Wunder, dass Mademoiselle so blocksbergversessen ist.

    Kommentar beantworten

     
    ich bin verblüfft.

    darauf, dass es möglichkeiten gibt, zutaten beim kochen vom rest abzutrennen, bin ich noch nie gekommen. das eröffnet ja völlig neue möglichkeiten!

    @herr n: mein beileid zum verlust.

    Kommentar beantworten

     
    Ein Teesieb! (Keine wirkliche Werbung, nur der erster Treffer bei der Google-Bildersuche)

    Jedenfalls kann man darin Nelken, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und dergleichen mehr deponieren und dann mitkochen lassen. Nach dem Kochen mit einer Gabel herausfischen.
    Seit Jahren erprobt!
    Nur mit Zimtstangen nie verwendet, ich mag keinen Zimt. Es gibt diese Siebe aber in verschiedenen Größen - die Stange einmal durchbrechen und dann dort rein quetschen... oder so...
     
    So ein Ding besitze ich sogar, fällt mir dabei auf. Hätte ich mich rechtzeitig dessen erinnert, hätte ich aber Sorge gehabt, dass es beim Umrühren oder so aufgeht. Ich koche ja recht schwungvoll.
     
    Wie verschließen Sie eigentlich die Socke?
     
    Gibt sowas, nennt sich Knoten. Kann Mademoiselle Ihnen zeigen.
     
    Ok. Ich werde mit ihr segeln gehen.

    Kommentar beantworten

     
    Und direkt ist heute in der Zeitung schon die Rede von wirtschaftlichen Einbrüchen bei Puma.
    Dabei könnten die ja jetzt auch den Küchenmarkt bedienen. Also, so ne niegelnagelneue Socke, das wär schon was. Fürs Rotkraut.
     
    fragen sie guhgel nach gewürzkugel, da gibt es alle möglichen variationen.

    die drahtdinger finde ich an praktischesten, weil man die in alle möglichen töpfe hineinformen kann, nur der ring zum zuschrauben ist massiv, aber mit einem guten schraubgewinde, geht nicht auf.

    meine ist vom kaffeeröster, und das ganze jahr über in verwendung, auch für suppen (wer mag schon die glibberigen zwiebel-, knoblauch, tomatenreste etc. aus der suppe fischen), angenehm auch bei saucen wenn man nur den geschmack braucht oder irgendwas nur ein paar minuten mitziehen soll (meine tochter wünscht pfeffersauce mit ohne pfefferkörner, z.b.).

    da das zeug aus edelstahl ist, kann man es ohne sorge auch einmal bei süssen dingen einsetzen. oder wenn man eine grosse menge glühwein macht, z.b., oder punsch, oder sangria.
     
    Bei Frau N. gibts bestimmt Sockenbowle.

    Kommentar beantworten

    November seit 4775 Tagen

    Letzter Regen: 19. April 2019, 23:40 Uhr