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    Sonntag, 17. Mai 2009
    Haarig

    Ich bin in Bezug auf Haarschnitte wirklich nicht pingelig - wächst ja alles nach, sag ich mir immer - aber beim ersten Mal hab ich gekniffen. Das war, als ich mit Maximal-Viertelkrankem-Kind vormittags in der Fußgängerzone an einem Billigfriseur vorbeikam und spontan hineinstürmte, um Mademoiselle die Haare schneiden zu lassen. Es war leer und das Kind gut gestimmt, so dass ich mich bereits dem Gedanken hingab, mich im selben Zuge mitbeschnippeln zu lassen. Bis mir auffiel, dass der simple Kinderhaarschnitt außerordentlich lange dauerte. Weil der Friseur nicht nur vor jeder Strähne nachzudenken schien, sondern zwischendrin mehrfach zu einem kleinen Schränkchen lief, eine Schublade aufzog und eine laminierte A4-Karte konsultiere, auf der Haarpartien und Schnittrichtungen abgebildet waren. Da hab ich gekniffen.

    Beim zweiten Mal, gestern, im Friseursalon des langjährigen Vertrauens, war die mir über Jahre zugeteilte Fachkraft im Urlaub. Das wurde mir aber telefonisch bereits beschieden. Also ging es mit einer Ersatzperson munter ans Werk. Und zum Kneifen war es zu spät, als sie, eifrig in meinen Haaren fuhrwerkend, dauerhaft Selbstgespräche der Art "Ah, hier auch noch. Und diese. Oh, da muss ich auch kürzen. Maaannn sind das viele Haare. Wo ist denn hier jetzt was?? Hier noch... und da... wie mach ich das jetzt?? Man kommt da echt durcheinander..." führte. So ungefähr wie wenn ein Handwerker zu uns kommt und immer erst einmal ruft: "Nä! Das geht gaaar nicht!!" Dann verlasse ich mit "Sie machen das schon" den Raum. Beim Friseur geht das schlecht. Weshalb es ja gerade so wichtig ist, dass Friseure Smalltalk machen. Ein "oh-oh-oh..." beim Auswaschen des Färbeproduktes oder ein "uuups!" beim Schneiden hört der Kunde nicht gern!

    Nun denn. Gleich nach dem Duschen wird sich feststellen lassen, was nun tatsächlich aus dem Schnitt geworden ist.

     
    das erinnert mich an einen friseurbesuch, als ich 5 war. da hat sich die friseurin derart verschnitten - mit löchern und allem drum und dran-, dass sie mir tausende haarnadeln verpasst hat, damits meiner mama nicht auffällt (dem papa, der damals mit war, wars egal). tja, es ist aufgefallen und eine friseur-kollegin durfte dann wieder alles halbwegs hinbiegen - mit der maschine. so kurze haare möcht ich nie wieder haben und ich hoff, Ihnen bleibt das auch erspart.
     
    Etwas "Schlimmes" ist sicherlich nicht passiert - die gute Frau hat es ja auch hübsch und partytauglich zurechtgeföhnt. Meine Frage ist meist eher: wie sieht es aus, wenn ich mir das morgens (oder so) zurechtmache. Ich hab ja weder Lust noch Geduld für sowas, sprich: es muss ok aussehen, wenn ich das einfach über den Kopf trockenföhne. Und genau das probiere ich jetzt aus :-)

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    Oh weia. Ich bin froh, dass mir das noch nie passiert ist. Oder zumindest ist mir sowas bei mir noch nie aufgefallen, ob wohl Friseure sich schon manchmal wunderten, was das denn wohl mal für ein Schnitt gewesen sein mag.

    Aber wie sieht es denn nun aus?
     
    Weiß noch nicht, bin noch nicht so weit. (Das kommt vom im Internet rumhängen). Gewaschen ist schon, fühlte sich ok an wenn auch noch nach "zu viel" Haaren. Vermutlich war sie etwas zu zimperlich, bei mir muss man immer ordentlich ausdünnen und so. Aber ich erwarte keine Katastrophen ;-)

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    Ja, ja - wohl dem, der einen selbst rasierbaren, pflegeleichten Nichthaarschnitt Marke "Kahlschlag" sein eigen nennt - auch wenn der bei Damen trotz Sinead O'Connor sich ja bislang nicht so recht hat durchsetzen können...
    Andererseits entgehen einem dann natürlich die ganzen lustigen Friseurgeschichten.

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    Ich selbst habe noch nie gekniffen. Allerdings saß ich einmal bei der damaligen Friseurin meines Vertrauens und mittendrin meinte sie ganz plötzlich zu mir, sie müsse mal ganz kurz weg (Zigaretten holen...?), und ließ mich sitzen mit halbfertigem Kopf. Tja, und da saß ich dann auch erstmal. Ihre Kolleginnen fingen irgendwann an, sich zu wundern und irgendwann gab es dann Blaulicht auf dem Marktplatz direkt vor der Tür und alle riefen, ach, das ist ja die Katja! Nun denn, ihr war wohl schlecht geworden und sie wollte rüber zur Apotheke quer über den Platz und ist unterwegs einfach umgekippt. Die Kollegin, die das Werk an mir vollendete, war dann schon leicht überfordert, da ich gar nicht so genau eingeweiht wurde in das, was mit mir zu geschehen hatte und so mutmaßten wir wild herum. Aber irgendwie konnte ich mich dann letzten Endes doch noch sehen lassen mit dem Schnitt.

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