Ich habe gern Erdnussbutter im Kühlschrank. Allerdings esse ich gar keine Erdnussbutter - nur wirklich außerordentlich selten, alle paar Jahre mal, und dann auf ungetoastetem Toast mit Erdnussflips oder Chips und Zucker. So wie Allison.
Dementsprechend kaufe ich so gut wie nie Erdnussbutter ein. Vorgestern aber. Und jetzt freue ich mich darüber, dass sie da ist. Und dass sie heute morgen aufmerksamerweise auf den Frühstückstisch gestellt wurde. Auch, wenn ich sie nicht gegessen habe.
Tri tra trullalla
Test Test
1-2-3
Lalalala
Hm hmhm hm hmmmm
So wie Strippenziehen. Mit anderen wie mit Fäden verbunden, jeder mit einer Rolle über dem Arm, und manchmal wird ganz viel abgespult und man wandert nach da und dort, und manchmal ist der Faden ganz kurz. Das merkwürdige Gefühl, wenn man eigentlich gerade nah dran sein wollte, und dabei merkt, wie das Gegenüber sich entfernt. Wie man manchmal versucht, ganz unauffällig stückweise näherzurutschen. Wie man manchmal die Fäden einfach laufen lässt und sich, nach einem kurzen Blinzeln, plötzlich nebeneinander wiederfindet.
Die Verwunderung, dass mir so viele Vertraulichkeiten begegnen dort, wo ich mich noch gar nicht so nah fühle. Die Unsicherheit im Umgang damit.
Wenn ich einsam und nur etwas älter wäre, würde ich vermutlich jetzt beim Dönermann um die Ecke an der Theke sitzen und ihn über das Leben vollschwallern.
Konzept kreiert: "Selbstbewusstseinserhaltende Maßnahmen".
Diese kleinen Kinderjoghurts schmecken gefroren tatsächlich gut (Resteverwertung da Kind keinen 6er-Pack innerhalb der vorgesehenen Verzehrfrist schafft).
Vorwurf: Über etwas lästern, auf das man sich nie wirklich eingelassen hat, ist ein bisschen zu einfach.
Und dann sehe ich dann aus dem großen Küchenfenster die Wolken die am Abend über den Hausdächern aufziehen, dunkel und bauschig und an den Rändern ausgefranst, wie manchmal im Sommer, wenn sie sich abends über die gleißende Hitze schieben und weichen, kühlen, Nachtregen tragen, Linderung bringen, das Brennen nehmen, abmildern, einen Schleier legen und die scharfen Konturen glätten.
Gestern endlich das lang ersehnte Knacken im Hals - und nach fast drei Wochen schmerzfrei.
Letztens nachts ein Stück des Weges spazierend nach Hause gegangen. Statt Horizont oder Nachthimmel da oben Bürotürme. Gleichzeitig Faszination angesichts dieser Menge an kaltem Glas und Stahl und Licht und Abscheu vor der Atmosphäre, die sie umgibt, die sich am besten mit der Klimaanlagenluft vergleichen lässt: künstlich, aufgewirbelt, vertrocknet.
In der Schreibwerkstatt darf wieder abgestimmt werden.
1. Es gibt neue Schuhe, die werden nach einem halben Tag so richtig unbequem. Und es gibt Schuhe, die werden nach einem halben Tag so richtig bequem. Diese nämlich:

2. Man kann den älteren Frauen, die meinen, sie hätten die entgültige Weisheit über Kindererziehung mit dem Löffel gefressen, relativ leicht das Maul stopfen. Wenn sie sich in der langen Supermarktkassenschlange darüber auslassen, dass das 3jährige Kind einen Schnuller im Mund hat, bleckt man die Zähne und sagt: "Ich habe an etwas gelutscht bis ich zwölf war und tue das heute noch gerne. Gibt es an meinen Zähnen irgendetwas auszusetzen?" Es schweigt im Folgenden nicht nur die ältere Frau, sondern die gesamte lange Supermarktkassenschlage.
Je höher die Gehhilfendichte, desto besser die Torte im Cafe.
Wir haben ja häufig Übernachtungsbesuch und sind mit Bettzeug hervorragend ausgerüstet. Das ist gut. Ich langweile mich ungern. Das ist auch gut. Die kinderkotzebedingte Verstopfung der Waschmaschine ließ sich kurz vor Mitternacht problemlos beheben. Es ist also wirklich alles gut.
Man lernt ja auch. Nach dem vierten oder fünften Schwall erkennt man die Zeichen. Erst vermehrtes Wälzen und Treten im Schlaf. Dann ein Schmatzen. Dann, plötzlich, ein herzhaftes Gähnen, unmittelbar gefolgt von dem unbeschreiblich gluckernd-würgenden Geräusch aus den Tiefen des Verdauungstraktes. Man spürt das Gefühl süß-sauer zusammenlaufenden Speichels beinah selbst im Mund, zerrt das Kind in die Vertikale und hält rechtzeitig Schüssel oder Handtuch vor das Kindergesicht.
Gut ist auch, dass ich dem Kind offenbar einen leidenschaftslosen Umgang mit solchen Unpässlichkeiten anerziehen konnte. Was stört wird rausgewürgt, danach ist es besser, kein Grund für Theater.
Die in einem der ganz wenigen unbetreuten Momente im Vorbeigehen vollgereiherte Spielzeugkiste ganz lapidar mit "ich musste noch mal spucken, macht ja nix" abzutun ist dann allerdings, hm. Und auch den Korb mit der frischen Wäsche hätte ich aus dem Weg räumen sollen.
Naja, dafür bin ich jetzt geduscht.
Die Stimme der einen Bäckereiverkäuferin, durchdringend und immer einen Tick zu knapp, um freundlich zu sein, hört man bis auf die Straße. Es sind jedes Mal dieselben Worte. "Guten Tag!! Was darf's denn sein??". "Bitte schön!!". "Danke schön!!" "Schönen Tag noch!!". Beim "Schönen Tag noch!!" schaut sie immer schon die nächste Person in der Reihe an. Der Blickkontakt ist genauso exakt abgemessen wie die Wortlänge und die zackigen Bewegungen hinter der Theke. Die Haare sind ein bisschen zu toupiert und ein bisschen zu blond und das Make-up ein bisschen zu stark. Kurz gesagt: diese Frau verursacht mir oft das erste Augenbrauenzucken des Tages.
Die andere Bäckereiverkäuferin ist eigentlich genau so wie die erste, nur in ein paar Lagen semitransparenten Vorhangstoff gewickelt. Die erste in gedämpft. Sehr stark gedämpft. Sie spricht so leise, dass man sie kaum versteht, die Worte schweben nach hinten offen im Raum und man kann es kaum fassen, wie sie hinter der Theke neben der anderen existieren kannn, ohne ständig - unscheinbar wie sie ist - über den Haufen gerannt zu werden. Sie hat dieselbe Größe und Figur wie die andere, dieselbe Frisur, nur in platt und maus, und ist immer sehr blass. Auch sie verursacht mir oft dieses Augenbrauenzucken, weil ich mich so sehr auf sie konzentrieren muss, um sie überhaupt wahrzunehmen.
Die beiden sind sich sehr ähnlich, nur so völlig entgegengesetzt. Das ist kein Widerspruch. Bestimmt sind es Schwestern.
Beim Anblick des heute überraschend doppelt-so-groß-wie-sonstenem Körnerbrötchen ganz unlogisch "ich hätte zwei kaufen sollen!" denken.
Dass es das Zeug gibt, heißt nicht, dass man das überall reinpacken muss. So!
Speziell für die Frau Midori hier ein kurzer Abriss.
Man braucht für 2 sehr hungrige Personen oder 3 Normalesser zwei Pfannen und einen großen Topf und die folgenden Zutaten in Reihenfolge der Verwendung:
1 Zwiebel
1 bisschen Öl
Mangold (ein dickes Büschel)
1 bisschen Gemüsebrühe
1 Knoblauchzehe
braune Champignons (hm - 2 Hand voll?)
noch 1 bisschen Öl
Lachs (je nach Hunger)
Nudeln (je nach Hunger)
getrocknete Tomane (hm - 5?)
Pfeffer, Salz, Muskatnuss
1 bisschen Sahne (hm - 3 Eßlöffel?)
Pfanne 1: Zwiebel gehackt in Öl anbraten. Derweil (lustiges Wort) Mangold "filetieren" (also wie immer, halt - das Weiße vom Grünen abschneiden), das Weiße in Streifen schneiden und zur Zwiebel kippen. Kurz anbraten, dann ein bisschen Gemüsebrühe dazu, Deckel drauf und ein bisschen dünsten. Nämlich genau so lang, bis die Knoblauchzehe gehackt und die Pilze gewaschen und in Scheiben sind. Dann das alles dazu. Wieder Deckel drauf und nun zum:
Topf: Nudeln kochen. Und währenddessen zu:
Pfanne 2: Öl erhitzen, Lachs würfeln und in die Pfanne werfen. Braten. Ab und zu wenden. Mit Pfeffer und Salz würzen. Und zwischendurch zurück zu:
Pfanne 1: erstmal schauen: wenn das sehr suppig aussieht vom Pilzsud, Deckel ab und wegkochen lassen, das soll nur feucht sein und nicht schwimmen. Getrocknete Tomaten in Streifen schneiden und in die Pfanne rühren. Das Grüne vom Mangold in grobe Streifen und obendrauf werfen. Zusammenfallen lassen. Mit Pfeffer, Salz, Muskatnuss würzen und ein bisschen Sahne drüber (nur so dass es glänzt, nicht schwimmt!), nochmal unterheben, fertig.
Nudeln aufn Teller, Mangold drüber, obendrauf der Lachs.
