• Privatbloggen an: novemberregen @ proton.me
    Freitag, 2. Mai 2008
    Hier teste ich was

    Tri tra trullalla
    Test Test
    1-2-3
    Lalalala

    Hm hmhm hm hmmmm

    Freitag, 2. Mai 2008
    Reste

    So wie Strippenziehen. Mit anderen wie mit Fäden verbunden, jeder mit einer Rolle über dem Arm, und manchmal wird ganz viel abgespult und man wandert nach da und dort, und manchmal ist der Faden ganz kurz. Das merkwürdige Gefühl, wenn man eigentlich gerade nah dran sein wollte, und dabei merkt, wie das Gegenüber sich entfernt. Wie man manchmal versucht, ganz unauffällig stückweise näherzurutschen. Wie man manchmal die Fäden einfach laufen lässt und sich, nach einem kurzen Blinzeln, plötzlich nebeneinander wiederfindet.

    Die Verwunderung, dass mir so viele Vertraulichkeiten begegnen dort, wo ich mich noch gar nicht so nah fühle. Die Unsicherheit im Umgang damit.

    Wenn ich einsam und nur etwas älter wäre, würde ich vermutlich jetzt beim Dönermann um die Ecke an der Theke sitzen und ihn über das Leben vollschwallern.

    Konzept kreiert: "Selbstbewusstseinserhaltende Maßnahmen".

    Diese kleinen Kinderjoghurts schmecken gefroren tatsächlich gut (Resteverwertung da Kind keinen 6er-Pack innerhalb der vorgesehenen Verzehrfrist schafft).

    Vorwurf: Über etwas lästern, auf das man sich nie wirklich eingelassen hat, ist ein bisschen zu einfach.


    Und dann sehe ich dann aus dem großen Küchenfenster die Wolken die am Abend über den Hausdächern aufziehen, dunkel und bauschig und an den Rändern ausgefranst, wie manchmal im Sommer, wenn sie sich abends über die gleißende Hitze schieben und weichen, kühlen, Nachtregen tragen, Linderung bringen, das Brennen nehmen, abmildern, einen Schleier legen und die scharfen Konturen glätten.


    Gestern endlich das lang ersehnte Knacken im Hals - und nach fast drei Wochen schmerzfrei.


    Letztens nachts ein Stück des Weges spazierend nach Hause gegangen. Statt Horizont oder Nachthimmel da oben Bürotürme. Gleichzeitig Faszination angesichts dieser Menge an kaltem Glas und Stahl und Licht und Abscheu vor der Atmosphäre, die sie umgibt, die sich am besten mit der Klimaanlagenluft vergleichen lässt: künstlich, aufgewirbelt, vertrocknet.

    Dienstag, 29. April 2008

    In der Schreibwerkstatt darf wieder abgestimmt werden.

    Montag, 28. April 2008
    Man lernt

    1. Es gibt neue Schuhe, die werden nach einem halben Tag so richtig unbequem. Und es gibt Schuhe, die werden nach einem halben Tag so richtig bequem. Diese nämlich:

    mitPerlen

    2. Man kann den älteren Frauen, die meinen, sie hätten die entgültige Weisheit über Kindererziehung mit dem Löffel gefressen, relativ leicht das Maul stopfen. Wenn sie sich in der langen Supermarktkassenschlange darüber auslassen, dass das 3jährige Kind einen Schnuller im Mund hat, bleckt man die Zähne und sagt: "Ich habe an etwas gelutscht bis ich zwölf war und tue das heute noch gerne. Gibt es an meinen Zähnen irgendetwas auszusetzen?" Es schweigt im Folgenden nicht nur die ältere Frau, sondern die gesamte lange Supermarktkassenschlage.

    Sonntag, 27. April 2008
    Erkenntnis

    Je höher die Gehhilfendichte, desto besser die Torte im Cafe.

    Mittwoch, 23. April 2008
    En détail

    Wir haben ja häufig Übernachtungsbesuch und sind mit Bettzeug hervorragend ausgerüstet. Das ist gut. Ich langweile mich ungern. Das ist auch gut. Die kinderkotzebedingte Verstopfung der Waschmaschine ließ sich kurz vor Mitternacht problemlos beheben. Es ist also wirklich alles gut.

    Man lernt ja auch. Nach dem vierten oder fünften Schwall erkennt man die Zeichen. Erst vermehrtes Wälzen und Treten im Schlaf. Dann ein Schmatzen. Dann, plötzlich, ein herzhaftes Gähnen, unmittelbar gefolgt von dem unbeschreiblich gluckernd-würgenden Geräusch aus den Tiefen des Verdauungstraktes. Man spürt das Gefühl süß-sauer zusammenlaufenden Speichels beinah selbst im Mund, zerrt das Kind in die Vertikale und hält rechtzeitig Schüssel oder Handtuch vor das Kindergesicht.

    Gut ist auch, dass ich dem Kind offenbar einen leidenschaftslosen Umgang mit solchen Unpässlichkeiten anerziehen konnte. Was stört wird rausgewürgt, danach ist es besser, kein Grund für Theater.

    Die in einem der ganz wenigen unbetreuten Momente im Vorbeigehen vollgereiherte Spielzeugkiste ganz lapidar mit "ich musste noch mal spucken, macht ja nix" abzutun ist dann allerdings, hm. Und auch den Korb mit der frischen Wäsche hätte ich aus dem Weg räumen sollen.

    Naja, dafür bin ich jetzt geduscht.

    Montag, 21. April 2008

    Die Stimme der einen Bäckereiverkäuferin, durchdringend und immer einen Tick zu knapp, um freundlich zu sein, hört man bis auf die Straße. Es sind jedes Mal dieselben Worte. "Guten Tag!! Was darf's denn sein??". "Bitte schön!!". "Danke schön!!" "Schönen Tag noch!!". Beim "Schönen Tag noch!!" schaut sie immer schon die nächste Person in der Reihe an. Der Blickkontakt ist genauso exakt abgemessen wie die Wortlänge und die zackigen Bewegungen hinter der Theke. Die Haare sind ein bisschen zu toupiert und ein bisschen zu blond und das Make-up ein bisschen zu stark. Kurz gesagt: diese Frau verursacht mir oft das erste Augenbrauenzucken des Tages.

    Die andere Bäckereiverkäuferin ist eigentlich genau so wie die erste, nur in ein paar Lagen semitransparenten Vorhangstoff gewickelt. Die erste in gedämpft. Sehr stark gedämpft. Sie spricht so leise, dass man sie kaum versteht, die Worte schweben nach hinten offen im Raum und man kann es kaum fassen, wie sie hinter der Theke neben der anderen existieren kannn, ohne ständig - unscheinbar wie sie ist - über den Haufen gerannt zu werden. Sie hat dieselbe Größe und Figur wie die andere, dieselbe Frisur, nur in platt und maus, und ist immer sehr blass. Auch sie verursacht mir oft dieses Augenbrauenzucken, weil ich mich so sehr auf sie konzentrieren muss, um sie überhaupt wahrzunehmen.

    Die beiden sind sich sehr ähnlich, nur so völlig entgegengesetzt. Das ist kein Widerspruch. Bestimmt sind es Schwestern.

    Freitag, 18. April 2008

    Beim Anblick des heute überraschend doppelt-so-groß-wie-sonstenem Körnerbrötchen ganz unlogisch "ich hätte zwei kaufen sollen!" denken.

    Montag, 14. April 2008
    Genervt von Bärlauch

    Dass es das Zeug gibt, heißt nicht, dass man das überall reinpacken muss. So!

    Ich weiß, was Du mit dem Mangold getan hast!

    Speziell für die Frau Midori hier ein kurzer Abriss.

    Man braucht für 2 sehr hungrige Personen oder 3 Normalesser zwei Pfannen und einen großen Topf und die folgenden Zutaten in Reihenfolge der Verwendung:

    1 Zwiebel
    1 bisschen Öl
    Mangold (ein dickes Büschel)
    1 bisschen Gemüsebrühe
    1 Knoblauchzehe
    braune Champignons (hm - 2 Hand voll?)
    noch 1 bisschen Öl
    Lachs (je nach Hunger)
    Nudeln (je nach Hunger)
    getrocknete Tomane (hm - 5?)
    Pfeffer, Salz, Muskatnuss
    1 bisschen Sahne (hm - 3 Eßlöffel?)

    Pfanne 1: Zwiebel gehackt in Öl anbraten. Derweil (lustiges Wort) Mangold "filetieren" (also wie immer, halt - das Weiße vom Grünen abschneiden), das Weiße in Streifen schneiden und zur Zwiebel kippen. Kurz anbraten, dann ein bisschen Gemüsebrühe dazu, Deckel drauf und ein bisschen dünsten. Nämlich genau so lang, bis die Knoblauchzehe gehackt und die Pilze gewaschen und in Scheiben sind. Dann das alles dazu. Wieder Deckel drauf und nun zum:

    Topf: Nudeln kochen. Und währenddessen zu:

    Pfanne 2: Öl erhitzen, Lachs würfeln und in die Pfanne werfen. Braten. Ab und zu wenden. Mit Pfeffer und Salz würzen. Und zwischendurch zurück zu:

    Pfanne 1: erstmal schauen: wenn das sehr suppig aussieht vom Pilzsud, Deckel ab und wegkochen lassen, das soll nur feucht sein und nicht schwimmen. Getrocknete Tomaten in Streifen schneiden und in die Pfanne rühren. Das Grüne vom Mangold in grobe Streifen und obendrauf werfen. Zusammenfallen lassen. Mit Pfeffer, Salz, Muskatnuss würzen und ein bisschen Sahne drüber (nur so dass es glänzt, nicht schwimmt!), nochmal unterheben, fertig.

    Nudeln aufn Teller, Mangold drüber, obendrauf der Lachs.

    Donnerstag, 10. April 2008
    Wellensittichschnabelgefühl

    Ich weiß nicht, woran es liegt, aber manche Kosmetikerinnen (hm, das Wort klingt verdächtig nach politisch inkorrekt, aber wie mag das sonst heißen - face artist??) haben das so richtig drauf mit dem Augenbrauenzupfen und manche nicht. Bei denen, die es nicht drauf haben, bekomme ich viele Tränen und Kopfschmerzen. Bei denen die es drauf haben, fühlt es sich an wie ein Wellensittichschnabel, der ein bisschen um Nase und Brauen knabbert und dabei gurrende Laute ausstößt. Sie kennen ja sicher das Gefühl, wenn man einen Wellensittich auf der Brille sitzen hat, der einem gerade die (natürlich spärliche!) Gesichtsbehaarung ausreißt.

    Also habe ich heute viel an meine Wellensittiche gedacht. Der erste war grün und nach dem damaligen Torwart der Fußballnationalmannschaft Nationalspieler benannt und gar nicht meiner, aber ich durfte ihn noch kennen lernen und erinnere mich an die dumpfen Schläge, die er allmorgendlich beim Frühstück verursachte, indem er mit seiner Schaukel so heftig schaukelte, dass er gegen das Käfigdach knallte, herunterfiel, benommen liegen blieb, aufstand und dann den normalen Tag eines Wellensittichs begann. Eines Morgens erhob er sich jedoch nicht mehr aus dem Vogelsand.
    Der zweite war blau und gehörte mir. Wann ich ihn bekam, weiß ich nicht mehr, aber die Vögelchen überlebten nie wirklich lange bei uns, was wir Kinder gern auf Mamas Dauerdurchzuglüften zurückführten. So schwächelte auch der blaue Wellensittich (den Namen verrate ich nicht) bald und ich erinnere mich noch an den Abend, als er in Papas Hand starb, während ich schon im Bett lag und nicht wissen sollte, was vor sich ging, es aber trotzdem genau wusste. Eine etwas unglückliche Situation, die sich in einem meiner ersten Tagebücher in übergroßer krakeliger 6jährigenschrift verewigt findet.
    Dann war erstmal Schluss mit den Vögeln, bis meine Schwestern einen weiteren blauen aus der Schule mitbrachte, den ein Freund nicht mehr behalten durfte, da das Tier verhaltensgestört war. Bei uns stört sowas nicht, er blieb dann also und erlitt quasi-epileptische Anfälle, sobald man sich bis auf 5 Meter-oder-so dem Käfig näherte. Bis in den Sommerferien dann viele meiner Freunde gleichzeitig verreisten und ich vorübergehend sechs Pflegevögel bei mir aufnahm. Da blühte er auf. Und ich fand es eine wunderschöne Idee, die Vögel mal alle gleichzeitig fliegen zu lassen. Das war auch toll. Nur wusste ich hinterher nicht mehr genau, welcher welcher war (sie waren alle blau!). Aber ich habe bestimmt alles richtig zurücksortiert.

    Ich sage ja auch gern, dass die Narbe auf meiner Nasenwurzel von einem Wellensittichbiss stammt. Was nicht stimmt, aber ich weiß nicht, wie ich sie mir zugezogen habe. An die Situation erinnere ich mich, aber wie sagt man so schön - Wasser hat keine Balken. Wie soll es da bittschön möglich sein, mitten beim Schwimmen plötzlich eine klaffende Schnittwunde im Gesicht zu haben? Der Fall ist bis heute ungeklärt, weshalb es auch gut ein Wellensittich gewesen sein kann, der da über dem 50-Meter-Becken schwebte.

    Eine weitere Narbe habe ich auch noch, über die ich immer so viel lüge, dass ich gar nicht mehr weiß, wie das nun genau damit war. Es war jedenfalls ein Messerstich. Das ist eine zutreffende, doch in ihrer Kürze aufregende Variante. Lassen wir es doch dabei, man muss nicht alles zerreden.

    Die Kosmetikerin hat auch nicht geredet und konnte das mit dem Wellensittichschnabelgefühl. Da geh ich wieder hin.


    Griff vom Fahrradkorb nach drei Tagen auf der Straße wiedergefunden. Mitten in der Stadt.

    November seit 7345 Tagen

    Letzter Regen: 26. April 2026, 22:51 Uhr