Sie ging wohl in dieselbe Klasse wie meine Schwester, genau weiß ich das aber nicht, denn ich war damals noch im Vorschulalter. Zu verschiedenen Zeiten saßen damals die verschiedensten Menschen bei uns am Mittagstisch, bleiben über Nacht oder auch mehrere Wochen oder Monate, und allen war nur gemeinsam, dass sie irgendein Problem hatten. Ihre Mutter war gerade an Krebs gestorben, der Vater natürlich berufstägig und weitere Verwandtschaft nicht in der Nähe, so dass sie, die mit meiner ältesten Schwester und einer weiteren Freundin die drei Musketiere bildete, für längere Zeit die Nachmittage bei uns verbrachte.
Als sich langsam alles wieder einpendelte, verbrachte sie weniger Zeit bei uns, aber die Verbundenheit zur Familie und die Freundschaft mit meiner Schwester blieb bestehen. Die drei Musketiere (sie nannten sich längst nicht mehr so aber in meiner Erinnerung blieben sie immer genau das), machten zusammen ihr Abitur und wählten denselben Studiengang. Während die anderen beiden begannen, auf eigenen Füßen zu stehen, blieb sie in der Wohnung ihres Vaters. Auf Feiern hab ich sie als ewig angespannte Randfigur in Erinnerung und auch bei Begegnungen im kleinen Kreis verließ ihre Nervosität sie nie - obwohl ich sie vor vielen Jahren zum letzten mal sah, habe ich noch ihre so eigenartige Aussprache im Ohr, die ich darauf zurückführe, dass selbst ihre Lippen ständig unter Spannung standen.
Als die beiden anderen Deutschland verließen, blieb sie zurück. Ihr Studium hatte sie mittlerweile aufgegeben, was genau sie den Tag über tat, weiß ich nicht. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie wieder präsenter in meinem Leben, weil sie mit Macht hineindrängte. Vermutlich sah sie in mir einen Ersatz für meine ältere Schwester und sie schenkte mir Bücher und Musik, lud mich ins Kino ein und zum Essen, zum Trinken, zum Reden. Ich war damals 16, ich konnte mit dieser Aufmerksamkeit nichts anfangen und fuhr in diesen Jahren meinen ganz eigenen Film, so dass ich mich nicht einmal mehr erinnere, wie die Situation sich auflöste. Für mich verschwand sie einfach von meinem persönlichen Radar.
Ich sah sie zwischenzeitlich, wenn sie meine Eltern besuchte. An einem Abend fiel mir auf, dass sie mit bunten Glassteinchen, die auf dem Tisch lagen, spielte, Muster damit legte, aber wenn sie weiter entfernt liegende Steine nehmen wollte, immer wieder daneben griff. Sie bräuchte eine Brille aber würde sie nicht tragen, sagte sie mir, als ich sie darauf ansprach. Ein anderes Mal bat meine Mutter mich, ihr irgendetwas nach Hause zu bringen. Ich saß in ihrem Zimmer, in der Wohnung ihres mittlerweile pensionierten Vaters, sah mich um, sie zeigte mir Zeitschriften, Bilder, es war totenstill in der Wohnung und perfekt aufgeräumt, die Sonne schien hinein, eine Küchenzeile mit Edelstahlspüle und Fenster am Ende und es war warm, der Teppich dunkelgrau und ich fragte mich, wie es wohl sei, in dieser Wohnung zu leben, ich fragte mich, was für ein Leben sie lebt und wieder, was sie den Tag über macht, und ich fragte sie, und sie sagte, sie nehme sich gerade eine kleine Auszeit.
Mehrere Jahre später, als ich meine eigene Wohnung bezog, suchte sie wieder Kontakt. Wir trafen uns an der Straßenbahn, sie roch merkwürdig und ihre Hände zitterten ständig, wir gingen zusammen ins Kino, ihre Unentspanntheit zusammen mit einer Intensität, bei allem, was sie sagte und tat, empfand ich als unangenehm. Sie war bemüht, sehr bemüht, es mir recht zu machen, das Gespräch in Gang zu halten, ich wünschte mich nur weit weg. Sie rief noch oft an oder kam vorbei, bot Hilfe im Studium an (dieselbe Fachrichtung wie die ihre, damals), ich fühlte mich bedrängt und nach einiger Zeit rief ich einfach nicht zurück und verschwand in einer Seitenstraße, wenn ich sie von weitem ah. Sie hinterließ Nachrichten über meine Mutter, aber ich wollte einfach nicht, ich konnte mit dieser übriggebliebenen Freundin aus einem früheren Leben meiner Schwester nichts anfangen und auch kein Gefühl der Verantwortung empfinden. Ihren Vater traf ich oft, einen sympathischen älteren Herrn, der sich nur Glück und Zufriedenheit für seine Tochter wünschte und sie in allem, was sie tat, zu unterstützen versuchte.
Es folgte mein Umzug in eine andere Stadt weiter weg und ich habe sie nie wieder gesehen, nur Grüßen gingen hin und her und kurze Randbemerkungen, von meiner Mutter, von meiner Schwester.
Nach einer Woche im Krankenhaus starb sie gestern abend an Leber- und Nierenversagen, bedingt durch langjähigen Alkokholmissbrauch.
Adios, Aramis.
- Es wackelt noch, aber es ruckelt sich ein. Es gibt ja diesen Unterschied zwischen sich einruckeln und sich sozusagen ausruckeln, der bei allem Geruckele doch meist recht deutlich ist - wenn man es zulässt, ihn wahrzunehmen. Jedenfalls sehe ich ruhigeres Wasser irgendwo weiter da vorne, was mir Gelegenheit für einige Reparaturen und genauso für neue Reisepläne und Ziele und möglicherweise sogar für gemütliches Dümpeln bieten wird. Mein Kopf wird jetzt schon frei, wenn ich nur daran denke.
- Jahresrückblicke verweigere ich gleichermaßen wie das Fassen von Vorsätzen. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne andere darüber löchere. Für mich persönlich stelle ich nur fest, dass mir diese Standortbestimmungen widerstreben.
- Die Erkenntnis, dass alle meine Freunde etwas Besonders sind, jeder einzelne für sich eine ganz besondere Eigenschaft oder Begabung hat. Darüber hinaus die Frage, wie ich in dieses Sammelsurium an einzigartigen Menschen passe, mal davon abgesehen, dass es mir offenbar gelingt, sie um mich zu sammeln. Vielleicht ist es ja die Fähigkeit, sie alle ohne abgrundtiefe Abstürze des eigenen Selbstbewusstseins auszuhalten, die mich auszeichnet.
- Thermos-Kaffeekannen, diese weißen, "schönen", sind doch immer wieder etwas, das einer Kaffeetafel dieses "spezielle" verleiht, ein sofortiges Zuordnungsmerkmal sind, ein Erkennungszeichen.
- Ich verstehe auch einfach nicht, wie man so wenig mitdenken und so wenig Verantwortung übernehmen kann. Das muss doch tödlich langweilig sein. Es gibt aber wirklich Leute, die sich selbst scheinbar komplett ausschalten können, die tun, was man ihnen sagt, aber nur das, mechanisch, ohne selbst in irgendeiner Form "dabei" zu sein. Wie eine Maschine mit einer äußerst simpel gehaltenen Programmierung. Da ist nicht sim Kopf, das an offenslichtlichen Stellen ein "aber" oder ein "und" auswirft. Ich finde das so ungeheuerlich, dass es einfach bei mir nicht durchsickert. Ich falle jedes Mal wieder darauf herein.
Im Dunkeln auf dem Weg zum Kindergarten sah ich einen Lebkuchen-Stern-von-Bethlehem regennass auf der Straße glänzen, in exakt dem merkwürdigen ockergelben Zuckerguss, den die Plätzchen aus eigener Produktion auch aufweisen. Eine kleine Irritation. Wie kommt der denn hier her? Dann schon, wenige Meter weiter, der nächste Stern.
Theorien überschlagen sich im Morgengrauen, von Hänsel-und-Gretel Szenarien über subtile Privatdetektivmanöver bis hin zur Weihnachtsgeschichte. Nach einem Mond und einem Herz kam dann eine Ente und somit die Widerlegung sämtlicher mein persönliches Gebäck betreffende Theorien, denn Enten hatten wir keine gebacken in diesem Jahr.
Die Spur führte übrigens zur Krippe.
Ob Zufall im Sinne verlorenen Frühstücks aus einem Kinderwagen oder hintergründige Symbolik oder sogar Kunst, mag jeder selbst entscheiden.
Im Fitness-Studio am Empfang freundlich: "Catchen?" gefragt worden.
Mich umgehend vor dem geistigen Auge beim Schlammcatchen mit diversen anderen Studiomitgliederinnen gesehen. Vor Lachen vor dem Tresen zu Boden gesunken. Zu spät die phonetische Verhessischung des Diminutives "Kärtchen" erkannt.
Das gesamte Training über immer wieder Lachschluckauf und mich auf dem Heimweg an der Ampel festhalten müssen, weil vor Lachen die Kniee weich wurden.
Neben zu kurzen Hosen kann ich übrigens diese braunen Lederschuhe mit umlaufendem Lederbändchen und Bommel vorn dran, wie man sie bei Anwälten in Freizeitoutfit häufig sieht, nicht tolerieren. Socken im Bett, selbstgestrickte Wollpulover oder Rippenunterhemden sind jedoch für mich völlig ok und keinerlei Anlass zu Kritik. Im Fitness-Studio sah ich aber beim letzten Besuch eine Frau in einem Body - nicht mit Spitze oder irgendwie raffiniert, sondern schlichte weiße Baumwolle, Babywäschenstyle. Das hat mich so sehr irritiert, dass ich nachts sogar davon (schlecht) geträumt habe. Traue mich kaum, heute wieder hinzugehen.
Der Seminarleiter hatte zu kurze Hosen. Ich bin wirklich nicht voreingenommen, was Äußerlichkeiten angeht, aber es gibt etwas, das ich wirklich nicht mag: zu kurze Hosen. Da muss ich dann immer hinstarren.
Seine waren ungefähr genau so viel zu kurz wie meine zu lang sind (prophylaktische Maßnahme meinerseits damit sie garantiert nie zu kurz sind). So kam mir der Gedanke, ihm einen gemeinsamen Besuch in einer Änderungsschneiderei anzubieten, und mein zu viel an sein zu wenig annähen zu lassen. Was ich mir reichlich spaßig vorstellte, denn weder Farbe noch Schnitt stimmten überein. Auf dem Weg zum Kaffeetisch stelle ich mir dies bildlich vor und warf erneut kritische Blicke auf seine zu kurzen Hosenbeine, stolperte deshalb über ein Kabel und konnte mich gerade noch durch eine beherzte Umarmung einer überlebensgroßen Papp-Werbefigur vor einem Sturz ins Konferenzgebäck retten. Geschieht mir recht. Aber ich hatte zu dieser Veranstaltung schon im letzten Jahr angemerkt, dass die Abwicklung der Technik professioneller sein könnte.
Gegen Ende des - im übrigen sehr trockenen und durch nur wenige nicht-belang- oder geistlose Fragen unterbrochenen - Seminars erwähnte er im Nebensatz ein Thema, das wohl viel eher das seine war. Er bekam dieses Glitzern in den Augen, stand auf und plötzlich waren Gestik und Mimik und Stimme da, was für eine Verwandlung. Leider war das Thema nur ein Randgebiet und die Verwandlung daher nur von kurzer Dauer. Danach sackte er wieder auf seinen Stuhl und als er die letzte Folie wegklickte, hatte ich für einen Moment den Eindruck, dass er vor Erleichterung den nächststehenden Kursteilnehmer (mich!) umarmen mochte. Verließ schnell den Raum, ohne einen weiteren Blick auf oder Gedanken an die Hose. Geht doch.
Ich seh's ja schon kommen, dass ich mit meinen Partygästen heute abend im Dunkeln sitze, weil der Strom nicht mehr geht. Denke mal, ganz so schlimm ist das nicht. Kerzen hat man in der Vorweihnachtszeit ja in ausreichender Menge zur Hand und das Blackberrydingens kann man auch als Taschenlampe benutzen. Wenn der Akku für die Musik leer ist, wäre sogar Live-Musik möglich, Fachpersonal ist vorhanden. Fuchsig werd ich ja, wenn der Kühlschrank ausfällt und das Bier warm wird. Auf dem Balkon ist es zwar kühl, aber so der letzte Tick würde fehlen.
Wirklich ärgerlich wäre es aber, wenn um acht Uhr noch gar keiner da ist. Ohne Strom nämlich keine Klingel. Andererseits sind die Besucher alle Handybesitzer. Aber dann müsste ich jedes Mal runter rennen, um die Tür zu öffnen. Das muss ja nun auch nicht sein.
Party im Dunkeln hatte ich jedenfalls nicht mehr, seit ich so ungefähr 16 war. Ob das dann ähnlich ablaufen würde, möchte ich auch beinahe bezweifeln. Nunja, man wird sehen...
Ich mag Weihnachten und Einkaufen mag ich auch. So!
Aus unerklärlichen Gründen wird meine beste Bürohose bei jedem Tragen länger. Vor zwei Wochen ließ ich noch ein Stück zusätzlich umnähen und jetzt schlurt schon wieder der Saum über den Boden. Besonders irritierend, da mir Hosen sonst tendentiell zu kurz sind. Ist das jetzt in dem man (so rapide) zu schrumpfen beginnt?
Die Putzfrau schreibt mir jedes Mal längere Notizen. Man kann diesmal vermutlich schon von einem Brief sprechen. Ich hatte ihr einen kleinen Zettel hinterlassen, auf dem ich mich bedanke, weil sie in der vereinbarten Zeit zusätzlich noch etwas macht, das gar nicht abgesprochen war. Sie antwortet mit einer halben Seite beginnend mit ihrer Freude über die Anstellung dann über das teure Leben im Allgemeinen und die Spritpreise im Besonderen sowie - unzusammenhängend - das Futter für Määäändy, um dann, eher weniger elegant, am Ende noch ein zerbrochendes Sektglas zu erwähnen. Gebietet die Höflichkeit jetzt einen ähnlich langen Antwortschrieb? Wobei ich sie dann länger kommen lassen muss, um die Schreibzeit wieder rauszuholen. Könnte ein perfider Plan sein. Sie hat auch eine größere Schrift als ich. Nicht ungeschickt. Aber ich könnte tippen. Überlege, ihr nur so zum Spaß einen mehrseitigen eng getippten Brief hinzulegen. Vielleicht aber auch nicht. Kann die Frau nicht einschätzen. Am Ende schreibt sie mir dann ein Buch. Wäre mir unangenehm. Es war übrigens ein Rotweinglas, kein Sektglas. Die Baunausin.
Die Gespräche mit dem Gemüsemann werden auch immer länger. Besonders, wenn man bedenkt, dass er es vor einem Jahr kaum schaffte, zu grüßen. Irgendwann hatten wir das dann eingeübt, als ich ihn mit einer Freundin so nachhaltig verunsicherte, dass er die Lieferung etwa einen Monat lang in der Garage abstellte. Mittlerweile scheint er sich gefangen zu haben, heute lehnte er sich an die Wand im Treppenhaus und philosophierte über Mittagsschlaf während ich - anscheinend recht offensichtlich aus dem (Kinder-)bett geklingelt - versuchte, mit dem Fuß unauffällig die im Flur verstreuten Kleidungsstücke außer Sichtweite zu schubsen. Wenn der mit allen so lang quatscht wundert es mich auch nicht, warum er mittlerweile glatte fünf Stunden später liefert als früher. Die alte Theorie war aber auch nett. Muss ihn nochmal fragen. Auf die Gefahr hin, dass die Ware wieder in der Garage landet.
- Warum hier ständig jemand nach "Nacktanzug" sucht, muss ich nicht verstehen, oder? Was soll das denn bitte sein? So ein fleischfarbenes Gummidings?
- Gestern wurde hier auch nach "Ilse Bilse Globuli" geforscht. Frau Ilse in homöopathischen Dosen? Bin unsicher, was ich davon halten soll.
- Jeden Morgen wieder diese Adventskalenderspannung. Nicht, oho, was drin ist, sondern ob das entsprechende Türchen überhaupt vorhanden ist. Ich bin diesbezüglich traumatisiert, denn im Kleinkindalter bekam ich von meinen älteren Schwestern einen selbstgebastelten Kalender. Leider war deren Zahlenverständnis noch lückenhaft, so dass einige Türchen fehlten. Einer der schwärzesten Momente im Leben eines Kleinkindes ist es sicherlich, wenn das zu öffnende Türchen am Morgen schlichtweg nicht vorhanden ist.
- Schlimm, aber nicht ganz so schlimm, war es auch, wenn die Schokolade sich mal wieder am Boden des Kalenders angesammelt hatte und hinter den oberen Türchen gar nichts war. Passiert das eigentlich heutzutage noch? Meine Güte, 64-jährige können nun Kinder bekommen, da sollte die Forschung es zumindest fertig gebracht haben, für eine beständig proportionale Verteilung der Schokolade im Adventskalender zu sorgen! Nunja, ich will nicht schimpfen, bevor ich dazu nähere Informationen habe.
- Heute wildes Jonglieren mit Bällen in allen Farben im Rapunzelturm. Habe den dummen Verdacht, dass mir heute einer auf die Brille fallen wird. Dann geh ich aber petzen.
Ich muss da mal wieder was schreiben, denke ich mir jetzt schon seit Tagen. Dann fallen mir immer tausend Sachen ein, aber meistens, wenn kein Computer in der Nähe ist, und so mit Stift und Papier, ach, naja.
Hinzu kommt eine ausgewachsene Paranoia. Beispielsweise heute morgen, als ich den Lottoschein abgab, da drehte ich mich dann um und hinter mir stand eine Frau, die mich so giftig anschaute, als hätte sich mich und meine Zahlen schon komplett abgespeichert, um mich ausfindig zu machen und mich um die Ecke zu bringen, wenn ich morgen den Jackpot bekomme. Ich seh mich schon die Tür öffnen, schön zurecht gemacht weil ich ja schon recht sicher bin, dass die Lotto-Fee (wobei, das ist doch immer so ein Mann mit Anzug und Geldkoffer, oder?) bei mir klingeln wird, naja, und wenn nicht, kommt immerhin morgen der Gemüsemann, so viel steht fest. Und dann wird da statt einem der erwarteten Herren diese giftige Frau stehen und einen spitzen Gegenstand in mich stoßen, sodann meine Papiere (inklusive Lottoschein) an sich nehmen, sich in meinem kleinen frisch geputzten Altbaubad mein Gesicht auf ihres transplantieren und wenig später meine Millionen einkassieren. Was für ein Gemetzel!! Dabei hab ich gestern Abend noch mit Herrn N. besprochen, was wir denn mit dem Geld machen würden. Ich hatte schon einige Bekannte auf meiner Geschenkliste, als Herr N. das Wort "Spende" in den Raum stellte. "Klar, an blogger.de!", rief ich erfreut. Herr N. schaute dann fast so giftig, wie die Frau beim Lotto heute morgen.
Dann war der November auch plötzlich um, weil sich die Ereignisse überschlugen. Ich erinnere mich, dass ich mir dies letztens sogar mal gewünscht habe, aber mit den Wünschen ist das ja immer so eine Sache. Zum Beispiel habe ich mir zum Jahreswechsel 2003/4 wünschte, meinen jetzigen Job zu bekommen oder schwanger zu werden. Na und da sehen Sie, was passiert ist. Was für ein Gehuddel das damals Anfang Januar war, nur weil jemand ein "oder" übersehen hatte! In diesem Gehuddelzusammenhang kam mir heute morgen auch der Gedanke, das es doch sicher ganz schön wäre, Kioskbesitzer zu sein. Ich kenne mich aus mit Kiosken, habe ich doch mehrere Jahre in einem Kioskhinterzimmer teilzeitgewohnt und kenne daher auch die dunklen Seiten wie die Gaspistole unter dem Tresen und - noch schauerlicher - den Großeinkauf in der Metro. Im Morgengrauen in einem gemütlich beheizten Kiosk zu sitzen und bei einem Morgenkaffee nach Lust und Laune alle Zeitungen durchsehen zu können, stelle ich mir jedoch sehr entspannend vor. Meine Lottoscheine könnte ich heimlich eingeben, entginge also den selbstproduzieren Splatterfilmen meines Gehirns. Der Gemüsemann könnte mich auch im Kiosk beliefern und DSL läge da natürlich auch.
Achja, naja. Ist ja immer gut, einen Alternativplan zu haben. Bleibt aber wohl doch eher alles beim alten. Mit dem Gehuddel, und mit dem Lotto, und mit dem Blog.

