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    Freitag, 2. Februar 2007
    Stimmungsbarometer

    Oft macht man sich ja gar nicht so genau Gedanken, wie ein Tag eigentlich nun war, wie es einem geht, wie der Stresspegel gerade so ist. Ich habe jedoch mein persönliches Stimmungsbarometer, das werktäglich gegen 20:30 Uhr - in der ersten Einschlafphase des Novemberregentröpfchens - in Form eines kackbraunen Größerwagens vor dem gegenüberliegenden Haus vorfährt. "Naaang-nang-nang-nang, nang-naaaang, naaaaang" erschrillt die Hupe des Gefährts, woraufhin im 3. Stock des Hauses drei Grazien ans Fenster treten. "Komme gleich" sopraniert die eine, woraufhin der Fahrzeugführer in unverständlicher Sprache zurückschallt. "Komme gleeeeeiiiiiiiiiiich" wiederholt sie noch eine Stufe vernehmlicher. Der Fahrzeugführer dreht nun orientalische Lala bis zum Anschlag auf und verbleibt in Warteposition neben dem Gefährt. Trifft der Sopran am Wagen ein, wird noch einiges Gekreisch mit den zwei im 3. Stock verbleibenden ausgetauscht, bis nach einigem Türenschlagen die orientalische Lala verklingt.

    An guten Tagen nehme ich dies schmunzelnd zur Kenntnis, erfreue mich an der kulturellen Vielfalt meines Wohnortes und wippe den Takt der Lala mit den Zehen.

    An normalen Tagen bin ich, leicht irritiert, versucht, mit einem nicht mehr benötigten Gegenstand aus dem Fenster auf das Dach des Fahrzeugs zu zielen.

    An schlechten Tagen wird automatisch nach Erklingen des ersten "Naaang" Stressbewältigung initiiert und ich begebe mich in bester autogenes-Training-Manier auf eine Phantasiereise: die Treppe hinunter und auf die Straße, wo ich zunächst die Scheinwerfer und dann sämtliche Scheiben des Fahrzeugs eintrete und dem Fahrer dann derart in die Fresse schlage dass er sich fürderhin nicht mehr daran erinnern wird, wo die Hupe zu bedienen ist.

    Heute ist anscheinend weder ein guter noch ein normaler Tag...

    Seminarfrust

    Lieber Herr Vortragender,

    inhaltlich war es ok, aber als Tipp für's nächste Mal:

    • Wenn Sie in den Raum kommen, und es sind schon Teilnehmer da, sollten Sie sie begrüßen - auch wenn das Seminar noch nicht angefangen hat. (Zwischennotiz an die Teilnehmer - wenn Sie in den Raum kommen, und es ist schon jemand da, wirkt auch von Ihrer Seite ein in den Raum gerichtetes "Guten Abend" nicht unangemessen).
    • Verstecken Sie sich danach nicht hinter dem Laptop - Ihren Krempel müssen Sie vorher auf die Reihe bringen!
    • Wenn Sie öfter Seminare abhalten, einen richtigen Raum dafür haben, lohnt es sich, den ganzen Kabelkrempel am Vortragstisch hinter einer Verkleidung verschwinden zu lassen (Billigvarianten aus Stoff oder Tonpappe möglich). Für über den Boden verlaufende Kabel kann man diese Metallschwellen benutzen, ohne irgendwas anbohren zu müssen.
    • Lassen Sie - bei bekannter Teilnehmerzahl - im Vorfeld überflüssige Tische entfernen!!
    • Machen Sie keine geplanten Witze! Situationskomik ist ok, aber keine Witze sind definitiv besser als geplante.
    • Wenn Sie den Teilnehmern Werbekrempel aufdrücken möchten, verpacken Sie ihn entweder praktisch oder ansprechend (oder beides).
    • Ergreifen Sie nach dem Schlusswort nicht sofort die Flucht und verstecken Sie sich auch nicht wieder hinter dem Laptop. Sie können sich z.B. an die Tür stellen, sie den Teilnehmern öffnen und sie dort verabschieden (und ihnen den ansprechend/praktisch verpackten Ramsch in die Hand drücken - funktioniert tausendfach besser als komische Prospektstapel auf einen Tisch vor der Leinwand zu legen, garantiert!).
    Wenn Ihnen das alles zu anstrengend ist, gibt es auch Leute die sowas gegen Geld für Sie erledigen. Bis auf das Grüßen, das müssten Sie schon selbst machen.

    Danke. Bis zum nächsten Mal.

    Dienstag, 30. Januar 2007
    Nicht mein Thema.

    Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.
    Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr.

    Epikur, Brief an Menoikeus


    Ich bin ein Stehaufmännchen. Wo Leben ist ist Hoffnung. Das letzte Wort mag gesprochen sein, aber es gibt bestimmt irgendwo noch ein allerletztes. Gelinde gesagt, Entgültigkeit liegt mir nicht, ich kann sie nicht akzeptieren.

    Frau Morphine schrieb unlängst darüber und mir wurde sehr unwohl. Frau Schüsselkind notiert ein kurzes Sätzchen am Ende eines Textes und sorgte für ein schlafloses Wochenende. Herr Nyxon schreibt gar einen Längertext den ich nicht bis zum Ende lesen kann.

    Ich betrachte mich grundsätzlich nicht als sonderlich memmig, aber Tod ist ein Thema, bei dem mir sofort das große rote Panik-P vor den Augen blinkt und die Luft wegbleibt. Mit den meisten meiner Schwachpunkte kann ich mich mittelmäßig arrangieren, aber kommen Sie mir mit dem Tod und ich bin schneller weg, als Sie die drei Buchstaben aussprechen können.

    Kein Kindheitstrauma, keine rationale Erklärung, nichts. Nackte Angst und kein Ansatzpunkt, diese auszuhebeln.

    Das ist ein Versuch hier irgendwo einen Fußhalt zu finden.

    [edit: ich finde übrigens, dass Epikur, mit Verlaub, da einen Aspekt übersehen hat]

    Montag, 29. Januar 2007
    Ach...

    wie doof ist das denn - eine Mail über jemanden schreiben und sie dann, weil man den Namen gerade so sehr im Kopf hat, genau an diese Person schicken.

    Eine halbe Stunde in die Ecke stellen und Kopf gegen die Wand schlagen...

    Montag, 29. Januar 2007
    Auch



    Bei ganz vielen gesehen...

    Komisch

    Komisch, wie es manchmal Menschen gibt, die einen aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachten, die nicht das sehen, was offensichtlich (weil präsentabel) ist, sondern die das sehen, was verschüttet, versteckt, unten drunter ist.

    Komisch, wie es weh tut, wenn man ihnen gerade erst begegnet ist und sie diese andere Perspektive haben, von der man manche, die man sehr lange kennt, mühsam überzeugen muss und es dann meist aufgibt, warum auch die Mühe, es ist nichts besonders Gutes, was da zu sehen ist, es ist die andere Seite.

    Komisch, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der diese andere Seite sieht, auf den ersten Blick, der sie einen nicht aus dem Auge verlieren lässt, der sie nicht schönredet, aber einem das Gefühl gibt, dass es trotzdem, mit allem anderen zusammengenommen, ok ist.

    Mittwoch, 24. Januar 2007
    Kalte Klänge

    Von kleinen Händchen geführte Pastikmännchen verursachen um kurz vor 7 Uhr am Morgen auf der balkonproduzierten Eisbahn einen tiefen, achtförmigen, scharrend-schabenden Ton mit dem Unterklang des Surrens einer (zu) fest gezupften tiefen Kontrabasssaite, der quer durch den Magen schnurrt.

    Eishockeystiefel machen dasselbe Geräusch, meist vom Restlärm überdeckt, außer früh morgens in einer leeren Eishalle, in der nur die Profis trainieren, oder die, die es noch werden wollen.

    Ski auf überforenem Tiefschnee klingen in der Stille des Morgens ähnlich, jedoch ohne den surrenden Unterton. Unmittelbar vor dem Entschluss schnurrt es durch den Magen, und wenn man nach dem Sprung aus dem Sessellift Hand in Hand landet knackt es rasch und leise, dann folgt das Scharren, das meist kurz darauf abbricht und in schneeersticktes Lachen übergeht.

    Quer durch den Magen schnurrt auch der Entschluss, dies zu wollen und sich zu beschaffen, ohne Rücksicht. Ist das Ziel erreicht, bleibt nur Kälte.

    Dienstag, 23. Januar 2007
    Kryptik, optisch


    Montag, 22. Januar 2007
    Um Himmels Willen!

    Wie komme ich denn dazu??

    You are The High Priestess

    Science, Wisdom, Knowledge, Education.

    The High Priestess is the card of knowledge, instinctual, supernatural, secret knowledge. She holds scrolls of arcane information that she might, or might not reveal to you. The moon crown on her head as well as the crescent by her foot indicates her willingness to illuminate what you otherwise might not see, reveal the secrets you need to know. The High Priestess is also associated with the moon however and can also indicate change or fluxuation, particularily when it comes to your moods.

    What Tarot Card are You?
    Take the Test to Find Out.

    Bei Frau Schlüsselkind gefunden.

    Anruf

    Oh, der Leuchter ist fertig.

    Ob ich mich da nochmal hintraue...?

    Sonntag, 21. Januar 2007
    Ah jetzt ja!

    Seit einer guten Woche wundere ich mich über den merkwürdigen Zustand meiner Haare. Hatte schon die Witterung im Verdacht, mir diese unfreiwilligen Dreadlocks zu bescheren. Heute kehrte dann nach längerem Schnupfen der Geruchssinn zurück und siehe da - das Zeug in dem Plastikfläschchen aus der Reisetasche war gar nicht das Shampoo, sondern die Handwaschpaste...

    Freitag, 19. Januar 2007
    Ausgangssperre...

    für die nächsten vier Wochen. Herrje, ich kratze schon bei dem Gedanken daran an der Tür.

    Das Schlafverhalten des kleinen Novemberregentröfpchens ist so unerträglich geworden, dass nun "Maßnahmen" ergriffen werden. Konsequenz und Regelmäßigkeit lauten (hoffentlich) die Schlüsselworte, und so fallen Abendvergnügungen, die mit dem Schlafengehenplan kollidieren, in nächster Zeit flach. Als Testzeitraum ist ein Monat angesetzt.

    Konkret bedeutet das, hier wird in den nächsten Wochen entweder extrem viel geschrieben oder auch gar nichts, was dann der Fall wäre, wenn mir dieser ungewohnte Lebenswandel ein neues Hobby bescheren sollte...

    Dienstag, 16. Januar 2007
    Fehlende Verknüpfung

    Mit welcher Hirnhälfte stimmt denn was nicht, wenn man am rechten Ohr absolut gar nicht in der Lage ist, einen Clip-on Kopfhörer zu befestigen, wenn man nicht die linke Hand einmal quer über den Kopf führt, damit links und rechts wieder auf derselben Seite wie beim linken Ohr sind??

    Kochen, mal wieder

    Hat jemand hier eine Ahnung, wie man Tamagotchi Topinambur schmackhaft zubereiten kann? Mein Ergebnis bisher schmeckte entweder nach nichts, nach Plastik oder nach schlecht zubereiteter Artischocke. Drei Knollen sind noch übrig. Vorschläge bitte.

    November seit 7238 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr