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    Samstag, 31. Oktober 2026
    30. Oktober 2026 - immer noch Aua

    Ich war heute mit Fragmente zum Lunch und sie hatte nach längerer Zeit einmal wieder einen Zettel dabei, auf dem sie die Themen, die sie mit mir besprechen möchte, notiert hatte. Zudem einen Stift zum Abhaken der ausreichend besprochenen Themen. Am Ende waren alle bis auf eines abgehakt.

    Meine Gefühlslage zu Fragmentes Themenzetteln ist komplex. Einerseits fühle ich mich geschmeichelt. Es ist ihr so wichtig, diese Dinge mit mir zu besprechen, dass sie sie sogar aufschreibt. Befremdet bin ich aber auch. Warum schreibt sie mir nicht oder ruft mich einfach an, sobald ihr die Themen einfallen? Wirke ich so, als hätte ich dafür keine Zeit? Ich habe eigentlich den Eindruck, Fragmente hat weniger Zeit als ich, wobei das falsch ausgedrückt ist: sie geht mir ihrer Zeit sorgsamer um (und hat keinen Zusagereflex). Ich glaube, sie plant meist nicht nur, wann sie irgendwo hingeht, sondern auch, wann sie wieder weggeht. Da bin ich komplett impulsgetrieben. Ich glaube, wenn es noch was zu erleben gibt, gehe ich selten nach Hause, weil ich müde bin. Oder ich werde nicht müde, wenn es noch was zu Erleben gibt? Müdigkeit ist für mich allerdings auch in weiten Teilen situationselastisch.

    Was mich noch an den Zetteln umtreibt: wann schreibt sie die? Kurz vor unserem Treffen am Schreibtisch? Morgens zu Hause beim ersten Kaffee? Am Vorabend vor dem Schlafen gehen im Bett? Mal so, mal so? Ich werde es erfragen.

    Ein Thema auf dem Zettel war, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Ich wünsche mir natürlich ein Erlebnis. Was für eins ist mir egal, so lange es nicht lebensgefährlich ist, denn für Lebensgefahr habe ich weder Zeit noch Nerven. Ansonsten wünsche ich mir immer Seife oder Handcreme oder Bodylotion oder hochwertige Snacks/Süßigkeiten oder Schnittblumen, die ins Büro geliefert werden, nicht nach Hause wegen der Katze.

    Ganz kurz hatte ich den Impuls, mir einen Saunagutschein zu wünschen. Ich war ja erst einmal in einer Sauna - also einen Tag lang in einer Therme mit unterschiedlichen Saunen, in der letzten wurde man mit Zweigen geschlagen, das ist nicht der Grund, warum ich hinwill, sondern weil ichl ja seit Ende August friere. Ich habe in den letzten Jahren nie gefroren, jetzt plötzlich. Zeitgleich sind zwei weitere Phänomene aufgetreten, nämlich bin ich zum einen nicht mehr nasensprayabhängig und zum anderen jetzt ein sportlicher Mensch. Wie das alles zusammenhängt, soll die Wissenschaft erforschen. Erst fand ich das Friere super, dann irrelevant, mittlerweile ist es so weit, dass es mich manchmal stört, aber noch nicht sehr. Trotzdem habe ich meine Garderobe aufgerüstet, indem ich ein Unterhemd gekauft habe. Ich hatte noch keines. Und ich überlege, entweder Strümpfe zu kaufen (also so lange - ich trage bislang nur Sneaker-Socken) oder möglicherweise einen Pullover. Habe ich nämlich auch nicht, bzw. einen einzigen aus ganz dünnem Baumwollstrick. Wie gesagt, mir war die letzten Jahrzehnte zu jedem Zeitpunkt zu warm. Es bieten sich mir jetzt ganz neue Möglichkeiten der Garderobe, bislang von mir komplett unerforscht. Das wird ein aufregender Herbst und Winter!

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    29. Oktober 2026 - Aua

    Die Nacht war grauenhaft, ich kam netto auf ca. 2 Stunden Schlaf, weil mein Immunsystem in kompletter Paranonia wohl immer wieder befürchtete, sobald ich einschlafe, könnten Covid- oder Grippeviren einem exponentiellen Treiben in meinem Körper nachgehen. Der Körper wollte wach(sam) bleiben. Dementsprechend tat mir heute alles weh und am Ende des sehr langen Tages musste ich noch befürchten, dass der Uber-Fahrer mich auf halber Strecke herauswirft, weil ich so einen Lachanfall hatte, dass er sicher annehmen musste, ich sei under influence. War ich aber nicht, ich hatte bis auf einen Bellini als Aperitif den ganzen Tag nur Wasser getrunken. Noch nicht einmal Kaffee.

    Ich musste so lachen wegen Frau Herzbruchs Bild in ihrem Blog. Dieser fromme Blick, es ist unglaublich komisch! Auch, wenn Frau Herzbruch die bürgerlichere von uns beiden ist, ist dieser Blick - mir fehlen die Worte!

    Ein bisschen muss ich dann aber noch über irgenwas anderes schreiben. Ich hatte Frau Herzbruch schon gegen Mittag angekündigt, dass ich die 0-Uhr-Deadline vermutlich aufgrund beruflicher Verpfichtungen nicht halten kann und erbeten, keinen Verzug und damit eine Einzahlung in die Cocktailkasse einzusetzen. Frau Herzbruch war großzügig. Ich möchte jetzt nicht durch fehlende Textlänge überreizen.

    Für solche Tage gibt es die Contentvorschlagliste. Ein Thema hier lautet: Gibt es ein aktuelles Lieblingswort?

    Ich wünsche mir allgemein ganz präzise Formulierungen in der Contentvorschlagliste. Damit ich nicht so viel Nachdenken muss. Hier zum Beispiel, ob jetzt ich persönlich gemeint bin, ob ich ein aktuelles Lieblingswort habe, oder ob es um ein aktuelles Lieblingswort der Sprachgemeinschaft geht. Nunja, entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem oder auch "don't overthink!", ich gehe davon aus, ich persönlich bin gemeint. Und da sage ich: ich bin generell nicht so bei Wertungen dabei, es gelingt mir selten, die Komplexität von Sachververhalten so herunterzubrechen, dass ich ein "Lieblings" oder "bestes" oder "schlechtestes" ausmachen könnte. Außer bei Nudeln, Spaghettoni sind die besten. Ansonsten verläuft mein Denken eher in den Kategorien "ist durchgespielt" und "ist noch interessant". Ich kann mit Leichtigkeit Wörter und Wendungen nennen, die in meinen Augen durchgespielt sind: tatsächlich, ist es nicht, Nerd, Waldbaden, kann weg. Mal so aus der Hüfte geschossen. Ich freue mich hingegen über Wörter, mit denen ich nicht rechne. So weise ich Sprachmodelle, mit denen ich arbeite, standardmäßig an, in Antworten weniger häufig auftretende treffende Begriffe zu verwenden. Ich langweile mich sonst.

    Insofern: nein, kein Lieblingswort.

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