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    Mittwoch, 2. September 2015
    Blogging November - 1400

    Kraulschwimmkurs für Fortgeschrittene!!!

    Ja, heute war es so weit: der Kraulschwimmkurs für Fortgeschrittene begann. Fortgeschrittene, das sind wir, die Kraulschwimmpartnerin und ich. Und sechs andere, nämlich die nette Frau, die Streberoma, ein Elektriker, zwei bisher unauffällige weitere Frauen (Hanni und Nanni heißen sie, glaube ich) und jemand, der bisher nur auf dem Papier existiert. Der Elektriker hat den Fortgeschrittenenkurs schon einmal gemacht, war aber mit dem Ergebnis noch nicht zufieden. Ob die übrigen Teilnehmerinnen auch aus einem Fortgeschrittenenkurs oder aus einem anderen Anfängerkurs stammen, konnten wir noch nicht feststellen. Auch nicht am Schwimmstil, merke ich hier gerne an.

    Wir schwimmen jetzt immer von allem vier Bahnen. Das machen Fortgeschrittene so. Erst gab es einarmiges Schwimmen mit Haifischflosse, dann nur Kraulbeine, dann Haifischflosse auf der Seite, dann einarmiges Schwimmen mit Reißverschluss, dann Kraulabschlag, dann immer erst mit jedem Arm eine Zug, dann zwei, dann drei, dann vier und so weiter. Dann normales Kraulschwimmen. Wir übten besonders die Armbeuge, sagte der Kraulschwimmlehrer, und dass das jetzt in jeder Stunde so wäre, dass wir irgendwas besonders üben. Das kam wenig überraschend. Aber eine richtige Struktur offenbarte der Aufbau der Übungen mir nicht. Der Kraulschwimmlehrer war auch irgendwie nicht gut drauf. Der Elektriker bot zwischendurch eine Kiste Bier für diejenige, die ihn ins Wasser schubst, aber keine von uns traute sich. Es ist ja auch zu vermuten, dass ein aufgebrachter Kraulschwimmlehrer im Wasser wendiger ist als wir alle zusammen. Pick your battles.

    Mein Ziel, nicht aus der Puste zu geraten, hatte ich bei der dritten Bahn "nur Kraulbeine" schon verfehlt, aber dann fing ich mich sehr schön wieder und erinnerte mich ans langsam schwimmen. Dann lief es wirklich sehr gut. Ob die Übung während der Ferien sich tatsächlich ausgezahlt hat, oder ob es Tagesform war in Verbindung mit dem wirklich viel angenehmeren Wetter als bei den letzten Schwimmstunden vor den Ferien - ich weiß es nicht, aber ich konnte meine Bahnen mit Atmen auf 3 schwimmen, ohne aus der Puste zu geraten.

    Schön war auch, dass der Schwimmlehrer mich nicht einmal bei irgendwas verbesserte. Aber vielleicht hat er mich auch einfach übersehen.

    Dienstag, 1. September 2015
    Blogging November - 1399

    Ich habe heute ein bahnbrechende Entdeckung gemacht - wobei ich ziemlich sicher bin, dass ich sie schon mehrmals vorher gemacht, aber immer wieder vergessen habe, trotzdem möchte ich sie teilen. Dabei fällt mir auf, dass ich sie möglicherweise sogar auch schon hier aufgeschrieben habe, aber ich will mal ganz offen sein: es gibt Themen, die kommen immer wieder. Liebesromane haben letztendlich immer dieselbe Story, in der Bundesliga gibt es immer mehr oder weniger dieselben Begegnungen und mehr oder weniger dieselben Ergebnisse und auch über das Wetter reden wir jedes Jahr neu, mich selbst eingeschlossen, und ja, auch wenn ich mein selbst gesetztes Ziel, dieses Jahr dem Sommer gegenüber absolute Contenance zu wahren, auf den letzten Metern verfehlt habe, strebe ich für den Sommer 2017 ein "fail better" an. Insofern scheint es nicht verwerflich, nein sogar naheliegend wenn nicht gar schon verpflichtend, auch die bahnbrechenden Entdeckungen wenn auch nicht jährlich, so doch öfter als einmal anzusprechen.

    Es geht darum, dass ich heute irgendwas gemacht habe, was 15 Minuten dauert, was war es noch gleich? Achja, ich habe Wäsche vorbehandelt und das Zeug einweichen lassen. Ein kleiner Exkurs: ich neige dazu, gerade bei Flecken auf weißer Wäsche "Ohje!!" zu denken, das ist ganz und gar unnötig. Flecken gehen nämlich aus weißer Wäsche viel einfacher heraus, als aus bunter, weil man, klar, weiße Wäsche zur Not mit allem Möglichen behandeln kann, bunte aber eben nur mit Zeugs, das die Farben nicht ausbleicht. Sie vielleicht auch, daher: wir müssen bei Flecken auf weiter Wäsche nicht unnötig erschrecken. Ich behandelte heute Tomatensauce auf weißem T-Shirt vom Kind vor, es sollte 15 Minuten einwirken, dann in die Waschmaschine, ich stellte eine kleine Uhr, überlegte, was ich in den 15 Minuten mache (hinsetzen und wieder aufstehen ist immer so anstrengend) und entschied mich, die Wäsche vom Wäscheständer zusammenzulegen.

    Und hier die Erkenntnis: Wäsche vom Wäscheständer zusammenlegen dauert keine 15 Minuten sondern nichtmal 10. Es ist erstaunlich, wie oft ich den Wäscheständer sehe und genervt bin, weil das ja aaaaauuuuuuch noch gemacht werden muss, sicher verbringe ich mehr als nichtmal 10 Minuten in der Woche mit diesen Gedanken. Das will ich nicht mehr tun, lieber schnell zusammenlegen, keine 10 Minuten, viel effizienter.

    Dasselbe gilt übrigens auch für die Spülmaschine, nur noch besser: 3,5 Minuten. Das weiß ich noch von früher, als wir noch eine Mikrowelle hatten, irgendwas darin benötigte immer exakt 3,5 Minuten, ums Verrecken kann ich mich nicht mehr erinnern, was das gewesen ist, was ich überhaupt in der Mikrowelle erhitzt habe. Babynahrung nicht, mein Baby hat ja nie Babynahrung gegessen und nur kalte Sachen getrunken. Essen vielleicht, als ich abends gearbeitet habe, da habe ich mittags gekocht und Herrn N. eine Portion übrig gelassen, aber nun, die habe ich dann natürlich auch nicht 3,5 Minuten lang erwärmt, denn da war ich ja nicht da. Mysteriös. Kein Wunder, dass wir keine Mikrowelle mehr brauchen. Aber an die 3,5 Minuten erinnere ich mich genau, was soll man anfangen in 3,5 Minuten, hm. Die Mikrowelle stand auf der Spülmaschine, ich tat das Nahliegende und weiß daher sehr genau, wie schnell so ein Ding ausgeräumt ist, wenn man erst einmal anfängt.

    Wobei ich hinzufügen muss, das ist wichtig: man kann das Ausräumen bzw. Zusammenlegen auch mit dem Hinweis, dass es keine 3,5 bzw. 10 Minuten dauert, veranlassen. Nur, weil etwas schnell geht, muss man es nicht selbst tun.

    Und die Tomatensoße ist übrigens nicht rausgegangen. Funktioniert ja angeblich gut, wenn man Sachen mit Tomate oder Karotte drauf in die pralle Sonne legt. Ein einziges Mal kann ich Sommer brauchen, und dann ist er gerade vorbei!

    Montag, 31. August 2015
    Blogging November - 1398

    Ist es immer noch unangemessen warm? Ja, ist es. Sie sehen hier einen kleinen Hitzestreik. Auf meinem Kopf liegt aber ein Kühlakku, daher wird es für ein paar Sätze gehen. Bzw. für eine Frage:

    Die Flüchtlinge in Ungarn. Warum wollen sie unbedingt weiter? Dass sie gerne weiter möchten, generell, aus verschiedenen Gründen, kann ich mir vorstellen. Aber so sehr, dass sie nochmal ihr Leben aufs Spiel setzen, sich nochmal Schleusern anvertrauen, zu Dutzenden in dubiose Lieferwagen steigen? Wie kommt das? Ist da eine ganz krasse Situation, möglicherweise auch eine lebensgefährliche, die ich übersehe? Oder denkt man sich nach so einem langen Weg vielleicht, dass ein paar Stunden per Lieferwagen jetzt so schlimm auch nicht mehr sein können, wenn die Gesamtlage dafür ein bedeutendes Stück besser wird?

    Zum Glück müssen sie es ja momentan nicht tun und können in einen Zug steigen. Aber trotzdem, wenn Sie mir das erkären können, würde ich mich freuen.

    Sonntag, 30. August 2015
    Blogging November - 1397

    Wäre in meinem Kopf heute irgendwo eine Geschichte gewesen, dann liegt sie jetzt entlang der A3, denn mehrere Stunden Autofahrt dort haben sie herausgeruckelt.

    Dementsprechend bin ich jetzt schlecht gelaunt. Autofahren ist doof, Sommer ist auch doof, beides im Übermaß hier vorhanden heute. Sie hören mehr wenn akzeptable Temperaturen herrschen. Ich bin keine Sommerbloggerin.

    Samstag, 29. August 2015
    Blogging November - 1396

    Gestern sind gleich zweimal Leute vor mir - ja, ähm - weggerannt. Dabei hatten sie mich vorher von sich aus angesprochen.

    Der erste war in der S-Bahn der Kontrolleur. Ich habe ein eTicket - auf den eTickets meines Verkehrsverbundes steht keinerlei Information, man muss sie an ein Gerät halten, um herausfinden zu können, ob die Besitzerin, also ich, sich in einem Tarifgebiet aufhält, für das sie bezahlt hat. Sehr viele Kontrolleure verfügen über einen quasi Laserblick, der ihnen diese Information bereits bei einem kurzen Blick auf das eTicket offenbart. Andere hingegen müssen es tatsächlich an ihr Lesegerät halten, das dauert etwa 10 Sekunden, wenn der Kontrolleur also im Gang steht und zwei Vierersitze kontrolliert, dauert es etwa 80 Sekunden. Das ist für mich schon wertvolle Zeit, die ich ungern damit verbringe, anderen Leuten dabei zuzusehen, wie sie ihre Fahrkarten heraussuchen. Ich suche also meine heraus, halte sie mit der einen Hand Richtung Gang und mit der anderen Hand - Sie ahnten es - spiele ich weiter auf dem Handy Scrabble.

    Dann kam es so: der Kontrolleur gestern sagte: "Ich finde es sehr unhöflich, dass Sie auf Ihr Handy glotzen, während ich Sie kontrolliere!!". Unhöflich will ich nicht sein, also sagte ich: "Oh, das tut mir sehr leid. Wollen wir uns unterhalten? Haben Sie ein Thema? Das Wetter? Bundesliga hat auch wieder angefangen? Oder Flüchtlinge - das beschäftigt mich momentan sehr?!" Dann lief der Kontrolleur - ohne weiter meine Fahrkarte anzuschauen, vielleicht hatte er just in diesem Augenblick den Laserblick bekommen? - den Gang davon, murmelte "hab hier zu tun..." und stieg an der nächsten Station aus.

    An der übernächsten Station stieg ich auch aus, ich hatte unangemessen viel Gepäck, weil ich Diverses aus dem Büro mit heimtragen musste, das Gepäck nervte mich schon seit einer halben Stunde und umso mehr, weil ich damit jetzt auch noch einkaufen musste, ich hasse es, Sachen zu schleppen und ich tue es jeden Tag, umso mehr hasse ich es. Also schleppte ich mein Gepäck, alle Rolltreppen waren kaputt, ich nahm die Treppe, auf der Treppe lungerten prollige Typen herum saßen junge Männer und plauderten, ich schlängelte mich vorbei und der eine sagte: "Ei, Schnegge, musst du mit diesen ganzen Taschen jetzt heir durch??" Ich stellte die Taschen sofort ab, etwas ruppig vielleicht, trat einen Schritt näher und sagte "Pass auf, ich erklär Dir das ganz genau!!" - vielleicht griff ich im Eifer meiner Erklärung nach dem Arm des jungen Mannes, ich weiß es nicht genau, "komm her und hör sehr genau zu" sage ich wohl noch, aber da wich er schon zurück und ein paar Stufen die Treppe runter, seine Freunde begannen zu lachen. "He, warte!" rief ich, aber dann hatte ich doch selbst auch keine Lust mehr, das Offensichtliche zu erklären und ging schulterzuckend weg.

    Erst suchen die Leute das Gespräch und dann doch nicht. Vielleicht hätte ich mich geärgert, aber dann kam die WhatsApp vom indischen Lieferdienst und der Tag war gerettet. Mitterweile sind wir in der Gruppe nur noch 8, das ist schon traurig. Und es gab auch noch gar kein Tagesangebot.

    November seit 3449 Tagen

    Letzter Regen: 03. September 2015, 02:00 Uhr