Donnerstag, 24. Juli 2014
Blogging November - 997
Wie das Internet weiß, hatte Frau Herzbruch neulich Geburtstag und - das wusste das Internet vermutlich bisher noch nicht - am Wochenende habe ich das Vergnügen, ihr persönlich zu gratulieren und bei dieser Gelegenheit - idealerweise - auch ein Geschenk zu übergeben.

Das weiß ich seit etwa einem halben Jahr.

Seit genauso lange fällt mir aber leider auch überhaupt kein passendes Geschenk ein. Ich dachte viel darüber nach, schob dann mangels Einfällen aber immer wieder auf, bis mir gestern klar wurde, dass angesichts meiner sonstigen Pläne mittlerweile die einzige Möglichkeit, die Angelegenheit noch rechtzeitig abzwickeln, eine Geschenkbestellung über Frau Herzbruchs eigenes Amazon-Prime Konto mit Versand direkt an ihre Adresse darstellt. Das fand ich spaßig, aber irgendwie auch blöd.

Offenbar fühlte sich mein Gehirn nun aber herausgefordert und ließ sich über Nacht gleich 4 (vier!) Geschenke einfallen. Und nun weiß ich nicht, welches ich nehmen soll (nein, alle vier kommt nicht in Frage).

Eins dieser Geschenke ist recyclet. Ich habe es bereits schon einmal zu einem Geburtstag verschenkt und es wurde - es gab Auswahl - abgelehnt. Nach wie vor bin ich aber von der Qualität dieses Geschenkes absolut überzeugt und ziehe es daher erneut in Betracht!

Ein anderes dieser Geschenke wird am Wochenende auch meine Mutter bekommen. Ich fände es lustig, Frau Herzbruch und meiner Mutter dasselbe zu schenken. Ich denke, es könnte auch beiden gleich gut gefallen.

Das nächste Geschenk wird für Frau Herzbruch eine Herausforderung darstellen, und während ich mir sicher bin, dass sie sie meistern würde, bin ich unsicher, ob sie sie annehmen möchte. Ich selbst bin bei diesem Geschenk auch höchst zwiegespalten: ich finde es interessant, aber möglicherweise stellt es sich auch als total doof heraus. Vielleicht ist es noch schlimmer als das Krimi-Dinner, das Frau Herzbruch mir mal schenkte?

Und das letzte Geschenk ist total normal.

Vielleicht fällt mir ja heute Nacht ein, für welches der vier Geschenke ich mich entscheiden möchte.

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Mittwoch, 23. Juli 2014
Blogging November - 996
Wenn Kind und Gastkind - letzteres übrigens mit Gipsbein - wider ausdrückliches Verbot im Wohnzimmer Kunstturnen betreiben und dabei einen Tisch komplett umwerfen, auf dem sich der gerade seit einer Woche neue Laptop befindet, dann darf man auch mal im Affekt so laut brüllen, dass beide heulen, nicht wahr?

Orrrr!


(Man sollte meinen, mit einem Gipsbeinkind und einem, das morgens Triathlon machte, sollte ein ruhiger Nachmittag als gesichert gelten. Puzzle, Brettspiele oder so. Fernsehen vielleicht! Weit gefehlt...)

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Dienstag, 22. Juli 2014
Blogging November - 995
Darf ich Se heute ausnahmsweise hier herüber bitten? Für zwei verschiedene Einträge ist es mir zu sommerlich.

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Montag, 21. Juli 2014
Blogging November - 994
In der Cafeteria des Bürogebäudes, die ich mit einem Mitnehmkaffee aus einem anderen Etablissement betrete, da ich mir ein belegtes Brot kaufen möchte.


Frau N: Ein Brot mit Radieschen zum Mitnehmen bitte.

Cafeteriafrau: Gab es das bei Starbucks nicht?

Frau N: Nein.

Cafeteriafrau: Das war eine rhetorische Frage!

Frau N: (guckt angestrengt)

Cafeteriafrau: Sie müssen gar nicht so gucken! Ich habe Sie in den letzten Wochen schon mindestens dreimal genau deswegen angesprochen!

Frau N: Öfter, deshalb gucke ich ja so. Meine Geduld ist auch irgendwann einmal erschöpft.

Cafeteriafrau: Wir haben hier auch guten Kaffee!!

Frau N: Sicher. Aber manchmal schaffe ich es nicht mehr bis hier hoch, dann brauche ich schon unterwegs einen.

Cafeteriafrau: Das ist doch Unsinn!!

Frau N: Ja. Das stimmt. Und eigentlich noch nicht mal das, es war der Versuch, einen Streit mit Ihnen zu vermeiden und einfach einen Schritt zur Seite zu machen.

Cafeteriafrau: Ich seh das nicht gerne, wenn Sie hier mit fremden Kaffee hereinlaufen!

Frau N: Offensichtlich, ja, aber was glauben Sie, was passiert, wenn Sie das immer wieder sagen? Sie denken nicht wirklich, das ich dann irgendwann ihren Kaffee kaufe, oder? Das wird nicht passieren. Allenfalls kaufe ich auch mein Radieschenbrot nicht mehr hier. Vermutlich aber nicht einmal das, eher wird es so sein, dass wir einfach beide jeden Morgen schlechte Laune bekommen wenn wir einander sehen. Wozu soll das gut sein?

Cafeteriafrau: Ist ja gut.

Frau N: Und außerdem: Ihr Kaffee schmeckt mir nicht. Ich habe ihn schon probiert und ich mag ihn nicht. Und die Becher sind mir zu klein und zusätzlich sind sie nie ganz voll. Und die Schlange ist mir zu lang, die Leute drängeln mir zu sehr und die Bedienung ist mir zu langsam.

Cafeteriafrau: Ist ja gut!

Frau N: Und wenn Sie ansonsten noch irgendetwas dazu wissen möchten, dann fragen Sie mich jetzt. Ich beantworte Ihnen jetzt alle Fragen zu mir und dem Kaffee, und danach möchte ich nie wieder mit Ihnen über Kaffee sprechen. Nie wieder. Haben sie mich verstanden?!

Cafeteriafrau: Ja, es ist ja gut!!

Frau N: Wunderbar.


So. Ich denke, das ist geklärt.

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Sonntag, 20. Juli 2014
Blogging November - 993
Frau Fragmente (jetzt ist es schon so weit gekommen, dass man sie auf Twitter verlinkt statt mit dem Blog, das ist doch kein Zustand!) hat gefragt, was ich a) an dem Buch "The Bone Season" nicht gut fand und besser machen würde und b) wenn ich ein Buch schreiben würde, wovon es handeln könnte.

Diese Fragen lassen sich gut in einem Aufwasch erledigen.

Erstens zu "The Bone Season". Das Problem ist ganz gut damit zusammengefasst, dass ich mich schon jetzt nicht mehr an dieses Buch erinnern kann. Und wenn ich nachschaue, was ich im Februar darüber geschrieben habe, erinnere ich mich wieder an die Geschichte, aber keine einzige Person springt mir ins Gedächtnis. Ich beschrieb damals: "Die Figuren relativ flach, hölzerne Dialoge, alles sehr statisch."

Was würde ich anders machen? Versuchen wir es mal so herum: Geschichten gibt es viele. Eigentlich steckt in allem eine Geschichte, häufig sogar eine gute. Aber man muss sie erzählen können, oder vielleicht: erzählen wollen. Es reicht nicht, dass das Material gut ist, es reicht nicht, die Geschichte einfach so hinzustellen, wie sie ist. Wir wollen ja bei einem Roman keinen Bericht, sondern ein Story. Für mich gehört dazu, dass ich Personen lieben oder hassen kann, bewundern oder verachten, und dazu muss es sein, als steckte ich in ihnen drin, ich muss wissen, was sie denken und wie sie in Situationen gehandelt hätten, die gar nicht im Buch vorkommen.

Dann ist es meine Überzeugung, dass gute Erzählungen einen Kick haben, oder einen Stachel, weh tun, wie auch immer man es ausdrücken möchte. Belanglosigkeiten gehen in Büchern nur, wenn sie der Story dienen, ansonsten interessieren sie mich nicht. Mich interessiert das, was nahe geht, was hinter der Fassade ist, womit man getroffen wird. Wenn ich ein Buch lese, habe ich den Anspruch, an irgendeiner Stelle plötzlich zu lachen oder eine Träne im Augenwinkel haben, oder "Oh" zu denken. Es muss treffen, und zwar von innen. Aus dem Fenster gucken, den Blick von außen, kann ich selbst.

Was ich gerne lese, welche Bücher ich gut finde, ist deshalb auf einer Ebene eine sehr private Angelegenheit, denn was mich da berührt, sagt natürlich einiges über mich selbst aus. Ganz ehrlich - wenn wir Leute fragen, was sie gerne lesen, oder wenn nach dem Lieblingsbuch gefragt wird, geht es nicht ausschließlich darum, für sich selbst die nächste Lektüre aufgrund von Empfehlungen auszuwählen. Es geht darum, sich ein Bild von der Person zu machen.

Wenn ich ein Buch schreiben würde, dann vermutlich ein Jugendbuch, ich finde, Jugendbücher werden unterschätzt, besonders, wie formend das Genre ist. Tatsächlich habe ich - als Jugendliche - diverse Jugendbücher angefangen, aber keins wirklich weit ausgearbeitet.

Ich werde aber in Wirklichkeit vermutlich nie ein Buch schreiben, ich habe nämlich keinen langen Atem. Ich bin jemand für den Entwurf, für den Plan, für die Organisation. Ich bin niemand für die Umsetzung. Außerdem habe ich selten Lust, etwas, das ich bereits gedacht habe, noch zu sagen (war in der Schule immer ein Problem) oder aufzuschreiben, das langweilt mich, denn ich weiß es ja schon! Weshalb ich zum Beispiel auch Blogpostings einfach runterschreibe und nicht überarbeite oder "reifen lasse", es ist einfach das, was mir im Moment des Schreibens durch den Kopf geht. Bücher muss man aber überarbeiten, man muss sie schleifen und - nur als ein Beispiel - das ganze überflüssige Zeugs, mit dem man sich der Stelle, die weh tut, langsam angenähert hat, entfernen. Ich finde, dazu braucht man neben einem langen Atem auch eine gewisse Leidensfähigkeit. Und das alles für - wie ich finde - nichts, denn für mich kommt ja keine neue Geschichte dabei heraus!

Deshalb lese ich einfach lieber die Bücher anderer Leute.

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