Samstag, 28. Januar 2012
Blogging November - 89
Heute war einer der wenigen Tage, an denen es mir gelungen ist, absolut nichts zu machen. Von einem klitzekleinen Ausflug in den Supermarkt abgesehen, um die entsprechenden Zutaten zu besorgen um auf Anregung Herrn Giardinos Spaghetti-Eis herzustellen - mit einer Knetpresse geht das befriedigend gut. Aber ansonsten habe ich nichts gemacht, unterbrochen nur von Essen und Nickerchen. Gut, und zwei Waschladungen Wäsche. Aber sonst gar nichts. (Außer Kochen.)

Mein Kopf fühlt sich jetzt an wie ein großer Vanillepudding, aber sicher war das total gesund. Ist schließlich dieses Entspannen, von der immer alle reden.

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Freitag, 27. Januar 2012
Blogging November - 88
Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, sah ich einen Herren mit Punkten auf der Jacke und einem kleinen Computer in der Hand aus unserer Einfahrt herauseilen. Rasch hinterhergestöckelt fasste ich ihn am Arm, zum Äußersten bereit, und fragte ihn, ob er wohl gerade bei Familie N. geklingelt habe. Der Mann bejahte und wich, als ich ihn umarmen wollte, einen Schritt zurück.

"Das ich das noch erleben darf!", jubelte ich und der Mann brummelte etwas von "bisher noch jeden Termin eingehalten". Auf meinen Hinweis, dass wir aber heute gar keinen Termin haben, sagte er schlicht: "Doch. 13-17 Uhr." Für das Protokoll verneinte ich, nahm ihn aber trotzdem ins Haus mit. In den Keller wollte er nicht, nur in die Wohnung, wo er einmal guckte, ein Dings anschloss, ein paar Sekunden "Messungen" machte und dann sagte: "Geht doch!".

Es war dies einer der wenigen Momente, ich denen ich einmal komplett sprachlos war.

Der Mann zeigte auf seinen Bildschirm, wo Internet war. Ich krabbelte unter den Tisch um eigenäugig zu überprüfen, dass er das Kabel auch an meinem Internet festgemacht hatte und nicht etwa an einem heimlich eingebrachten Mobiltelefon oder sowas. Der Mann hatte Internet aus meiner Wand. "Darf ich mal?", fragte er, und schaltete den Router ein. Der Router blinkte froh. Das Internet war in meinem Router.

"Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie vorhin irgendwas an irgeneinem Verteilerkasten draußen gemacht haben, sagen Sie 'Nein', oder?", fragte ich. "Nö, hab ich nicht", sagte der Mann mit der gepunkteten Jacke. Und zweifelte die Richtigkeit der Messung der Vodafone-Techniker an, wobei ich wieder - fürs Protokoll - Veto einlegte, denn nicht nur hatten die Vodafone-Techniker bei mir kein Internet, ich hatte ja auch keins, also lag es nicht an einer falschen Messung und anschließender Spontanheilung sämtlicher beteiligter Geräte sondern - ja, an was?

"Es liegt an Ihnen, Sie müssen jetzt für immer hierbleiben." Logik ist meine Stärke. Schnell ergriff der Mann die Flucht, immerhin konnte ich ihn noch dazu bewegen, seinen Namen dazulassen, seine Handynummer wollte er mir partout nicht geben.

Das Projekt "DSL" ist also vorerst abgeschlossen. Grämen müssen Sie sich aber nicht - als nächstes steht vermutlich das Projekt "Rechnung" an. Mein mittlerweile ca. 2 cm hoher Stapel mit Gesprächsnotizen wird jedenfalls noch nicht geschreddert. Denn nicht umsonst sagte mir neulich ein bekannter deutscher Strafrechtler: "Meiner Erfahrung nach gewinnt meistens der mit der dickeren Akte".

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Donnerstag, 26. Januar 2012
Blogging November - 87
Ich kann mich heute partout nicht mehr an meinen Weg zur Arbeit und zurück erinnern. Definitiv war ich aber im Büro, irgendwie muss ich also auch hin- und weggekommen sein. Die entsprechenden Bahnfahrten sind aber ein schwarzes Loch. Sehr mysteriös.

Vodafone gibt als Thema momentan nicht viel her. In der Hotline bin ich, glaube ich, jetzt in einer neuen Eskalationsstufe gelandet. Nach dem Standardgeplänkel werde ich nochmal kurz gebeten, zu warten, während etwas geklärt wird. Danach findet dann so eine Art Bonding statt, und zwar sagt mir der Gesprächspartner mit vertraulich gesenkter Stimme, dass man - mal ganz off the record - das ja auch ein Ding fände, die Zustände wären, nunja. Alles ein Skript...

Im Büro hat heute eine Abteilung so viel gearbeitet, wie vermutlich im gesamten letzten Jahr nicht. War sehr lustig anzuschauen. Man muss sich immer mal wieder vor Augen halten, dass man ja nicht primär dort hingeht, um sich Freunde zu machen.

Wirklich gut gelungen ist heute der Karottenkuchen und Mademoiselles Fotosession ihrer Kuscheltiere, die an/auf/mit dem frisch gekauften Tulpenstrauß posierten.

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Mittwoch, 25. Januar 2012
Blogging November - 86
Liebe schlaue Menschen im Internet, bitte sagen Sie mir, warum im Kronleuchter in meinem Schlafzimmer dauernd Glühlampen durchbrennen.

Die Situation ist so: der Kronleuchter ist neu, die Glühlampen auch. Täglich brennen 1-2 durch, immer beim Einschalten, immer andere (wobei es sich mittlerweile natürlich zu wiederholen beginnt, es sind ja nicht unendlich Leuchterarme vorhanden). Die Ideen der Kollegen besagen bisher, dass es die folgenden Ursachen haben könnte:

a) ich soll die Glühlampen nicht mit bloßen Fingern anfassen
b) ich soll die Glühlampen ganz, ganz fest in die Fassung drehen
c) ich soll das Licht vorsichtig einschalten, damit es nicht zu Spannungsspitzen kommt
d) ich soll keine billigen Glühlampen kaufen
e) ich soll einen Dimmer einbauen
f) ich soll schauen, ob die Fassung angeschmurgelt ist (ist sie nicht)
g) ich soll Herrn N. die Glühlampen reindrehen lassen
f) der Leuchter ist gefährlich und ich soll ihn zurück bringen

Was meinen Sie?

Und kann mir bei der Gelegenheit jemand die Sache mit Volt und Watt ganz simpel erklären? Ich habe damals in Physik nicht aufgepasst, den Wikipedia-Eintrag verstehe ich nicht und komischerweise hatte Herr N. letzte Nacht um halb eins keine Lust, darüber zu reden.

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Dienstag, 24. Januar 2012
Blogging November - 85
Ein sehr sinnloses Bewerbegespräch gehabt mit einer Frau, die schlecht roch.

Ein sehr sinnloses Telefonat mit dem Mutterhaus über den Unterschied zwischen "Headcount" und "Payroll" geführt.

Ein weiteres sinnloses Telefonat mit der Vodafone-Hotline abgewickelt aber immerhin eine angenehme Gesprächspartnerin gehabt.

Vom Chef telefonisch zusammengefaltet worden, die Lage erforscht und den Rest der Schreierei persönlich abgeholt. Auch das ohne jeglichen Sinn.

An so Tagen ist es gut, dann einfach etwas praktisches zu tun. Mademoiselles Kinderzimmer neu einräumen, den Rattenkäfig ausmisten, Wäsche aufhängen, Wäsche zusammenlegen, Renovierungskrempel in den Keller und in die Mülltonnen bringen, Kochen, zweimal die Spülmaschine ausräumen, drei Glühbirnen auswecheln, einkaufen oder Betten überziehen. Oder alles auf einmal.

Morgen mache ich das irgendwie alles anders.

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