Mittwoch, 23. April 2014
Blogging November - 814
Im Mitnehmkaffeeladen:

Frau N: Oh - Sie haben doch sonst immer so schöne Pralinen. Gibt es die gar nicht mehr?

Verkäufer: Doch. Die sind dort unter dem Tuch.

Frau N: Warum sind die denn unter dem Tuch? Kann ich die jetzt nicht kaufen?

Verkäufer: Nein. Erst ab halb 11.

Frau N: Das ist ja blöd. Ich brauche unbedingt ein kleines Geburtstagsgeschenk für eine Kollegin und wollte Pralinen bei Ihnen kaufen!

Verkäufer: Erst ab 10:30 Ihr.

Frau N: Warum denn?!

Verkäufer: Das kann ich Ihnen nicht sagen, da müssen Sie den Store-Manager fragen.

Frau N: Sehr gerne!

Verkäufer: Was?

Frau N: Ich frage sehr gerne den Store-Manager. Wo ist er denn? Oder sie?

Verkäufer: Da muss ich nach hinten gehen...

Frau N: Bitte, ich warte.

Verkäufer: (geht nach hinten - kommt mit Store-Manager zurück)

Store-Manager: Was gibt es denn für ein Problem?

Frau N: Problem ist übertrieben gesagt. Ich würde gern Pralinen kaufen, als Geburtstagsgeschenk, und der Kollege sagte mir, das geht erst ab 10:30 Uhr. Da war ich neugierig, warum.

Store-Manager: Das machen wir so.

Frau N: Offensichtlich. Aber warum?

Store-Manager: Das ist sonst zu viel Aufwand im Morgengeschäft, wenn Leute noch Pralinen aussuchen.

Frau N: Achso. Sie haben Sorge, dass dann plötzlich die Massen herbeistürmen und jeder eine halbe Stunde lang einzeln Pralinen aussuchen will.

Store-Manager: (schweigt)

Frau N: Sie haben aber ja auch fertige Packungen. Kann man die vor 10:30 Uhr kaufen?

Store-Manager: Nein.

Frau N: Warum denn nicht?

Store-Manager: Weil das auch Pralinen sind

Frau N: Natürlich. Aber die sind ja abgepackt, da haben wir doch das Problem mit den multioptionsparalysierten Massen gar nicht?!

Store-Manager: Wir verkaufen keine Pralinen vor halb 11.

Frau N: Ja. Das sehe ich. Ich verstehe nur nicht, warum.

Store-Manager: Das ist eine Regel hier.

Frau N: Völlig klar. Aber welchen Hintergrund hat diese Regel? Das interessiert mich!

Store-Manager: Wir haben damit unsere Erfahrungen gemacht.

Frau N: Was denn für welche?

Store-Manager: Sehen Sie, es tut mir auch leid, Sie enttäuschen zu müssen. Wir geben Ihnen einfach einen Kaffee aus, und dann kommen Sie vielleicht später noch einmal wieder?

Frau N: Das ist furchtbar nett, nur kann ich doch keinen Kaffee zum Geburtstag verschenken. Das wäre doch etwas absurd, oder nicht?

Store-Manager: (guckt demonstrativ auf die Uhr)

Frau N: Ja, richtig, in der Zeit, in der wir hier sprechen, hätten Sie mir schon zig abgepackte Pralinenschachteln verkauft und die Massen hätten nicht gestürmt, weil hier außer mir seit einer Viertelstunde überhaupt kein Kunde ist.

Store-Manager: Ich darf Ihnen aber vor halb 11 keine Pralinen verkaufen!

Frau N: Und Sie wissen nicht warum.

Store-Manager: Nein, ich weiß nicht, warum!!!

Frau N: Fragen Sie doch bei Gelegenheit mal nach! Ich würde das wissen wollen, wenn es in meinem Laden so wäre.

Store-Manager: Das ändert nichts daran, dass Sie hier jetzt keine Pralinen bekommen!!!

Frau N: Kein Problem. Ich gehe Blumen kaufen. Tschüß!


(Ich habe mich dann nicht mehr umgedreht, aber es klang ein bisschen so, als hätten sie hinter mir schnell die Tür abgeschlossen...)

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Dienstag, 22. April 2014
Blogging November - 813
Mit meinem großen Rucksack - ich berichtete ja schon über ihn - ging ich heute zum ersten Mal seit irgendwann wieder ins Büro. Die Sache mit den Urlaubstagen, Prüfungstagen, Arbeitstagen und Feiertagen ist mir seit Anfang des Monats völlig entglitten, ich hatte daher keine Erinnerung mehr, wann ich das letzte Mal im Büro war und was mich dort erwarten könnte.

Jedenfalls trug ich aber meinen großen Rucksack bei mir, und der war voll mit Schokoweihnachtsmännern. Das ist am Osterdienstag nur ganz halb unlogisch. Ostern bekommt das Kind nämlich eine unglaubliche Anzahl an Schokoosterhasen, weshalb die noch unglaubliche Anzahl an Schokoweihnachtsmännern, die es drei Monate zuvor bekam und natürlich nicht gegessen hat, denn das Kind isst im Bereich Schokolade eigentlich nur Trüffelpralinen, aber machen Sie das mal wohlmeinenden Bekannten klar, aus dem Schrank - ich meine: den Schränken - weichen muss. Am besten weichen Sie ins Büro, dort benötigt immer irgendwer Schokolade

Gebeugt unter der Last der Hälfte der Schokoweihnachtsmänner (die andere Hälfte hatte nicht mehr in den großen Rucksack gepasst) trat ich also aus der S-Bahn, dann ging die Tür zu, ich war draußen, aber der Rucksack noch drinnen. Ich zog und zerrte, aber Sie kennen das vielleicht: wenn man mit einem Rucksack irgendwo eingeklemmt ist, hat man nicht so die Handhabe und bewegt sich eher wie ein Marienkäfer auf dem Rücken, auch wenn man aufrecht steht.

Sofort eilten mir aber andere Personen zur Hilfe, zogen die Tür wieder auf und fragten belustigt, was denn in diesem riesigen Rucksack drin sei. "Schokoweihnachtsmänner", beschied ich, und bot den Umstehenden einen an, die, noch mehr belustigt, zugriffen.

So kam es, dass im Büro nur fünf Weihnachtsmänner ankamen und wenn ich richtig gesehen habe, sind zwei davon auch schon wieder verschwunden.

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Montag, 21. April 2014
Blogging November - 812
Von letztem Montag bis Donnerstag war ich mit Freunden verreist. Als ich abends zurückkam, übernachteten zwei weitere Freunde hier. Eine halbe Stunde, nachdem sie abgereist waren, kamen die Schwiegereltern an und blieben zwei Tage. Gemeinsam mit den Schwiegereltern verließen wir am Sonntag die Wohnung, um zu meinen Eltern zu fahren. Dort sind wir vorhin abgereist.

Ich sage mal so: es war alles sehr schön, aber sehr wahrscheinlich werde ich für die nächsten Wochen in eine soziophobe Phase eintreten.

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Sonntag, 20. April 2014
Blogging November - 811
Heute zu Ende gelesen:


Sabine Giebken: Mondscheins Schatten


Mademoiselle bat mich, das Buch zu lesen. Sie möchte beim Thema Buchvorstellung in der Klasse etwas daraus und will mit mir gemeinsam üben.

Das Buch ist spannend. Für die Zielgruppe der unter 14-jährigen sicher mehr, als für Erwachsene, aber es war auch für mich ohne Zuckungen lesbar. Es geht um zwei reitbegeisterte Mädchen, die nachts ein Pferd im Wald finden und es dann an einem geheimen Ort halten. Um das Pferd rankt sich eine Geschichte mit Verbrechen und das Ende ist zufriedenstellend.

Das Buch wird anscheinend nicht mehr aufgelegt, sollten Sie aber eine Ausgabe auf dem Trödelmarkt finden, können Sie einem Grundschul- oder Unterstufenkind, das Pferde mag, sicher eine große Freude machen.

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Samstag, 19. April 2014
Blogging November - 810
Heute erledigten wir quasi im Vorbeigehen zwei Dinge, die diesen Haushalt seit mehreren Jahren beschäftigen.

Ding 1 war die Jalousie im Herzbruchzimmer. Diese hing an einer der oberen Lamellen nur noch an drei Häkchen. Vorgestern war Besuch da, der nicht in der feinfühligen Jalousiebenutzung unterwiesen wurde, seitdem hing die Jalousie an gar keinem Häckchen mehr sondern war heruntergeknallt. Immerhin stemmten wir sie hoch und hielten sie mit einem Bierkasten am Platz, so dass die Katzen aus- und eingehen konnten. Heute wollten wir aber Grillen und die Situation, dass Herr N. mit dem Fleisch immer durch eine Bierkastenhohe Lücke krabbelt, war denkbar, aber nicht attraktiv.

Der Opa und ich reparierten daher die Jalousie. Eigentlich war das Ziel nur, den Kasten zu öffnen, auf dem Kasten ist nämlich Stuck und der Opa ist vom Fach und mir war es daher lieber, er öffnet den Jalousiekasten als ein Jalousiefachmann. Als der Kasten dann auf war, dachten wir als erstes: och, da können wir ja auch gleich das Wespennest entfernen. Das Wespennest stammte übrigens aus dem Jahre 2007, konnte ich hier im Blog nachlesen. Man kommt ja wirklich zu nichts!
Es war alles ziemlich einfach, auch wenn mir das halbe Nest auf den Kopf fiel und hinten ins T-Shirt rutschte, seitdem muss ich immer niesen, kann man gegen Wespennester allergisch sein?! Die Jalousie nahmen wir einfach heraus, duschten sie in der Badewanne ab, waren erstaunt, dass sie hellgrau und gar nicht dunkelanthrazit ist, nahmen drei bröselige Lamellen raus und fädelten den Rest wieder ein, der Opa in 3 Meter Höhe, ich auf dem Fußboden die Jalousie stemmend und Einzelteile anreichend.

Dann fuhren die Oma und Herr N. in den Baumarkt um Zubehör zur Stuckreparatur zu beschaffen, dabei brachten sie einen Klositz mit. Der Klositz ist Ding 2, das seit mehreren Jahren hier im Haushalt kaputt ist, das war aber relativ egal, da wir über ein weiteres, nicht kaputtes Klo, verfügen. Die Sache mit dem Klositz war diffizil, es handelt sich um ein teures Markenprodukt mit einem sehr undurchsichtigen Befestigungsmechanismus. Sie glauben das vermutlich nicht, können Sie aber ruhig, denn ich habe vielen Freundinnen und Freuden von dem Klo erzählt, alle schmunzelten ob meiner angenommenen Unfähigkeit, ein simples Produkt wie einen Klositz anbringen zu können, allesamt waren sie aber hilflos, sobald sie vor dem Klo standen und es mir zeigen sollten. Und einen neuen Sitz gab es auch nirgends, nur irgenwo im Internet, zu einem horrenden Preis und man hätte erstmal was Nachmessen müssen. Am Nachmessen scheiterte es dann weitere zwei Jahre.

Heute gab es im Baumarkt ein Generikum zu diesem Klositz. Er wurde sofort gekauft. Er wurde sofort auf die alte Halterung gesteckt und er passte.

Ich weiß jetzt gar nicht, welche Probleme ich die nächsten Jahre vor mir herschieben soll.

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