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Sonntag, 3. Mai 2015
Blogging November - 1273

Es bleibt kompliziert.

Geplant war, dass heute ganz in Ruhe Mademoiselles Klassenfahrt vorbereitet wird, also die letzten Sachen durchgegangen und ein ruhiger Abend und so, und morgen habe ich dann vormittags ein Brandschutztraining, arbeite nachmittags alles im Büro weg, was da noch so ist, sitze abends tiefenentspannt auf der Couch und werfe zwischendurch hübsche Dinge in meinen Koffer und trete Dienstag früh die Reise nach Berlin an.

Nun streikt aber ja die Bahn ab Dienstag. Und da es sich ungefähr 5 Minuten, bevor ich vom Bahnstreik erfuhr, sogar noch ergab, dass ich möglicherweise gar als Quotenfrau (Quotenfrau wollte ich ja immer schonmal sein, vorzugsweise im Vorstand eines DAX-Unternehmens, aber man kann es sich nicht immer aussuchen) kurz auf einer Bühne auftreten werde statt nur zuzuschauen, war ich jetzt gerade gar nicht gewillt, alles abzusagen oder für die Anreise mehrere Tage einzukalkulieren.

Und so setzte ich eine komplizierte Maschinerie aus Hotelumbuchungen, Bahn-Neubuchung, Bahn-Stornierung und etwa 3.000-fachem Reload der Flixbusseite in Gang, zwischendrin warf ich gar nicht tiefenentspannt hübsche Dinge in den Koffer sondern riss von der Wäscheleine, was mir unter die Finger kam, sagte das Brandschutztraining ab, organisierte noch all das, was für morgen Abend zu organisieren geplant war (und zwar auch keine Kinkerlitzchen sondern: Buffet am Schulsommerfest, Lokalität und Zeitplan der 4.-Klasse-Abschiedsfeier und Logistik zu einem Turnerwettkampf).

Aber nun scheint es geschafft, ich fahre halt schon morgen, habe sogar eine Unterkunft und reise Donnerstag mit dem Bus zurück, die Einzelheiten werden sich finden. So vermeiden wir zwei Dinge, die wir nie gewollt hätten:

1. Dass ich den Rückweg Donnerstag nicht schaffe und folglich nicht da bin, wenn Mademoiselle am Freitag um 10 von der Klassenfahrt zurückkehrt. Das wäre sehr schlecht gewesen, schließlich gehöre ich zu den Leuten, die enorm ärgerlich werde können und dabei manchmal unter mangelnder Affektkontrolle leiden. Es hätte also sein können, dass ich irgendwas Furchtbares tue, z.B., naja, in Berlin am Bahnhof sitzen und bitterlich weinen.

2. Dass ich tiefenentspannt, ohne Stress, organisiert, durchdacht und überlegt gekleidet nach Berlin reise. Dann hätte mich nämlich gar keiner erkannt, inklusiv mir selbst.

Also: alles gut.

Samstag, 2. Mai 2015
Blogging November - 1272

Langsam kehrt hier wieder etwas Entspannung ein, und neben 7-Maschinen-Wäsche-Waschen habe ich heute zwei Dinge erledigt, die ich schon seit Wochen vorhabe, nämlich: vom Optiker die Brille richten lassen und alle Wordfeud-Spiele, bei denen ich an der Reihe bin, abarbeiten.

Ich sage mal so: mein Tagwerk ist getan.

Freitag, 1. Mai 2015
Blogging November - 1271

Meine Damen und Herren - es gibt eine Situation. Wie Sie bereits erfahren durften, habe ich mich aus einer Vielzahl an unzusammenhängenden Zufälligkeiten entschlossen, nächste Woche nach Berlin zur re:publica zu fahren. Eine dieser Zufällgkeiten ist, dass Frau Herzbruch dort beruflich sein wird und es mir sehr zu Gesicht steht, die ständig leicht angetrunkene Frau an ihrer Seite zu geben.

Und hier kommen wir schon zur Situation: Frau Herzbruch ist dort mit Klarnamen und Titel, ich jedoch bin dort als Frau Novemberregen, denn ich bin da ja zum Spaß und unter meinem normalen Namen im Internet so gut wie nicht zu finden. Wenn Sie nun also mich sehen, mit meinem Novemberregen-Namensschildchen (oder der tollen neuen Tasche, die sieht man bestimmt viel eher), und eine Frau nebendran die eigentlich so aussieht wie ich, nur eben genau komplett andersherum, dann ist das Frau Herzbruch, und die hat keinerlei - also wirklich absolut gar kein - Interesse daran, vor ihren Kollegen mit "Frau Herzbruch" angesprochen zu werden.

Sie sehen das Problem und ich sage mal: das wird sehr interessant und auch lustig, jedenfalls für mich!

Um Frau Herzbruch ein bisschen zu trösten, steht hier nun dieser Eintrag, und zwar zum einen, damit sie hinterher sagen kann, dass dies alles sehenden Auges geschah. Es ist psychologisch schließlich immer wichtig, nicht in die Defensive zu geraten, und diesem Aspekt haben wir nun Rechnung getragen.

Zweitens ist es natürlich Neugier - wie viele Personen werden Frau Herzbruch wirklich enttarnen, weil sie sich die meiste Zeit neben der schönsten Handtasche der Welt aufhält? Falls Ihnen das gelingt, geben Sie doch bitte Bescheid.

Und alle Kollegen von Frau Herzbruch, die in ungefähr einer Woche hier landen, seien hiermit schon einmal herzlich begrüßt.

Donnerstag, 30. April 2015
Blogging November - 1270

Der Kraulschwimmkurs war ja schon beim ersten Mal super, beim zweiten Mal wurde das Erlebnis durch die Verwendung der Schwimmbrille deutlich aufgewertet!

Mit den Armen haben wir aber noch immer nicht angefangen. In der ersten Stunde waren ja die Beine dran, gestern nochmal die Beine und speziell auch die Füße, jahaaa, die sind beim Kraulschwimmen auch enorm wichtig. Die bewegen sich nämlich wie Seeanemonen und schwingen am Stängel (aka Bein) hin und her, wobei sie mit dem Spann Wasser wegdrücken und später mit der Fußsohle nachstoßen. Insbesondere meine Fußsohlen waren sich ihrer Funktion als Seeanemone aus dem Alltag wohl noch nicht bewusst und hatten heute beim Aufstehen Muskelkater.

Sowieso, Muskeln: nach etwa einer halben Stunde herumüben bekam ich letztes Mal einen Wadenkrampf und dieses Mal sogar zwei (also: in jedem Bein einen, gleichzeitig). Ich erinnere mich dunkel, dass ich das als Kind im Wasser auch immer hatte, aber das ist ja lange her und seitdem war ich schon häufig Schwimmen, ganz ohne Wadenkrämpfe. Was soll das? Ich hatte letzte Woche sogar schon Magnesium eingekauft, der reine Einkauf hat aber noch kein Ergebnis gebracht. Vielleicht denke ich daran, es bis zur nächsten Stunde auch mal einzunehmen. Die wirklich nächste Stunde verpasse ich aber leider, da ich ja nach Berlin verreise. Sehr besorgniserregend, was ich da möglicherweise alles verpasse. Vielleicht kommen die Arme dran und ich bin nicht dabei?!

Nunja. Wichtige Tipps, die ich bisher mitgenommen habe: Kopf etwas tiefer ins Wasser, Beine etwas weniger weit bewegen, Füße wie Seeanemonen schwenken.

Mittwoch, 29. April 2015
Blogging November - 1269

Oberchef: Und, wie war Ihr Termin gestern?

Frau N: Hm?

Oberchef: Ihr Termin. Vormittags.

Frau N: Achso. Gut.

Oberchef: Und?!

Frau N: Hm?

Oberchef: Bekomme ich nähere Informationen?

Frau N: Ich glaube nicht, dass Sie das im Detail interessiert.

Oberchef: Frau N., es geht so nicht! Sie können nicht einfach 2 Stunden verschwinden und keiner weiß etwas, wie vom Erdboden verschluckt, gut, Sie hatten überall hinterlassen, dass Sie außer Haus sind und nur per Mail erreichbar und ich weiß, Sie haben flexible Arbeitszeiten und ich habe auch gesehen, dass sie bis in den Abend da waren gestern, aber wenn Sie solche langen Termine ha...

Frau N: Ich war beim Friseur.

Oberchef: Ah. Achso. Sagen Sie das doch gleich! Hätte ja auch sein können, dass Sie sich mit einem Headhunter getroffen haben...

Frau N: Nein, nur Friseur.

Oberchef: Sicher?

Frau N: Ja.

Oberchef: Schön!

Frau N: Danke.

November seit 3327 Tagen

Letzter Regen: 04. Mai 2015, 07:45 Uhr