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    Sonntag, 5. Juli 2015
    Blogging November - 1342 (Wmdedgt 7/2015)

    Es ist ja recht warm zur Zeit, da sind wir uns einig. Vielleicht deshalb, vielleicht aus anderen Gründen, erwache ich um 5:17 Uhr und beginne sofort das Temperaturmanagement der Wohnung, indem ich die Balkontüre aufreße und sofort wieder schlafen gehe.

    Um 9 Uhr wache ich erneut auf und setze meine Tätigkeit als Temperaturmanagementbeauftragte fort, indem ich die Jalousien auf der Morgensonnenseite schließe, die Fenster aber noch nicht, denn noch ist es draußen kühler als drinnen. Das muss man aber genau im Auge behalten, daher bleibe ich nun wach und behalte die Funkthermometer im Blick.

    Herr N. und ich sind allein zu Hause, denn Mademoiselle hat bei einer Freundin übernachtet und geht mit ihr am Vormittag noch schwimmen. Da könnten wir natürlich alles Mögliche machen, nur: es ist ja heiß. Man kann mit mir nichts machen, wenn es heiß ist, ich muss dann nämlich immer in der Lage sein, mich spontan mit ausgebreiteten Armen und Beinen auf eine kühle Fläche zu legen und ganz flach zu atmen, das geht nicht überall, deshalb bleibe ich lieber zu Hause. Tatsächlich sind aus diesem Grund Hochsommertage die einzige Gelegenheit, zu der ich es schaffe, Langeweile zu empfinden.

    Früher, da war Hochsommer für mich ganz genau so. Das ist zum Glück vorbei, ich habe keine Ahnung, warum, aber seit ein paar Jahren geht es mir bei Hitze einfach nicht mehr so schlecht (und das war keine Anstellerei vorher). Insofern kann ich den Sommer jetzt besser tolerieren. Personen, die mich länger kennen, versuchen immer mal wieder mir die gewohnten frustrierten Ausraster zu entlocken, aber vergeblich: der Sommer trifft mich nicht mehr. Was nicht bedeutet, dass ich ihn toll finde, nach wie vor habe ich noch nie in diesem Leben ohne guten Grund in der Sonne ausgeharrt und beabsichtige auch nicht, das je zu tun: kein Sonnenbad, an den Strand nur zum Schwimmen, im Café immer im Schatten, vielen Dank. Aber meine Güte, unter dem Strich bin ich mit meiner Präferenz für Temperaturen unter 25 Grad und bedecktem Himmel hier in der Gegend ja auf der Gewinnerseite. Also keine Klage.

    Der Morgen vergeht mit halbstündlichem Temperaturmangement und Duschen/Kopf immer wieder unter den Wasserhahn halten sowie Wasserflaschen neu zu befüllen, dazwischen bleibt gerade noch Zeit für Kaffee, Toast und ein paar Folgen von Serien im mittlerweile abgedunkelten Wohnzimmer. Und die Waschmaschine dreht sich beständig, zum Trocknen wandert alles sofort auf den Balkon und kann nach einer Stunde wieder abgenommen werden. Zusammengelegt wird nichts, dazu ist es mir zu warm, ich mache vier Stapel (Mann, Kind, ich, Zeug), so wird jeder in den nächsten Tagen seine Sachen finden und wer sie gefaltet haben möchte, kann das natürlich machen. Sonst nichts. Ein bisschen langweilig, aber was soll man machen, Dinge mit Bewegung scheiden aus und Lesen/Denken kann ich bei Hitze nicht. Ist dann eben so.

    Zwischendurch frage ich noch etwa alle Dreiviertelstunde Herrn N., ob mein komischer Ausschlag wirklich schon besser aussähe. Den habe ich seit der Heimfahrt letzten Sonntag, kleine, juckende Pickelchen die sich beim Kratzen in Quaddeln verwandeln, an Beinen und Armen. Die Ärztin, der ich das am Freitag vorführte, war gänzlich unbeeindruckt: irgendeine Reaktion halt, unmöglich, zu sagen worauf, vermutlich auf Wärme in Verbindung mit Reibung, bei dem Wetter sei alles möglich und ich solle abwarten, bis es kühler würde, wenn es dann nicht binnen zwei Wochen verschwände, solle ich wiederkommen. Etwas gegen das Jucken könne sie mir geben, das würde aber müde machen, das wollte ich dann auch wieder nicht, so schlimm juckte es auch gar nicht, also meistens. Ist sicher bald weg.

    Am frühen Nachmittags holen wir das Kind ab, auf dem Rückweg lasse ich mich in der Innenstadt rauswerfen und beschaffe Eis zum Verzehr auf dem heimischen Sofa. Also bei Eis weiter wie am Vormittag: duschen/Kopf unter den Wasserhahn, trinken, Jalousien hoch/runter, Ausschlag angucken, Serien. Ansonsten gibt es nicht so richtig Essen: ein paar kalte Nudeln, Antipasti vom Vortag und Mademoiselle isst einen Busch Basilikum.

    Sonst nichts und das versprochene Gewitter war bisher auch nicht da.

    Samstag, 4. Juli 2015
    Blogging November - 1141

    Wenn ich es auf irgendeiner Liste gehabt hätte, einmal im Leben Early Adopter zu sein, dann hätte ich diesen Punkt jetzt abgehakt. Letzte Woche wurde nämlich in meiner Straße - die eine Einbahnstraße ist - ein Radweg in Gegenrichtung auf den Asphalt gemalt und die entsprechenden Schilder angebracht.

    Eigentlich bin ich generell gegen Radwege in Gegenrichtung in Einbahnstraßen, ich finde das ziemlich gefährlich, in meiner Straße bietet es sich aber an. Noch vor ein paar Jahren war es gar keine Einbahnstraße, sie ist also recht breit und die linke Spur wurde im Zuge der Umwandlung damals mit Pollern und Ausbuchtungen verkehrsberuhigt. Autofahren kann man links also sowieso nicht, der Radweg geht aber locker durch die Poller hindurch. Hier ist der Radweg in Gegenrichtung also wirklich sehr naheliegend und, wie ich finde, sehr wenig gefährlich.

    Nun war es bisher so: wenn ich aus dem Haus ging tund bemerke, ich habe etwas vergessen, konnte ich nicht einfach ein Stückchen zurückfahren und wieder hochgehen. Die Straßenführung war - eben durch dieses Einbahnstraßengeflecht - so, dass ich, das ist nicht übertrieben, einmal quer durch die Innenstadt fahren musste, um wieder zurück zu meinem Haus zu gelangen. Man muss sehr gut organisiert oder sehr demütig sein, um das zu akzeptieren, beides liegt nicht in meinem Naturell. Und deshalb war ich in Bezug auf den neuen Radweg Early Adopter, quasi Superearly Adopter. Ich habe ihn in solchen Fällen nämlich schon benutzt, bevor er da war.

    Freitag, 3. Juli 2015
    Blogging November - 1140

    Wieder keine Zeit, husch husch, alles ganz schnell.

    Nur kurz etwas, worüber ich heute so sehr lachen musste, immer wieder, noch Stunden später, und dass es von vor zwei Jahren ist, ist auch egal, und zwar dies.

    Hihihihi.

    Donnerstag, 2. Juli 2015
    Blogging November - 1339

    Keine Zeit heute, aber ein kurzer Tipp, basierend auf eigener Erfahrung:

    Googeln Sie nie - ich wiederhole: nie! - "Ausschlag", schon gar nicht in der Bildersuche.

    So, jetzt wasche ich mir die Augen aus, lösche mein Kurzzeitgedächtnis und dann renne ich auch schon wieder los.

    Mittwoch, 1. Juli 2015
    Blogging November - 1338

    "Wir machen heute Spielchen in der Unterwasserphase", sagte der Schwimmlehrer. Und das taten wir. Eine Stunde lang. Sauanstrengend, ich sage es Ihnen, und am Ende fehlte die Belohnung, nämlich die, wenn man aus dem feuchtwarmen Schwimmbad nach draußen tritt und zum ersten Mal seit Stunden wieder so richtig frei durchatmen kann. Heute ja eher nicht so.

    Spielchen in der Unterwasserphase befassen sich mit der Armbewegung von da an, wo der Arm über dem Kopf ausgestreckt wird bis da, wo er als Haifischflosse wieder aus dem Wasser schnellt. Zuerst schammen wir vier Bahnen mit normalen Kraulbeinen, die Arme jedoch strecken wir möglichst weit vom Kopf weg, aber nicht gerade, sondern in einem ca. 45-Grad-Winkel, und dann in einem Halbkreis außen um den Körper herum zurückgezogen. Das ergibt eine recht stabile Wasserlage, es ist aber anstrengend, vorwärts zu kommen. Darauf folgten vier Bahnen, bei denen die Arme über dem Kopf über Kreuz gingen, der rechte Arm tauchte also über der linken Kopfseite ins Wasser, der linke über der rechten und wurde unter Wasser quer über den Körper zurückgezogen. Das ergibt ein ziemliches Geschaukele und man verschluckt sich beim Atmen.

    Diese Spielchen dienten als Verinnerlichung, wie blöd es ist, den Arm nicht ganz genau richtig, nämlich gerade über den Kopf, zu strecken. Und auch als Hilfe für uns selbst, zu erkennen, woran Probleme beim Schwimmen liegen können - wenn es zum Beispiel irgendwann mal sehr schaukelt, einfach überprüfen, ob der Arm sich noch in die korrekte Richtung streckt, oder ob sich da ein Fehler eingeschlichen hat. Wir widmeten uns also nochmal vier Bahnen dem ganz geraden Eintauchen.

    Danach kam die Perfektion der Unterwasserphase. Nach dem Eintauchen, so ca. 30-40 cm unter Wasser, wird der Unterarm nämlich im rechten Winkel abgewinkelt. Die Handfläche zeigt dabei zum Boden de Schwimmbeckens. So wird der Arm etwa bis zum Bauchnabel geführt, dann ganz ausgestreckt und mit der Hand auf den letzten Zentimetern das Wasser noch einmal beherzt am Oberschenkel vorbeigeschaufelt. Man muss sich ja schließlich sonst auch nichts merken!

    Die Vorteile liegen auf der Hand. durch das Anwinkeln gibt nicht nur die Hand, sondern auch der Unterarm Schub und das Schaufeln am Ende (zur Übung dabei mit dem Daumen am Oberschenkel entlangsstreichen) ist sozusagen der Raketenantrieb. Den leider, leider die meisten Kraulschwimmer vergessen, gerade auf der Langstrecke, und dann verschwenden sie Kraft. Das soll uns natürlich nicht passieren.

    Deshalb übten wir es weitere vier Bahnen lang, und soffen alle sang- und klanglos ab (alle, das heißt, die Streberoma, die nette Frau und ich. Wir waren nur zu dritt). Die eine vergaß sowohl Haifischflosse als auch Streckung, die andere vergaß komplett die Beine und ich vergaß das Atmen.

    Also alles noch einmal langsam: Kraulbeine mit Anemonenfüßen. Haifischflosse mit wenigen cm Abstand zum Körper, völlige Streckung gerade neben dem Kopf (wie Siegerfaust nur ohne Faust). 30 cm unter Wasser Unterarm rechtwinklig, Handfläche zum Boden (Salutieren), bis zum Bauchnabel durchziehen, völlige Streckung mit Daumenstreifen am Oberschenkel, durchziehen und mit der Hand nachschlagen. Dabei natürlich jederzeit das richtige Maß an Schulterdrehung, unterer Rücken aber stabil, Gesicht in Kachelzählposition. Atmung auf jedem dritten Zug, also einmal links, einmal rechts, Kopf dabei nicht zu weit aus dem Wasser (maximal Beckenrand im Blick), Ausatmen kontrolliert und kontinuierlich. Nochmal vier Bahnen.

    Technik ist alles, sagt der Schwimmlehrer. Technik ist jedenfalls ganz schön viel Zeug, sage ich.

    November seit 3390 Tagen

    Letzter Regen: 05. Juli 2015, 22:47 Uhr