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    Montag, 7. November 2011
    Blogging November - 7

    Drei Fragen warf der heutige Tag auf:

    Erstens:
    Wenn man ein Rezept für eine (sehr) scharfe Huhn-Süßkartoffel-Curry-Suppe hat, und da steht: "Lösen Sie das Fleisch von den Hühnerschenkeln. In der Zwischenzeit schneiden Sie die Süßkartoffeln in mungerechte Würfel." - welche Zwischenzeit ist da genau gemeint, bzw. wie könnte ich die Zeit, derweil ich Fleisch von Hühnerschenkeln löse, optimalst ausnutzen, um gleichzeitig noch Süßkartoffeln in mundgerechte Würfel zu schneiden? Gehören nur Personen mit vier Händen zur Rezeptzielgruppe?

    Zweitens:
    Vorgeschichte: Das Kind ist ja nun in der Schule, da gibt es Elternabende und da werden Leute gewählt. Nachdem ich durch eine Falle (eine inakzeptable Person stellte sich zur Wahl auf, ich schlug daher eine angenehme Person als Kandidatin vor, diese konterte und schlug mich vor) Klassenelternbeirat wurde und aufgrund eines unglücklichen Zufalls (4 Personen waren anwesend, 4 Personen mussten gewählt werden) Stadtelternbeiratsvorsitz, kürzte ich bei der Wahl zum Schulelternbeirat die Viertelstunde betretenes Schweigen und unruhig mit den Füßen scharren ab und schlug mich gleich selbst vor und wurde dann noch - ich weiß nicht mehr, wie (ein Automatismus?) und weiß auch nicht mehr, was der Unterschied zwischen beidem ist - Mitglied der Gesamtkonferenz und der Schulkonferenz. In irgendeiner der genannten Funktionen wurde nun heute von einer Mutter ein Vorschlag an mich gerichtet, worum ich mich mal kümmern sollte.

    Frage: kann man gleich die erste Eingabe mit "Liebe Frau Dings, Ihre Anregung ist leider komplett absurd und wird daher definitiv nicht aufgegriffen." abschmettern, oder sollte ich diese ganzen Ämter besser gleich wieder niederlegen?

    Drittens:
    Wo zur Hölle gibt es diesen beknackten Laternendraht, Sie wissen schon, dieses kupferfarbene Teil, das Laterne und Laternenstab verbindet?!

    Freitag, 4. November 2011
    Blogging November - 4

    Bredouillenalarm. Ich befinde mich gerade beruflich in der prekären Lage, eine „spaßige/wunderliche/interessante Information“ über mich zur Verfügung stellen zu sollen, die dann im Internet unter meinem Bild und Namen und Kontaktadresse veröffentlicht wird.

    Nun finde ich mich weder sonderlich spaßig noch möchte ich dringend wunderliche Dinge über mich irgendwo googlebar haben. Dies scheint allerdings zu meinem Job zu gehören. Vor drei Jahren war ich schon einmal in derselben Situation. Hätte ich mir jemals träumen lassen, dass das Thema meiner Magisterarbeit eines Tages als „fun fact“ über mich aufgeführt wird? Jedoch, so war es. Das Leben steckt voller Überraschungen.

    Spaß – auch diplomierter Spaß – scheint aber nur eine begrenzte Haltbarkeit zu besitzen, so dass ich mir jetzt etwas neues ausdenken soll. Was tun? Schnell (das heißt: bis Mitte nächster Woche) noch in einem absurden Randgebiet promovieren? Mir ein lustiges Hobby suchen? Oder einfach etwas frei erfinden, auf die Gefahr hin gebeten zu werden, bei der nächsten Firmenveranstaltung über meine Orchideensammlung/Einhornzucht/international gefeierten Origamierfolge zu referieren?

    Eine harte Nuss. Sie sehen mich ratlos.

    Donnerstag, 3. November 2011
    Blogging November - 3

    Und was sie sagt, das macht sie auch. Heute war dann alles ganz in Ruhe, geordnet und normal.

    War ziemlich langweilig. Gibt daher auch nichts zu erzählen.

    (Wie man's macht...)

    Dienstag, 1. November 2011
    Blogging November - 1

    Halloween:

    Das Kind verschwindet gegen 17 Uhr zu einer Halloween-Party. Edward mit den Scherenhänden soll geschaut und herumgespukt werden. Im Hexenkostüm steigt sie ins Auto der Freundinmutter, bei deren Exmann gefeiert wird, und mir fällt auf, dass ich noch nichtmals weiß, wo der eigentlich wohnt. Gegen 21 Uhr soll sie zurückgebracht werden. Ganz schön ordentliche Feierei für ein 7-jähriges Grundschulkind.

    In der Dämmerung stehe ich auf dem Balkon und sehe die erste Halloween-Truppe anrücken. Ein sehr kleines Kind und drei größensortierte Jungs mit schwarzen Umhängen. Sie stehen im Hof und sagen Sachen wie „boah, voll gruselig hier“, „alles dunkel“, „da oben ist Licht“, „ was ist, wenn hier komische Leute wohnen??“, „Klingel du mal – nee du – nee du – nee du – nee ich trau mich nicht“.

    „Ähem, ich bin nicht komisch und habe Süßigkeiten“, sage ich vom Balkon, und komme mir sofort total komisch und kindsentführerisch vor.

    Der nächste Trupp besteht aus fast schon Teenagermädels. Sie klingeln, ich öffne. Sie stehen da. Stumm. Ich stehe da, abwartend. Sie stehen weiter da. Ich rufe „Wuahhhh gruselig, Hilfeeee!!“. Die Teenagermädels schauen erschreckt-irritiert und sagen durcheinander „Sie müssen nicht erschrecken, wir sind nur verkleidet, wir tun nichts!“.

    Klingeln Nummer drei. Sechs oder sieben Kinder, zwei große zum Aufpassen, diverse kleinere, eins noch etwas wacklig auf den Beinen. „Sütheth oder thaureth“ lispeln die Kleinen, während die großen Handyfotos machen. Ich hole die Süßigkeitenschale, die Kinder stehen da, jedes schon irgendwas in den Händchen. „Habt Ihr keine Beutel?“ , frage ich. Ein etwa 4-jähriges Mädel antwortet an einem Stoffbeutel nestelnd: „Doch, aber es ist für mich immer so eine Beschwerlichkeit, den aufzumachen, und dauert so lang“. Ich warte geduldig und kippe den Großteil der Süßigkeiten hinein.

    Das nächste Klingeln ist zum Glück Frau Herzbruch mit dem Bier. Ich frage, ich ob ich tragen helfen soll, Frau Herzbruch antwortet „Jau!!“, ich tu so als hätte ich nichts gehört, was gut ist, denn Frau Herzbruch trägt gerade mal einen kleinen Handtaschenrucksack und eine Plastiktüte bei sich, hat gar nicht verstanden, was ich gefragt habe aber einfach mal ganz entschlossen geantwortet.

    Gegen 21:30 Uhr wird das Kind wohlbehalten und glücklich abgeliefert und sinkt nach einem Teller Kürbissuppe in Tiefschlaf. Ich sonne mich in dem Gefühl, eine absolut kompetente und ungluckige Mutter zu sein, wohl wissend, mich ein Leben lang als unmögliche Rabenmutter geschimpft zu haben, wenn das irgendwie anders gelaufen wäre.

    November seit 7244 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr