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    Sonntag, 19. November 2017
    Containern

    Wie Sie wissen, sortiere und entrümpele und ordne ich zur Zeit. Die gesamte Zeit, die ich beim Bloggen einspare, nutze ich engagiert für Ausmisten. Alles muss raus!

    Das Schwierige dabei, lassen Sie es sich gesagt sein, ist aber nicht das Aussortieren, sondern das Loswerden der Dinge. So zum Beispiel Elektroschrott.

    Seit ungefähr Juni hatten wir in der Wohnung Elektroschrott in Form eines alten PCs mit Peripherie. Der stand neben der Wohnungstür. Im Oktober war mir dann hinlänglich klar geworden, dass niemand den Elektroschrott auf einem der täglichen Wege automatisch loswürde, also andere Maßnahmen getroffen werden müssten. Ich bat also Herrn N., den Elektroschrott ins Auto zu schaffen und bei Gelegenheit zu entsorgen.

    Letztes Wochenende fuhr ich dann ausnahmsweise mit dem Auto und stellte dabei fest, dass so eine Gelegenheit offenbar noch nicht eingetreten war. Und weiter fand ich ganz zufällig am selben Tag im Keller auch noch eine weitere, ältere Tüte mit Elektroschrott - DVD-Player und dergleichen, die ich mit der im Kofferraum zusammenführte.

    Als ich gestern wieder mit dem Auto fuhr, hatte sich noch immer keine Gelegenheit zur Entsorgung geboten. Aber ich fuhr zu Frau Fragmente und Frau Fragmente hat Lösungen für alles. Wir saßen also in einer kleinen Runde und unterhielten uns über das Leben allgemein und seine Tücken im Besonderen, dabei erwähnte ich den Kofferraum voll Altelektronik. Und dann geschah folgendes: Frau Fragmente erinnerte sich an einen Elektroschrottcontainer ganz in ihrer Nähe, googelte ihn sofort und bot sich - da er etwas versteckt in einer namenlosen Straße lag - als Begleitung an. So kam es, dass ein Teil der Partygesellschaft um 1 Uhr nachts mit dem Auto Richtung Elektroschrottcontainer aufbrach.

    Zunächst schien alles ganz einfach, man musste nur eine kleine Sackgasse wegen Baustelle umfahren und war schon auf dem richtigen Weg, einem Feldweg ins Nichts. Der endete kurz vor dem unbeleuchteten, endgültigen Nichts unvermittelt vor einer Metallschranke. Die Damen Fragmente und Katzentratschen stiegen aus, um unbefugt die Schranke zu öffnen, sie verweigerte sich aber. Per Fernlicht scannten wir ins Nichts hinein und fanden, dass wir richtig waren, irgendwo dort musste der Container sein, es sah genauso aus wie auf GoogleMaps nur halt im Dunkeln. Also zu Fuß weiter. Fragmente und Katzentratschen trugen zusammen die IKEA-Tasche, ich klemmte mir den Monitor, der nicht mehr hineinpasste, unter den Arm. So schritten wir los, im leichten Nieselregen und immer weiter weg von Licht und Zivilisation.

    Wir landeten auf einem kleinen Parkplatz, was sich dort außer vereinzelten Fahrzeugen eventuell noch befand, kann ich nicht sagen, es war nämlich mittlerweile sehr dunkel. Und alle hatten ihr Handy (Taschenlampenfunktion) im Auto gelassen, warum die anderen weiß ich nicht, aber ich ganz bewusst, es ist einer meiner ganz ehernen Grundsätze, nie mit dem Handy in die Nähe von Elektroschrottcontainern zu gehen, man macht sich dann hinterher nur Gedanken, wenn man es mal kurz nicht finden kann, oder träumt sogar Unerfreuliches!

    Also tasteten wir uns vor. Eine große Pfütze erkannten wir noch und dann weiter hinten mehrere kastenartige Objekte, dazwischen unidentifizierbares Terrain, vielleicht Acker, vielleicht Gras, vielleicht auch ein Schlammloch ohne Boden, das Menschen aufsaugt und verdaut?

    Kurz überlegte ich auch, ob wir möglicherweise insgesamt Gefahr wären, gruselige Monster, die aus der Dunkelheit hervorbrechen, Zombies oder Außerirdische oder Moorleichen oder so etwas. Horrofilme fangen aber immer mit heiler Welt an, nie damit, dass drei Frauen nachts um eins zu Fuß Elektroschrott entsorgen, weil sie in ihrem normalen Alltag keine Zeit dazu finden. So etwas habe ich noch nie gelesen oder davon auch nur gehört. Wir waren also in absoluter Sicherheit.

    Die Restschwierigkeit bestand dann noch darin, den richtigen Container zu identifizieren. Auf dem ersten konnte ich per Auge noch was mit "Textil" entziffern, die rechts daneben waren per Nase zuzuordnen, Frau Katzentratschen rief aber schon "links, der sieht irgendwie ungewohnt anders aus" und der war es dann auch. Und mein Schrott passte noch hinein und ich habe nicht versehentlich noch den Autoschlüssel hinterhergeworfen.

    Besser kann ein Abend gar nicht enden.

     
    Darf man bei Ihnen
    nachts Container befüllen? Hier nur werktags zwischen 7.00 und 19.00 Uhr (Und wehe, Sie sehen einen Samstag als Werktag an. Elektroschrott wäre noch das Harmloseste, womit Sie beworfen würden.)

    (Ich habe übrigens meinen Namen geändert, falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten. Die Trippmadam war mir irgendwann zu doof.)
     
    Klar weiß ich wer Sie sind.

    Falls an diesen Containern Einwurfzeiten standen, konnte man die nicht lesen, es war ja stockdunkel da im Nichts. Und auch im Umkreis von ca 500 Metern kein Haus oder so, wo sich wer gestört fühlen könnte. Ein verlassener dunkler Parkplatz zwischen Sportgelände und Acker. Selbst wenn es da Öffnungszeiten gibt, werden soll auf die Einhaltung achten?

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    Sehr kurzweilige Geschichte ;-)

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    In Rostock holt die Stadtentsorgung Elektrokleingeräte nach Anmeldung kostenlos von zuhause ab!
     
    Ein Umzug nach Rostock scheint mir aber schon ein wenig aufwändig, um eine mittelgroße Tüte Schrott loszuwerden.
     
    In der Tat. Das war auch nicht meine Motivation, als ich nach Rostock zog, ich ließ mich vielmehr von der Aussicht auf Schiffe und Strand locken.

    Ich freue mich einfach darüber, dass es wenigstens diese eine Sache gibt, in der Rostock offensichtlich Pionierarbeit leistet.
     
    ;-)

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    Sehr schöne Geschichte. Wenn sie und ein paar andere nix schreiben kann man hier ja nicht mehr lesen. Das geht einfach nicht. Habe ich ernsthaft versucht. Stand in einem Blog dass da jemand a bisserl Dünnschiss hatte. Bei allem Respekt. Wer geht denn in der analogen Welt durchs Haus, klingelt an jeder Tür, und erzählt denen dass er Dünnschiss hat. Nach Klopapier fragen ja. Manchmal wirklich erschreckend, wenn nicht sogar verstörend was da so mitgeteilt wird.

    Und über Bande ist ihre Geschichte auch extrem lustig. Ich weiß schon in Deutschland hören sie so etwas nicht gerne was jetzt kommt. Das ist ihnen in der Regel zu anarchisch oder old School. Aber mitten in der Nacht und völlig im Dunklen auf einem Mistplatz schmeiß ich (Österreicher) den Mist einfach in irgendeinen Container. Das die Damen auch noch im Dunklen den Müll/Schrott in den dafür vorgesehenen Container entsorgten, drängt mich schon zu allergrößten Respekt. Sehr deutsch. Habt ihr auch schön in einer Reihe angestellt;-)
     
    Herr Schizophrenist, ich bitte Sie. Wenn ich mein Zeug in irgendeinen Container schmeißen will, muss ich es doch nicht erst wochenlang im Auto herumfahren und dann damit nachts aufs Land! Natürlich haben wir das alles schön ordentlich gemacht. Und bevor es wieder ins Auto ging, die Füße abgetreten!
     
    Der Herr S. kam mir zuvor
    Zwei kleine Röhrenfernseher und einen Desktop PC mit Monitor habe ich sogar bei uns im Mietshaus in den Restmüllcontainer geschmissen. Es war so um 23 Uhr im Herbst. Der Hausmeister pennt das schon. Das Spannendste war, im Hausflur an der Tür des schlafenden Hausmeisters vorbei, der wohnt direkt unter mir. Bin aber nicht erwischt worden. Im Moment helfe ich gerade trotz Depression und Erkältung einem Kumpel beim Auszug. Diesmal werden wir wohl den Sperrmüll ordentlich entsorgen und nicht irgendwo auf dem Feld. Der einzige Elektroschrott war ein oller, aber noch funktionierender Kühlschrank, den zwei Russen nicht haben wollten, weil er Ihnen nicht gut genug zum Weiterverkauf in Osteuropa war. Den hat dann aber noch ein Typ für 20 Euro genommen, dessen Kühlschrank kaputtgegangen war. Ebay Kleinanzeigen ist ziemlich genial.
     
    WFN entschuldigen sie bitte. Aber sie wollten ja gar nix. Wollen hätte eigentlich der Herr N. sollen. Und dann wurden sie ja zum "Containern" mehr oder minder hingeführt. Bei Füße und abtreten bin ich aber schon wieder ganz bei ihnen.

    Aber Müllplatz ist schon eine Delikatesse. Gute Frauen. Endlich einmal etwas Heiteres über Damen ganz ohne Sexismusverdacht.

    Die Kinder in Afrika die in Elektroschrott machen wird`s auch freuen. Kommt die deutschen Container ist alles fein säuberlich getrennt. Im österreichischen Container herrscht hingegen schon das Chaos.
     
    Herr Dreadpan und Herr Schizophrenist, ich wollte in erster Priorität, dass das Zeug meinen Einzugsbereich verlässt (auch den erweiterten, sprich: Autokofferraum), in zweiter, dass es das ordnungsgemäß tut, in dritter, dass ich daran möglichst wenig beteiligt bin. Irgendwo muss man Abstriche machen. 1 und 2 konnte ich umsetzen, an 3 hat es halt gescheitert. Man muss seine Grenzen kennen. Ich bin zufrieden.

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    es beruhigt mich sehr, dass andere Leute mindestens ebenso skurrile Aktionen starten, wie ich das regelmäßig betreibe, nur um Müll ordnungsgemäß loszuwerden.
    Für Elektroschrott habe ich ja den Sperrmüll im Edelviertel als geniale Entsorgungsmethode entdeckt. Wenn bei uns auf der Schloßallee Sperrmüll ist, dann fahren die Polen-/Rumänen-/Flohmarkthändlerautos schon immer fünf Tage vorher regelmäßig dort im Kreis und nehmen eigentlich bedenkenlos alles mit, was die Leute, die in dieser Gegend wohnen, an die Straße stellen. Ich habe dort neulich den PC meines Onkels dazugestellt, (den wir übrigens im Flugzeug aus Borkum mitgebracht haben, weil er sich auf dem Festland ja leichter entsorgen lässt), das dauerte keine zwei Minuten, da hielt schon der erste und sammelte ihn ein.

    Was ich persönlich sehr kompliziert in der Entsorgung finde, ist Altöl aus der Fritteuse. Haben Sie dafür einen Vorschlag? (Außer ölfrei zu frittieren, was zugegeben sicher gesünder wäre, aber das wäre auch ein anderes Thema.)
     
    Altes Frittieröl entsorgen?
    Mülleimer mit starkem Müllbeutel auskleiden, ggf. Küchenpapier oder zerknüllte Zeitungen zum Aufsaugen hineinlegen, Öl reingießen, Beutel gut zuknoten (Die ganz Vorsichtigen nehmen einen zweiten Beutel) und ab in die Tonne. Die MVA wird es Ihnen danken.
    Ich muss allerdings zugeben, dass ich keine Fritteuse besitze sondern wenn überhaupt in der Paella-Pfanne oder im Topf frittiere, wenn es denn einmal selbst gemachte Pommes sein müssen. Bei großen Mengen geht aber auch ein Plastik-Kanister, z.B. einer, in dem destilliertes Wasser war oder Sie heben einfach die Ölflaschen auf und füllen das abgeranzte Öl zurück. Die Flaschen können Sie fest verschließen und ebenfalls über den Hausmüll entsorgen.
    Oder ist das alles doof und in Wahrheit die größte Umweltsauerei seit Seveto?
     
    Bei uns sammelt man das zB in alten Gläsern, Flaschen und gibt es am Mistplatz ab. Dort gäbe es sogar kostenfrei einen WÖLI.
     
    Ich habe das Fett immer in alte Milchtüten hinein gegossen (Trichter) und dann in den Hausmüll geworfen. Hier wird der Müll eh verbrannt, dann müssen die weniger Gas zufeuern.
     
    Frau Anje, ich keine Fritteuse, wollte mir immer mal eine anschaffen, aber wenn ich nun höre, dass ich mir da gleich das nächste Entsorgungsproblem aufhalse, lasse ich das natürlich bleiben!

    Ansonsten kann ich es natürlich total verstehen, einen PC aus Borkum per Flugzeug zur ordnungsgemäßen Entsorgung ins Rheinland zu transportieren. Ich habe selbst auch schon größere Mengen an Sondermüll immerhin über 200 km Autobahn nach Düsseldorf gefahren, weil ich dort die Entsorgungsmöglichkeiten kannte, hier aber nicht.
     
    Ja, eine für mich praktikable Lösung für das Altöl-Problem habe ich tatsächlich immer noch nicht gefunden, denn die vorgeschlagenen Varianten kommen für mich aus verschiedenen Gründen nicht infrage. So besitze ich zum Beispiel keine extra starken Müllbeutel und ich wüsste auch gar nicht, wie und wo ich so etwas kaufe. Mein Einkaufsradius ist halt eher beschränkt. Überhaupt finde ich die Kombination von Frittier-Altöl und Plastik kompliziert, denn auf den Gedanken, es einfach wieder zurück in die Herkunftsflasche zu schütten, bin ich auch schon gekommen. War aber eher suboptimal, denn da ich das stinkende Frittierfett nicht über Nacht in der Küche stehen lassen wollte, habe ich es nach Abschalten der Fritteuse bereits umgefüllt. Ich sag mal so: nicht nachmachen.
    Deshalb finde ich auch die Vorstellung, es in einen Müllbeutel, wie stark auch immer der sein mag, zu schütten, wenig attraktiv.
    Glasflaschen sind da sicherlich haltbarer, aber Glasflaschen gehören nicht in den Restmüll, das widerstrebt meinem ausgeprägt gehorsamen Mülltrennungsgen.
    Eine Frittieraltölsammelstelle fände ich gut, aber zumindest in meinem Umfeld habe ich noch keine entdeckt.
     
    Ach, und Nachtrag: die Idee, das Altöl in leere Milchtüten zu gießen, finde ich grundsätzlich gut, scheitert aber schon wieder daran, dass wir unsere Milch fast immer in Flaschen kaufen. Ich sach ja: Es ist kompliziert.
     
    Pro Tip, die Fritteuse verkaufen ;-)
    SCNR

    Wir haben vor 15 Jahren den Schritt gewagt und es geht auch ohne.
     
    es ist mir ja schon peinlich, dass ich alle Tipps als untauglich verwerfe, aber auch ein Verkauf der Fritteuse würde das Problem nicht lösen, da ich die - eben wegen der komplizierten Altölentsorgung - tatsächlich schon seit Jahren nicht mehr benutze. Aber auf das Fondue zu Weihnachten will bei uns keiner verzichten und genau hierdurch stellt sich für mich mindestens einmal jährlich das Entsorgungsproblem. Aber vielleicht sammle ich dieses Jahr im Vorfeld Milchtüten, dieser Vorschlag gefiel mir wirklich grundsätzlich am besten, und leere Milchtüten wird man ja wohl irgendwie beschaffen können.
     
    Getränkekartons (statt Milch) sollten es auch tun, aber ich kenne da nicht Ihre Einkaufsgewohnheiten.
    (Oder rumfragen, ob jemand welche abzugeben hat - wär das eine mögliche Lösung?)

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