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    Montag, 1. November 2010

    Heute habe ich mich hauptsächlich aufgeregt. Über einen neuen Mitarbeiter, der immer grenzdebil herumgrinst, einem zu nah hinterherrennt, ständig Türen aufhalten möchte, dazu aber zu langsam ist so dass es zu Kollisionen kommt und der nach dem ersten Arbeitstag abends fleißig daheim saß und alle Leute bei Xing befreundet hat mir auf den ersten Blick noch nicht so sympathisch ist. Und über ELENA. Und über noch viel mehr, aber egal.

    In der Bahn war eine ältere Dame, die sich auch aufregte, und zwar über die Verwendung von Olivenöl in allen möglichen Rezepten in einem Kochbuch, das sie in der Hand hielt und bald auch vor meinem Gesicht wedelte. Sie möge kein Olivenöl, ließ sie mich wissen. Ich berichtete, dass ich Olivenöl zwar ok fände, aber oft neutrales Öl vorzöge. So habe meine Gastoma in Spanien beispielsweise Spiegeleier in Olivenöl gebraten, was mir nicht so recht schmecken wollte. Die alte Dame lehnte Olivenöl jedoch total und komplett ab und sagte, nun könne sie mit dem Rezeptbuch gar nichts anfangen. Ich schlug ihr vor, das Olivenöl doch einfach durch ein anderes zu ersetzen. Worüber sie sich dann jedoch fürchterlich echauffierte: man könne mit Rezepten nicht einfach machen, was man wolle. Regeln müssen eingehalten werden. Wenn es dort so steht, sei Olivenöl zu nehmen oder eben etwas ganz anderes zu kochen. "So geht es nicht, junge Frau!" Ich habe mir dann Kopfhörer aufgesetzt und die Augen zugemacht.

    Und abends hab ich wieder Rouladen gekocht, aber den weder den ominösen Knochenschinken noch sonstigen genommen und den Rotwein gegen Holundersaft getauscht. War extrem lecker, ätsch, alte Schachtel.

     
    Meine Mom erzählte in den letzten Tagen mehrfach von westfälischem Knochenschinken, den sie für Ihre aktuellen Gäste beim Metzger erwarb und von den Gästen sehr geliebt wird...
     
    Belegtes Brot mit Schinken mag ich - Schinken in Fleisch fand ich aber des Guten zu viel. Ohne war mir lieber.

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    Wohl wegen des Olivenöls! Ätsch, Frau Novemberregen, Punkt für die alte Schachtel.
     
    So ein Quatsch. Die Rouladen waren göttlich. Die olle Schachtel hat keine Ahnung und ist wie Viele ihrer Generation schlicht obrigkeitshörig. Regeln muss man einhalten. Tsss... Verkehrsregeln vielleicht.
     
    Von wegen Verkehrsregeln! Ich hab mir erzählen lassen, deine Gattin fährt Fahrrad auf dem Bügersteig!!
     
    Ach, hörense auf - wie man es macht ist es ja falsch. Schieben ist auch verkehrt, und wenn Sie sich mit Kind hintendrauf auf die Straße wagen und nicht bei Grün von 0 auf 100 beschleunigen hupen alle so, dass Sie fast vom Rad kippen und dann muss ich wieder gegen Autoscheiben hämmern und das ist dann auch nicht recht. Am Schlimmsten ist es, wenn ich (ordnungsgemäß) in die in Gegenrichtung für Fahrräder freigegebene Einbahnstraße fahre. Das rafft nämlich gar keiner, fragen Sie nicht wie viele Nörgeler ich schon aus ihrem Auto raus respektive vom Fußweg aus zum entsprechenden Schild schleifen musste, um sie zu belehren, das Belehren sein zu lassen. Vielleicht bin ich auch einfach zu viel unterwegs, ich rege mich tatsächlich immer unverhältnismäßiger auf. Neulich ist ein Ehepaar vor mir in eine Einfahrt geflohen und hat die Tür von innen verriegelt. Ich weiß auch nicht.
     
    An den Rouladen war doch gar kein Olivenöl.
     
    unser alter dorfmetzger schrieb ja immer rolladen. aber das ist ein anderes thema.
     
    Bei uns in der Bäckerei im Haus gabs immer "Opskuchen".
     
    Und er Dönermann ums Eck hat ganz oft "gefühlte Paprika"!
     
    Ich mache übrigens auch Rouladen mit Olivenöl. Aber ohne Knochenschinken.

    Ich sah mal einen Dönerladen, bei dem gab es außerdem auch noch Sandwiches, Chicken und Snakes.
     
    Und ich fand beim Türken mal einen Flyer, in dem der Campingplatz des Cousins in der fernen Heimat beworben wurde: "Bei uns können Sie in der Sonne faulen."
     
    Nochmal zu der Fahrradsache zurück: Schieben ist verkehrt, sagen Sie? Jetzt aber nicht wirklich, oder? Also, es beschweren sich zwar manche darüber, aber eigentlich wär das schon richtig, oder?
     
    Richtig und falsch ist nicht immer eindeutig.

    Laut Straßenverkehrsordnung muss ich natürlich auf der Straße fahren. Bzw. auf dem Radweg, wenn einer vorhanden ist. An der Stelle, an der ich oft auf dem Gehweg fahre, ist ein Radweg vorhanden. Der ist allerdings meist zugeparkt, so dass ich nicht "richtig" auf dem Radweg fahren kann. Ich muss dann "zweitrichtig" auf der Straße fahren oder auf dem Gehweg schieben. Das halt ich aber beides für falsch, erstes weil die Straße viel befahren und vierspurig und mir deshalb mit Kind hintendrauf einfach zu gefährlich ist und zweites weil ich grundsätzlich nicht ein Fahrrad bei mir führe, um das neben mir herzuschieben [absurd]. Der Gehweg ist an dieser Stelle ungefähr so breit wie zwei Fahrspuren und - weil an einer Hauptstraße gelegen - wenig benutzt. Ich finde es deshalb für mich persönlich richtig, dort auf dem Gehweg zu fahren, wenn der Radweg versperrt ist, auch wenn die Straßenverkehrsordnung das als falsch ansieht. Die Konsequenz, ein Ordnungsgeld zu zahlen, wenn einer der (häufig dort Fahrzeuge kontrollierenden) Ordnungsamtleute meiner Logik nicht folgen kann, kann ich in Kauf nehmen. Wozu es übrigens noch nie kam. Wenn sich ein Passant, der ja nun weder Exekutive noch Judikative ist, extra über den sehr breiten Gehweg bis zu dem Streifchen, das ich anstelle des Radweges befahre, hinüberbemüht um mich auf dieses Fehlverhalten aufmerksam zu machen, finde ich, muss er mit der Konsequenz leben, meine Ungehaltenheit zu verspüren.

    Auch ist richtig und falsch schwierig, wenn das Kind selbst fährt. Ist der Radweg versperrt, gehört das Kind auf den Gehweg und ich auf die Straße. Dass ich das Kind dann nicht mehr ordentlich beaufsichtigen kann, ist klar. Dass die eigentliche "Gefahr" für Passanten auf dem Gehweg vom Kind ausgeht, und nicht von mir, falls ich dem Kind eben doch auf dem Gehweg hinterherfahre, ist ebenso klar. Es mag also richtig sein, dass ich dann auf der Straße fahre und das Kind nach Gutdünken und ohne weisende Worte auf dem Gehweg. Ob es wirklich schlau und das Beste für alle Beteiligten ist, sei aber dahingestellt.
     
    Es ist auch nur richtig im Sinne der StVO, andererseits verletzt Du aber Deine Aufsichtspflicht, wenn das auf dem Gehweg wild fahrende Kind andere Passanten verletzt, was Du nicht verhiindern konntest von der Straße aus. Sehr schwierig alles...

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