• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Donnerstag, 9. Mai 2019

    Alles unter Kontrolle, alles unter Kontrolle. Kurz vor dem Wecker aufgewacht, ja, das geht auch. Ereignisloser Weg ins Büro. Dort alle bis auf eine wieder eingefangen nach der großen Aufregung, keine neuerlichen Zwischenfälle, weiter Dinge abgearbeitet und jetzt nur noch ein Bodensatz an Altlasten auf der Liste. Ab morgen könnte es entspannt werden. Erfahrungsgemäß passiert dann aber immer "irgendwas", jedenfalls war das in den letzten ca. 4 Jahren so. Jedes Mal, wenn ich denke, okay jetzt wird alles lässig: bämm. Schauen wir mal.

    Zum Abendessen gab es Spargel, aber nur für mich. Die anderen wollten keinen. Ich weiß wirklich nicht, was an Spargel so toll ist. Er stört mich nicht, aber es ist doch irgendwie nichts Besonderes daran? Meine Theorie ist, dass das Leckerste an Spargel seine Frische ist. Würde man ein beliebiges anders Gemüse ebenso knackig frisch verzehren, würde es auch ganz genauso gut schmecken. Ich werde Spargel jedenalls nur noch auswärts essen, denn der ist mir auch einfach zu anstrengend und wird so schnell wieder kalt, während man noch in der Hollandaise rührt. Mögen sich andere den Stress damit machen.

    Den Rest des Abends konnte ich mich leider nicht bewegen weil unter der Kuscheldecke der Kater auf mir schlummert. Ob ich ins Bett gehen kann, ist noch unklar, möglicherweise schlafe ich hier auf der Couch.

    Mittwoch, 8. Mai 2019

    Es geht auch ganz anders, nämlich: um 20 vor 6 total verlegen aufgewacht, mit einem Nacken aus Beton, entsprechenden Kopfschmerzen, einem verstopften Nasenloch, einem piepsenden Ohr und zwei eingeschlafenen Händen. Aufgestanden, ins Bad gehumpelt, die Hände so weit wachgeschüttelt, dass sie eine Ibu aus der Packung fummeln konnten, dem Kind einen Wecker ans Bett gestellt und wieder schlafen gegangen. Um 6:40 vollkommen geheilt und sehr fit von allein wach geworden.

    Als ich aus der Haustür trat zögerte ich kurz, denn der übliche Weg ins Büro kam mir unerträglich langweilig vor. Radfahren war mir aber gerade zu anstrengend, ich wollte lesen. Also ging ich statt zur S-Bahn zum Bahnhof und fuhr von dort mit dem Zug, dann weiter mit der U-Bahn, Rest zu Fuß.

    Im Büro hatte ich mir ja für heute Zeit zum Nachdenken geschaffen. So konnte ich 6 Stunden lang Finanzreports lesen (und prüfen), die Berichte für das ganze erste Quartal habe ich nämlich vor zwei Wochen erst erhalten (aus diversen Gründen, keiner davon überzeugend) und hatte seitdem keine Zeit. Also jetzt Januar bis April. Puh, so ein Büro ist ganz schön teuer.

    Zwischendurch warf ich noch eine halbe Stunde lang alte Akten weg und hurra, dabei tauchte Dokument Nr. 2 der vier Dokumente auf, deren Suche diese ganze Aktion überhaupt ausgelöst hat. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass wir überhaupt etwas finden. Vielleicht tauchen die übrigen zwei Sachen auch noch auf.

    Ansonsten ist durch meine Bereinigungen am Freitag die Stimmung an einigen Stellen immer noch recht getrübt, deshalb lief ich viel umher und schwatzte, um den Eindruck zu transportieren, dass halt überhaupt nichts ist, alles völlig normal. (Ist es auch.)

    Was mir heute zum ersten Mal überhaupt passiert ist: dass mir jemand einen Entwurf für seinen Arbeitsvertrag schickt. Was es alles gibt!

    Auf dem Heimweg regnete es; als ich nach Hause kam, machte ich mir eine Tasse Tee und freute mich, denn es gibt kaum etwas, das ich gemütlicher finde, als im Regen nach Hause zu kommen und eine Tasse Tee zu trinken.

    Pfannkuchen zum Abendessen denn der Gemüsemann hatte ordentlich Verspätung. In letzter Zeit kommt er eigentlich immer erst gegen 20 Uhr - ich hoffe, er fängt morgens auch erst entsprechend spät an zu arbeiten.

    Den ganzen Tag über einen Ohrwurm von Clara Schumanns "Abendfeier in Venedig". Es gibt schlimmere Ohrwürmer, hören Sie selbst.

    Dienstag, 7. Mai 2019

    Wecker um halb 7. Während 6 eine Unzumutbarkeit, eine Katastrophe, der Niedergang der Zivilisation ist, ist halb 7 total okay. Easy. Völlig normal. Ich selbst habe ja eigentlich auch gar keine Verpflichtung, zu einer bestimmten Zeit aufzustehen, weil ich arbeiten gehen kann, wann ich will. Nur habe ich halt ein schulpflichtiges Kind. Das aber jetzt manchmal erst zur zweiten Stunde Unterricht hat, hurra.

    An der Treppe, die zur S-Bahn hinunter führt, war vor mir ein Mann mit drei Koffern und er versuchte, sie alle gleichzeitig zu tragen, drei Treppen hinunter. Ich bot meine Hilfe an, aber er lehnte ab. Muss man nicht verstehen. Ich ging weiter, hinter mir polterte es sehr.

    Beim Bäcker riss ich schwungvoll die Tür aus den Angeln. So eine Glastür. Ich fing sie aber noch auf, trotzdem war es mir etwas unangenehm. "Was haben Sie denn gefrühstückt?!" fragte die Verkäuferin, als sie mir half, die Tür an eine Wand zu lehnen. "Ja noch nichts, deshalb bin ich ja hier!" antwortet ich. "Gebt der Frau Essen, sie ist gefährlich." Ich bekam Kaffee und ein belegtes Brötchen aufs Haus. Bei allem Schreck im Gesicht der Belegschaft ging es nämlich weniger darum, dass die Tür aus den Angeln fiel - das Problem war bekannt - sondern darum, dass man vergessen hatte, sie abzuschließen und ein Schild anzubringen, damit nur die andere verwendet wird und sich niemand verletzt.

    Dafür gab es im Büro heute keine besonderen Ereignisse und ich habe nun alles so weit unter Kontrolle gebracht und abgearbeitet, dass ich ab morgen sogar hin und wieder Zeit haben werde, über das nachzudenken, was ich tue. Sozusagen Tiefenentspannung.

    Auf dem Heimweg in der S-Bahn versuchte ich, das Hörbuch weiterzuhören, was mir aber nicht gelang. Es ist einfach zu interessant, was die Leute um einen herum so erzählen. Heute saßen drei Junge Männer im gegenüberliegenden Vierersitz, der eine war gerade von seiner Freundin verlassen worden, zu seinem völligen Unverständnis. Er kam aus dem Urlaub zurück und dachte, man trifft sich auf Essen und Getränke, statt dessen gab es ein Trennungsgespräch. Die zwei Kumpels konnten ihm auch nicht erklären, wie es dazu kam, wussten aber von ähnlichen Situationen zu berichten. Einer sagte, er habe doch tatsächlich nach einem Jahr Beziehung festgestellt, dass seine Freundin ein völlig anderer Mensch sei als er selbst und das würde doch arg Vieles verkomplizieren: man könne überhaupt nichts als gesetzt betrachten, alles müsse immer ausgehandelt werden und noch nichtmals herrsche unstrittige Übereinkunft, was es überhaupt bedeute, eine Beziehung zu führen. Eine Auflösung gab es nicht, als ich ausstieg waren die drei jungen Männer gemeinsam ratlos.

    Wieder zu Hause schaute ich in den Briefkasten. Der Briefkasten und ich haben derzeit eine leicht belastete Beziehung und wenn ich ihn öffne denke ich immer nur "Bitte nichts Kompliziertes!!" - sage das sogar meist laut vor mich hin. Heute war gute Post darin, ich muss sie aber gedanklich erst noch verdauen, bevor ich sie beantworte.

    Zu Hause bereitet ich schnell etwas zu Essen zu um dann festzustellen, dass M bei einer Freundin, ist, dort von einer anderen Mutter abgeholt wird und erst gegen 22 Uhr nach Hause kommen wird. Andererseits gut möglich, dass sie dann auch noch Hunger hat, das Gemüsefach musste sowieso leergekocht werden, weil morgen die neue Gemüsekiste kommt, es gab/gibt also asiatische gebratene Nudeln mit allem möglichen Gemüse.

    Ich selbst ging kurze Zeit später zum Sport auf, der neue Kurs hat heute begonnen. Der Kurs findet in meiner Kampfsportschule statt, in der ich aber momentan keinen Kampfsport betreibe, weil mir die Zeit für regelmäßiges Training fehlt. Es handelt sich um einen "Gesundheitskurs" in dem auch die Formen immer mal durchgegangen werden, dazu viel Dehnen, alles nicht zu anstrengend. Wobei meine Arme und Beine doch sehr zucken, wenn ich die Pratzen sehe oder am Sandsack vorbeikomme. So ganz abgeschlossen ist das Kapitel Kampfsport noch nicht.

    Zwischendurch immer wieder bedauert, dieses Jahr nicht auf der re:publica zu sein. Nächstes Jahr muss das einfach wieder klappen.

    Montag, 6. Mai 2019

    Wecker um 6 und nein, wirklich, eine Katastrophe. Ich war nämlich gerade Skifahren, einen mittelsteilen Abhang hinunter, es ging erstaunlich gut (ich stand seit ca. 30 Jahren nicht mehr auf Skiern), ich glitt und bewunderte das Bergpanorama und dann zog mich wer wie an einem Angelhaken am Kragen aus der Landschaft raus, schräg oben nach rechts über den Hang, in einer Spirale, dazu dröhnte es "biep-biep-biep-biep", meine Hand schlug auf den Wecker, ich sprang reflexartig auf, mir wurde schwindlig, dann schlecht, ich stolperte ins Ms Zimmer, weckte sie, schickte sie ins Bad und schlief in ihrem Bett wieder ein. Eine halbe Stunde später wachte ich auf und war top fit.

    Nach Anziehen, Tee und Apfelkuchen radelten wir zum Kinderarzt. Tipp für Eltern mit Kindern, die vor 2006 geboren wurden: mal den Windpocken-Impfstatus überprüfen. Vielleicht haben ihre Kinder nämlich, wie M, nur eine Windpocken-Impfung, was daran liegt, dass vor 2006 der Vierfachimpfstoff MMRV noch nicht zugelassen war. M hat also eine MMR Impfung bekommen und eine MMRV, und die zweite Varizellenimpfung (ohne die der Impfschutz nicht vollständig ist) ging dann leider irgendwie vergessen.
    Wurde aber heute nachgeholt, alles gut.

    Danach brachte ich das Kind zur Schule, sie wollte gerne mal - so wie früher - auf dem Fahrrad zur Schule geschoben werden und dabei erzählen. Und von da fuhr ich weiter ins Büro.

    Im Büro hatte ich am Freitag ja ein kleines beabsichtigtes Trümmerfeld hinterlassen, um es zukünftig schöner wieder zusammenzusetzen. Natürlich kann man dabei immer nur die Steinchen verwenden, die man hat. Heute gab es dann einen, wenn man die Situation genau kennt (was aber nur auf drei Personen zutrifft), irrwitzig lustigen Plot-Twist der auch noch so vorteilhaft ist, dass man sein Glück kaum fassen kann und der - wenn er sich tatsächlich realisiert - nochmal ganz andere Steinchen liefern wird. Ich bin sehr gespannt.

    Eine weitere Mission hatte ich heute. Der Nachfolger vom Oberchef schreibt mir nämlich "manchmal" (also: dieses Jahr bisher zweimal) am Wochenende Mails in denen z.B. steht: "Es gibt spannende Entwicklungen in Sache xy, kann aber auch bis Montag warten." Ich weiß damit nicht gut umzugehen. Warum schreibt er mir, wenn es bis Montag warten kann? Will er eine Antwort? Will er angerufen werden? Warum schreibt er nicht, worum es geht? Das habe ich heute geklärt und ihm mitgeteilt, dass er sagen muss, wenn ich am Wochenende reagieren soll, und zwar unmissverständlich. Subtil funktioniert nicht. Darauf konnten wir uns einigen.

    Ansonsten immer noch Totalchaos. Es hilft ja wenig, mit einem Schnapsglas Wasser zu schöpfen, während man gleichzeitig Dämme reinreißt. Aber immerhin ist seit heute alles unter Kontrolle. Nicht erledigt, bei weitem nicht, aber keine ungeöffneten Umschläge, ungelesene Mails, in Stapeln verschwundene Vorgänge. Das Chaos ist seit heute Nachmittag transparent, das ist ein deutlicher Fortschritt!

    Mittags war ich mit zwei Kolleginnen Sushi essen. Gehen drei Frauen Sushi essen und keine von ihnen mag rohen Fisch. Da kann man sicher auch einen Witz draus machen.

    Gegen 18 Uhr verließ ich das Büro, erinnerte mich gottseidank, dass ich das Fahrrad an der Haltestelle bei der Schule geparkt hatte, nicht an der Haltestelle in der Innenstadt, fuhr nach Hause und fuhr sofort wieder los, um für den Wochenkochplan einzukaufen und das Kind abzuholen. Ich kaufte in einem fremden Supermarkt ein, daher dauerte alles viel, viel länger als geplant, dann war das Kind aber auch noch viel zu spät, letztendlich waren wir erst um 20 Uhr zu Hause und der Kochplan für heute daher obsolet denn nach 20 Uhr bin ich für nichts mehr zuständig, da habe ich frei. Das ist eine Regel, die ich schon vor vielen Jahren eingeführt habe. Also wurde Pizza bestellt, ich bestellte mit Knoblauch und scharf, bekam das aber nicht, dafür erinnerte sich der Pizzadienst, dass er bitte keine Flasche Wein als Geschenk mitbringen soll, das war gut.

    Jetzt noch lesen, dann schlafen.

    Sonntag, 5. Mai 2019
    Wmdedgt 5/2019

    (Die übrigen Beiträge dazu hier)

    Wecker um 9:30. Wird eigentlich auch mal wieder ein Tag kommen, an dem ich mir keinen Wecker stellen muss? Heute wegen Gesangsstunde. Keine besonderen Vorkommnisse. Nächste Woche findet die Gesangsstunde statt per Computer zur Abwechslung mal wieder live im Studio statt, mit allem drum und dran, Mikro, Mischdings etc. Das wird lustig.

    Nach der Gesangsstunde sofort wieder in Schlunzklamotten gewechselt. Ich hatte mir ja vorgenommen, den Tag auf der Couch oder doch zumindest in der Wohnung zu verbringen. Das ist mir gelungen. Leider zunehmend genervt, weil ich immer wieder an dieselben Baustellen stoße, an denen ich auf andere warten muss, um weiterzukommen. Ein Schrank zum Beispiel soll der allgemeinen Vereinbarung nach weg, darin sind aber Sachen von M, die muss sie rausnehmen, bevor er weg kann. Steht halt da. Zwei Kisten sollen von Herrn N und M durchgesehen werden, bevor der Inhalt weggegeben wird. Stehen halt da. Ab morgen bin ich ja erst einmal wieder anderweitig beschäftigt, aber wenn ich mich das nächste Mal drüber ärgere, handele ich. Was nicht durchgeschaut wird, kann ja so wichtig nicht sein.

    Frühstück war irgendwann gegen Mittag, Kuchenbacken (Apfelkuchen) daher irgendwann gegen Abend. Zwischendrin drei Maschinen Wäsche, zweimal die komplette Küche aufgeräumt, mit den Eltern telefoniert, ein Buch gelesen. Und plötzlich eine Idee gehabt, was ich mit meinem GooglePlay-Guthaben machen kann, nämlich: Hörbücher kaufen. Habe ich noch nie gemacht, aber in letzer Zeit war mir öfters nach Unterhaltung beim Kochen oder Wäschemachen, das Radio hat sich aber leider als völlig ungeeignet erwiesen, zu viel unaushaltbares Gerede, bei dem man jeglichen Glauben an die Menschheit verliert. Nun probiere ich das also mal mit Hörbüchern aus.

    Zum Essen gab es kreativ kombinierte Reste der Vortage: die verschiedenen Grillfleischsorten gezupft und angebraten, die verschiedenen Grillgemüsesorten gewürfelt mit Cocktailtomaten und Pesto vermischt, dazu Nudeln, obendrauf Schafskäse. Alle außer mir fanden es sehr lecker. Ich selbst mag einfach keine Reste, ich habe deshalb nur den Schafskäse und die Cocktailtomaten rausgepickt und dann Apfelkuchen gegessen.

    Ansonsten nix. Noch ein paar Pläne gehabt an Erledigungen, Korrespondenz, Sortierungen, aber nichts davon umgesetzt. Auch egal.

    November seit 4869 Tagen

    Letzter Regen: 23. Juli 2019, 00:14 Uhr