• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Dienstag, 24. Juni 2014
    Blogging November - 966

    Wie möglicherweise hier schon das eine oder andere Mal durchklang, empfinde ich ein gewisses, von Hysterie nur schwer abzugrenzendes Amüsement angesichts von Überregulierung, und Überregulierung empfinde ich generell auch sehr schnell.

    Mitunter habe ich sicher auch schon die Papierflut angemerkt, die ein Grundschulkind mit nach Hause bringt, auf dass sie dort vom Erziehungsberechtigten bearbeitet werde - es handelt sich um auf minderwertigem A4-Papier kopierte Kurzbriefe zu Ausflügen, Klassenarbeiten, Unterrichtsausfall, Betreuungsausfall, Streik, Stundenplanänderungen, AG-Teilnahmen, Elternabenden, Schulkioskangeboten, Projektauswahlen, Kuchenspenden und so weiter und so fort, der untere Abschnitt ist durch eine gestrichelte Linie zum Abtrennen kenntlich gemacht und es müssen Tätigkeiten wie "Kästchen ankreuzen", "Name des Kindes notieren", "Datum und Unterschrift" verrichtet werden. Anfangs füllte ich alles säuberlich aus, schnitt ab, Lochte und heftete in die Postmappe. Nach knapp drei Jahren sind wir an dem Punkt, an dem ich das Kind ausfüllen lasse, blind unterschreibe, auf der Tischkante abreiße und ungelocht auf die Metallbeinchen des Hefters ramme. Schon rein trendanalytisch betrachtet wäre es daher gut, wenn die Zettelfrequenz in der weiterführenden Schule deutlich abnähme. Dies nur nebenher.

    Eben allerdings hielt mir Mademoiselle ein Schreiben unter die Nase, das den derzeitigen Höhepunkt der Absurdität darstellt und mich beim ersten Überfliegen polysyllabisch aufquieken ließ. Es beginnt nämlich mit den gemessenen Worten: "im Rahmen der zahnärztlichen Gruppenprophyaxe, auf die alle Grundschüler einen gesetzlichen Anspruch haben (§21 Sozialgesetzbuch V), wollen wir in den 3. Klassen die Zahnbeläge anfärben." Nach einem Absatz, der Zahnbeläge an sich behandelt und Detailinformationen zum verwendeten Präparat folgt dann - fettgedruckt - der Appell: Bitte lassen Sie Ihr Kind bei dieser eindrucksvollen und lehrreichen Aktion mitmachen!"

    Gut. Färbt ihr meinem Kind mal die Zahnbeläge, I couldn't care less, dieses Kind hat mit 8 Monaten einen halben Ottokatalog gegessen und sich mit 2 Jahren (vorübergehend unbemerkt - irgendwann war die 10.000-Stück-Packung halt leer) - von Playmais ernährt und in allen Regenbogenfarben gekackt. Aber seit wann und warum müssen Schulen diese ganzen absurden Pamphlete verschicken?

    Ach, ich will es gar nicht wissen.

    Sonntag, 22. Juni 2014
    Blogging November - 965

    Ob der Kater schnäubisch wäre beim Essen, fragte die Tierärztin. Der Kater ist nicht schnäubisch, er hat das Wort schnäubisch erfunden. Was er nicht kennt, das frisst er nicht. Während vor der kleinen Katze nicht sicher ist - eine besondere Leidenschaft hat sie für Kuchen und Chips - rührt der Kater so gut wie nichts an außer seinem Futter. Gegriller Lachs, den wir über Nacht in der Küche vergessen haben? Reste vom Thunfischsalat? Ein aufgeschlagenes Ei? Sahne? Fehlanzeige. Es interessiert ihn nicht.

    Nun ist es aber ja der Kater, der Antibiotikum und Schmerzmittel gegen eine Blasenentzündung bekommen soll, und die Frage war, wie. Ich knetete es ihm also ein eine Knabberstange (die er überraschenderweise tatsächlich auch frisst). Er nahm den ersten Haps und schaute skeptisch. Den zweiten Napf sezierte er mit Pfoten und Zähnen, um dann exakt den Anteil ohne Medikament zu verzehren und die "verseuchten" Krümel auf der Badematte zurückzulassen, denn im Bad hatte ich mich mit ihm eingesperrt, damit er a) nicht wegläuft und b) die kleine Allesfresserkatze sich nicht über die Medikamente hermacht.

    So ging es also schon einmal nicht.

    Jedoch: ein noch stärkeres Gefühl als Appetit ist ja - das weiß ich als jüngstes von mehreren Kindern sehr genau - Futterneid. Nach kurzer Reflexion drehte ich also den Schlüssel um und die kleine Katze fiel quasi mit der Tür ins Bad. Der Kater warf einen Blick auf den Teller mit den präparierten Leckerchen - dann auf die Katze - dann wieder auf den Teller, und saugte er sämtliche Stückchen in Blitzgeschwindigkeit auf und schlang sie hinunter. Hauptsache nicht teilen!

    Die kleine Katze bekam dann von mir natürlich noch einen Trosthappen.

    Das war dann jetzt doch einfacher, als ich es mir ausgemalt hatte!

    Sonntag, 22. Juni 2014
    Blogging November - 964

    Es gibt einen Fehler in der Matrix.

    Und zwar sah ich vor einiger Zeit einen Laden, der Speiseöle vom Fass oder aus großen Glasbehältern verkauft, zum Abfüllen in hübsche Glasflaschen. Und auch Essig. Ich dachte mir: das merke ich mir, dort kann man gut Mitbringsel kaufen.

    Dann bekam ich eine Einladung, zusammen mit Kollegen. Wir überlegten, was wir schenken könnten, und mir fiel der Laden mit dem Öl wieder ein. Ich schlug vor, dort etwas zu kaufen, die anderen stimmten zu. Leider fiel mir aber partout nicht mehr ein, wo ich diesen Laden gesehen hatte. Ich versprach, darüber nachzudenken, ansonsten wollten wir in die Delikatessenabteilung eines Haufhauses gehen.

    Letzte Woche sah ich den Laden wieder. Er war im Einkaufszentrum an meinem Wohnort, in der ersten Etage in der Nähe des Einganges, den ich meistens nicht nehme. Deshalb hatte ich ihn bisher nur einmal gesehen. Ich freute mich und gab am nächsten Tag im Büro Bescheid, dass dem Kauf nichts mehr im Wege stünde.

    Heute war ich dann im Einkaufszentrum, um das Öl zu kaufen. Ich begab mich zu der Stelle, an der sich der Laden befindet. Dort war er aber nicht. Dort waren andere Läden, die auch alle nicht so aussahen, als wären sie erst seit einer Woche dort. Ich war verwirrt.

    Ich fragte einen Herrn vom Sicherheitspersonal des Einkaufszentrums, aber er konnte sich an keinen Laden mit Ölen und Essig erinnern und empfahl mir das Naturkostgeschäft. Dann schaute ich auch noch auf die Tafel im Erdgeschoss, die eine Übersicht über die Läden gibt. Auch dort keiner mit Essig und Öl. Hm.

    Nun könnte man meinen, ich habe mich geirrt.

    Allerdings ging ich gleich darauf in den Pralinenladen im selben Einkaufszentrum. Dort habe ich wirklich schon häufig eine ganz bestimmte Sorte Pralinen gekauft, die in Becherform daher kommen und gestreift sind. Das weiß ich sehr genau, Mademoiselle suchte sie immer aus und ich habe sie schon zig mal verschenkt. Es gab diese Pralinen dort aber nicht. Und die Verkäuferin wusste auch nicht wovon ich spreche - solche Pralinen kenne sie nicht und die habe es auch nie gegeben.

    Von den Pralinen habe ich aber sogar ein Foto. Ätsch.

    Samstag, 21. Juni 2014
    Blogging November - 963

    Beim Aufräumen meines Büros machte ich heute eine sehr interessante Entdeckung: offenbar war eins meiner früheren Ichs - eins von etwa 2010 - der festen Überzeugung, dass ich sicher sehr gerne Tütensuppen oder unaufregende Trockenfrüchte essen wollen würde, falls ich im Büro einmal Überstunden mache.

    Nun ist es so, dass ich seit einiger Zeit beinahe täglich länger im Büro bin als geplant, und deshalb dort auch etwas esse. Aber noch nie - wirklich nicht ein einziges Mal - dachte ich bisher in dieser Situation: "Boah - jetzt ne Tasse Champignoncremesuppe aus der Tüte!" oder "Getrocknete Pflaumen, wie geil ist das denn?!"

    So kann man sich irren.

    Jetzt habe ich jedenfalls wieder viel Platz im Schrank.

    Freitag, 20. Juni 2014
    Blogging November - 962

    Einen freien Tag, an dem man morgens noch ohne Pläne aufwacht, im Endeffekt so zu organisieren, dass man bis 23 Uhr relativ hektisch herumrennt und Dinge erledigt - das muss man ja auch erstmal hinbekommen.

    Mittwoch, 18. Juni 2014
    Blogging November - 961

    Heute habe ich noch einen Tipp für Sie:

    Angenommen, Sie sind zu einer Veranstaltung eingladen, aber nicht nur Sie sondern auch noch hundertfuffzich andere. Am Tag des Ereignisses erhalten Sie von mir eine Mail, in der Sie gebeten werden, für Planungszwecke kurz zu bestätigen, ob Sie es am Abend schaffen werden. Dazu sollen Sie oben in der Nachricht entweder "Ja" oder "Nein" anklicken.

    Sollten Sie dieser Herausforderung gegenüberstehen: Klicken sie doch einfach keins von beidem an, statt dessen antworten Sie mir mit einem wohlformulierten Satz. Oder noch besser: stellen Sie diesem Satz zu Ihrer (Nicht-)Teilnahme noch eine einleitende Passage voran, in der Sie begründen, warum Sie die Knöpfe nicht verwenden. Weil die nämlich unpersönlich ist. Die Auswirkungen der Informationstechnologie auf Gesellschaft und Umgangsformen können Sie in einem weiteren Absatz kurz besprechen. Und damit Ihre eigene Mail nicht unpersönlich wirkt, vergessen Sie natürlich eine gut gewählte Anrede nicht. Und selbstverständlich einen ausgewogenen Schlusssatz und eine freundliche, aber nicht plump-vertrauliche Grußformel, denn es könnte ja sein, dass Frau N., nachdem sie ENDLICH die gesuchte Information gefunden hat, noch weiterliest. Vielleicht können Sie sogar noch ein humoriges P.S. einbauen.

    Wenn Sie dann nach 10 Minuten noch gar keine ebenso liebevolle Antwort auf Ihre Mail erhalten haben, ist das wirklich komisch. Sie sollten nachfragen. Telefonisch, natürlich! Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn ständig besetzt ist, Ihr Anruf ist wichtig - jeder einzelne zählt! Wie, Frau N. ist kurz angebunden, als Sie sie endlich erreichen? Fragen Sie nach dem Grund. Sie antwortet ausweichend? Wie merkwürdig! Am besten schauen Sie in ihrem Büro vorbei, dann können Sie Ihre (Nicht-)Teilnahme bei der Gelegenheit auch noch einmal persönlich bestätigen, sicher ist sicher.

    Was - da stehen schon hundertfuffzich andere Leute?? NA SOWAS!!!!

    Mittwoch, 18. Juni 2014
    Blogging November - 960

    Ich habe heute geschlagene 2 Stunden meiner kostbaren Zeit damit verbracht, mit einer Person darüber zu diskutieren dass 12 Monate nicht unbedingt ein Kalenderjahr sind. Und das war erst der Anfang.

    Mannmannmann.

    Dienstag, 17. Juni 2014
    Blogging November - 959

    Das Kind verreist übers lange Wochenende und benötigt für diese Reise Geschirr, nämlich Teller, Tasse, Becher und kleine Schale, und zwar "bruchfest". Und jetzt kommt er Knaller: ich habe dieses Kind schon fast 10 Jahre, aber noch nie kam ich in die Verlegenheit, bruchfestes Geschirr zu erwerben! Es mag sein, dass das eine oder andere Melamingedeck in den Haushalt hineingeschenkt wurde, aber natürlich ist es dem Kind keinesfalls zuzumuten, mit Babygeschirr eine Jugendreise anzutreten.

    Nun stehe ich vor der Herausforderung, bis Mittwochabend Teller, Tasse, Becher und kleine Schale "bruchfest" zu erwerben. Sicher gibt es sowas in Campingbedarfgeschäften, ich hatte aber gar nicht vor, an den nächsten zwei Abenden so eines aufzusuchen. Im 1-Euro-Shop, der immerhin auf dem Weg ins Büro liegt, ist bestimmt auch stinkendes quietschbuntes Plastikgeschirr erhältlich, das ich aber gar nicht kaufen möchte. Ob es akzeptabel ist, dem Kind einfach eine Tüte mit Einweg-Pappgeschirr einzupacken? Dadurch würde ja auch der Packlistenpunkt "Schwämmchen und Geschirrhandtuch" entfallen. Und wenn etwas verloren ginge, wäre es auch egal.

    Montag, 16. Juni 2014
    Blogging November - 958

    Mademoiselle sah vor einiger Zeit gern die Sendung Simsala Grimm auf Kika und auf dem Hessentag wurde dazu heute ein Theaterstück aufgeführt. Eine Fortsetzung wohl zu dem Stück vom letzten Jahr, das von Zuschauern und Kritiern wohl hochgelobt war.

    Nunja, die Geschmäcker sind offensichtlich ganz verschieden. Ich habe lange nicht mehr bei einer Veranstaltung so gelitten. Und dann war es auch noch so unglaublich lang - eine Stunde? Anderthalb? Ich wusste gar nicht, wohin mit mir, ins Stück kam ich jedenfalls nicht. Und sich einfach geistig an einen anderen Ort zu begeben und zu entspannen war auch nicht so einfach, zum einen hatten die Stühle nämlich eine ganz merkwürdig kurze und biegsame Lehne, so dass man sich als Erwachsener nicht anlehnen konnte, ohne ziemlich weit nach hinten zu kippen und den Kopf dann irgendwie mühsam halten zu müssen, so dass es tatsächlich noch bequemer war, leicht vorgebeugt zu sitzen, was natürlich einen ganz unangemessen eifrig-vorgebeugten Eindruck erweckte. Zum anderen war es im Stück vorgesehen, das Publikum zwischendrin immer mal wieder mit Licht zu fluten, nämlich dann, wenn eine Reaktion gefordert war.

    Dass dann noch gesungen wurde - gut, das hätte ich vorher sicher irgendwo erfahren können - hat mir den Rest gegeben, das kann ich nämlich nur in den seltensten Fällen leiden und dieser war keiner davon.

    Gerne wäre ich in der Pause geflohen, es ergab sich aber nicht und außerdem hatte Mademoiselle mich zuvor schon wegen Twitterlesen während der Vorführung zurechtgewiesen. Was soll man tun, wenn das Stück ganz schlecht ist, aber man nicht schlafen und nicht lesen kann? Ich weiß es nicht, ich bin solche Situationen seit der Schulzeit nicht mehr gewohnt.

    Es waren sehr lange 1,5 (oder so) Stunden.

    Samstag, 14. Juni 2014
    Blogging November - 957

    Blogger.de ist wieder da, juchhu, nicht ganz ohne Verluste und auch hier muss noch etwas aufgeräumt werden aber: wieder da. Hey.

    Und das alles, weil Dirk Olbertz wohl den ganzen Samstag damit zugebracht hat, den Kram wieder ans Laufen zu bringen. Wer sich dafür bedanken möchte, zum Beispiel, weil er (oder sie) hier gerne liest, der kann findet hier eine Gelegenheit dazu.

    Blogging November - 956

    Ist hier, im Techniktagebuch.

    November seit 7098 Tagen

    Letzter Regen: 28. August 2025, 21:53 Uhr