Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.
Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr.
Epikur, Brief an Menoikeus
Ich bin ein Stehaufmännchen. Wo Leben ist ist Hoffnung. Das letzte Wort mag gesprochen sein, aber es gibt bestimmt irgendwo noch ein allerletztes. Gelinde gesagt, Entgültigkeit liegt mir nicht, ich kann sie nicht akzeptieren.
Frau Morphine schrieb unlängst darüber und mir wurde sehr unwohl. Frau Schüsselkind notiert ein kurzes Sätzchen am Ende eines Textes und sorgte für ein schlafloses Wochenende. Herr Nyxon schreibt gar einen Längertext den ich nicht bis zum Ende lesen kann.
Ich betrachte mich grundsätzlich nicht als sonderlich memmig, aber Tod ist ein Thema, bei dem mir sofort das große rote Panik-P vor den Augen blinkt und die Luft wegbleibt. Mit den meisten meiner Schwachpunkte kann ich mich mittelmäßig arrangieren, aber kommen Sie mir mit dem Tod und ich bin schneller weg, als Sie die drei Buchstaben aussprechen können.
Kein Kindheitstrauma, keine rationale Erklärung, nichts. Nackte Angst und kein Ansatzpunkt, diese auszuhebeln.
Das ist ein Versuch hier irgendwo einen Fußhalt zu finden.
[edit: ich finde übrigens, dass Epikur, mit Verlaub, da einen Aspekt übersehen hat]
wie doof ist das denn - eine Mail über jemanden schreiben und sie dann, weil man den Namen gerade so sehr im Kopf hat, genau an diese Person schicken.
Eine halbe Stunde in die Ecke stellen und Kopf gegen die Wand schlagen...
Komisch, wie es manchmal Menschen gibt, die einen aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachten, die nicht das sehen, was offensichtlich (weil präsentabel) ist, sondern die das sehen, was verschüttet, versteckt, unten drunter ist.
Komisch, wie es weh tut, wenn man ihnen gerade erst begegnet ist und sie diese andere Perspektive haben, von der man manche, die man sehr lange kennt, mühsam überzeugen muss und es dann meist aufgibt, warum auch die Mühe, es ist nichts besonders Gutes, was da zu sehen ist, es ist die andere Seite.
Komisch, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der diese andere Seite sieht, auf den ersten Blick, der sie einen nicht aus dem Auge verlieren lässt, der sie nicht schönredet, aber einem das Gefühl gibt, dass es trotzdem, mit allem anderen zusammengenommen, ok ist.
Von kleinen Händchen geführte Pastikmännchen verursachen um kurz vor 7 Uhr am Morgen auf der balkonproduzierten Eisbahn einen tiefen, achtförmigen, scharrend-schabenden Ton mit dem Unterklang des Surrens einer (zu) fest gezupften tiefen Kontrabasssaite, der quer durch den Magen schnurrt.
Eishockeystiefel machen dasselbe Geräusch, meist vom Restlärm überdeckt, außer früh morgens in einer leeren Eishalle, in der nur die Profis trainieren, oder die, die es noch werden wollen.
Ski auf überforenem Tiefschnee klingen in der Stille des Morgens ähnlich, jedoch ohne den surrenden Unterton. Unmittelbar vor dem Entschluss schnurrt es durch den Magen, und wenn man nach dem Sprung aus dem Sessellift Hand in Hand landet knackt es rasch und leise, dann folgt das Scharren, das meist kurz darauf abbricht und in schneeersticktes Lachen übergeht.
Quer durch den Magen schnurrt auch der Entschluss, dies zu wollen und sich zu beschaffen, ohne Rücksicht. Ist das Ziel erreicht, bleibt nur Kälte.
Wie komme ich denn dazu??

You are The High Priestess
Science, Wisdom, Knowledge, Education.
The High Priestess is the card of knowledge, instinctual, supernatural, secret knowledge. She holds scrolls of arcane information that she might, or might not reveal to you. The moon crown on her head as well as the crescent by her foot indicates her willingness to illuminate what you otherwise might not see, reveal the secrets you need to know. The High Priestess is also associated with the moon however and can also indicate change or fluxuation, particularily when it comes to your moods.
What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.
Oh, der Leuchter ist fertig.
Ob ich mich da nochmal hintraue...?
Seit einer guten Woche wundere ich mich über den merkwürdigen Zustand meiner Haare. Hatte schon die Witterung im Verdacht, mir diese unfreiwilligen Dreadlocks zu bescheren. Heute kehrte dann nach längerem Schnupfen der Geruchssinn zurück und siehe da - das Zeug in dem Plastikfläschchen aus der Reisetasche war gar nicht das Shampoo, sondern die Handwaschpaste...
für die nächsten vier Wochen. Herrje, ich kratze schon bei dem Gedanken daran an der Tür.
Das Schlafverhalten des kleinen Novemberregentröfpchens ist so unerträglich geworden, dass nun "Maßnahmen" ergriffen werden. Konsequenz und Regelmäßigkeit lauten (hoffentlich) die Schlüsselworte, und so fallen Abendvergnügungen, die mit dem Schlafengehenplan kollidieren, in nächster Zeit flach. Als Testzeitraum ist ein Monat angesetzt.
Konkret bedeutet das, hier wird in den nächsten Wochen entweder extrem viel geschrieben oder auch gar nichts, was dann der Fall wäre, wenn mir dieser ungewohnte Lebenswandel ein neues Hobby bescheren sollte...
Mit welcher Hirnhälfte stimmt denn was nicht, wenn man am rechten Ohr absolut gar nicht in der Lage ist, einen Clip-on Kopfhörer zu befestigen, wenn man nicht die linke Hand einmal quer über den Kopf führt, damit links und rechts wieder auf derselben Seite wie beim linken Ohr sind??
Hat jemand hier eine Ahnung, wie man Tamagotchi Topinambur schmackhaft zubereiten kann? Mein Ergebnis bisher schmeckte entweder nach nichts, nach Plastik oder nach schlecht zubereiteter Artischocke. Drei Knollen sind noch übrig. Vorschläge bitte.
Heute sangen die Vögelchen durch das gekippte Küchenfenster und die Sonne schien in so einem Winkel hinein, wie ich es kenne, von früher, ganz unzusammenhängend mit dem Hier und Jetzt:
Es ist ein warmer Sommerabend und ich renne barfuß die Straße entlang, vom Spielplatz nach Hause, der Asphalt ist warm an den Fußsohlen, wenn er kühler wurde wussten wir immer, der Sommer geht zu Ende, aber jetzt ist er noch warm und beim Laufen macht der Aufprall der Fersen auf dem Asphalt "bumm-bumm" im Kiefer, die Haare sind vom Schwimmen und der Sonne verklettet, Papa wird sie nach dem Baden auskämmen, in der Brust ist ein trockener Reizhusten von zu viel geschlucktem Wasser und zu viel Sonne. Ich laufe nach Hause, die Kirchturmuhr schlägt acht, ich recke mich an die Klingel, drehe mich noch einmal zum Spielplatz um der unter den Kastanien in der Abendsonne liegt, dann summt es, die Tür geht auf, bumm-bumm über den kühlen Steinboden und dann bumm-bumm die ebenfalls kühlen Treppen hoch bis ich den Teppich unter den Füßen fühle.
Eine Umarmung und ein Glas Wasser in der Küche, Mama hat schon das Badewasser eingelassen, Papa sitzt im Wohnzimmer und sieht fern. Husch in die Badewanne mit riesigem Schaumberg, die Beine sind braun und unter dem Schorf am Knie, den ich abknibbele, ist die Haut lustig weiß, ich tauche unter und kratze den Sand vom Strandbad von der Kopfhaut. Mama bringt mir ein Käsebrot und eine geschnibbelte Banane an die Badewanne und erst als die Finger und Zehen schrumpelig sind, klettere ich heraus und lasse mich von Mama trocken rubbeln. Schnell in den Schlafanzug und auf Papas Schoß im Wohnzimmer, die Sonne scheint noch durch die helle Jalousie und während Papa mit einem Kamm die Haare entklettet drehe und winde ich mich um immer wieder einen Blick auf den Fernseher zu erhaschen, auf Mama in der Küche, auf die umherlaufenden großen Schwestern.
Hier bricht die Erinnerung ab, aber sie hinterlässt ein tiefes Glücksgefühl, kitzelt einen kleinen Hoffnungsfunken hervor, hier doch gerade einen Teil meiner Mitte entdeckt zu haben und hinterlässt die feste Überzeugung, dass jegliches Chaos, jegliches Zweifeln, jegliche Verirrungen mir eigentlich, tief im Grunde meines Herzens, nichts, aber auch gar nichts anhaben können.

