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    Samstag, 4. April 2026
    4. April 2026 - Einkaufssamstag

    Schon vor dem Frühstück war Gesangsstunde, wir befassten uns heute viel mit Bildern und stellten fest, wenig überraschend natürlich, dass für uns unterschiedliche Bilder funktionieren. Wo der Gesangslehrer gerne von "Stütze" spricht, von unten gedacht, sehe ich ein Luftpolster, auf dem meine Stimme obendrauf liegt. Wo er einen "umarmenden" Klang sieht, ist mein Bild ein "Heiligenschein". Und so weiter.

    Er fragte, ob ich mich jetzt für einen Song für den Termin Ende des Monats entschieden hätten. Ende des Monats reisen Violinista und ich nämlich als Teilnehmerinnen zu etwas, das ich "DSDS" nenne, obwohl es das natürlich nicht ist, das wäre ja ein großes Abenteuer und ich mache dieses Jahr nur kleine Abenteuer. Es heißt aber so ähnlich, nicht klanglich sondern semantisch, also sage ich jetzt so.

    Und weil wir darüber sprachen, erinnerte ich mich, dass ich vorher noch einen Frisiertermin machen wollte, es wäre auch eine Woche später noch vertretbar, doch verreise ich lieber mit einfachen Haaren, zumal ich las, dass die Zimmer nicht als Standardausstattung über einen Fön verfügen. Und zapp, schon das nächste kleine Abenteuer, ich klicke immer auf "beliebiger freier Termin" und werde dieses Mal bei L. landen, die ich noch nicht kenne, laut Website sind Kurzhaarfrisuren ihre Spezialität, das passt ja, allerdings auch Expertin für Farbe, ich hoffe, das geht gut, ich hörte von einer Freundin, die den Salon anzündete, nein, nein, nur verließ, als ihr die postmenopausale lila Strähne in der Kurzhaarfrisur angeboten wurde.

    Danach rauschte der Tag erstaunlich schnell vorbei. Ich hatte gerade kurz Scones gebacken, da war Cucinacasalinga online und ich wollte ja sowieso noch Schreibtischdinge erledigen. Doch gerade, als wir einander auf den aktuellen Stand gebracht hatten - und selbst das nur so halbwegs - rief schon M an. Wenige Minuten später stand sie vor der Tür und wir machten gemeinsam noch ein paar Erledigungen. Jetzt ist hier für die nächsten zwei Feiertage auch ausreichend Klopapier im Haus!

    Und dann war auch schon wieder Abendessen. Diese Sache mit dem Essen finde ich wirklich etwas stressig an Tagen, die ich zu Hause verbringe, immer muss man schon nach wenigen Stunden wieder nachdenken und Handlungen beginnen. Für den Urlaub werde ich mir da etwas ausdenken müssen, sonst habe ich ja gar nichts von den freien Tagen.

    Ich fühle mich immer noch nicht 100%ig fit. Habe den Eindruck, dass eine Runde Schwimmen dies behoben hätte, doch das Schwimmbad hat bis Dienstag geschlossen. Ein Spaziergang half nicht, ich gehe ja außerordentlich gerne doch an manchen Tagen - und so einer war heute - habe ich das Gefühl, meine Beine wären ein kleines Stück zu lang und folglich bewegen sie sich etwas unkontrolliert und nicht gleichmäßig-geschmeidig.

    Deshalb gehe ich jetzt gleich auch schon wieder schlafen. Denn morgen früh um 7 beginnt die Osterreise zu Papa N. Und übermorgen ist dann noch ein Tag frei! Wahnsinn.

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    3. April 2026 - Karfreitag

    Das Aufregendste heute war, dass ich für mich beschlossen habe, in einem der kommenden Jahre an Karfreitag ins Münsterland zu reisen und Struwen zu essen, in einem Landgasthaus. Alternativ natürlich, falls mich wer einlädt, bei dieser Person zu Hause. Da ich aber sehr wahrscheinlich erst morgens an Karfreitag losfahren würde, und für die Struwen den frühen Nachmittag optimal finde, die Fahrzeit ca. 3 Stunden sind und ich keine Frühaufsteherin bin, müsste ich eine Zufallsbekanntschaft, die zu einer Einladung nach Hause führt, in ungefähr 30 bis 90 Minuten herbeiführen. In Münster. Man soll sich die Ziele auch nicht zu hoch stecken.

    Auf Mastodon entwickelte sich gleich eine Bewegung von Menschen, die, ausgelöst durch meine Struwenplan, wenn ich richtig verstehe zeitnah, auch in diese Gegend reisen möchten, aber wegen Pferden. Nicht zum Pferde essen allerdings, auch nicht zum Pferde reiten, sondern wohl zum Pferde anschauen. Oder so. Egal. Ich hoffe nur, es kommt nicht noch ein Rosinengespräch, ich habe in meinem Leben schon zu viele Rosinengespräche gehört und gelesen. Rosinen jetzt wegen der Struwen, ich wollte schon Stuten schreiben wegen Rosinenstuten, dann wäre es verwirrend geworden.

    Davon abgesehen – und von 6 Maschinen Wäsche abgesehen – geschah heute nichts, nur sang ich noch morgens (mit dem Chor) im Karfreitagsgottesdienst. Die Kirche war nicht gut besucht, im Live-Stream waren 12 Personen, in der Kirche nur wenig mehr. Davon ein älterer und ein jüngerer Herr mit asiatischem Äußeren, sie sprachen mich hinterher am Fahrradständer auf Englisch an, es habe ihnen sehr gut gefallen und fragten „Is it expected that we ask the conductor for an autograph?“. Ich erwiderte „It’s not expected, though you’re entirely welcome to do the unexpected“. Ich weiß nicht, ob das hilfreich war.

    (Rosinante. Ich muss jetzt noch einmal hier Rosinante hintippen)


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    2. April 2026 - 15. Arbeitstag vor Urlaub

    Ich habe heute wieder zwei Beinahe-Abenteuer erlebt. Wie neulich schon, als ich beinahe in Badebekleidung aus dem zu evakuierenden Schwimmbad geholt worden wäre, wenn ich nicht nochmal zum Auto zurückgegangen wäre, weil ich meine Zehnerkarte vergessen hatte.

    Auch heute trugen sich die Beinahe-Abenteuer im Schwimmbad zu. Ich hätte nie gedacht, dass dieses Hobby so spannend wird!

    Als erstes bemerkte ich, als ich beim Umziehen in meinen himbeerfarbenen Badelatschen schlüpfte, dass da schon wieder irgendein Steinchen oder so drinhängt, wie auch schon bei den letzten Schwimmbadbesuchen. Da ich mich irrational vor Schwimmbadfußböden ekele, kann ich die himbeerfarbenen Badelatschen leider nie mit den Händen anfassen, schubberte also mit dem Fuß darin herum, um das Steinchen zu entfernen, doch es ging nicht. Ich überlegte kurz, ob ich evtl eine kleine Warze an der Fußsohle habe und untersuchte dies – negativ. Im Latschen dennoch wieder ein pieksiges Gefühl. Ich überwand mich, nahm ihn in die Hand entdeckte, dass in der Sohle ein Nagel steckte, der sich bis ganz knapp ins Fußbett durchgeschoben hatte. Nagel entfernt, alles gut. Ich dankte dem Badelatschen, dass er mich davor bewahrt hatte, am Karfreitag mit einem Nagel durch den Fuß in eine Notaufnahme zu fahren, wie so eine Person, die Kreuzigung nachspielt und nach 1/4 den Mut verliert.

    Das zweite Beinahe-Abenteuer war ganz am Ende des Besuchs. Als ich nämlich aus dem Becken stieg, war es kurz vor der Schließzeit und der Bademeister, dem ich frohe Ostern wünschte, sagte, ich sei die letzte Frau im Schwimmbad und solle doch bitte wenn ich umgezogen bin nochmal kurz vorbeikommen, damit er weiß, dass die Damen-Duschen und -Umkleiden leer sind und er kontrollieren kann. Das wollte ich tun, war auch exakt 3 Minuten voir der Schließzeit mit allem fertig, doch der Bademeister war unauffindbar. Und während ich ihn in den Gängen suchte, ging überall das Licht aus und eine schwere Tür fiel ins Schloss.

    Ich schwöre, es verging keine Millisekunde, bis ich mich schon freute, das Schwimmbad für eine Nacht ganz für mich zu haben! Völlig ungestört könnte ich noch viele Bahnen ziehen, zwischendrin warm duschen und wenn ich hungrig würde, die beiden Apfel und die Karotte und die Kohlrabi essen, die ich noch in der Tasche hatte. Damit kommt man ja durch eine Nacht. Ja, vielleicht würde ich müde, bestimmt gäbes aber irgendwo eine Sanitätsliege, auf der ich mich mit meinem großen Badehandtuch zudecken könnte. Und wenn nicht würde ich dann einfach irgendwann gegen 1 oder 2 Uhr morgens die Polizei rufen.

    Ich hatte mir schon alles schön ausgemalt, als das Licht wieder anging und der Bademeister mir mit einer Taschenlampe entgegen kam, im Umkleidebereich war eine Sicherung herausgeflogen, das Schwimmbad war noch gar nicht leer.

    Als ich am Auto stand und die Handtücher umpackte, blieb einer der Schwimmherren neben mir stehen und sagte „Achso, Sie haben mich ja vorhin überholt, aber jetzt sehe ich, Sie sind ja eine Schwimmerin, dann ist ja alles klar!“ Ich schaute wohl sehr fragend. „Na dieses Spezialhandtuch!“, glaubte er zu erklären. „Ich bin verwundert, dass mein Handtuch mich als Schwimmerin kenntlich macht und nicht mein Schwimmen“, stellte ich fest. „Also ich weißt jetzt jedenfalls, wie ich das meiner Frau erkläre!“, erwiderte der Mann meiner Auffassung nach zusammenhanglos, aber froh. Ich hakte das Erlebnis ab, er ist vermutlich einfach in einer anderen Realität zu Hause als ich.

    Dass das mit dem Schwimmen heute geklappt hatte, freute mich sehr. Fast wäre ich nämlich wieder im Büro hängengeblieben, weil das Conditional Formatting in Excel, das in einem Sheet Zahlen <0 rot markieren soll, die 0 auch rot markiert, weil sie durch eine Formel entsteht und so vermutlich als Sondewert gesehen wird, den ich irgendwie in einer Hilfsspalte (oder vielleicht auch direkt in der Formel) mit =value oder sowas umwandeln müsste. Ich habe dann beschlossen, dass mir das ganz egal ist, ich bin sowieso keine Freundin von Farben in Excel-Sheets und wenn irgendwer Farben will, soll er oder sie sich mit dem Thema befassen.

    Ansonsten habe ich heute einen großen prä-Urlaubsbrocken erledigt, gleichzeitig bin ich jedoch auf einen weiteren Brocken, den ich verdrängt hatte und einen anderen, den ich für erledigt gehalten hatte gestoßen. Den einen beginne ich nächste Woche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass er vor dem Urlaub fertig wird. Den anderen werde ich anstoßen, er ist jedoch ein Mehrmonatsprojekt über diverse Standorte. Ich habe mit der Pariser Kollegin heute abgemacht, dass ich den Stein nächste Woche ins Wasser werfe und sie die Wellen in die richtige Richtung immer wieder anschubst, nach meinem Urlaub sehen wir dann weiter. Alle Bälle, die das eine Großprojekt betreffen, liegen seit heute nicht mehr bei mir; das andere Großprojet ist im aktuellen Status sowieso völlig außerhalb meiner Kontrolle.

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    Letzter Regen: 04. April 2026, 22:03 Uhr