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    Samstag, 7. Februar 2026
    7. Februar 2026

    Heute also gearbeitet. Das ist das praktische an meinem Job: ich kann zu jeder beliebigen Zeit an jedem beliebigen Tag arbeiten, es ist immer irgendwas los und es sind immer irgendwelche anderen auch gerade da. Es waren sogar ein paar Telefonate möglich. Die nächste Woche ist jetzt vorsortiert, alles, was am Montag verfügbar sein muss, habe ich heute zur Verfügung gestellt und ansonsten viel "Housekeeping" erledigt, was mir von Dienstag bis Freitag dann wieder Kapazitäten freimacht. Ich bin guter Dinge.

    Zwischendrin ging ich einkaufen und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass der nächstgelegene Supermarkt verschwunden war. Ich seufzte tief, drehte um mit dem Plan, in die andere Richtung zum zweitnächstgelegenen Supermarkt zu fahren. Einen halben Häuserblock weiter fand ich den eigentlich gesuchten Markt wieder. Er war noch da, ich lediglich daran vorbeigefahren. Ein typisches Stressymptom bei mir: räumliche Desorientierung. Das Fahrrad abends nicht wiederfinden, von der anderen Seite also sonst in die eigene Straße einbiegen und denken "wo bin ich hier dieses Haus da vorne habe ich noch nie gesehen!", in der Bahn nicht mehr auseinanderhalten können, ob ich in oder gegen die Fahrtrichtung sitze. Ich muss weiter wachsam sein und immer gut ausschlafen, damit die Situation nicht kippt.

    Damit ich es besonders schön habe kaufte ich mir Blumen und Zutaten für einen Kuchen, der alle in der Küche befindlichen Birnen verwertet. Das macht es mir gleich in zweierlei Hinsicht schön, erstens weil ich dann Kuchen habe und zweitens weil ich dann keine überreifen Birnen mehr in der Küche herumliegen habe. Der Kuchen war eine Improvisation aus eben Birne, gemahlenen Haselnüssen und dunkler Schokolade, sehr lecker, er würde von ungesüßter Schlagsahne noch profitieren, doch habe ich keine Sahne im Haus und dass der Kuchen den Montagabend noch erlebt ist höchst unwahrscheinlich. Nicht schlimm. Birnen sind hier immer mal wieder plötzlich überreif, es wird weitere Chancen geben.

    Korrespondenz mit Schwester N zu Papa N, mit Herrn Herzbruch zu Frau Herzbruch, mit Schanuf zum Dackel. Keines dieser Themen ist heute in eine eklatant falsche Richtung gelaufen. Bis sie alle aufgelöst sind, wird es noch ein wenig dauern.

    Fast fehlte es mir heute auch, dass irgendwelche Leute mir über sieben Stunden lang ins Ohr labern und ihren Blick auf die Welt schildern, ohne, dass ich ihnen antworten und Einwände erheben kann (was ich nach wie vor für ein überaus seltsames Format der Erbauung halte). Aber gleich morgen werde ich wieder viele Stunden Autofahren und mich überraschen lassen, wessen Gedanken mir dieses Mal dargeboten werden.

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    Letzter Regen: 07. Februar 2026, 21:34 Uhr