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    Montag, 5. August 2019
    Wmdedgt 8/2019

    (Was das ist und die übrigen Beiträge dazu hier bei Frau Brüllen.)

    Urlaubs-... ach nee, Arbeitstag. Das Aufstehen um 6:40 fiel leicht, ich bin noch sehr gut ausgeruht. Vor der Arbeit waren noch ein paar kleine Besorgungen zu machen und um 8:30 war ich im Büro und es war schön, die ganzen Leute wiederzusehen.

    Der Schreibtisch war eine Katastrophe: 20 cm Poststapel, aber schon von einer Kollegin durchgesehen und mit Post-it "nichts Eiliges drin" versehen. An die 1000 Mails, sofort in die Thread-Ansicht gewechselt und die Zahl beim ersten groben Durchsehen durch Löschen auf knapp 400 reduzieren können, mit denen dann aber tatsächlich auch etwas gemacht werden musste. Manchmal nur mit ein paar Worten weiterleiten, manchmal nur am richtigen Ort speichern, manchmal nur Informationen entnehmen und irgendwo eintragen. Manchmal aber auch mehr, die schob ich dann auf einen Termin, der mir wahrscheinlich erschien.

    Ein kurzes Gespräch mit dem Nachfolger vom Oberchef, der etwas blass um die Nase sagte, er habe sich in den letzten drei Wochen gedacht, es sei vielleicht eine gute Idee, sicherzustellen, dass auch noch irgendwer anders Ahnung von all dem hat, was ich mache. Für den Fall, dass ich mal von jetzt auf gleich keinen Bock mehr habe. Ich sage das ja schon seit mindestens 5 Jahren, es gab aber bisher nie eine schlüssige Idee, wie das funktionieren könnte. Gibt es auch jetzt nicht. Wie machen das andere?

    Der Tag verflog regelrecht, es gab auch ein gutes Maß an Verrücktheiten, vielleicht bin ich es auch einfach nicht mehr gewohnt.

    Zu Hause war ich nur für wenige Minuten und brach dann wieder auf zur Gesangsstunde, heute nicht per Skype sondern im Studio. Auf dem Weg kaufte ich noch ein Wasser in einem Billigladen und ich habe noch nie ein Wasser getrunken, das so ekelhaft schmeckte. Wie kriegt man das hin, dass Wasser ekelhaft schmeckt? Ob es abgelaufen war?

    Nach der Gesangsstunde nahm ich M am Bahnhof in Empfang, die wissen ließ, Hamburg sei langweilig weil für Jugendliche viel zu groß, man käme nicht so richtig irgendwo hin, es gäbe keine guten Orte, an denen man einfach draußen sein könnte, alles wäre entweder Natur (langweilig) oder voller Touristen. Ich vermute eher, dass Ms Freunde in Hamburg nicht so viel durch die Straßen ziehen wie Ms Freunde hier und daher nicht so viele Orte zu ihren gemacht haben. Die Hamburger Freunde kommen dann demnächst hierher zu Besuch, schauen wir mal.

    Es war mittlerweile 21:00 Uhr, daher war ich etwas angestrengt als M plötzlich in ihrem Zimmer Schränke verrücken wollte. Nur 10 cm, aber sie sind halt oben mit einem Winkel an der Wand befestigt, man braucht also Bohrmaschine, neuen Dübel, Akkuschrauber und, wenn man es richtig machen will, auch noch Füllmittel und Farbe für die alten Löcher. Und der Werkzeugschrank in der Wohnung ist einer der Schränke des Grauens. Das ist es, was ich den ganzen Urlaub falsch gemacht habe: ich hätte den Werkzeugschrank in Ordnung bringen sollen! Nun hängt der Schrank aber ja mit dem Werkzeug im Keller und in der Garage zusammen, es ist ein Elend. Man hat immer irgendwas von "unten" geholt, "oben" verwendet und dann in den Schrank gestopft. Zwei Akkuschrauber liegen z.B. drin, aber keine Ladestation dafür. Ist sie im Keller? In der Garage? Verloren? Wieso haben wir überhaupt zwei Akkuschrauber? Eine Bohrmaschine war da, ohne Bohrer und ohne Kabel. Ganz hinten dann eine ganz neue, noch originalverpackte Makita. Zig Tuben Silikon, Acryl, Fugenfüller, fragen Sie nicht. Und alles fällt einem entgegen, ich hasse es. Dabei liebe ich Werkzeug. Ich hätte so gern "oben" eine kleine Werkzeugtasche mit allem, was man im Alltag mal braucht. Hammer, Kreuz und Schlitzschraubendreher, evtl. Wasserwaage, ein paar Nägel, ein paar gängige Inbus, Rohrzange, Teppichmesser, Gartenschere. Den Rest im Keller unten, schön sortiert. Aber das Sortieren ist so langweilig, ich wünsche mir dazu enthusiastische Gesellschaft, die mit mir die Schätze bewundert und über die Skurrilitäten lacht und gut im Wegwerfen ist aber auch gut im Strukturieren. Herr N scheidet dabei völlig aus, er ist Typus "Bewahrer" und würde sich sogar olle Dübel in die Hosentaschen stecken, damit ich sie bloß nicht heimlich wegwerfe. M kommt auch nicht in Frage, weil sie von Werkzeug zu wenig Ahnung hat. Schwierig.

    Zum Glück wird der Umbauplan aber schnell wieder aufgegeben, weil es einer Freundin von M nicht so gut geht - die aus dem Trio, die nicht mit nach Hamburg durfte. Sie wünscht Gesellschaft, darf aber heute nicht raus, weil sie gestern schon draußen war und deshalb halt heute zu Hause bleiben soll. Vor dem Hintergrund, dass hier ja noch Sommerferien sind: manche Eltern sind echt merkwürdig. Also brach M auf, um bei dieser Freundin zu übernachten, das war immerhin erlaubt.

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